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Artikel - Frauen in der Wirtschaft

Janine Kordes zum Weltfrauentag 2021

Einleitung

Janine Kordes

Janine Kordes

© Janine Kordes / Fotograf Bevis Nickel

Steckbrief

Janine Kordes

Unternehmen:

Nach dem plötzlichen Tod des Vaters übernahm sie 2014 dessen Unternehmen SCHULZ Industriereiniger – PRODUKTION & HANDEL und gründete noch im selben Jahr ihr eigenes Unternehmen, die Kieler Seifen GmbH.

Standort: Kiel

Netzwerk:

Sie engagiert sich ehrenamtlich in der BMWi-Initiative „FRAUEN unternehmen“, von der sie zur Vorbild-Unternehmerin ernannt wurde.

Interview mit Janine Kordes

Janine Kordes: „Es ist cool, Unternehmerin zu sein“

Nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters musste Janine Kordes 2014 dessen Unternehmen übernehmen. Vor welchen Herausforderungen stand sie? Wie bewältigte sie die Übernahme? Und was rät sie anderen Frauen, die unternehmerisch tätig werden wollen? Ein Gespräch mit der Firmenchefin und Gründerin Janine Kordes zum Weltfrauentag.

Frau Kordes, gibt es einen weiblichen Führungsstil, und wenn ja, was zeichnet ihn aus?

Ich denke, es gibt einen persönlichen Führungsstil. Der hat meines Erachtens weniger mit dem Geschlecht und mehr mit der eigenen Persönlichkeit zu tun. Dieser wird geprägt von den Erfahrungen, die man im Laufe seines Lebens gesammelt hat.

Wer sind Ihre beruflichen Vorbilder?

Ich bewundere Anita Freitag-Meyer von der „Verdener Keks- und Waffelfabrik Hans Freitag GmbH & Co. KG“. Auch sie hat ein Unternehmen geerbt und führt es nicht nur fort, sondern baut es weiter aus. Das bewundere ich sehr. So habe ich es auch gemacht, indem ich ein zweites Unternehmen, die Kieler Seifen, gegründet habe, um mehr Wachstumsmöglichkeiten zu schaffen.

Sie mussten sich überraschend nach dem plötzlichen Tod Ihres Vaters in die Unternehmensführung der Firma „Schulz Industriereiniger – Produktion & Handel“ einarbeiten. Stand schon vorher fest, dass Sie das Unternehmen übernehmen und leiten?

Es war alles ein riesiges Chaos. Ich war nicht als Unternehmensnachfolge eingeplant. Im Jahr zuvor war die geplante Übernahme durch zwei Mitarbeiter geplatzt. Ich lebte nicht einmal in Kiel, sondern noch in Berlin. Wenn ich heute an das erste Jahr zurückdenke, war es wie ein Sprint über Marathondistanz. Eine besondere Herausforderung lag im Erziehen von zwei Kindern, die in Berlin lebten, und der Arbeit, die sich nun in Kiel befand. Ich bin also gependelt. Eine weitere Herausforderung: von meinem Team als Chefin akzeptiert zu werden und nicht mehr „die Kleine“ zu sein. Und die dritte Herausforderung war, Akzeptanz im geschäftlichen Umfeld herbeizuführen. Ich wurde teilweise bedroht und erpresst, habe mich da aber durchgekämpft und bin auch hier inzwischen mehr als anerkannt. Meine größte Stütze in der Zeit war und ist mein langjähriger Betriebsleiter.

Das BMWi hat Sie im Rahmen der Initiative „FRAUEN unternehmen“ zur Vorbild-Unternehmerin ernannt. Warum glauben Sie, sind Sie ein Vorbild?

Weil ich ein gutes Beispiel dafür bin, dass alles geht – wenn man es nur will. Mein Job ist keiner, von dem kleine Mädchen träumen. Und trotzdem habe ich mein persönliches Glück gefunden. Mein Glück ist, das Lebenswerk meines Vaters fortzuführen und auszubauen. Ich denke, das strahle ich aus, deshalb bin ich wahrscheinlich ein gutes Vorbild.

Auf welche Fähigkeiten kommt es bei Unternehmerinnen heutzutage besonders an? Und wie motivieren Sie junge Frauen, sich für diesen Weg zu entscheiden?

Ich versuche jungen Frauen zu zeigen, dass es cool ist, Unternehmerin zu sein. Klingt auf den ersten Blick etwas oberflächlich. Aber im Grunde streben viele junge Frauen nach Unabhängigkeit. Und wie kann man unabhängiger sein, wenn nicht als Unternehmerin? Die größte Hürde dabei ist aus meiner Sicht das Selbstwertgefühl. Neben einer guten Ausbildung kommt es – wie bei jedem anderen Menschen, der ein Unternehmen führt – auf Mut, Durchhaltevermögen, unermüdlichen Einsatz und Resilienz an. Ein bisschen Charme schadet auch nicht. Alles andere kann man lernen.

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