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Artikel - Ausbildung & Beruf

Erfolgsmodell Duale Ausbildung

Einleitung

Das Ausbildungssystem in Deutschland ist ein Erfolgsmodell. Es trägt entscheidend dazu bei, dass die Bundesrepublik die niedrigste Arbeitslosigkeit innerhalb der Europäischen Union vorweisen kann.

Die berufliche Ausbildung bietet Jugendlichen gute Voraussetzungen für den Übergang ins Arbeitsleben und vielfältige Karriere- und Entwicklungschancen. Da die deutsche Wirtschaft gut ausgebildete Fachkräfte braucht, sind Karrieren mit beruflicher Ausbildung so aussichtsreich wie nie.

Kennzeichnend für das duale Berufsausbildungssystem ist die parallele Ausbildung in Betrieb und Berufsschule. Der Betrieb vermittelt den Auszubildenden an drei bis vier Tagen pro Woche den praktischen Teil der Ausbildung, die Berufsschule an einem bis zwei Tagen den theoretischen Teil. Beim "Lernen im Arbeitsprozess" spielen die Praktiker aus den Unternehmen die Hauptrolle. Sie geben bei der Erarbeitung der Ausbildungsordnung den Input für die fachlichen Ausbildungsinhalte im Betrieb sowie für die Prüfungsanforderungen. Dies ist ein wichtiger Garant für die Akzeptanz einer Ausbildungsordnung bei den Unternehmen.

Sozial kompetent ausgebildet – Impulse für Auszubildende und Ausbildende

Soziale und emotionale Fähigkeiten in Ausbildung und Beruf sind ebenso wichtig wie fundiertes Fachwissen und handwerkliches Geschick. Das BMWi fördert daher praktische und innovative Modellprojekte zur Stärkung der sozialen Kompetenzen in der dualen Berufsausbildung. Auch interkulturelle Kompetenzen zur besseren Integration von Geflüchteten in Ausbildung werden vermittelt. In drei Förderrunden haben 46 Projekte und Projektverbünde neue Lernwerkzeuge entwickelt und erprobt, die soziale Kompetenzen in der dualen Ausbildung konkret einüben und schulen. Dazu gehören auch digitale Anwendungen wie Smartphone-Apps, Online-Seminare und E-Learning-Plattformen. Interessierte Betriebe und Auszubildende finden hier eine Produktübersicht (PDF, 293 KB) zu den neuen Lerntools sowie eine Imagebroschüre und eine Projektbroschüre.

In drei Roadshows werden ausgewählte Ergebnisse und Produkte aus 46 Modellprojekten präsentiert. Unternehmen, Sozialpartner, Kammern und Berufsschulen und alle Interessierten sind eingeladen, die kreativen Lernkonzepte zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten kennenzulernen, zu diskutieren und selbst auszuprobieren. Näheres dazu finden Sie hier.

Zahlen und Fakten zur Dualen Ausbildung

324
Symbolicon für Schultasche

verschiedene Ausbildungsberufe
stehen im Jahr 2020 zur Auswahl

427.287
Symbolicon für Unternehmen in Deutschland

Betriebe
in Deutschland bilden selbst aus (2018)

71
Symbolicon für Menschen

Prozent der Auszubildenden
werden nach der Ausbildung übernommen

525.081
Symbolicon für Notizen

neue Ausbildungsverträge 2019,
davon 304.593 allein in Industrie und Handel und 142.875 im Handwerk

Allianz für Aus- und Weiterbildung

Ein starkes Bündnis für gute Ausbildung

Um die berufliche Bildung zu stärken, hat die Bundesregierung die neue Allianz für Aus- und Weiterbildung 2019 bis 2021 mit Vertretern der Wirtschaft, der Gewerkschaften, der Bundesagentur für Arbeit und der Länderkonferenzen im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie besiegelt.

Gemeinsames Ziel der Partner ist es, die duale Berufsausbildung zu stärken sowie für die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung zu werben. Zudem soll allen ausbildungsinteressierten Jugendlichen ein Pfad aufgezeigt werden, der so früh wie möglich zu einem Berufsabschluss führen kann. Vorrang hat dabei die betriebliche Ausbildung. Die Partner setzen sich dabei insbesondere für die Integration von Geflüchteten ein.

