Ganz gleich ob über das Smart Phone oder beim Online-Shopping – jeder von uns produziert täglich enorme Mengen an Daten, die aber an sich wertlos sind. Werden allerdings Daten in einen Kontext gestellt und miteinander verbunden, wie zum Beispiel korrelierende Verbrauchs- oder Marktdaten, so bilden diese ein elementares Fundament für eine digitale Ökonomie. Bestimmte Unternehmen am Markt sind bereits Vorreiter in der digitalen Wertschöpfung und nutzen die Daten für digitale Technologien und selbstlernende KI-gestützte Systeme. Mit GAIA-X nimmt die EU diesen Trend der digitalen Entwicklung auf, bündelt bereits bestehende europäische Kräfte für einen digitalen Binnenmarkt und stellt ihre Gestaltungssouveränität sicher. Eine europäische Dateninfrastruktur ist die technische Grundlage für Fortschritt in vielen Bereichen der Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Mit dem zukunftsgerichteten europäischen Unterfangen werden unterschiedliche Sektoren, wie zum Beispiel der Gesundheitsbereich oder das Finanzwesen hinsichtlich der Digitalisierung sowie Vernetzung gestärkt, und ihnen die Möglichkeiten geboten, weiter in die Thematik der Datenwirtschaft vorzudringen.

Seit 2019 baut die EU einen europäischen Datenraum auf, in dem die geplante europäische Cloud das Fundament des digitalen Binnenmarkts bildet. Doch noch befindet sich die Idee „einer digitalen Ökonomie beziehungsweise eines digitalen Binnenmarkts“ in der Modellierungsphase und die Anforderungen daran werden definiert. Gemäß europäischer Standards sollen Datensicherheit und -souveränität beim Datenaustausch gewährleistet werden. Privatpersonen, Unternehmen, Behörden oder Forschungseinrichtungen sollen die jeweilige Datenhoheit bei sich behalten, um das teure Gut „Vertrauen“ nicht zu verlieren. Doch neben Vertrauen in die digitalen Systeme gilt es auch, die Privatsphäre jeder einzelnen Person zu schützen sowie die Geschäfts- beziehungsweise Forschungsgeheimnisse zu bewahren. Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Behörden jederzeit, kurzfristig sowie temporär auf eine große und verschlüsselte Datenmenge zugreifen und jene Daten untereinander austauschen können. Um diesen konträren Anforderungen gerecht zu werden, wird die Festlegung von Regeln, technischen und wirtschaftlichen Standards und deren Einhaltung benötigt. Denn nur so kann gewährleistet werden, dass zum Beispiel eine Forschungseinrichtung Zugriff auf anonymisierte Patientendaten erhält und zugleich die Rechte der Dateninhaber geschützt werden.

Es gilt: Die EU muss jetzt ihr Territorium in der digitalen Datenwirtschaft abstecken und die Idee der „digitalen Ökonomie“ weiterwachsen lassen. Denn der Schlüssel zu zukünftig florierenden Sektoren sind leistungsstarke Dateninfrastrukturen.

Das gesamte Interview von Herrn Harald Summa, Hauptgeschäftsführer des eco-Verbands der Internetwirtschaft und Vorstandsvorsitzender des DE-CIX in Frankfurt, können Sie hier nachlesen.

Autoren: Andreas Weiss (eco-Verband) und Harald Summa (eco-Verband; DE-CIX)

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