Umsetzungsstrategie „Digitalisierung gestalten“
Die Bundesregierung hat mit der im November 2018 verabschiedeten Umsetzungsstrategie „Digitalisierung gestalten“ den digitalen Wandel in Deutschland vorangetrieben. Sie beinhaltet alle wesentlichen Maßnahmen, die den digitalen Wandel in Wirtschaft, Gesellschaft und Verwaltung voranbringen sollen. Mittlerweile sind über 90% der angestrebten Schritte in der Umsetzung oder wurden bereits abgeschlossen (Stand: Juni 2021). Weitere Informationen zur Umsetzungsstrategie sind unter www.digital-made-in.de verfügbar.
Bei der Erarbeitung der Umsetzungsstrategie hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) besonderen Wert darauf gelegt, dass digitale Innovationen und die künftige Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands einen Schwerpunkt bilden. Wichtige Vorhaben des BMWi waren die Unterstützung des Mittelstands bei der digitalen Transformation, die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Start-ups und die Weiterentwicklung des Wettbewerbsrechts durch das GWB-Digitalisierungsgesetz.
Strategie Künstliche Intelligenz
Am 15. November 2018 hat die Bundesregierung ihre Strategie Künstliche Intelligenz verabschiedet. Die Strategie wurde gemeinsam durch BMWi, BMBF und BMAS erarbeitet. Mit ihr will die Bundesregierung den exzellenten Forschungsstandort Deutschland sichern, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ausbauen und die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von KI in allen Bereichen der Gesellschaft fördern. Der Nutzen für Mensch und Umwelt soll dabei in den Mittelpunkt gestellt und der intensive Austausch zum Thema KI mit allen gesellschaftlichen Gruppen gestärkt werden.
Am 2. Dezember 2020 hat das Kabinett den Bericht zur Fortschreibung der Strategie Künstliche Intelligenz der Bundesregierung gebilligt. Mit der Fortschreibung der KI-Strategie hat die Bundesregierung ihre Umsetzungsmaßnahmen an aktuelle Entwicklungen angepasst, die es seit Verabschiedung der Strategie im November 2018 gegeben hat. Der Bericht zieht eine Zwischenbilanz, zeigt die relevanten Weiterentwicklungen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene auf und benennt konkrete Maßnahmen, die bis 2022 umgesetzt werden.
Erfahren Sie mehr zu dem Thema hier und unter www.ki-strategie-deutschland.de.
Blockchain-Strategie
Die Bundesregierung hat am 18. September 2019 die Blockchain-Strategie (englische Version) verabschiedet. Die Blockchain-Technologie ist eine der meistdiskutierten Innovationen der digitalen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft. Zur Klärung und Erschließung des Potentials der Blockchain-Technologie und zur Verhinderung von Missbrauchsmöglichkeiten ist Handeln der Bundesregierung gefordert. Mit der Strategie sollen die Chancen der Technologie genutzt und ihre Potentiale für die digitale Transformation mobilisiert werden.
Die Bundesregierung wird bis Ende 2021 Maßnahmen in fünf Handlungsfeldern ergreifen, um die Chancen der Blockchain-Technologie zu nutzen und ihre Potenziale zu mobilisieren. Am 18. Mai 2021 wurde ein Papier zum Umsetzungsstand der Blockchain-Strategie veröffentlich, dies finden Sie hier.
Den digitalen Wandel in der Verwaltung erfolgreich gestalten
Auch die deutsche Verwaltung will sich der digitalen Transformation stellen, um Schritt zu halten. Deutschland hat sich gesetzlich verpflichtet, dass Bürger und Unternehmen bis spätestens 2022 ihre Anträge, Nachweise und Berichtspflichten an Bund, Länder und Kommunen online abwickeln können. Grundlage dafür ist das Online-Zugangsgesetz. Das BMWi übernimmt mit Hamburg als dem Federführer der Bundesländer die Realisierung des Themenfeldes „Unternehmen führen und entwickeln“, also die Digitalisierung der meisten Verwaltungsleistungen mit Wirtschaftsbezug. Das sind rund 1.000 Einzelleistungen. Die Digitalisierung der wirtschaftsbezogenen Verwaltungsleistungen zieht erhebliche gesetzgeberische Anpassungen nach sich.
Bereits in der Studie „Top 100 Wirtschaft – Die wichtigsten und am häufigsten genutzten Verwaltungsleistungen für Unternehmen“ wurde für das weitere Vorgehen wertvolle Vorarbeit geleistet. Die Studie ist hier abrufbar.