Das Ziel der Allianz ist es, als zentrale politische Plattform die Attraktivität, Qualität, Leistungsfähigkeit und Integrationskraft der dualen Ausbildung zu stärken.

Bei einem Spitzentreffen im August 2019 haben die Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung ihre zentralen Handlungsfelder und Maßnahmen zur Fortführung der Allianz für Aus- und Weiterbildung 2015 bis 2018 neu ausgerichtet und in einer Erklärung festgehalten.

Zentrale Handlungsfelder der Allianz für Aus- und Weiterbildung 2019 bis 2021

  1. Mehr Betriebe und Jugendliche zusammenbringen und in der Ausbildung halten.
  2. Attraktivität und Qualität der dualen Ausbildung weiter steigern; gemeinsam für berufliche Bildung werben.
  3. Berufliche Fortbildung stärken und Höherqualifizierende/Höhere Berufsbildung voranbringen.

Die Allianz für Aus-und Weiterbildung 2015 bis 2018 hat bereits vielfältige Maßnahmen auf den Weg gebracht. Dazu gehören unter anderem:

  • der deutliche Ausbau des bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten betrieblichen Ausbildungsplatzangebotes,
  • Informationsveranstaltungen für Jugendliche und Betriebe wie die „Woche der Ausbildung“ der Bundesagentur für Arbeit, Branchendialoge und Workshops zur Mobilität und Flexibilität in der dualen Ausbildung und zur Lernortkooperation Berufsschule/Betrieb,
  • das Förderinstrument der Assistierten Ausbildung zur Unterstützung von jungen Menschen mit schlechteren Startchancen und Betrieben.

Ein zentrales Anliegen der Allianz für Aus-und Weiterbildung ist mit dem Integrationsgesetz auf den Weg gebracht worden: ein gesicherter Aufenthalt für Geduldete während und unmittelbar im Anschluss an die duale Ausbildung (sogenannte 3+2-Lösung).

Publikationen

Ausbildungsberufe

324 Ausbildungsberufe, 324 spannende Karrierechancen

Motivierte Azubis gesucht! Unter den insgesamt 324 Ausbildungsberufen ist für jeden Ausbildungssuchenden etwas dabei. Damit das so bleibt und um den sich ständig ändernden Anforderungen gerecht zu werden, modernisiert das BMWi zusammen mit den Sozialpartnern die Ausbildungsordnungen und passt sie den aktuellen technischen Entwicklungen an.

Die betriebliche Ausbildung ist geregelt in Ausbildungsordnungen. Sie legen die bundeseinheitlichen Standards in Bezug auf die Ausbildungsinhalte, ihre zeitlichen Vermittlung während der Ausbildung sowie der Prüfungen fest. Der bundeseinheitliche Standard und ein staatlich anerkannter Abschluss wirken wie ein Qualitätssiegel, an dem sich Arbeitgeber bei der Einstellung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter orientieren können. Dies hilft, schneller einen neuen Arbeitsplatz zu finden.

Die Ausbildungsordnungen werden an den technischen Fortschritt, eine veränderte Berufspraxis sowie an wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen angepasst. Dabei werden sie nach dem Bedarf der Wirtschaft modernisiert oder neu geschaffen. Einen aktuellen Überblick zum Stand der dualen Ausbildung finden Sie hier (PDF, 134 KB).

Das BMWi ermöglicht Bewerberinnen und Bewerbern eine erste Berufsausbildung. Einen Überblick über die aktuellen Ausbildungsangebote finden Sie hier.

Bildung ist zudem ein wichtiger Bestandteil der Digitalen Agenda der Bundesregierung. So hat der Digitalgipfel im Jahr 2016 beim Thema Digitale Bildung einen besonderen Schwerpunkt gesetzt.

Ausbildung Verwaltungsfachangestellte/r (ggf. mit Erwerb der Fachhochschulreife)

Mehr Durchlässigkeit und Flexibilität

Mit mehr Flexibilität und Dynamik wollen wir mit den dualen Berufen alle Arten und Größen von Betrieben und mindestens alle Jugendlichen mit Schulabschluss erreichen. Auch junge Leute mit einer weniger guten Startposition sollen ohne Warteschleifen und Übergangsmaßnahmen in Berufsausbildung gebracht werden. 

