Artikel - Energieeffizienz

Roadmap Energieeffizienz 2050

Einleitung

Roadmap Energieeffizienz 2050

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Die „Roadmap Energieeffizienz 2050“ hat als zentrales Dialogforum der Bundesregierung die Aufgabe, die dringend erforderlichen Fortschritte bei der Energieeffizienz voranzutreiben. Die Roadmap ist Teil der deutschen Energieeffizienzstrategie und soll sektorübergreifende Pfade zur Erreichung des Reduktionsziels für 2050 diskutieren. Im Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sollen weitere konkrete Instrumente und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz entwickelt werden. Dabei beschreibt das Ziel der Bundesregierung, die Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen, das Ambitionsniveau des Roadmap-Prozesses. Um die ganze Bandbreite abzudecken, wird die Energieeffizienz sowohl in sektorspezifischen Arbeitsgruppen (Gebäude, Industrie und Verkehr) als auch in sektorübergreifenden Arbeitsgruppen (Digitalisierung, Fachkräfte und Qualifikation und Systemfragen) untersucht. Der Dialogprozess zur Roadmap Energieeffizienz soll im Herbst 2022 mit der Verabschiedung eines programmatischen Strategiepapiers zur Energieeffizienz bis 2050 abgeschlossen werden.

Plenarveranstaltungen

Die Plenarveranstaltungen zur Roadmap finden im Rahmen gemeinsamer Tagungen der Energiewende-Plattformen Energieeffizienz und Gebäude statt, welche mit Stakeholdern aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und den betroffenen Ressorts sowie den Ländern besetzt sind. Es sind sechs Plenarveranstaltungen bis Herbst 2022 vorgesehen, welche in einem halbjährlichen Rhythmus (Mai/ November) stattfinden.

Mit der Auftakt-Plenarveranstaltung, welche durch den Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Thomas Bareiß, eröffnet wurde, begann offiziell der Roadmap-Prozess und damit der Austausch mit den Stakeholdern der Energiewende-Plattformen Energieeffizienz und Gebäude.

Die Veranstaltung mit 150 Stakeholdern wurde erfolgreich als digitale Konferenz mit einer Teilpräsenz im Ludwig-Erhard-Saal im BMWi organisiert.

Neben der Vorstellung zu den Hintergründen und Zielen im Roadmap-Prozess durch Thorsten Herdan (BMWi, Abteilungsleiter II), erfolgte die Präsentation der Planungen für die einzelnen Arbeitsgruppen durch die jeweiligen AG Leitungen.

Zwei Impulsvorträge von Vertretern des wissenschaftlichen Beirats des Roadmap-Prozesses (Dr. Kathrine von Graevenitz, ZEW Mannheim und Prof. H.-J. Wagner, Ruhr-Universität Bochum) leiteten die anschließende Podiumsdiskussion unter Teilnahme von Thorsten Herdan (BMWi), Andreas Kuhlmann (Vorsitzender der Geschäftsführung, dena), Friedrich Seefeldt (Prognos AG, Projektleiter Wissenschaftsteam Roadmap-Prozess) und Prof. H.-J. Wagner (Ruhruni Bochum) ein.

Arbeitsgruppen

Um die ganze thematische Bandbreite abzudecken, wird die Energieeffizienz in drei sektorspezifischen Arbeitsgruppen (Gebäude, Industrie und Verkehr) sowie in drei sektorübergreifenden Arbeitsgruppen (Digitalisierung, Fachkräfte und Qualifikation sowie Systemfragen) untersucht. Pro Arbeitsgruppe sind fünf Sitzungen vorgesehen, die in möglichst regelmäßigen Abständen tagen.

Hier werden von Fachexperten Detailfragen und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz erörtert und Empfehlungen für die Roadmap nach folgendem Muster erarbeitet.

