Auf Einladung der WOBCOM GmbH und des eco – Verband der Internetwirtschaft trafen sich am 6. Oktober 2020 rund 70 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit in Wolfsburg zum Austausch über Digitale Souveränität, Innovation und GAIA-X. In einer Podiumsdiskussion – moderiert von Dr. Sabine Wilfling – kamen insgesamt sieben interdisziplinären Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen. Dabei diskutierten sie über die Voraussetzungen und Erfolgsfaktoren für den Aufbau einer digitalen europäischen Ökonomie, die Souveränität einer entstehenden Datenwirtschaft sowie die Rolle der Smart City Wolfsburg als Vorbild für GAIA-X.

Was GAIA-X von der Smart City Wolfsburg lernen kann

Nicht ohne Grund fand die Veranstaltung in Wolfsburg statt: Es zeigte sich schnell, dass das europäische Projekt GAIA-X einiges von der Smart City Wolfsburg lernen kann. Innovation und Digitale Souveränität müssen in Europa sichergestellt werden, das steht fest. Für diese Ziele kann die Stadt Wolfsburg als Vorbild dienen. Denn was in der deutschen Smart City auf kommunaler Ebene noch ohne GAIA-X funktioniert, soll später mit GAIA-X im industriellen und europäischen Maßstab selbstverständlich werden: Daten sicher sammeln, souverän austauschen, um gemeinsam von digitalen Produkten und Services zu profitieren.

„Bis dato teilen Unternehmen nur ungern Daten miteinander“, sagte Ernst Stöckl-Pukall, Referatsleiter für Digitalisierung und Industrie 4.0 im Bundeswirtschaftsministerium. GAIA-X ist die Lösung, um berechtigte Schutzinteressen zu wahren, Chancen der Datenökonomie voll auszuschöpfen und den digitalen Binnenmarkt zu realisieren. „Eine starke Industrie braucht GAIA-X als Grundstock für digitales Wachstum und weiteren Wohlstand“, so Stöckl-Pukall.

Die Stadt hat bewiesen, dass die sektorübergreifende Zusammenarbeit von Wirtschaft und Verwaltung ein entscheidender Erfolgsfaktor darstellt, der funktionieren kann. Durch das Projekt #WolfsburgDigital ist die Stadt seit Jahren im digitalen Wandel. Hierbei arbeiten viele Industriepartner mit der Stadt seit 2016 Hand in Hand. Der Grundstein hierfür sind Kollaborationen und Vertrauen. Denn Herausforderungen beim Bau einer Smart City können nur gemeinsam gelöst werden. Start-ups, KMUs und Großkonzerne haben zusammen daran gearbeitet, die Basis für eine Smart City zu legen. Auf einer technologischen Ebene wurden skalierbare Infrastrukturen geschaffen. So gestaltete die Stadt beispielsweise durch den Ausbau der Glasfaserinfrastruktur und ersten Projekten wie dem Aufbau einer offenen Datenplattform oder einem digitalen Zentrum „Markthalle – Raum für digitale Ideen“ ihre digitale Zukunft. Wenn unmittelbare Herausforderungen z.B. in der Verkehrsplanung und Daseinsvorsorge gemeinsam angegangen werden, entsteht Innovation.

GAIA-X: Gemeinsam an Herausforderungen arbeiten

„Gemeinsam mit Volkswagen haben wir Wolfsburg zu einer Modellstadt für Mobilität und Digitalisierung entwickelt“, sagte Dennis Weilmann, CDO bei der Stadt Wolfsburg. So sammelt die Stadt beispielsweise Daten, um den Verkehr intelligent zu steuern, Umweltbelastungen zu minimieren und die Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger zu verbessern. „Wir führen alle Informationen auf einer sicheren Plattform zusammen, machen sie darüber kontrolliert verfügbar und schaffen den Nährboden für digitale Innovationen“, erläuterte Weilmann.

Nur wenn es Wirtschaft, Politik und Wissenschaft gemeinsam schaffen, ein Daten-Ökosystem des Vertrauens zu etablieren, können neue Formen der Zusammenarbeit und Innovationen entstehen. Was Wolfsburg eindrücklich gezeigt hat, setzen sich auch die Projektteilnehmer für GAIA-X zum Ziel. Die Veranstaltung in Wolfsburg zeigte nochmal deutlich, dass der Bewusstseinswandel, Probleme und Herausforderungen in Wirtschaft und Veraltung kollaborativ zu lösen, auf europäischer Ebene dringend angestoßen und mittels GAIA-X umgesetzt werden muss.

Teil 2 der Blogreihe zum Thema „Wie kann GAIA-X zum Erfolg werden?“ folgt in Kürze.