Mit welchen Maßnahmen die Qualität der beruflichen Ausbildung gesichert wird, das erfahren Sie hier (PDF: 40 KB).

Passgenaue Besetzung freier Ausbildungsstellen

Rund 160 Beraterinnen und Berater bei Kammern und sonstigen Organisationen der Wirtschaft unterstützen kleine und mittlere Unternehmen bei der „passgenauen“ Besetzung freier Ausbildungsplätze mit in- und ausländischen Jugendlichen. Durch diesen Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs stärkt das Programm „Passgenaue Besetzung“ die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen. Neben der Unterstützung bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen helfen die Beraterinnen und Berater kleinen und mittleren Betrieben bei der Etablierung und Weiterentwicklung einer Willkommenskultur und bei der Integration von ausländischen Auszubildenden und ausländischen Fachkräften.

Eine Liste der Kammern und sonstigen Organisationen der Wirtschaft mit Berater/innen erhalten Sie hier (PDF: 98 KB). Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) stellt die Leitstelle des Programms und stellt weiterführende Informationen zum Programm zur Verfügung.

Frauen in MINT-Berufen

Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – gerade in diesen sogenannten MINT-Bereichen stehen die Arbeitsmarktchancen qualifizierter Fachkräfte mit Berufsbildung besonders gut. Die fortschreitende Digitalisierung wird die Nachfrage nach MINT-Fachkräften weiterhin steigen lassen. Leider entscheiden sich immer noch wenige Mädchen für eine Ausbildung in diesem Bereich. Hier können z. B. berufsbezogene Praktika Schülerinnen und Schülern Chancen aufzeigen, ein realistisches Berufsbild vermitteln und den Pfad in einen MINT-Beruf ebnen.

Es ist ein wichtiges Anliegen des BMWi, Schülerinnen für eine duale Ausbildung in MINT-Berufen zu begeistern. Daher begrüßt das BMWi den Nationalen Pakt für Frauen in MINT Berufen „Komm, mach MINT“.

Eine Übersicht über MINT-Maßnahmen des BMWi und seiner nachgeordneten Behörden finden Sie hier.

Jugendliche mit Behinderungen in Ausbildung integrieren

Duale Ausbildung schafft Inklusion. Für junge Menschen mit Behinderung liegt darin eine Chance auf berufliche und soziale Teilhabe. Viele Unternehmen zählen bereits junge Auszubildende mit Behinderung zu ihrer Belegschaft. Das vom BMWi geförderte Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung unterstützt kleine und mittlere Unternehmen bei der Integration von Jugendlichen mit Behinderung in Ausbildung durch Informationen, Veranstaltungen und gute Praxisbeispiele.

Berufsbildung ohne Grenzen

Um Auszubildende und junge Fachkräfte fit für die Anforderungen einer globalisierten Wirtschaft zu machen, fördert das BMWi das Netzwerk „Berufsbildung ohne Grenzen“. Das Netzwerk will erreichen, dass mehr Auszubildende und junge Fachkräfte einen Auslandsaufenthalt absolvieren. Über 50 Mobilitätsberaterinnen und Mobilitätsberater in den beteiligten Handwerkskammern und Industrie- und Handelskammern beraten dazu Betriebe und Nachwuchskräfte bei der Organisation und Durchführung von Auslandspraktika und unterstützen bei der Suche nach geeigneten Partnerbetrieben im Ausland oder der Beschaffung von Fördermitteln.

Betriebe, die sich besonders für die grenzüberschreitende Mobilität ihrer Nachwuchskräfte engagieren, konnten sich bis zum 10. Februar 2018 für den Unternehmenspreis „Berufsbildung ohne Grenzen“ bewerben. Der Unternehmenspreis wurde am 17. Oktober 2018 verliehen.

Mehr zum Netzwerk „Berufsbildung ohne Grenzen“ erfahren Sie im Flyer "Fit für das Ausland" (PDF, 534 KB) und auf der Internetseite des Netzwerks.