Roadmap Energieeffizienz 2050

© Prognos AG

AG Gebäude

Baustelle mit Kränen

© pixabay

Leitfrage der AG Gebäude:
Energieeffizienz bildet das Fundament für einen sanierten Gebäudebestand zur Erreichung der Energie- und Klimaziele. Wie lässt sich das Leitbild „Efficiency First“ vor dem Hintergrund bestehender wirtschaftlicher und technischer Restriktionen umsetzen und mit der Bezahlbarkeit von Bauen und Wohnen in Einklang bringen?

Ziel des Prozesses:
Die AG Gebäude soll eine ergebnisoffene Plattform zur Diskussion von Vorschlägen für Energieeffizienz-Maßnahmen bieten. Neben konkreten Handlungsempfehlungen sollen z.B. auch Widerstände/Hemmnisse für konkrete Maßnahmen herausgearbeitet werden.

Sitzung der AG Gebäude am 16.06.2020

In der ersten Sitzung unter der Leitung von Dr. Alexander Renner (BMWi) und Peter Rathert (BMI) diskutierten die Teilnehmer der AG Gebäude Hemmnisse und Akzeptanzfragen für die energetische Sanierung von Gebäuden. Der Roadmap-Prozess orientiert sich an der Frage, wie sich das Leitbild Efficiency First umsetzen lässt und bestehende investive und technische Restriktionen, gerade im Gebäudebestand, lösen lassen. Ziel der AG Gebäude ist es , konkrete Handlungsempfehlungen für die Optimierung bestehender Maßnahmen und für neue Instrumente zu erarbeiten. Der Diskussion der 1. AG Gebäude voran gestellt waren drei Impulsvorträge. Prof. Dr. Bert Oschatz (ITG) referierte zum Thema "Gebäudetechnik - Status quo, Prognosen, Realität". Im Anschluss zeigte Prof. Dr. Andreas Holm (FIW) die "Rolle der Gebäudehülle im Kontext der Ziele 2050" auf. Nils Thamling (Prognos) führte zum "Handlungsbedarf im Gebäudesektor bis 2030" aus. Im Fokus der Diskussion standen auch die verlässliche Ausgestaltung von Förderansätzen, Beiträge zur Bedeutung von Sanierungstiefe und -rate, das Zusammenspiel von Anlagentechnik und Gebäudehülle, die Wirtschaftlichkeit und Amortisation von Effizienz-Maßnahmen sowie die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Zudem wurde die Bedeutung von Best-Practice-Beispielen, Partizipationsansätzen und Informationskampagnen betont. In den Folgesitzungen der AG Gebäude werden diese Themen im Detail vertieft und mit konkretem Bezug zu einzelnen Maßnahmen und Akteursgruppen diskutiert.

Vorträge:

Tagesordnung:

Input- / Hintergrund-Papier:

Protokoll

Sitzung der AG Gebäude am 08.10.2020

Im Fokus der zweiten Sitzung der AG Gebäude standen das Thema Kostentragung und damit verbundene Ansätze zur Senkung und fairen Verteilung von Umsetzungskosten im Gebäudebereich. Mit dem Impulsvortrag „Ideen & Ansätze für Kostensenkung“ von Frau Dr. Ingrid Vogler (GdW) wurde die Diskussion mit allen Teilnehmenden eröffnet und dabei sowohl die Bezahlbarkeit von Wohnen und Bauen als auch die Potenziale zur Kostensenkung bei Hülle, Technik sowie auch die Umverteilung der Kosten (Vermieter – Mieter) adressiert. Im Anschluss diskutierten die Teilnehmenden in drei Unterarbeitsgruppen über Ansätze und Hemmnisse zur Kostentragung im vermieteten Bestand, innovative Geschäfts- und Finanzierungsmodelle sowie die Ausgestaltung von Förderung und steuerlichen Anreizen im Gebäudesektor. Diskussionsleitend waren dabei im Vorfeld eingereichte Ideen-Steckbriefe der AG-Teilnehmenden, die durch kurze Impulse vorgestellt wurden. Dabei fokussierte die Unterarbeitsgruppe „Kostentragung im vermieteten Bestand“ vor allem auf Ansätze zur Verbesserung von Rahmenbedingungen wie die Modernisierungsumlage, den anschaffungsnahen Herstellungsaufwand sowie auf Fragen der CO2-Bepreisung und Umlagefähigkeit. Die Unterarbeitsgruppe „Innovative Geschäfts- und Finanzierungsmodelle“ diskutierte Herausforderungen und Lösungsansätze beim seriellen Sanieren sowie Ansätze zur besseren Finanzierung und breiteren Risikotragung. Die Diskussionen in der Unterarbeitsgruppe „Förderung, Finanzierung und steuerliche Anreize“ fokussierten sich auf die Ausgestaltung der Fördersystematik, die erforderliche Evaluation der Fördererfolge und die Ausrichtung auf das Fernziel Klimaneutralität. Schwerpunkt der nächsten Sitzung der AG Gebäude sollen die Themenkomplexe Nicht-Wohngebäude und Information/ Beratung sein.

