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Artikel - Mittelstand digitalisieren

„Digital Jetzt“– Neue Förderung für die Digitalisierung des Mittelstands

Einleitung

Digitale Technologien und Know-how entscheiden in der heutigen Arbeits- und Wirtschaftswelt über die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Damit der Mittelstand die wirtschaftlichen Potenziale der Digitalisierung ausschöpfen kann, unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit dem Programm „Digital Jetzt – Investitionsförderung für KMU“. Das Programm bietet finanzielle Zuschüsse und soll Firmen dazu anregen, mehr in digitale Technologien sowie in die Qualifizierung ihrer Beschäftigten zu investieren.

Zum Antragstool

Sehr geehrte Antragstellerinnen und Antragsteller,

aufgrund Ihrer Anregungen und Rückmeldungen sowie der sehr großen Nachfrage nach dem Förderprogramm Digital Jetzt haben wir das Antrags- und Registrierungsverfahren angepasst.

Die Registrierung ist ab sofort dauerhaft geöffnet. Bereits bestehende Registrierungen behalten ihre Gültigkeit. Per Zufallsverfahren werden zu einem festgelegten Datum bis zur Erschöpfung der jeweiligen monatlich verfügbaren Haushaltsmittel Registrierungen ausgelost. Alle ausgelosten Registrierungen können dann einen Antrag im Förderportal vorbereiten und einreichen.
Dieses Verfahren stellt maximale Transparenz und Chancengleichheit sicher. Weitere Informationen zum Verfahren erhalten Sie im Förderportal.

Das Förderprogramm Digital Jetzt läuft bis Ende 2023.

Für die Nutzung des Antragstools ist einer der folgenden Browser notwendig: Mozilla Firefox, Google Chrome, Microsoft Edge (ab Version 84) oder Opera. Bitte verwenden Sie die aktuelle Version des Browsers (inklusive Aktivierung von JavaScript).“

Logo "Digital Jetzt"

Immer mehr mittelständische Unternehmen erkennen: Die Digitalisierung eröffnet neue wirtschaftliche Chancen. Zudem ermöglichen digitale Technologien neue Geschäftsmodelle, intelligente Arbeits- und Produktionsprozesse, eine effektivere Kundengewinnung und eine bessere Vernetzung, zum Beispiel mit Lieferanten. Digitale Kompetenzen und digital geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind deshalb ein entscheidender Faktor für wirtschaftlichen Erfolg. Dennoch zeigen aktuelle Studien, dass es in vielen Unternehmen noch großen Digitalisierungsbedarf gibt. So fehlt im Bereich der IT-Sicherheit oft noch das nötige Bewusstsein für die Abwehr von Risiken.

Um mittelständischen Betrieben die Umsetzung der Digitalisierung zu erleichtern, bietet das neue Förderprogramm „Digital Jetzt – Investitionsförderung für KMU“ finanzielle Zuschüsse, um entsprechende Investitionen in kleinen und mittleren Unternehmen – einschließlich Handwerksbetriebe und freie Berufe – anzuregen. Zuschüsse gibt es bei:

  • Investitionen in digitale Technologien sowie
  • Investitionen in die Qualifizierung der Beschäftigten zu Digitalthemen.

„Digital Jetzt“ im Überblick

Wer die Förderung beantragen kann

Mittelständische Unternehmen

  • aus allen Branchen (inklusive Handwerksbetriebe und freie Berufe)
  • mit 3 bis 499 Beschäftigten,

die entsprechende Digitalisierungsvorhaben planen, zum Beispiel Investitionen in Soft-/Hardware und/oder in die Mitarbeiterqualifizierung.

Diese Voraussetzungen müssen Unternehmen erfüllen

Das Unternehmen muss durch die Beantwortung gezielter Fragestellungen beim Förderantrag einen Digitalisierungsplan darlegen. Dieser

  • beschreibt das gesamte Digitalisierungsvorhaben,
  • erläutert die Art und Anzahl der Qualifizierungsmaßnahmen,
  • zeigt den aktuellen Stand der Digitalisierung im Unternehmen und die Ziele, die mit der Investition erreicht werden sollen,
  • stellt beispielsweise dar, wie die Organisation im Unternehmen effizienter gestaltet wird, wie sich das Unternehmen neue Geschäftsfelder erschließt, wie es ein neues Geschäftsmodell entwickelt und/oder seine Marktposition gestärkt wird.