Alle Ausbildungsberufe von A bis Z

Was ist das genaue Tätigkeitsfeld eines gewünschten Ausbildungsberufs? Für wen ist der Job geeignet und wie ist die Ausbildung aufgebaut? Welche beruflichen Perspektiven gibt es? Hilfreiche Antworten und vertiefende Informationen zu den wichtigsten dualen Ausbildungsberufen finden Sie über die unten stehende Liste. Eine Übersicht über Ausbildungsordnungen finden Sie hier.

Ausbildungsberufe

Die wichtigsten dualen Ausbildungsberufe von A bis Z.

Zur Übersicht

Integration durch Ausbildung

Die Basis für eine erfolgreiche Integration

Für viele Jugendliche mit Migrationshintergrund und Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, ist eine betriebliche Ausbildung der zentrale Schlüssel für eine erfolgreiche Integration. Denn sie eröffnet langfristig eine berufliche Perspektive und die besten Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe.

Mehr als 16 Millionen Menschen in Deutschland haben einen Migrationshintergrund. Aber bislang sind Jugendliche aus Zuwandererfamilien in der beruflichen Erstausbildung nach dem Dualen System unterrepräsentiert – ebenso wie auch die mehr als 700.000 Unternehmen in Deutschland, die von Unternehmerinnen und Unternehmern mit Migrationshintergrund geführt werden.

Und auch Geflüchteten kann neben dem Schutz vor Vertreibung und Krieg durch gezielte Integration in den deutschen Arbeitsmarkt eine neue Perspektive gegeben und damit mittelfristig ein Beitrag für die Sicherung des Fachkräftenachwuchses in Deutschland geleistet werden.

Dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie kommt als dem zuständigen Ressort für die duale Berufsausbildung und Mittelstandspolitik eine besondere Bedeutung zu, wenn es darum geht, Zugewanderten und Geflüchteten Wege in die Ausbildung zu zeigen. Denn die Auszubildenden von heute sind die Fachkräfte von morgen.

Initiative Integration durch Ausbildung

Die BMWi-Initiative "Integration durch Ausbildung" soll dazu beitragen, dass der Anteil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund mit einer betrieblichen Berufsausbildung erhöht wird und sich diese Jugendlichen verstärkt für eine betriebliche Berufsbildung in einem der 325 Ausbildungsberufe entscheiden. Darüber hinaus will die Initiative Unternehmerinnen und Unternehmer mit Migrationshintergrund motivieren, verstärkt auszubilden.

Willkommenslotsen für Geflüchtete in Ausbildung

170 Willkommenslotsen an rund 110 Kammern und anderen Organisationen der Wirtschaft bundesweit unterstützen Unternehmen als zentrale Stelle bei allen Fragen rund um die Integration von Geflüchteten in Ausbildung, Praktikum oder Beschäftigung. Die Willkommenslotsen besuchen und beraten Betriebe zu rechtlichen Rahmenbedingungen, zu dem möglichen Verwaltungsaufwand und zu den regionalen und nationalen Förder- und Unterstützungsangeboten für Betriebe. Ziel der Beratung ist, jeweils die "passgenaue" Lösung zu finden. Zur nachhaltigen Vermittlung der Flüchtlinge unterstützen die Willkommenslotsen die Betriebe bei der Etablierung und Weiterentwicklung der Willkommenskultur im Unternehmen.

Eine Liste der Kammern und sonstigen Organisationen der Wirtschaft mit Willkommenslotsen erhalten Sie hier (PDF: 184 KB). Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) stellt die Leitstelle des Programms und bietet weiterführende Informationen zum Programm an.

Bundestag verabschiedet Integrationsgesetz

Damit Geflüchtete bessere Ausbildungschancen und eine klare Perspektive haben, hat der Bundestag am 7. Juli 2016 ein Integrationsgesetz verabschiedet, das einerseits die Integration der zu uns kommenden Menschen in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt fördert und sie andererseits zu eigenen Integrationsbemühungen verpflichtet. Das Gesetz enthält viele wichtige Maßnahmen für Unternehmen, die Geflüchtete ausbilden und beschäftigen wollen. Durch die sogenannte 3+2 Regelung können in Deutschland ausgebildete Geflüchtete nach ihrer dreijährigen Ausbildung für zwei weitere Jahre eine Aufenthaltserlaubnis für eine anschließende Beschäftigung bekommen. Weitere Informationen zur 3+2 Regelung sind hier abrufbar.