Vorträge:

Tagesordnung:

AG Industrie

Industrielle Apparatur

© Unsplash/Crystal Kwok

Leitfrage der AG Industrie:
Welche Rolle kann und soll die Energieeffizienz und das Kernprinzip "Efficiency First" im Kontext aller verfügbarer Dekarbonisierungsoptionen in der Industrie in mittelfristiger Perspektive (2030) und mit Blick auf 2050 spielen?

Ziel des Prozesses:
Ableitung der für die Implementierung der identifizierten Dekarbonisierungsoptionen erforderlichen Rahmenbedingungen und Instrumente aus technologischer, ökonomischer und politischer Perspektive unter Berücksichtigung nationaler und EU-weiter Rahmensetzung sowie der starken Integration der deutschen Wirtschaft in globalisierte Märkte.

Sitzung der AG Industrie am 18.06.2020

In der ersten Sitzung der AG Industrie diskutierte die AG-Leitung (Dr. Hartmut Versen, BMWi) gemeinsam mit den 25 Stakeholdern insbesondere die übergeordnete Leitfrage "Welche Rolle kann und soll die Energieeffizienz im Kontext aller verfügbarer Dekarbonisierungsoptionen in der Industrie in mittelfristiger Perspektive (2030) und mit Blick auf 2050 spielen?". Diskussionanstöße lieferten drei Impulsvorträge zum Status quo 2020 sowie Herausforderungen und Visionen für 2030 und 2050 von Frau Dr. Barbara Schlomann (Fraunhofer ISI, "Wo steht die Industrie im Jahr 2020?"), von Herrn Prof. Dr.-Ing. Eberhard Aberle (TU Darmstadt, "Das energieeffiziente Produktionswerk von morgen: Potenziale und Herausforderungen?") aus dem Wissenschaftsteam des Roadmap-Prozesses und Prof. Dr. Stefan Lechtenböhmer (Wuppertal Institut, "Klimaneutrale Industrie: Schlüsseltechnologien und Politikoptionen,"). In der lebhaften Diskussion zeichnete sich unter anderem ab, dass die Potenziale der klassischen Energieeffizienz bei Produktionsprozessen noch nicht ausgeschöpft sind, aber durch zusätzliche systemische Ansätze unter Einbeziehung auch der Kreislaufwirtschaft und Steigerung der Ressourcen-/ Materialeffizienz ergänzt werden müssen. Für den Bereich der energieintensiven Industrien wurde die Herausforderung diskutiert, die die Einführung neuer Schlüsseltechnologien zur Dekarbonisierung für die Einhaltung der Energieeffizienzziele und das Kernprinzip Efficiency First bedeuten. Die nächste Sitzung wird sich voraussichtlich mit branchenübergreifenden und systemischen Ansätzen zur Steigerung der Energieeffizienz in der Industrie beschäftigen. Die Sonderproblematik der energieintensiven Industrie wird in einer eigenen Sitzung diskutiert werden.

