Navigation

Sprungmarken-Navigation

Dossier - Einzelhandel

Dialogplattform Einzelhandel

Einleitung

Demografischer Wandel, geändertes Verbraucherverhalten, technologische Neuerungen und Digitalisierung - die Strukturen des Einzelhandels verändern sich nachhaltig. Um in diesem Strukturwandel neue Perspektiven aufzuzeigen, einer Verödung der Innenstädte und einer Unterversorgung im ländlichen Raum entgegenzuwirken, hat das Bundeswirtschaftsministerium die Dialogplattform Einzelhandel entwickelt.

Der Online-Handel ist aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken – und wächst mit zweistelligen Wachstumsraten. Er beeinflusst die Einzelhandelsstandorte schon heute messbar. Die Umsätze im stationären Handel gehen zurück. Stationäre Händler und Kommunen sind zunehmend verunsichert. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf das Bild unserer Städte und auf die Versorgung der immer älter werdenden Bevölkerung in den ländlichen Regionen.

Onlinehandel gewinnt rasant an Bedeutung

In der Trendfortschreibung bis 2020 wird der Handel stationär nur noch 78 Prozent der Umsätze des Einzelhandels im engeren Sinne generieren können. Durch zunehmende Multi-Channel-Aktivitäten werden die einzelnen Kanäle verschmelzen und die Trennung online und offline sukzessive aufgehoben. Da der Online-Handel wächst, der Gesamtmarkt aber weitgehend stagniert, befindet sich der gesamte Einzelhandel aktuell in einem Verdrängungswettbewerb. Nach Befragungsergebnissen des IFH geben 38 Prozent der Verbraucher an, durch zunehmende Online-Käufe weniger in die Innenstädte zu fahren. Und 27 Prozent der Verbraucher fahren deshalb weniger in die Randgebiete. Das wirkt sich auch auf die Zahl der Verkaufsstellen aus.

Vier Zahlen zum Wandel im Einzelhandel

83
Symbolicon für Geldscheine

Prozent des Umsatzes
generierte der Nonfood-Einzelhandel im Jahr 2015 stationär

23,3
Symbolicon für Lastenwagen

Prozent der Umsätze
im Nonfood-Einzelhandel wird der Online-Handel laut einer Prognose 2020 erzielen

38
Symbolicon für Haus mit Tür

Prozent der Verbraucher
geben an durch den Online-Handel weniger in die Innenstädte zu fahren

14
Symbolicon für Tortendiagramm

Prozent aller Erwerbstätigen
in Deutschland arbeiten im Handel

Arbeit und Ziele der Dialogplattform

Neue Perspektiven und Chancen für den Einzelhandel schaffen

Mit der Dialogplattform Einzelhandel unterstützt das Bundeswirtschaftsministerium den Einzelhandel auf dem Weg in die Digitalisierung. Über zwei Jahre hinweg wurden gemeinsame Lösungsansätze zur Bewältigung des Strukturwandels erarbeitet.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat 2015 wegen der großen Herausforderungen durch den Strukturwandel das Projekt „Dialogplattform Einzelhandel“ ins Leben gerufen. Ziel war, die wichtigsten Aspekte des Strukturwandels im Einzelhandel wie Nahversorgung, Erhalt lebendiger Städte, Digitalisierung, Wettbewerb und Auswirkungen auf Arbeit und Berufe aufzugreifen und in diesen Bereichen neue Perspektiven für den Einzelhandel und alle anderen vom Strukturwandel betroffenen Gruppen aufzuzeigen.

Im Mittelpunkt stand dabei der Dialog zwischen den betroffenen Akteursgruppen, also Unternehmen und Verbänden, Wissenschaft, Gewerkschaft, Bund, Ländern und Kommunen. Wie können die Einzelhandelsunternehmen, Kommunen, Länder und Bund auf den tiefgreifenden Strukturwandel reagieren? Welche Herausforderungen entstehen für die Beschäftigten? Diese und andere Fragen wurden mit den Betroffenen in 16 Workshops diskutiert und Lösungsansätze entwickelt.

Das will die Dialogplattform

  • Aufmerksamkeit für die aktuellen Entwicklungen und deren mögliche Konsequenzen schaffen
  • den Strukturwandel im Einzelhandel und seine Auswirkungen analysieren und Handlungsempfehlungen für alle Beteiligten entwickeln
  • Strategien für lebendige Innenstädte und Nahversorgung im ländlichen Raum entwickeln, Antworten auf die Digitalisierung erarbeiten

Die Dialogplattform Einzelhandel
Demografischer Wandel, geändertes Verbraucherverhalten, technologische Neuerungen und Digitalisierung - die Strukturen des Einzelhandels verändern sich nachhaltig. Um in diesem Strukturwandel neue Perspektiven aufzuzeigen, einer Verödung der Innenstädte und einer Unterversorgung im ländlichen Raum entgegenzuwirken, hat das Bundeswirtschaftsministerium die Dialogplattform Einzelhandel entwickelt.