Maßnahmenpaket der Allianz für Aus- und Weiterbildung

Deutschland bietet Geflüchteten nicht nur Schutz vor Krieg, Vertreibung und politischer Verfolgung, sondern will ihnen auch die Möglichkeit geben, sich zu qualifizieren und zu arbeiten.

Insbesondere Sprachkurse tragen entscheidend dazu bei, die Integration der zu uns kommenden Menschen zu verbessern. Die Bundesregierung hat die Mittel für die allgemeine Sprachförderung erheblich erhöht. Weitere Maßnahmen finden Sie im Abschnitt Allianz für Aus- und Weiterbildung.

BQ-Portal hilft bei der Vergleichbarkeit von Berufsabschlüssen

Für eine erfolgreiche Integration von Geflüchteten und Migranten in den deutschen Arbeitsmarkt ist die Anerkennung von Abschlüssen und Qualifikationen aus anderen Ländern ein wichtiges Instrument. Viele Unternehmen suchen nach qualifiziertem Personal. Das BQ-Portal hilft ihnen dabei, ausländische Qualifikationen besser einzuordnen. 

Netzwerk "Unternehmen integrieren Flüchtlinge"

Im März 2016 startete das bundesweite Netzwerk "Unternehmen integrieren Flüchtlinge". Das vom DIHK und dem BMWi getragene Netzwerk soll das Engagement der Unternehmen bei Ausbildung, Praktikum und Beschäftigung von Geflüchteten unterstützen. Auf der Plattform können Unternehmen voneinander lernen und zu alltäglichen Fragen Unterstützung erhalten. 

Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung: Informationsangebot für kleine und mittlere Unternehmen

Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) unterstützt kleine und mittlere Unternehmen über eine Internetplattform bei der Personalarbeit. Das Portal bietet auch zielgruppengerechte Informationen zur Integration von Geflüchteten in Arbeit und Ausbildung. Kleine und mittlere Unternehmen werden über die Beschäftigungsmöglichkeiten von Geflüchteten, rechtliche Rahmenbedingungen sowie Unterstützungsangebote informiert und durch anschauliche Praxisbeispiele zur Integration von Geflüchteten motiviert.

Programm „Stark für Ausbildung“

Das vom BMWi geförderte Programm "Stark für Ausbildung" richtet sich gezielt an das Ausbildungspersonal in kleinen und mittleren Unternehmen. Es dient der Qualifikation von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die erfolgreiche Ausbildung von Jugendlichen mit besonderen Persönlichkeitsmustern, wie beispielsweise Fluchterfahrung, erhöhtem Förderbedarf oder überdurchschnittlicher Leistungsstärke.

Videoserie "Stark für Ausbildung"

Eckpunkte für ein Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“

Eckpunkte für ein Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“

Junge Menschen in der Ausbildung sind durch die COVID-19-bedingten Schließungen von Berufsschulen, Unterbrechungen von Ausbildungen, Kurzarbeit in Ausbildungsbetrieben sowie einer zu erwartenden geringeren Zahl von Neueinstellungen und einer ansteigenden Zahl von Entlassungen in besonderem Maße betroffen. Inzwischen sind zwar viele Beschränkungen wieder gelockert, aber bei zahlreichen Ausbildungsbetrieben und ausbildenden Einrichtungen ist der Geschäftsbetrieb aufgrund der Corona-Krise immer noch ganz oder teilweise eingeschränkt. Bestehende Restriktionen, die weltweite wirtschaftliche Unsicherheit und individuelle Zukunftsängste bedrohen die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe.