Vorträge:

Tagesordnung:

Input- / Hintergrundpapier:

Protokoll:

Sitzung der AG Industrie am 05.10.2020

In der zweiten Sitzung der AG Industrie diskutierten die Stakeholder unter der Leitung von Dr. Hartmut Versen (BMWi) darüber, wie sich das Prinzip „Efficiency First“ in der Industrie umsetzen lässt, Unternehmenspolitiken in Richtung CO2-Neutralität unterstützt und die Entwicklung hin zu einer circular economy beeinflusst werden kann. Der besondere Fokus der Sitzung lag auf mittelständischen Unternehmen und den Themenfeldern Querschnittstechnologien, Kreislaufwirtschaft & Ressourceneffizienz sowie CO2-Fußabdruck. Impulse lieferten durch ihre Vorträge Dr. Jürgen Joseph (ECG Energie Consulting, „Energieeffizienzpotenziale erschließen – ein Beitrag aus Anwendersicht“), Dr. Martin Vogt (VDI/ZRE, „Kreislaufwirtschaft und Ressourcen-/ Materialeffizienz“) und Robert Stiller (VDMA, „Nachweissysteme für die Berechnung des CO2-Fußabdrucks in Unternehmen“). Durch die Diskussion und die in der Sitzung durchgeführte Umfrage wurde deutlich, dass die Stakeholder in allen drei Themenfeldern hohe Erwartungen mit der Instrumentengruppe „Anreize und Preissteuerung“ (z.B. Förderinstrumente, Steuern oder Zertifikate) verknüpfen. Weiterhin wurde herausgearbeitet, dass der Fokus auf Produktionsprozesse und die verwendeten Energieträger nicht ausreicht, sondern für Fragen der Energie- und Ressourceneffizienz ebenso wie für Klimaneutralität ganze Systeme unter Einbeziehung von Vorketten und der Produktnutzung für einen life cycle Ansatz betrachtet bzw. mitgedacht werden müssen. Die nächste bzw. dritte Sitzung wird sich auf energieintensive Unternehmen und damit auf jenen Bereich fokussieren, der für den größten Energieverbrauch in der Wirtschaft mit den meisten Emissionen steht.

Vorträge:

Tagesordnung:

Input- / Hintergrundpapier:

Protokoll:

AG Verkehr

Fahrradstraße

© Unsplash/Pecchioli

Leitfrage:
Energieeffizienz hat eine hohe Bedeutung für die Verkehrswende – sowohl bei der Fahrzeugeffizienz, alternativen Antrieben und Kraftstoffen als auch im Kontext der Digitalisierung durch die Optimierung von Verkehren und die Verlagerung auf neue energieeffiziente Mobilitätsdienstleistungen. Welche Rahmenbedingungen sind nötig, um bestehende Hemmnisse für eine energieeffizientere Mobilität zu überwinden und die Potenziale zu realisieren?

Zielsetzung:
Die AG Verkehr bietet ein Forum für die Entwicklung und Diskussion von Vorschlägen für Energieeffizienz-Maßnahmen im Verkehr. In ausgewählten Themenfeldern werden Maßnahmen diskutiert, mögliche Hemmnisse identifiziert und Handlungsempfehlungen entwickelt.

Die erste Sitzung der AG Verkehr findet am 08.09.2020 statt.

AG Digitalisierung

Laptop

© Unsplah/Philipp Katzenberger

Leitfrage der AG:
Wie kann die Digitalisierung in den Sektoren Gebäude und Industrie so ausgerichtet werden, dass sie die Erreichung der übergeordneten Klimaziele ermöglicht und gleichzeitig die IT-eigenen Umweltwirkungen im Sinne von Green IT so minimiert werden, dass die Einsparwirkungen in den Sektoren nicht durch Mehrverbräuche der IT wieder aufgezehrt werden.

