Am 15. Juni 2020 wurden die die Reisewarnungen für die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, für Schengen-assoziierte Staaten und für das Vereinigte Königreich aufgehoben und durch individuelle Reisehinweise ersetzt. Überschreitet ein Land oder eine Region die Neuinfiziertenzahl im Verhältnis zur Bevölkerung von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner, können Reisewarnungen wieder ausgesprochen werden. Ab den 1. Oktober 2020 gelten weltweit differenzierte Reise- und Sicherheitshinweise.

Die Lage kann sich jedoch schnell verändern. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) empfiehlt:

  • aktuelle Informationen auf der Website des Auswärtigen Amts beachten. Dort finden sich Hinweise zur Sicherheitslage in einzelnen Ländern und insbesondere zu Reisen nach China.
  • die Nachrichten zu verfolgen;
  • auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz zu achten;
  • deutschen Staatsangehörigen, sich unabhängig vom Land und der Dauer des Auslandsaufenthalts in die Krisenvorsorgeliste „Elefand“ des Auswärtigen Amts einzutragen.

Für Reisende mit Flügen aus Infektions- und Gefährdungsgebieten wurde ein Informations- und Warnsystem eingerichtet. Weitere Informationen.

Das Robert-Koch-Institut informiert zu Verhaltensregeln für Kontaktpersonen und Reisende, die fürchten, am Coronavirus erkrankt zu sein.

Auch das Bundesgesundheitsministerium veröffentlicht weitere Informationen für Reisende.

Das Kompetenzzentrum Tourismus des Bundes veröffentlicht relevante Nachrichten und Studien für die Tourismuswirtschaft im Corona-Navigator. Reisende innerhalb Deutschlands können sich zudem im Tourismus-Wegweiser über den aktuellen Stand der Corona-Regelungen in allen Bundesländern informieren. Das Kompetenzzentrum Tourismus aktualisiert Änderungen der jeweiligen Beschränkungen in den Urlaubsgebieten regelmäßig.

Bedeutsam für Wachstum und Beschäftigung in Deutschland

Von den weltweit circa 1,5 Milliarden internationalen Touristinnen und Touristen im Jahr 2019 (3,7 Prozent mehr als im Vorjahr) reisten etwas über die Hälfte, rund 743 Millionen Menschen, nach Europa.

Auch und gerade in Deutschland gehört die Tourismusbranche zu den ökonomischen Schwergewichten und größten Arbeitgebern. Laut einer vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) 2017 veröffentlichten Studie haben in- und ausländische Touristinnen und Touristen 2015 mehr als 287 Milliarden Euro für Güter und Dienstleistungen in Deutschland ausgegeben. Im Vergleich zu 2012 ist die Bruttowertschöpfung dabei um etwa 8,5 Prozent auf über 105 Milliarden Euro gewachsen. Mit positiven Auswirkungen für den deutschen Arbeitsmarkt: Im Jahr 2015 bot die Branche fast 3 Millionen Menschen einen Arbeitsplatz. Die positiven Impulse des Tourismus strahlen auch in andere Wirtschaftsbereiche wie Handel, Handwerk oder Landwirtschaft aus. Berücksichtigt man Vorleistungen wie Dienstleistungen am Flughafen, Lieferungen von Bäckerinnen und Bäckern an Gaststätten oder Renovierungsarbeiten durch Handwerkerinnen und Handwerkern im Hotel, kommen weitere 76 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung und 1,25 Millionen Beschäftigte hinzu, die indirekt aus dem Tourismus resultieren. Wenn der Tourismus weiter wächst, muss auch die Branche mitwachsen und insbesondere dafür sorgen, dass auch künftig ausreichend Fachkräfte im Tourismusgewerbe beschäftigt werden.

Deutschlandtourismus liegt im Trend

Der Deutschlandtourismus unterliegt ebenfalls einem anhaltend positiven Trend, der sich in 2019 fortsetzte. Das Jahr übertraf mit 495,6 Millionen Übernachtungen das Vorjahr um rund vier Prozent und war bereits das zehnte Rekordjahr in Folge. Die Übernachtungen ausländischer Gäste legten um 2,5 Prozent auf 89,9 Millionen zu. Unter den eigenen Bürgerinnen und Bürgern ist Urlaub in Deutschland ebenfalls sehr beliebt: Umfragen zufolge ist Deutschland mit einem Marktanteil von rund 30 Prozent der Reisen das mit Abstand beliebteste Reiseziel der Deutschen.

Weitere Informationen zur Entwicklung des Tourismus in und nach Deutschland und zu Aktivitäten und Maßnahmen der Bundesregierung mit tourismuspolitischer Relevanz in der 18. Legislaturperiode finden Sie im Tourismuspolitischen Bericht der Bundesregierung, der am 17. Mai 2017 vom Bundeskabinett beschlossen wurde.

Tourismus ist mittelständisch geprägt

Die deutsche Tourismuswirtschaft ist vor allem mittelständisch geprägt: In Deutschland sind nach Branchenangaben über 2.300 Reiseveranstalter, fast 4.000 Busunternehmen und rund 11.000 Reisebüros tätig. Darüber hinaus gibt es mehr als 222.000 Unternehmen im Gastgewerbe, darunter fast 4.000 Beherbergungsunternehmen und mehr als 165.000 gastronomische Unternehmen.