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Artikel - Frauen in der Wirtschaft

Michelle Skodowski zum Weltfrauentag 2021

Einleitung

Michelle Skodowski

Michelle Skodowski

© Fotograf Stefan Wieland

Steckbrief

Michelle Skodowski

Unternehmen:

Sie ist Co-Founderin von BOTfriends GmbH, das Chatbot-Lösungen und Sprachassistenten entwickelt. Als COO kümmert Sie sich neben dem operativen Kundengeschäft auch um Marketing und HR.

Standort: Würzburg

Netzwerk:

Das Unternehmen ist Teil der "Digital Hub Initiative" des BMWi, die den Mittelstand und Corporates mit neuen Innovationspartnern aus Wissenschaft und Gründerszene vernetzt.

Interview mit Michelle Skodowski

Michelle Skodowski: „Frauen sollten jede Bühne nutzen“

Mit drei Kommilitonen hat Michelle Skodowski die BOTfriends GmbH gegründet. Das Tech-Start-up entwickelt Chatbot-Lösungen sowie Sprachassistenten, die Großunternehmen unter anderem für interne Kommunikation und Kundenservice nutzen. Im Interview spricht die 25-Jährige über Gleichberichtigung und die Frage, warum die Startup-Szene noch sehr männlich ist.

Frau Skodowski, welche Rolle spielt für Sie der Weltfrauentag?

Für mich persönlich ist der Tag eher unbedeutend. Es ist aber deutlich spürbar, dass der Weltfrauentag in den vergangenen Jahren verstärkt genutzt wird, herrschende Differenzen zwischen den Geschlechtern sichtbar zu machen. Um zum Beispiel über Benachteiligungen wie ungleiche Bezahlung für gleiche Leistung zu diskutieren. Das halte ich schon für wichtig.

Als COO kümmern Sie sich neben dem operativen Kundengeschäft auch um Marketing und HR. Als Führungskraft sind Sie für viele Mitarbeitende verantwortlich. Gibt es in ihren Augen einen weiblichen Führungsstil? Was zeichnet diesen aus?

Frauen sind eher bemüht, es allen Mitarbeitenden recht zu machen. Wohlbefinden, das Miteinander im Team und Zusammenhalt: Das sind Parameter, die meiner Erfahrung nach eher Frauen wichtig sind.

Unterstützen Sie in Ihrem Unternehmen Frauen besonders, und wenn ja, wie?

Nicht im besonderen Maße. Ich unterstütze es aber sehr, wenn Frauen in Gehaltsverhandlungen selbstbewusst auftreten. Denn Erfolg sollte honoriert werden. Außerdem ermutige ich Frauen, mehr Präsenz zu zeigen. So werden nicht nur sie, sondern auch ihre Themen sichtbarer.

Der Frauenanteil bei Gründungen in der Start-up-Szene liegt bei knapp 16 Prozent. Warum ist das so gering?

Ich denke, Frauen sind weniger risikobereit und ängstlicher. Mit dem Gründen gehen viel Unsicherheit und Unplanbarkeit einher. Ebenso kommt die Verantwortung, die man für das Unternehmen trägt. Außerdem werden Frauen gesellschaftlich anders geprägt. Im Kindergarten bekommen Mädchen häufig zu hören, sie sollen sich nicht dreckig machen oder auf ihre Kleidung achten – da geht man weniger Risiken ein und wagt weniger.

Ist es in der Branche schwieriger, für Frauen als gleichberechtigt anerkannt zu werden?

Ich habe eher wenig Vorbehalte erlebt. Sobald ich mein Know-how zeigen konnte, haben mich die Beteiligten ernst genommen. Mit diesen Erfolgserlebnissen steigt auch die Akzeptanz.

Was hat Sie an KI besonders begeistert, und wie kann man mehr Frauen dafür interessieren?

In meinem Studium habe ich mich viel mit technischen Themen beschäftigt. Anfangs hatte ich viel Respekt. Irgendwann hat mich dann die Begeisterung für digitale, zukunftsfähige Produkte gepackt. Schließlich beschäftigt sich nicht jeder mit KI. Das fand ich cool. Bei jungen Mädchen helfen übrigens spielerische und kreative Gadgets und Impulse, ihre Leidenschaft für KI zu wecken. Ist der Informatikunterricht in der Schule hingegen langweilig, studieren sie auch nichts in diese Richtung.

Welche Tipps geben Sie einer jungen Frau, die aufsteigen möchte?

Ich würde empfehlen, sich stark zu vernetzen und eine gute Beziehung zu Mentorinnen und Mentoren aufzubauen, die einen ähnlichen Weg gegangen sind. Außerdem sollte man sichtbar sein mit seinen Projekten. Frauen sollten jede Bühne nutzen, die sich ihnen bietet. Rausgehen und darüber reden. Je mehr Menschen es mitbekommen, umso besser.

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