Außerdem:

  • Das Unternehmen muss eine Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland haben, in der die Investition erfolgt.
  • Das Vorhaben darf zum Zeitpunkt der Förderbewilligung noch nicht begonnen haben.
  • Nach der Bewilligung muss es in der Regel innerhalb von zwölf Monaten umgesetzt werden.
  • Das Unternehmen muss die Verwendung der Fördermittel nachweisen können.

Laufzeit der Förderung

Das Antragsstellungstool wird am 7. September freigeschaltet. Der Antrag auf Förderung ist bis einschließlich 2023 zu stellen.

Das sind die Ziele des Programms

Das Programm unterstützt KMU und Handwerk bei der digitalen Transformation. Ziele sind:

  • Mehr Investitionen mittelständischer Unternehmen in digitale Technologien sowie Qualifizierung und Know-how der Beschäftigten
  • Mehr branchenübergreifende Digitalisierungsprozesse bei KMU und Handwerk
  • Verbesserte digitale Geschäftsprozesse in Unternehmen
  • Mehr Chancen durch digitale Geschäftsmodelle
  • Stärkung der Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit von KMU
  • Befähigung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die Chancen der Digitalisierung zu erkennen und neue Investitionen in die Digitalisierung ihres Unternehmens anzustoßen
  • Höhere IT-Sicherheit in Unternehmen
  • Stärkung von Unternehmen in wirtschaftlich strukturschwachen Regionen
Grafische Darstellung der Förderung Bild vergrößern

Zahlen und Fakten zu „Digital Jetzt“

60
Symbolicon für Unternehmen in Deutschland

Prozent der KMU
messen Digitaltechnologien mittelgroße bis sehr große Bedeutung bei[1]

17
Symbolicon für Euro

Tausend Euro investieren KMU
im Durchschnitt pro Jahr in die Digitalisierung[2]

34
Symbolicon für Computer mit Smartphone

Prozent der KMU
haben keine Digitalkompetenzen[3]

52
Symbolicon für WLAN

Prozent der mittelständischen Unternehmen
sind nur „durchschnittlich“ digitalisiert[4]

„Digital Jetzt“ – die wichtigsten Fragen

Wichtige Fragen und Antworten rund um die Förderung mit „Digital Jetzt“

Zu allen Fragen und Antworten gelangen Sie hier.

Tipps für Anstragsteller

  • Digitalisierungsplan vorbereiten
  • Antrag rechtzeitig stellen (frühzeitig vor Beginn des Digitalisierungsvorhabens)
  • Prüfen, ob erhöhte Förderquote beantragt werden kann (z.B. durch eine Beteiligung an einem Wertschöpfungsnetzwerk oder durch eine Investition in die IT-Sicherheit)
  • Prüfen, ob eine Kombination beider Fördermodule sinnvoll ist (Investition in digitale Technologie und in Mitarbeiterqualifizierung)

So klappt die Digitalisierung

Zu allen Fragen rund um die Digitalisierung Ihres Unternehmens finden Sie auch Angebote in Ihrer Region bei den Mittelstand 4.0- Kompetenzzentren. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.mittelstand-digital.de.

Hand die ein Tablet mit statistischen Darstellungen hält symbolisch für den Mittelstand Digital; Quelle: istockphoto.com/ xijian

© istockphoto.com/ xijian

Mittelstand-Digital So klappt die Digitalisierung

Zum Themenportal

Förderbeispiele

Beispiele aus der Praxis: Wie die Förderung berechnet wird

Jedes Unternehmen hat individuelle Digitalisierungsanforderungen. Deshalb ermöglicht das Programm „Digital Jetzt“ eine große Bandbreite an Fördermöglichkeiten. Stellvertretend für diese Vielfalt und zur Veranschaulichung hier drei Rechenbeispiele aus der Praxis.