Wir müssen verhindern, dass die COVID-19-Krise zu einer Krise für die berufliche Zukunft junger Menschen und der Fachkräftesicherung wird. Denn die Auszubildenden von heute sind unsere Fachkräfte von morgen. Deshalb sollen möglichst alle jungen Menschen eine Ausbildung beginnen und auch erfolgreich abschließen können. Um jungen Menschen eine verlässliche Zukunftsperspektive zu geben und das zukünftige Vorhandensein qualifizierter Fachkräfte für den Wirtschaftsstandort Deutschland sicherzustellen, brauchen wir gezielte Maßnahmen, um Ausbildungsplätze auch in der Krise zu schützen und das Ausbildungsniveau der Ausbildungsbetriebe und ausbildenden Einrichtungen in Deutschland aufrecht zu erhalten.

Mit einem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ wollen wir Ausbildungsbetriebe und ausbildende Einrichtungen in den Gesundheits- und Sozialberufen in der aktuell wirtschaftlich schwierigen Situation unterstützen und sie dazu motivieren, ihr Ausbildungsplatzangebot aufrecht zu erhalten und jungen Menschen die Fortführung und den erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung zu ermöglichen. Im Einzelnen sollen Ausbildungskapazitäten erhalten (1 und 2), Kurzarbeit für Auszubildende vermieden (3), die Auftrags- und Verbundausbildung gefördert (4) und Anreize zur Übernahme im Falle einer Insolvenz geschaffen (5) werden.

Mit diesem Programm setzen wir die Ziffer 30 des Beschlusses des Koalitionsausschusses vom 3. Juni 2020 „Corona-Folgen bekämpfen, Wohlstand sichern, Zukunftsfähigkeit stärken“ um.

Eckpunkte des Programms: 

Ziel der Förderung ist es, Ausbildungsbetriebe und ausbildende Einrichtungen im Sinne von Ziffer 6 Abs. 2 dazu zu motivieren, ihr Ausbildungsniveau im Vergleich zu den Vorjahren aufrecht zu erhalten, um mittelfristig den Fachkräftebedarf in Deutschland decken zu können.

Antragsberechtigt sind kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind. Davon ist auszugehen, wenn das Unternehmen in der ersten Hälfte des Jahres 2020 wenigstens einen Monat Kurzarbeit durchgeführt hat oder der Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 um durchschnittlich mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen ist. Bei Unternehmen, die nach April 2019 gegründet worden sind, sind statt der Monate April und Mai 2019 die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich heranzuziehen.

Eine Förderung setzt voraus, dass das Unternehmen sein Ausbildungsniveau im Jahr 2020 im Vergleich zu den drei Vorjahren nicht verringert. Verglichen werden die Ausbildungsverträge, die für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossen worden sind, mit dem Durchschnitt der über die letzten drei Jahre (2017-2019) abgeschlossenen Ausbildungsverträge.

Gefördert wird bei Vorliegen der Voraussetzungen durch einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 2.000 Euro für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag. Die Auszahlung erfolgt nach dem Ende der erfolgreich abgeschlossenen Probezeit.

Ziel der Förderung ist es, Ausbildungsbetriebe und ausbildende Einrichtungen im Sinne von Ziffer 6 Abs. 2 dazu zu motivieren, ihr Ausbildungsniveau im Vergleich zu den Vorjahren nicht nur aufrecht zu erhalten, sondern sogar zu erhöhen.

Antragsberechtigt sind KMU, die - wie in Maßnahme (1) beschrieben – durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind.
Eine Förderung setzt voraus, dass das Unternehmen sein Ausbildungsniveau im Jahr 2020 im Vergleich zu den drei Vorjahren erhöht. Verglichen werden die Ausbildungsverträge, die für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossen worden sind, mit dem Durchschnitt der über die letzten drei Jahre (2017-2019) abgeschlossenen Ausbildungsverträge.

Gefördert wird bei Vorliegen der Voraussetzungen - anstelle der Förderung über 2.000 Euro nach Maßnahme (1) – durch einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 3.000 Euro für jeden über das frühere Ausbildungsniveau zusätzlich für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag. Die Auszahlung erfolgt auch in diesem Falle nach dem Ende der erfolgreich abgeschlossenen Probezeit.