Ein Beirat begleitet die Dialogplattform

Das Projekt wurde von einem beratenden Beirat (PDF, 724KB) mit insgesamt 24 Mitgliedern aus Handelsverbänden, Gewerkschaft, Unternehmen, Wissenschaft, DIHK, Ressorts, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden begleitet. Geleitet wurde der Beirat von Dr. Sabine Hepperle, Abteilungsleiterin Mittelstandspolitik im Bundeswirtschaftsministerium. Co-Vorsitzende waren Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), und Stefanie Nutzenberger, Mitglied im Verdi-Bundesvorstand.

Computerchip und Gasfaser zum Thema Digitalisierung; Quelle: Getty Images / Rafe Swan

© Getty Images / Rafe Swan

Den digitalen Wandel gestalten

Zum Dossier

Dokumentation der Ergebnisse


Lösungen gemeinsam entwickeln

Wie kann der Einzelhandel mit der Zeit gehen, ohne dass die Vielfalt in den Innenstädten und die Versorgung in ländlichen Räumen darunter leiden? Die Dialogplattform Einzelhandel hat trotz Strukturwandel neue Perspektiven und Chancen ausgemacht.

Kern der Dialogplattform Einzelhandel waren fünf Workshop-Reihen mit jeweils zwei bis vier Workshops zu unterschiedlichen Themen. Zu jedem einzelnen Workshop wurden Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen, Gewerkschaft, Verbänden, Kammern, Städte und Gemeinden, Bund und Ländern sowie aus der Wissenschaft eingeladen. Das Institut für Handelsforschung (IFH) Köln koordinierte die Dialogplattform im Auftrag des BMWi auf prozessualer und inhaltlicher Ebene und begleitete das Gesamtprojekt analytisch.

Durch Einbindung verschiedenster Akteursgruppen wurde gewährleistet, dass die erarbeiteten Lösungsvorschläge für dieses gesellschaftlich komplexe Thema von möglichst vielen Akteuren unterstützt werden. Die Resultate der zahlreichen Workshops wurden am 6. Juni 2017 im Rahmen der Veranstaltung “Neue Perspektiven für den Einzelhandel“ präsentiert.

Die Ergebnisse im Überblick

Die Handlungsempfehlungen der Dialogplattform Einzelhandel schlagen beispielsweise Modellprojekte vor, bei denen Kooperationen zwischen Handelsunternehmen eingegangen werden. Hierbei könnten unter anderem Personal und Fläche gemeinsam genutzt und somit Kosten gesenkt werden. Außerdem sollen Kooperationen mehrerer Gemeinden eine wirtschaftlich tragfähige Nahversorgung sichern, indem beispielsweise Kleinkaufhäuser unter Einbeziehung von Dienstleistungsanbietern eingerichtet werden.

Die übergeordneten Ergebnisse aus der Dialogplattform Einzelhandel sind in der Broschüre „Neue Perspektiven für den Einzelhandel“ dokumentiert, die Sie hier herunterladen können.

Die Berichte zu den fünf Workshop-Reihen und die Zusammenfassungen der Einzel-Workshops können Sie hier einsehen:

Abschlussberichte der Workshop-Reihen

Geplantes Kompetenzzentrum Einzelhandel soll den Dialog fortführen

Im Rahmen der Vorstellung der Ergebnisse am 6. Juni 2017 betonte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries, den Branchendialog auch über die Dialogplattform hinaus fortzuführen: „Mit rund drei Millionen Beschäftigten und einem Umsatz von über 480 Milliarden Euro in 2016 gehört der Einzelhandel zu den wichtigsten Branchen unserer Wirtschaft. Wir wollen praxisnahe Unterstützung anbieten und erarbeiten dazu auf Basis der Handlungsempfehlungen ein Konzept für ein Kompetenzzentrum für den Handel.“

Weiterführende Informationen

Frau dekoriert Schaufenster einer Modeboutique, symbolisiert Dialogplattform Einzelhandel; Quelle: Getty Images/Hero Images

Vorschau auf unser überarbeitetes Online-Angebot

Beta-Prozess

Mit unserem überarbeiteten Online-Angebot möchten wir Sie noch umfassender informieren. Noch sind wir nicht ganz fertig ... Jetzt beta-testen und besser machen!

Nutzerbefragung

Nutzerbefragung

Wir würden gerne von Ihnen wissen: Wie gefällt Ihnen das neue BMWi.de? Was können wir noch verbessern?

Befragung starten