Die Ressortforschungseinrichtungen des BMWi

Die Physikalisch Technische Bundesanstalt (PTB) sorgt als nationales Metrologieinstitut (NMI) für richtiges und präzises Messen: Sie ist verantwortlich für die Darstellung und die Weitergabe der physikalischen Einheiten, sie ist metrologisches Forschungsinstitut und Dienstleister für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft.

Die Metrologie ist essenziell für unsere moderne Welt. Kein wissenschaftliches Experiment, kein industrieller Prozess und kein Waren- und Güterverkehr kommt ohne Quantifizierung aus. Der Auftrag lautet, für eine zuverlässige und fortschrittliche messtechnische Infrastruktur, die sowohl den Ansprüchen der Wissenschaft, der Hightech-Industrie und die digitale Transformation des Messwesens auf der einen Seite als auch den alltagsnahen Randbedingungen des gesetzlichen Messwesens auf der anderen Seite zu sorgen.

Die Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung (BAM) prüft, forscht und berät zum Schutz von Mensch, Umwelt und Sachgütern.

Die BAM kommuniziert sicherheitstechnische Problemlösungen, achtet auf die erforderlichen digitalen Komponenten in der Sicherheitstechnik und implementiert sie in die Regelsetzung. Sie entwickelt und validiert Analyseverfahren, Prüfverfahren und Bewertungsmethoden sowie Modelle und erforderliche Standards. Darüber hinaus erforscht, überprüft und bewertet die BAM Substanzen, Werkstoffe, Bauteile, Komponenten und Anlagen sowie natürliche und technische Systeme auf sicheren Umgang und Betrieb.

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) berät die Bundesregierung und die Wirtschaft in allen rohstoffwirtschaftlichen und geowissenschaftlichen Fragen. Mit dem Rohstoffmonitoring ihrer Deutschen Rohstoffagentur (DERA) stellt sie eine Informationsgrundlage für Wirtschaft und Politik zur Verfügung, zum Beispiel zu Rohstoffen für Zukunftstechnologien im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien oder der Elektromobilität.

Messwesen und Messverfahren

Ein hoch entwickeltes und zuverlässiges, gesetzlich geregeltes Messwesen ist die Grundlage für neue Technologien, für einen fairen Handel sowie für die Sicherung der Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger. Der gesetzliche Rahmen muss dabei Innovationen berücksichtigen, die digitale Anpassung berücksichtigen und mit technischen Entwicklungen Schritt halten, (beispielsweise "intelligente" Messgeräte), gleichzeitig aber flexible Regelungen schaffen, um Verfahren wirtschaftlicher zu gestalten.

Normung und Standardisierung

Das Deutsche Institut für Normung e.V. (DIN) ist für Normung und Standardisierung in Deutschland zuständig. Als Partner von Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft trägt DIN wesentlich dazu bei, die Marktfähigkeit von innovativen Lösungen durch Standardisierung zu unterstützen– sei es in Themenfeldern rund um die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft oder im Rahmen von Forschungsprojekten.

Normung und Standardisierung legen die Anforderungen an Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren fest. Sie erleichtern den freien Warenverkehr, dienen der Sicherheit von Menschen und Sachen und tragen zur Qualitätssicherung in Wirtschaft, Technik, Wissenschaft und Verwaltung bei. Normung und Standardisierung bilden eine Säule der Qualitätsinfrastruktur in Deutschland.

Akkreditierung und Konformitätsbewertung

Die Akkreditierung bildet die Grundlage, um die Vergleichbarkeit von Konformitätsbewertungen zu sichern und um Vertrauen in Wirtschaft und Verwaltung in diese Bewertungen zu schaffen. In der Bundesrepublik Deutschland übernimmt die hoheitlichen Aufgaben einer Akkreditierung die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS). Mit einer Akkreditierung wird die Kompetenz von Konformitätsbewertungsstellen überprüft und beurteilt. Eine erfolgreiche Akkreditierung ist die Bestätigung von unabhängiger dritter Seite, dass eine Konformitätsbewertungsstelle die (fachliche) Kompetenz zur Durchführung bestimmter Konformitätsbewertungstätigkeiten besitzt. Für den Verbraucher ist dies der Nachweis der Qualität eines Produkts oder einer Dienstleistung.

Die Akkreditierung und die Konformitätsbewertung sind somit wichtige Teile der Qualitätsinfrastruktur.

Globalprojekt Qualitätsinfrastruktur

Um international harmonisierte Qualitätsinfrastruktur-Systeme zu fördern, hat das BMWi das Globalprojekt Qualitätsinfrastruktur (GPQI) ins Leben gerufen. Mit Unterstützung von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) soll es fachpolitische Dialoge zu Themenfeldern der Qualitätsinfrastruktur mit ausgewählten Handelspartnern Deutschlands durchführen. Im Fokus stehen dabei unter anderem Normen und Standards, unterschiedliche Prüf- und Zertifizierungsanforderungen sowie staatliche Produktsicherheitskontrollen. Die Maßnahmen dienen dem Ausbau einer abgestimmten Qualitätsinfrastruktur als Grundlage für fairen, effizienten und sicheren Handel.

Qualitätsinfrastruktur im digitalen Zeitalter

Die Qualitätsinfrastruktur bildet eine wichtige Grundlage für technische Innovation und Entwicklung. Die Digitalisierung der Wirtschaft, der Onlinehandel, Industrie 4.0, Elektromobilität und Künstliche Intelligenz sind nur einige der Zukunftsthemen, die von der Qualitätsinfrastruktur adäquat adressiert werden müssen. .Nur mit einer leistungsfähigen Qualitätsinfrastruktur kann das für einen erfolgreichen Technologietransfer erforderliche Vertrauen geschaffen werden. Deshalb entwickeln wichtige Akteure, wie BAM, DAkkS, DIN, DKE und PTB in einem Arbeitskreis QI-Digital die Qualitätsinfrastruktur weiter. Die Arbeiten sind Teil der Umsetzungsstrategie der Bundesregierung zur Gestaltung des digitalen Wandels.