Ziel der Förderung ist es, Kurzarbeit bei Auszubildenden zu vermeiden, um den erfolgreichen Abschluss der begonnenen Ausbildung sicherzustellen.
Antragsberechtigt sind KMU, die ihre laufenden Ausbildungsaktivitäten trotz der Belastungen durch die COVID-19-Krise fortsetzen und Auszubildende sowie deren Ausbilder trotz erheblichem Arbeitsausfall nicht in Kurzarbeit bringen. Erforderlich ist ein Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent im gesamten Betrieb; anderenfalls wird davon ausgegangen, dass die Ausbildungsaktivitäten auch ohne Förderung wie üblich fortgesetzt werden können.

Die Förderung erfolgt in Höhe von 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat, in dem im Betrieb ein Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent zu verzeichnen ist.

Eine Förderung erfolgt frühestens ab Inkrafttreten der Förderrichtlinie. Sie ist befristet auf Zeiten bis zum 31. Dezember 2020.

Ziel der Förderung ist die Stimulierung der stärkeren Nutzung von Verbund- oder Auftragsausbildung im Ausbildungsjahr 2020/21 für Auszubildende in KMU, die ihre Ausbildung temporär nicht im eigenen Betrieb weiterführen können, weil der Betrieb vollständig oder zu wesentlichen Teilen pandemiebedingt von Schließungen oder erheblichen Auflagen, die eine Fortsetzung des Geschäftsbetriebs maßgeblich behindern, betroffen ist. Die Verbund- oder Auftragsausbildung kann in anderen KMU, in Überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS) oder durch andere etablierte Ausbildungsdienstleister durchgeführt werden, wobei die betriebliche Ausbildung Vorrang hat.
Eine Einstellung oder maßgebliche Behinderung des Geschäftsbetriebs vollständig oder zu wesentlichen Teilen in Folge der Corona-Pandemie wird angenommen, wenn der Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 um durchschnittlich mindestens 60 Prozent gegenüber den entsprechenden Vorjahresmonaten zurückgegangen ist.
Antragsberechtigt sind

  • KMU aus allen Wirtschaftsbereichen, die o. g. Auszubildende im Rahmen der Auftrags- oder Verbundausbildung für mindestens sechs Monate im eigenen Betrieb ausbilden und über die hierfür notwendige Ausbildungseignung verfügen, und
  • ÜBS sowie andere etablierte Ausbildungsdienstleister, die o. g. Auszubildende im Rahmen der Auftrags- oder Verbundausbildung für mindestens sechs Monate ausbilden.

Gemäß der Vorgabe der Ziffer 30 des Beschlusses des Koalitionsausschusses vom 3. Juni 2020 sollen die Details der Durchführung einer solchen Verbund- oder Auftragsausbildung im Rahmen der Allianz für Aus- und Weiterbildung erörtert werden.

Eine Förderung erfolgt frühestens ab Inkrafttreten der Förderrichtlinie. Sie ist befristet bis zum 30. Juni 2021.

Ziel der Förderung ist die Sicherung der Weiterführung von Ausbildungsverhältnissen bei pandemiebedingter Insolvenz eines ausbildenden KMU.

Eine pandemiebedingte Insolvenz wird bei KMU angenommen, über die bis zum 31. Dezember 2020 das Insolvenzverfahrens eröffnet worden ist und die sich vor dem 31. Dezember 2019 gemäß EU-Definition nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befunden haben.

Antragsberechtigt sind KMU aus allen Wirtschaftsbereichen, die Auszubildende aus pandemiebedingt insolventen KMU bis zum 31. Dezember 2020 für die Dauer der restlichen Ausbildung übernehmen.

Die Förderung erfolgt bei Vorliegen der Voraussetzungen durch eine einmalige Übernahmeprämie in Höhe von 3.000 Euro pro aufgenommenem Auszubildenden an das aufnehmende KMU.

Eine Förderung erfolgt frühestens ab Inkrafttreten der Förderrichtlinie. Sie ist befristet auf Zeiten bis zum 30. Juni 2021.

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind solche mit bis zu 249 Beschäftigten. Als Beschäftigtenzahl wird die Zahl der Mitarbeiter in Vollzeitäquivalenten zum Stichtag 29. Februar 2020 zugrunde gelegt. Bei verbundenen Unternehmen werden die Beschäftigten der einzelnen Unternehmen zusammen berücksichtigt.