Der Digital-Gipfel: Zentrale Plattform für die Digitalpolitik
Wir können die Chancen der Digitalisierung für Wirtschaft und Gesellschaft am besten nutzen, wenn alle Beteiligten gemeinsam daran mitarbeiten. Der Digital-Gipfel (vormals Nationaler IT-Gipfel) und sein unterjähriger Prozess sind die zentrale Plattform für die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft bei der Gestaltung des digitalen Wandels.
Seit 2017 firmiert der Nationale-IT Gipfel als Digital-Gipfel. Er trägt damit der Tatsache Rechnung, dass die digitale Transformation nicht nur die Telekommunikationsbranche betrifft, sondern alle Branchen und auch die Gesellschaft umfasst werden - von der Kultur-und Kreativwirtschaft bis zur Industrie 4.0. Der letzte Digital-Gipfel fand am 30. November und 1. Dezember 2020 als digitale Veranstaltung statt. Über Termin und thematische Ausrichtung des nächsten Digitalgipfels wird die neue Bundesregierung entscheiden.
Mehr erreichen durch intelligente Vernetzung
Mit der Strategie Intelligente Vernetzung möchte die Bundesregierung (Federführung Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) Digitalisierungspotenziale in zentralen Basissektoren der Wirtschaft und Gesellschaft (Bildung, Energie, Gesundheit, Verkehr, Verwaltung) gezielt ausschöpfen. Durch eine optimale Nutzung der durch Digitalisierung und Vernetzung entstehenden Möglichkeiten leistet sie damit einen wesentlichen Beitrag zu Wohlstandssteigerungen im gesamtwirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Interesse. Die Strategie ist mit einer Geschäftsstelle (Initiative Intelligente Vernetzung) unterlegt, die gute Beispiele für intelligente Vernetzung bereitstellt und Informations- und Koordinationskosten bei den Akteuren senkt. Mehr erfahren.
Schnelle Netze sind die Basis
Die umfassende Digitalisierung unserer Wirtschaft und Gesellschaft erfordert hochleistungsfähige Netze, die Geschwindigkeiten im Gigabit-pro-Sekunde-Bereich (im Down-/Upload), zuverlässige echtzeitfähige Übertragungen und sichere Internetdienste in hoher Qualität ermöglichen.
Mit Blick auf die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit Deutschlands ist es wichtig, dass der Ausbau im Fest- (Glasfaseranschlussnetze, leistungsstarke Breitbandkabelnetze) und Mobilfunkbereich (5G) rasch erfolgt. Die Bundesregierung hat sich deshalb ein ambitioniertes Ziel gesetzt: möglichst flächendeckende Gigabitnetze bis 2025. Dies ermöglicht vielfältige neue Geschäftsmöglichkeiten und Geschäftsmodelle für Netzbetreiber, erfordert aber auch die Bereitschaft zu erheblichen Investitionen.
Die Bundesregierung hat im Mai 2021 den neuen nationalen Telekommunikationsrechtsrahmen verabschiedet, der gezielt Anreize für Innovationen und Investitionen in neue Gigabitnetze setzt und Verbraucherrechte stärkt. Das Telekommunikationsmodernisierungsgesetz tritt zum 1. Dezember 2021 in Kraft.
Digitale Integration und Qualifikation voranbringen
Digitalisierung betrifft besonders Wissen, Bildung und Weiterbildung: Sie stellt neue Anforderungen an unsere Arbeit. Damit ist die digitale Integration und Bildung ein entscheidendes Ziel. Mit dem "D21-Digital-Index" fördert das BMWi die umfangreichste und aussagekräftigste Studie zum Stand der Digitalisierung in Deutschland.
Bei digitaler Integration und Qualifikation gibt es zum Teil große Unterschiede zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Das zeigt auch die Sonderstudie „Digital Skills Gap“ des D21-Digital-Index 2020/2021. Demnach sind Unterschiede in den digitalen Kompetenzen vor allem in Hinblick auf das Alter, den Bildungsstand und die Art der Berufstätigkeit zu beobachten.
Deswegen ist es wichtig, dass das BMWi mit dem Programm Digital Jetzt Unternehmen nicht nur bei Investitionen in digitale Technologien, sondern auch bei Investitionen in die Qualifizierung der Beschäftigten finanziell unterstützt.