Artikel - Energieeffizienz

Roadmap Energieeffizienz 2050

Einleitung

Roadmap Energieeffizienz 2050

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Die „Roadmap Energieeffizienz 2050“ hat als zentrales Dialogforum der Bundesregierung die Aufgabe, die dringend erforderlichen Fortschritte bei der Energieeffizienz voranzutreiben. Die Roadmap ist Teil der deutschen Energieeffizienzstrategie und soll sektorübergreifende Pfade zur Erreichung des Reduktionsziels für 2050 diskutieren. Im Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sollen weitere konkrete Instrumente und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz entwickelt werden. Dabei beschreibt das Ziel der Bundesregierung, die Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen, das Ambitionsniveau des Roadmap-Prozesses. Um die ganze Bandbreite abzudecken, wird die Energieeffizienz sowohl in sektorspezifischen Arbeitsgruppen (Gebäude, Industrie und Verkehr) als auch in sektorübergreifenden Arbeitsgruppen (Digitalisierung, Qualifikation und Fachkräfte und Systemfragen) untersucht. Der Dialogprozess zur Roadmap Energieeffizienz soll im Herbst 2022 mit der Verabschiedung eines programmatischen Strategiepapiers zur Energieeffizienz bis 2050 abgeschlossen werden.

Plenarveranstaltungen

Die Plenarveranstaltungen zur Roadmap finden im Rahmen gemeinsamer Tagungen der Energiewende-Plattformen Energieeffizienz und Gebäude statt, welche mit Stakeholdern aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und den betroffenen Ressorts sowie den Ländern besetzt sind. Es sind sechs Plenarveranstaltungen bis Herbst 2022 vorgesehen, welche in einem halbjährlichen Rhythmus (Mai/ November) stattfinden.

Mit der Auftakt-Plenarveranstaltung, welche durch den Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Thomas Bareiß, eröffnet wurde, begann offiziell der Roadmap-Prozess und damit der Austausch mit den Stakeholdern der Energiewende-Plattformen Energieeffizienz und Gebäude.

Die Veranstaltung mit 150 Stakeholdern wurde erfolgreich als digitale Konferenz mit einer Teilpräsenz im Ludwig-Erhard-Saal im BMWi organisiert.

Neben der Vorstellung zu den Hintergründen und Zielen im Roadmap-Prozess durch Thorsten Herdan (BMWi, Abteilungsleiter II), erfolgte die Präsentation der Planungen für die einzelnen Arbeitsgruppen durch die jeweiligen AG Leitungen.

Zwei Impulsvorträge von Vertretern des wissenschaftlichen Beirats des Roadmap-Prozesses (Dr. Kathrine von Graevenitz, ZEW Mannheim und Prof. H.-J. Wagner, Ruhr-Universität Bochum) leiteten die anschließende Podiumsdiskussion unter Teilnahme von Thorsten Herdan (BMWi), Andreas Kuhlmann (Vorsitzender der Geschäftsführung, dena), Friedrich Seefeldt (Prognos AG, Projektleiter Wissenschaftsteam Roadmap-Prozess) und Prof. H.-J. Wagner (Ruhruni Bochum) ein.

Arbeitsgruppen

Um die ganze thematische Bandbreite abzudecken, wird die Energieeffizienz in drei sektorspezifischen Arbeitsgruppen (Gebäude, Industrie und Verkehr) sowie in drei sektorübergreifenden Arbeitsgruppen (Digitalisierung, Qualifikation und Fachkräfte sowie Systemfragen) untersucht. Pro Arbeitsgruppe sind fünf Sitzungen vorgesehen, die in möglichst regelmäßigen Abständen tagen.

Hier werden von Fachexperten Detailfragen und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz erörtert und Empfehlungen für die Roadmap nach folgendem Muster erarbeitet.

Roadmap Energieeffizienz 2050

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Industrielle Apparatur

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AG Industrie

Leitfrage der AG Industrie: Welche Rolle kann und soll die Energieeffizienz und das Kernprinzip "Efficiency First" im Kontext aller verfügbarer Dekarbonisierungsoptionen in der Industrie in mittelfristiger Perspektive (2030) und mit Blick auf 2050 spielen?

Ziel des Prozesses: Ableitung der für die Implementierung der identifizierten Dekarbonisierungsoptionen erforderlichen Rahmenbedingungen und Instrumente aus technologischer, ökonomischer und politischer Perspektive unter Berücksichtigung nationaler und EU-weiter Rahmensetzung sowie der starken Integration der deutschen Wirtschaft in globalisierte Märkte.

1. AG-Sitzung

Fahrradstraße

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AG Verkehr

1. AG-Sitzung

Laptop

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AG Digitalisierung

Leitfrage der AG: Wie kann die Digitalisierung in den Sektoren Gebäude und Industrie so ausgerichtet werden, dass sie die Erreichung der übergeordneten Klimaziele ermöglicht und gleichzeitig die IT-eigenen Umweltwirkungen im Sinne von Green IT so minimiert werden, dass die Einsparwirkungen in den Sektoren nicht durch Mehrverbräuche der IT wieder aufgezehrt werden.

Ziel des Prozesses: Entwicklung eines Maßnahmensets, um Digitalisierung (in den Sektoren Gebäude und Industrie) und Green IT so zu gestalten, dass sie der Erreichung der Klimaziele dienen. Darüber hinaus sollen eine Bewertung der Nettoeffekte der Digitalisierung vorgenommen und ein Entwicklungspfad der Energieverbräuche der IT bis 2030 beschrieben werden

1. AG-Sitzung

Gang in einer Bibliothek

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AG Qualifikation und Fachkräfte

Ziel des Prozesses der AG Fachkräfte und Qualifizierung ist es, einen Maßnahmenplan 2050 für die Fachkräftesicherung zu erstellen.

1. AG-Sitzung

Solarpanele

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AG Systemfragen

In vor allem sektoral strukturierten AGs (Industrie, Gebäude, Verkehr) wie auch in AGs mit Querschnittsthemen (Fachkräfte, Digitalisierung) können weitgehend alle für die Energieeffizienz relevanten Zukunftsthemen adressiert und abgedeckt werden.

Dennoch werden Fragen offenbleiben: Die AG Systemfragen wird Einzelthemen behandeln, die durch die anderen AGs nicht abgedeckt werden können. Dies betrifft u. a. das Verhältnis von Energie- und Ressourceneffizienz, soziale Aspekte der Effizienzpolitik und der übergeordneten staatlichen Zielsetzungen, Indikatoren und Steuerung (Governance).

1. AG-Sitzung