Für die Förderung kommen KMU in Betracht, die eine Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen oder in den bundes- und landesrechtlich geregelten praxisintegrierten Ausbildungen im Gesundheits-und Sozialwesen durchführen. Praktika sind ausgeschlossen. Es wird nur eine Prämie pro Ausbildung gezahlt.

Neben den Förderungen der Ziffern (1) bis (5) ist die Inanspruchnahme anderer Programme des Bundes oder der Länder mit gleicher Zielrichtung oder gleichem Inhalt nicht möglich. Das Unternehmen entscheidet, welche Förderung es in Anspruch nehmen will.

Eine kumulative Förderung im Rahmen der Maßnahmen (4) und (5) ist ausgeschlossen.

Weiterführende Informationen

 

Programmvolumen und Umsetzung

Die Kosten für die Umsetzung des Programms werden auf 500 Mio. Euro begrenzt, und die hierfür vorgesehenen Ausgabemittel werden in Höhe von 150 Mio. Euro im Jahr 2020 und 350 Mio. Euro im Jahr 2021 zur Verfügung gestellt.

Die Ausbildungsprämien für die von der COVID-19-Krise betroffenen Ausbildungsbetriebe, die ihre Ausbildungskapazität beibehalten oder ausweiten (Maßnahmen (1) und (2)), führen geschätzt zu Mehrausgaben von rund 280 Mio. Euro verteilt auf die Jahre 2020 und 2021. Die Förderung bei Vermeidung von Kurzarbeit während der Ausbildung (Maßnahme (3)) führt zu Mehrausgaben in Höhe von rund 50 Mio. Euro verteilt auf die Jahre 2020 und 2021. Die Förderung von Verbund- und Auftragsausbildung (Maßnahme (4)) führt zu Mehrausgaben in Höhe von rund 90 Mio. Euro, verteilt über die Jahre 2020 und 2021. Die einmalige Übernahmeprämie (Maßnahme (5)) führt zu Mehrausgaben in Höhe von rund 80 Mio. Euro, verteilt über die Jahre 2020 und 2021.

MaßnahmeKosten in Mio. Euro
Ausbildungsprämie280
Vermeidung von Kurzarbeit50
Auftrags- und Verbundausbildung90
Übernahmeprämie80
500


Es handelt sich um eine Schätzung, die mit großen Unsicherheiten behaftet ist, weil sie bei einem Teil der Maßnahmen vom weiteren Verlauf der COVID-19-Krise und ihren Auswirkungen auf die Wirtschaft abhängt.

Die Mittel in Höhe von 500 Mio. Euro werden im Kapitel/Titel 3002 / 683 20 (Funkt. 153) – „Sicherung von Ausbildungen“ (neu) - veranschlagt.

Die Umsetzung des Programms soll hinsichtlich der Maßnahmen (1) bis (3) und (5) durch Verwaltungsvereinbarung der Bundesagentur für Arbeit übertragen werden. Die Verwaltungskosten werden der Bundesagentur für Arbeit erstattet. Anträge auf Förderung sind hinsichtlich der Maßnahmen (1) bis (3) und (5) bei der für das jeweilige Unternehmen örtlich zuständigen Agentur für Arbeit zu stellen.

Hinsichtlich der Maßnahme (4) sollen entsprechend der Vorgabe der Ziffer 30 des Beschlusses des Koalitionsausschusses vom 3. Juni 2020 die Details der Durchführung im Rahmen der Allianz für Aus- und Weiterbildung noch erörtert werden.

Weiterführende Informationen

  • 21.09.2016 - Meldung - Flucht und Integration

    Informationen zur Ausbildung und Beschäftigung von Geflüchteten in der Altenpflege

    Öffnet Einzelsicht

Pressemitteilungen

  • 04.11.2019 - Pressemitteilung - Flucht und Integration

    „Willkommenslotsen“ unterstützen Unternehmen bei der Fachkräftesicherung

    Öffnet Einzelsicht
  • 13.06.2019 - Pressemitteilung - Existenzgründung

    Altmaier: „Hochschulen geben wichtige Impulse für Start-ups

    Bilderstrecke

    Öffnet Einzelsicht
Auszubildende bei der Arbeit zum Thema Ausbildung und Beruf