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Artikel - Frauen in der Wirtschaft

Lina Behrens zum Weltfrauentag 2021

Einleitung

Lina Behrens

Lina Behrens

© Markus Braumann

Steckbrief

Lina Behrens

Unternehmen:

Seit 2019 eine der beiden Geschäftsführerinnen der Flying Health GmbH. Das Unternehmen berät Organisationen aus der Gesundheitswirtschaft rund um das Thema Zukunft der Medizin. Dabei fokussiert sich Flying Health auf die frühe Identifikation von Trends und entwickelt passende Strategien und Partnerschaften. Lina Behrens ist unter anderem verantwortlich für die Bereiche „Consumer Goods“ und „Green Health“, für die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Start-ups und das Thema Internationalisierung.

Standort: Berlin

Netzwerk/Initiative:

Lina Behrens ist Mitglied des Beirats „Junge Digitale Wirtschaft“ beim BMWi. Ihr besonderes Augenmerk liegt dort auf Frauen in Führungspositionen.

Lina Behrens ist zudem eine der stellvertretenden Präsidentinnen des Bundesverbands Deutscher Startups e.V.

Interview mit Lina Behrens

Lina Behrens: „Glaube an dich und vertraue deinen Stärken“

Lina Behrens ist eine von zwei Geschäftsführerinnen der Flying Health GmbH – einem Unternehmen, das Organisationen in der Gesundheitswirtschaft beim Thema Innovation und Digitalisierung berät. Zum Weltfrauentag verrät sie, wie es junge Frauen schaffen, ihre Ideen zu verwirklichen.

Frau Behrens, welche Rolle spielt für Sie der Weltfrauentag?

Ich bin mit der Vorstellung und der Selbstverständlichkeit aufgewachsen, dass es keinen Unterschied macht, welchem Geschlecht jemand zugehörig ist. Das sind die Werte, an die ich glaube – die aber leider nicht selbstverständlich sind. Ich würde mir eigentlich wünschen, dass es diesen Tag nicht geben muss. Der Weltfrauentag bietet aber auch die Chance zu prüfen: Wo stehen wir eigentlich, wenn es um Geschlechtergleichheit geht? Und da merkt man, dass es in Deutschland noch einiges zu tun gibt.

Gibt es einen weiblichen Führungsstil, und wenn ja, was zeichnet ihn aus?

Ich denke es gibt keinen Unterschied wenn man einzelne Personen betrachtet. Im Durchschnitt habe ich jedoch beobachtet, dass weibliche Führungskräfte oft den Team-Gedanken mehr in den Vordergrund stellen. Sie sprechen dabei häufig von einem „Wir“. Auf diese Weise verringern sie die Distanz zwischen sich und dem Team. Ebenso sind Frauen mutiger, wenn es darum geht offen zu kommunizieren, dass man noch nicht auf jede Frage die perfekte Antwort hat.

In Ihrem Team sind zwei Drittel der Mitarbeitenden Frauen. Ist der hohe Anteil Zufall oder die Folge bewusster Planung?

Das war eher Zufall - und der Effekt hat sich selbst auch scheinbar verstärkt. Wir sind zwei Geschäftsführerinnen, was das Unternehmen für viele Bewerberinnen sehr interessant gemacht hat und wir haben dazu viel positives Feedback bekommen. Wir hatten zwischenzeitlich eher das Problem, Männer mit der richtigen Qualifikation für einige Positionen zu finden. Wir fördern Frauen aber nicht expliziter als Männer. Für uns ist Fairness ein wichtiger Aspekt und wir wollen allen dieselbe Chance geben, sich weiter zu entwickeln. Für die Firma wollen wir ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis. Und natürlich würde es uns auffallen, wenn wir diese Ausgeglichenheit verlieren würden.

Sie engagieren sich als stellvertretende Präsidentin im Bundesverband Deutsche Startups und haben somit mehr Einsicht in die Szene. Welche Herausforderungen haben weibliche Gründerinnenspeziell in der Start-up-Branche?

Gründerinnen haben es immer noch schwerer, Wagniskapital von Investor:innen für ihre Startups zu gewinnen. Dadurch fehlen weiterhin weibliche Vorbilder. Frauen scheinen zudem öfter zu denken, es sei kompliziert zu gründen. Da müssen wir bereits in der Erziehung von Mädchen und Jungen ansetzen, um bestimmte Vorurteile abzulegen und früher zu verankern, dass eine Frau genauso Gründerin oder Vorständin werden kann. Da muss sich die Wahrnehmung in unserer Gesellschaft noch verändern.

Welchen Rat geben sie einer jungen Frau, die es in die Führungsetage schaffen will?

Glaube an dich und vertraue deinen Stärken. Hole dir Mentorinnen und Mentoren. Und sei dir bewusst, wie wichtig Netzwerke sind, um in den persönlichen Austausch zu kommen. Aber sei dabei nicht zu sehr auf das sofortige Ergebnis fokussiert. Es ist gut Ziele zu haben. Aber man sollte eher schauen: Wo kann ich meine Stärken einbringen? Wo arbeite ich mit Personen zusammen, die mich inspirieren, und zu Themen, die mich begeistern? Und sich nicht fragen: In welcher Führungsetage kann ich am Ende landen? Auf jeden Fall kann ich sagen: Die Mischung aus einem souveränen Umgang mit Technologien und emotionaler Empathie wird in Zukunft immer wichtiger.

Aus eigener Erfahrung kennen Sie auch die Kultur in traditionellen Unternehmen. Was hat sich bei der Herstellung der Gleichberechtigung in den vergangenen Jahren getan?

In immer mehr Unternehmen bekommen Mitarbeitende sogenannte „Unconscious Bias Trainings“, also eine Art Nachhilfeunterricht in Sachen Unvoreingenommenheit. Damit sollen sie sensibilisiert werden für die unterschiedliche Arten und Weisen, wie Menschen kommunizieren. Das fördert ein Umdenken in den Unternehmen, was ich sehr begrüße. Studien belegen, dass viele Teams dadurch zu einem besseren Ergebnis kommen. Gleichzeitig sieht man aber auch heute immer noch Unternehmen, deren Vorstand vollständig aus Männern besteht, die sich jedoch Frauenförderung auf die Fahne schreiben. Da steht leider doch der Selbstzweck im Vordergrund.

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