Beispiel 1: Reifenhändler (kleines Unternehmen)

Ein Reifenhändler aus Stuttgart will eine größere Kundenreichweite und effizientere Prozesse durch Investitionen in digitale Technologien erreichen. Auf Basis eines Digitalisierungsplans reicht er einen Antrag ein, der folgende Angaben enthält:

  • Unternehmensgröße: bis zu 50 Mitarbeiter
  • Investition in einen neuen Webauftritt mit Online-Vertrieb sowie neue technologische Infrastruktur (IP-Telefonie, elektronische Warenannahme)
  • Investitionsvolumen: ca. 60.000 Euro

Das Vorhaben wird mit einer Förderquote von 50 (ab 01.07.2021: 40) % und somit insgesamt 30.000 (24.000) Euro durch das BMWi gefördert.

Beispiel 2: Wertschöpfungsnetzwerk

Drei Unternehmen (Händler, Gardinenhersteller und Stoffproduzent) aus Osnabrück wollen die gemeinschaftlichen Prozesse in der Lieferkette digitalisieren und mit der so gesteigerten Effizienz den Absatz ihrer Produkte steigern. Ziel ist es, eine unternehmensübergreifende IT-Software zu entwickeln, die auch als App genutzt werden kann. Hierdurch kann die bestehende Lieferkette über automatisierte Bestellprozesse - vom Auftragseingang bis zur Lieferung an den Kunden - optimiert werden. Die neue unternehmensübergreifende Software-Anwendung führt auch zu Kosteneinsparungen. Zudem können die Produkte für die Kunden online besser sichtbar werden.

Hierzu beantragen die Unternehmen jeweils als Bestandteil eines Wertschöpfungsnetzwerkes eine Förderung mit folgenden Angaben:

Unternehmensgröße45 Beschäftigte70 Beschäftigte120 Beschäftigte
Investitionsvolumen80.00080.00080.000

Als Wertschöpfungsnetzwerk werden die Unternehmen mit einer Quote von 50 % (jeweils 40.000 Euro) und das kleine Unternehmen mit einer Quote von 55 % (44.000 Euro) für die geplante Investition gefördert. Die Förderquote setzt sich zusammen aus 45% für Unternehmen bis 250 Beschäftigte bzw. 50 % für das kleine Unternehmen bis zu 50 Beschäftigte - plus 5% für das Wertschöpfungsnetzwerk.

Für Förderanträge nach dem 30.06.2021 gelten jeweils um 10 Prozentpunkte niedrigere Förderquoten; die Fördersummen verringern sich dann entsprechend. Dies gilt auch für das folgende Beispiel.

Beispiel 3: Fördermodul 2 „Qualifizierung“

In den drei Unternehmen aus Beispiel 2 sollen sich zudem 15 Beschäftigte pro Unternehmen weiterbilden - hinsichtlich der Anwendung digitaler Plattformen und der Möglichkeiten intelligenter Vernetzungen. Daher beantragen die Unternehmen jeweils eine Förderung für Fortbildungsmaßnahmen ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Diese Weiterbildungskosten betragen pro Unternehmen 10.000 Euro und werden durch das BMWi bei vorliegender Förderquote von 50 % bzw. 55 % mit 5.000 Euro und 5.500 Euro bezuschusst.

Champions von hier: Der Mittelstand

Wo Mut und Verantwortung, Leidenschaft und Leistungsstärke zusammentreffen: 99,5 % der Unternehmen zählen zum Mittelstand. Er bildet das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Die mittelständischen Unternehmerinnen und Unternehmer sind „Champions“, die Herausforderungen wie Digitalisierung und Innovationen, Fachkräftegewinnung und Internationalisierung täglich angehen und meistern.

Screenshot der Website www.champions-von-hier.de

© Getty Images/The Good Brigade

Digitalisierung und Mittelstand

Die Digitalisierungslücke im Mittelstand schließen

Das Förderprogramm „Digital Jetzt – Investitionsförderung für KMU“ erweitert die auf Bundes- und zum Teil auf Landesebene bestehenden Fördermöglichkeiten für die Digitalisierung des Mittelstands, insbesondere die Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren. Es ergänzt das ohnehin bereits sehr vielfältige Informations- und Beratungsangebot noch um den Schwerpunkt „Finanzieren und Investieren“.