Ziel des Prozesses:
Entwicklung eines Maßnahmensets, um Digitalisierung (in den Sektoren Gebäude und Industrie) und Green IT so zu gestalten, dass sie der Erreichung der Klimaziele dienen. Darüber hinaus sollen eine Bewertung der Nettoeffekte der Digitalisierung vorgenommen und ein Entwicklungspfad der Energieverbräuche der IT bis 2030 beschrieben werden

Sitzung der AG Digitalisierung am 18.06.2020

In der ersten Sitzung stellte die AG-Leitung (Thomas Hinsch und David Lerch, BMWi) in Begleitung von Patrick Dennis Witt (BMWi & WORK4GERMANY) den 25 Stakeholdern der AG zunächst die Schwerpunkte der Arbeit vor, welche auf der Maßnahmenentwicklung in den einzelnen Sektoren (Digitalisierung als Enabler, Design-Thinking als Methode) sowie auf dem Thema Energieeffiziente Digitalisierung (Green IKT) liegen sollen. Im Roadmap-Prozess sollen u. a. Anreize für die energieeffiziente Ausgestaltung und den energiesparenden Betrieb für effiziente Rechenzentren & Softwareentwicklung entwickelt werden. Zentrale Herausforderungen bestehen aktuell noch in der Datenverfügbarkeit und Transparenz des Energieverbrauchs in der IKT. Geeignete Kenngrößen wie auch Maßnahmen wurden diskutiert, mit denen die Energieeffizienz von Rechenzentren wie auch von Software gemessen, gekennzeichnet und verbessert werden kann. So soll ein Kataster von Rechenzentren aufgebaut werden. Auch für Software sollen Anreize zur Einbeziehung des neuen Kriteriums Energieeffizienz geschaffen werden. Der Diskussion vorangestellt waren drei Impulsvorträge zur "Quantifizierung von Verbrauchs- und Einspareffekten der Digitalisierung" durch Dr. Heike Brugger, Fraunhofer ISI (Mitglied des Wissenschaftsteams des Roadmap-Prozesses) sowie von Marina Köhn (UBA Green IT) zum Thema "Energieeffiziente Rechenzentren" und "Energieeffiziente Software". Zudem wurden Challenges zum Design Thinking vorgestellt und mit den AG-Teilnehmenden diskutiert. Diesbezüglich werden Ideen für mögliche Digitalisierungsbeiträge gesammelt, um Handlungslücken in den Sektoren Gebäude, Industrie und bei Software zu erkennen.

Vorträge:

Tagesordnung:

Input- / Hintergrund-Papier:

Protokoll

AG Fachkräfte und Qualifikation

Gang in einer Bibliothek

© Unsplash/bantersnaps

Leitfrage der AG:
Eine ausreichende Anzahl qualifizierter Fachkräfte ist Voraussetzung zur Umsetzung der notwendigen Maßnahmen zur Erreichung der Energie- und Klimaziele. Was bedeutet das Leitbild „Efficiency First“ für die qualitative und quantitative Fachkräftenachfrage und was sind zentrale Handlungsfelder der Fachkräftesicherung in den Sektoren Gebäude, Verkehr und Industrie?

Ziel des Prozesses:
Die Arbeitsgruppe (AG) Fachkräfte und Qualifikation ist Teil eines breit angelegten Beteiligungsprozesses. Ihr Ziel ist es, bestehende Hürden der Fachkräftesicherung in den Sektoren Gebäude, Verkehr und Industrie zu identifizieren und daraufhin spezifische Maßnahmen herauszuarbeiten, wie Fachkräfte (weiter-)qualifiziert, neu gewonnen und gehalten werden können.

Sitzung der AG Fachkräfte und Qualifikation am 17.06.2020

In der ersten Sitzung unter der Leitung von Jan Kottmann (BAFA, BfEE) wurden mit rund 20 Stakeholdern die Veränderungen in den Sektoren Gebäude, Industrie, Verkehr und Folgen für die Fachkräftegewinnung im Hinblick auf das Effizienzziel 2050 betrachtet. Ziel der AG Fachkräfte und Qualifikation ist es, die Handlungsfelder zu identifizieren und Maßnahmen zu entwickeln, damit hinsichtlich Anzahl und Qualität Fachkräfte in ausreichendem Maß für die Zielerreichung 2050 in den Sektoren Gebäude, Industrie, Verkehr zur Verfügung stehen.