Das neue Programm ist ein wichtiger Bestandteil der Mittelstandsstrategie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Der Mittelstand muss seine Zukunfts- und Innovationsfähigkeit erhalten – dazu gehört ganz entscheidend auch die Digitalisierung. Sie betrifft Unternehmen in allen Größen und quer durch sämtliche Branchen. Ziel ist, mittelständische Unternehmen in allen Phasen ihres Digitalisierungs- und Innovationsprozesses passgenau zu unterstützen.

Die wichtigsten Programme für KMU und Handwerk zur Digitalisierung:

Anregungen und Tipps zur Digitalisierung
Die Webseite „Mittelstand-Digital“ des BMWi informiert kleine und mittlere Unternehmen (KMU) über die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung. Hier finden KMU Aktuelles zum Thema „Digitalisierung im Mittelstand“, viele Anregungen und Tipps für die Umsetzung sowie einige Beispiele aus der Praxis. www.mittelstand-digital.de/MD/Navigation/DE/Home/home.html

Praxisorientierte Beratung
Das Förderprogramm „go-digital“ richtet sich gezielt an kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und an das Handwerk. Es bietet praxiswirksame Beratungsleistungen, um mit den Entwicklungen in den Bereichen Online-Handel, Digitalisierung des Geschäftsalltags und Sicherheitsbedarf bei der digitalen Vernetzung Schritt zu halten.
www.bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Digitale-Welt/foerderprogramm-go-digital.html

„IT-Sicherheit in der Wirtschaft“
Auf dieser Webseite finden Unternehmen Hilfestellungen rund um dieses Thema. Der IT-Sicherheitsnavigator hilft dabei, das für die individuelle Situation und Fragestellung passende Angebot schnell zu finden. www.it-sicherheit-in-der-wirtschaft.de/ITS/Navigation/DE/Home/home.html

Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren unterstützen vor Ort
In den Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren können kleine und mittelständische Unternehmen und Handwerksbetriebe bundesweit durch Praxisbeispiele, Demonstratoren, Informationsveranstaltungen und den gegenseitigen Austausch die Vorteile der Digitalisierung erleben. www.mittelstand-digital.de

Unterstützung für Vorhaben in strukturschwachen Regionen:
www.bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Mittelstand/unternehmensfinanzierung-erp-regionalfoerderprogramm.html

Unterstützung bei der Finanzierung zukunftsweisender Vorhaben:
www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/Innovation/Förderprodukte/ERP-Digitalisierungs-und-Innovationskredit-(380-390-391)/

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[1] Ernst & Young, Digitalisierung im deutschen Mittelstand 2018, S. 5; BMWi, Monitoring Report Wirtschaft DIGITAL 2017, S. 29

[2] VDI-TZ/ZEW, Anreize für mehr Investitionen zur Digitalisierung des Mittelstands, S. 7; KfW, Digitalisierungsbericht, Mittelstand 2018, S. 9

[3] KfW Research 2020, Leifels A. (2020)

[4] BMWi, Monitoring Report Wirtschaft DIGITAL 2017, S. 20; vgl. auch ZEW/KfW, Digitalisierung im Mittelstand: Status quo, aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen, 2016, S. 25

Pressemitteilungen

  • 01.12.2020 - Pressemitteilung - Digitalisierung

    Digital-Gipfel 2020 – „Digital nachhaltiger leben“

    Bilderstrecke

    Öffnet Einzelsicht
  • 30.11.2020 - Pressemitteilung - Digitalisierung

    Neuer Digitalisierungsindex zeigt, wo die deutsche Wirtschaft steht

    Öffnet Einzelsicht
  • 07.09.2020 - Pressemitteilung - Mittelstand digitalisieren

    Altmaier: Das neue Investitionszuschussprogramm „Digital Jetzt“ stärkt Mittelstand bei Digitalisierung

    Video

    Öffnet Einzelsicht

Weiterführende Informationen

Zwei Personen schauen auf ein Tablet