Der inhaltlichen Diskussion waren dabei zwei Impulsvorträge vorangestellt: Zum einen von Prof. Dr. Martina Schraudner, Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) zur "Zukunft der Arbeit" sowie zur "Veränderung der Tätigkeitsprofile von Fachkräften" durch Claudia Münch (Prognos) und Uta Weiß (ifeu) aus dem Wissenschaftteam des Roadmap-Prozesses. Die Diskussion erfolgte anhand der folgenden Leitfragen:

  • Welche Entwicklungen wirken sich besonders stark auf die nachgefragten Tätigkeitsprofile in den Sektoren aus?
  • Welche Berufsbilder in den Sektoren werden durch einen besonders starken Wandel der Tätigkeitsprofile gekennzeichnet sein?
  • Bringen Fachkräfte in den Sektoren heute schon die notwendigen Kompetenzen mit, um die neuen Tätigkeitsanforderungen zu erfüllen? Welche Kompetenzen fehlen? Gibt es dabei Unterschiede nach Qualifikationsstufen?

Die Vorschläge aus der Diskussion wurden auf einem Whiteboard strukturiert und anhand der Leitfragen pro Sektor erfasst. Diese Übersicht sowie weitere Unterlagen der AG finden Sie unten stehend zum Download.

Vorträge:

Tagesordnung:

Input- / Hintergrundpapier:

Protokoll:

Sitzung der AG Fachkräfte und Qualifikation am 02.10.2020

In der zweiten AG-Sitzung unter der Leitung von Herrn Jan Kottmann (BAFA, BfEE) wurden mit den Stakeholdern die Themenfelder Quantifizierung von Fachkräften, Identifizierung konkreter Schlüsselberufe in den einzelnen Sektoren sowie die Priorisierung der zukünftigen Handlungsfelder fokussiert. Den Impulsvorträgen von Herrn Markus Hoch (Prognos AG) zum Thema "Abschätzung der künftigen Arbeitskräftenachfrage und potenzieller Engpässe" und Herrn Michel Durieux (ZDH) zum Thema "Fachkräftesicherung im Handwerk mit Blick auf das Effizienzziel 2050" folgte eine durch die AG-Leitung moderierte Diskussion. In den Vorträgen und der Diskussion wurde ein umfassender Fachkräftebedarf in allen Sektoren und zahlreichen Berufsgruppen mit unterschiedlich hoher Dringlichkeit unterstrichen. Ferner wurde auf den hohen Bedarf an insbesondere beruflich Qualifizierten hingewiesen.

Der weiteren Diskussion war eine Präsentation von Frau Claudia Münch (Prognos) aus dem Wissenschaftsteam des Roadmap-Prozesses vorangestellt, in der sie über die Ergebnisse der Befragung berichtete, welche zur Vorbereitung der 2. AG-Sitzung unter den AG-Mitgliedern durchgeführt wurde. Die Präsentation sowie die anschließende Diskussion fokussierten auf folgende Themen:

  • Schlüsselberufe zur Erreichung der Effizienzziele
  • Schwächen und Stärken der Sektoren bei der Fachkräftesicherung
  • Priorisierung von Handlungsfeldern

Die Ergebnisse der Befragung wurden auf einer digitalen Metaplanwand geclustert und im Laufe der Diskussion durch Beiträge der Teilnehmenden ergänzt. Diese Übersicht sowie weitere Unterlagen der AG finden Sie unten stehend zum Download.

Vorträge:

Tagesordnung:

Input- / Hintergrundpapier:

Protokoll / weitere Sitzungsunterlagen:

AG Systemfragen

Solarpanele

© Unsplash/Markus Spiske

In vor allem sektoral strukturierten AGs (Industrie, Gebäude, Verkehr) wie auch in AGs mit Querschnittsthemen (Fachkräfte, Digitalisierung) können weitgehend alle für die Energieeffizienz relevanten Zukunftsthemen adressiert und abgedeckt werden.

Dennoch werden Fragen offenbleiben: Die AG Systemfragen wird Einzelthemen behandeln, die durch die anderen AGs nicht abgedeckt werden können. Dies betrifft u. a. das Verhältnis von Energie- und Ressourceneffizienz, soziale Aspekte der Effizienzpolitik und der übergeordneten staatlichen Zielsetzungen, Indikatoren und Steuerung (Governance).

Sitzung der AG Systemfragen am 23.06.2020

In der ersten Sitzung der AG Systemfragen unter Leitung von Friederike Sabiel, BMU & Stefan Besser, BMWi diskutierten über 20 Stakeholdern über die perspektivische Erweiterung des Instrumentenkanons im Bereich der Energieeffizienz durch die verstärkte Einbeziehung der Themen Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft. Im Zentrum standen dabei die Impulsvorträge von Herrn Dr. Martin Pehnt (ifeu) aus dem Wissenschaftsteam des Roadmap-Prozesses zum Thema Ressourceneffizienz, von Herrn Dr. Martin Vogt (VDI/ZRE) zum Nexus Energie- und Ressourceneffizienz, von Herrn Herwart Wilms (Remondis) zum Thema Kreislaufwirtschaft und der Impulsvortrag von Herrn Klaus Dosch (Faktor-X-Agentur) zum Thema Graue Energie. Die anschließende Diskussion zu der Frage, wie bestehende Synergien auf Instrumentenebene überführt werden können, fokussierte sich auf den Gebäudesektor, das Thema Produktkennzeichnung und Transparenz, Bewertungsmethoden und die damit im Zusammenhang stehende Datenbasis, die unterschiedlichen Handlungsebenen und Zielgruppen sowie auf die Optimierung bestehender Instrumente.

Die zahlreichen Impulse werden aufgenommen und sortiert, sodass diese in den geplanten Abschlussbericht zur Roadmap einfließen und ggf. auch in schon laufenden Vorhaben berücksichtigt werden können.

Vorträge:

Tagesordnung:

Protokoll:

Sitzung der AG Systemfragen am 29.09.2020

In der zweiten Sitzung der AG Systemfragen unter Leitung von Steffan Besser (BMWi) & Matthias Casper (BMU) diskutierten über 20 Stakeholder über die sozialverträgliche Ausgestaltung der Energiewende und dahingehende Energieeffizienzmaßnahmen und -instrumente. Zum Thema "Strategien und Maßnahmen zur Bekämpfung der Energiearmut in Deutschland" referierten Frau Dr. Katja Schumacher und Frau Dr. Johanna Cludius (Öko-Institut), gefolgt von Audrey Dobbins (IER), die in ihrem Impulsvortrag die europäische Perspektive bzw. Handlungsempfehlungen zur Bekämpfung von Energiearmut thematisierte. In den anschließenden Vertiefungsimpulsen referierten Herr Dr. Ulrich Fahl (IER) zum Thema "CO2-Bepreisung für eine sozial gerechte Energiewende", Dr. Verena Liessem (Deutscher Caritasverband) zum Thema "Stromverbrauch und soziale Fragen" und Dr. Sybille Braungardt (Öko-Institut) zum Thema "Brennstoffemissionshandel und soziale Folgen". Die gemeinsame Diskussion fokussierte auf die Frage, welche Instrumente und Maßnahmen sich besonders eignen, um Energieeffizienzsteigerungen sozialverträglich zu gestalten sowie auf Handlungsempfehlungen zur Gestaltung der Energieeffizienz- und Klimaschutzpolitik im Sinne intergenerationaler Gerechtigkeit.

Die AG-Leitung kündigte an, weitere Vorschläge zu sichten und auszuwerten, sodass mit den Gutachtern im weiteren Roadmap-Prozess konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt werden. Darüber hinaus sei ein stärkerer Austausch zwischen Energie- und Sozialpolitik wünschenswert, um die Wirkungen unterschiedlicher Politiken stärker in den Blick zu nehmen.

Vorträge:

Tagesordnung: