Mehrere Personen mit Laptops, Telefon und Unterlagen an einem Tisch zum Thema Unternehmensgründungen; Quelle: istockphoto.com/Rawpixel

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Für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft und für den zukünftigen Wohlstand unserer Gesellschaft sind junge, innovative Unternehmen von zentraler Bedeutung. Dies gilt insbesondere mit Blick auf die Digitalisierung und die sich daraus ergebenden wirtschaftlichen Chancen. Gute, zukunftsträchtige Ideen sind dafür die Basis. Um diese Ideen umzusetzen, steht allerdings nicht immer eine ausreichende private Finanzierung bereit. Der Blick auf andere erfolgreiche Start-up-Standorte zeigt: Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist der Zugang zu Wagniskapital.

Gerade Berlin hat in jüngster Zeit als Investitionsziel viel Aufmerksamkeit erfahren. Dennoch gilt auch für Berlin, was für ganz Deutschland symptomatisch ist: Die erfolgversprechenden Start-ups sind klein und wachsen relativ langsam. Wenn wir zu den erfolgreichsten Märkten aufschließen wollen, brauchen wir einen stärkeren deutschen Wagniskapitalmarkt - gerade für besonders kapitalintensive Finanzierungen in der Wachstumsphase.

Die Bundesregierung hat eine Reihe von Förderinstrumenten (PDF, 251 KB) aufgesetzt, die Beteiligungskapital oder Zuschüsse für innovative Gründungsvorhaben bereitstellen. Damit sollen Unternehmensgründerinnen und -gründer mobilisiert und das Gründungsklima an Hochschulen und Forschungseinrichtungen verbessert werden: Für mehr Dynamik bei technologieorientierten und wissensbasierten Firmengründungen und ein nachhaltiges Wachstum dieser Unternehmen.

Zu den Programmen sowie Förderinstrumenten im Einzelnen:

INVEST - Zuschuss für Wagniskapital

Mit dem "INVEST - Zuschuss für Wagniskapital" unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) Beteiligungen privater Investoren – insbesondere Business Angels – an jungen innovativen Unternehmen mit einem Erwerbszuschuss in Höhe von 20 Prozent der Investitionssumme. Zusätzlich werden bei natürlichen Personen Veräußerungsgewinne pauschal mit einem Exitzuschuss in Höhe von 25 Prozent bezuschusst, um die auf Veräußerungsgewinne fälligen Steuern zu kompensieren. Mit diesen beiden Zuschüssen sollen die Finanzierungsbedingungen von Start-ups verbessert werden.

Weitere Informationen zu "INVEST - Zuschuss für Wagniskapital" finden sie hier.

EXIST- Existenzgründungen aus der Wissenschaft

Die Bundesregierung fördert mit dem Programm "EXIST" zum einen konkrete High-Tech Start-up-Projekte (Förderlinien EXIST Gründerstipendium und Forschungstransfer) sowie über die Förderlinie EXIST Gründungskultur „EXIST Potentiale“ Maßnahmen zur Verankerung einer Kultur der unternehmerischen Selbständigkeit und zur Stärkung des Unternehmergeistes an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Mit dem Haushaltsjahr 2019 hat das BMWi die Mittel für das Förderprogramm EXIST mehr als verdoppelt, sodass mehr Gründungsvorhaben gefördert werden können.

Das "EXIST-Gründerstipendium" des BMWi fördert Studierende und Absolventen bei der Vorbereitung innovativer Unternehmensgründungen und bei der Ausarbeitung eines Businessplans. "EXIST-Forschungstransfer" unterstützt technisch besonders anspruchsvolle Gründungsvorhaben, aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die relativ lange Entwicklungszeiten haben. Die neue wettbewerbliche Förderlinie "EXIST-Potentiale“ konnte dank der zusätzlichen Haushaltsmittel mit drei Schwerpunkten ausgestattet werden (Professionalisierung/Regionalisierung/Internationalisierung) und wird Anfang des Jahres 2019 starten.

Weitere Informationen zu den verschiedenen Programmsäulen von EXIST finden Sie hier.

German Accelerator (GA)

Der German Accelerator unterstützt deutsche Start-ups dabei ihre Geschäftsmodelle im Ausland einzuführen und die Wachstumschancen ausländischer Start-up-Hubs zu nutzen. Im Jahr 2018 wurde neben den bestehenden Standorten in den USA (Silicon Valley, New York City und Boston/Cambridge für Life Sciences) für den Bereich Süd-Ost-Asien in Singapur ein neuer German Accelerator Standort aufgebaut.

High-Tech Gründerfonds

Der High-Tech Gründerfonds investiert Risikokapital in junge Technologieunternehmen und sorgt für die notwendige Betreuung und Unterstützung des Managements von jungen Start-ups. Voraussetzungen für eine Finanzierung sind vielversprechende Forschungsergebnisse, eine innovative technologische Basis sowie eine chancenreiche Marktsituation.

Weitere Informationen zum High-Tech Gründerfonds finden Sie hier.

coparion

Der Venture Capital-Fonds coparion investiert Risikokapital ininnovative Technologieunternehmen in der Start-up- und frühen Wachstumsphase. Antragsberechtigt sind kleine innovative Technologieunternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit Betriebssitz in Deutschland. Finanziert wird coparion durch das ERP-Sondervermögen, die KfW Capital und die Europäische Investitionsbank (EIB).

Weitere Informationen zu coparion finden Sie hier.

ERP/EIF-Dachfonds, European Angels Fonds

Der im Rahmen der ERP-Förderprogramme gemeinsam vom Europäischen Investitionsfonds (EIF) und dem ERP-Sondervermögen finanzierte Dachfonds beteiligt sich an Venture-Capital-Fonds, die in Technologieunternehmen in ihrer frühen Entwicklungsphase investieren oder Anschlussfinanzierungen für Technologieunternehmen in der Früh- oder Wachstumsphase bereitstellen. Ein Teil der Mittel wird für den European Angels Fund (EAF) eingesetzt. Dieser kofinanziert die Investitionen ausgewählter und erfahrener Business Angels sowie anderer nicht-institutioneller Investoren, die sich an innovativen Unternehmen beteiligen. Durch die bereitgestellten Kofinanzierungsmittel erhöht der Fonds die Finanzkraft der Investoren und unterstützt damit die Finanzierung innovativer Unternehmen in ihrer Gründungs-, Früh- und Wachstumsphase.

Weitere Informationen zum ERP/EIF-Dachfonds und zum European Angels Fonds finden Sie hier.

Kontakt:
Europäischer Investitionsfonds
96 Blvd Konrad Adenauer
L-2968 Luxembourg
E-Mail: eaf@eif.org
www.eif.org/what_we_do/equity/eaf/index.htm

ERP/EIF-Wachstumsfazilität

Die ebenfalls gemeinsam vom ERP-Sondervermögen und Europäischem Investitionsfonds aufgelegte Wachstumsfazilität mit einem Volumen von 500 Millionen Euro zielt auf die Finanzierung von Unternehmen in der Wachstumsphase ab. Als Co-Investmentfonds investiert sie gemeinsam mit erfolgreichen Wagniskapitalfonds in innovative deutsche Wachstumsunternehmen.

Weitere Informationen zur ERP/EIF-Wachstumsfazilität finden Sie hier.

ERP-VC-Fondsinvestments

Die 2018 neu gegründete KfW-Beteiligungsgesellschaft KfW Capital beteiligt sich im Auftrag und im Risiko des ERP-Sondervermögens an Wagniskapitalfonds in Deutschland und Europa. Ziel ist es, das Wagniskapitalangebot für technologieorientierte Start-ups und junge Unternehmen in der Wachstumsphase in Deutschland zu verbessern und dazu beizutragen, die Kapitalangebotslücke in der Start-up- und Wachstumsphase zu schließen. Ab 2020 wird ein Investitionsvolumen von insgesamt 180 Millionen Euro pro Jahr angestrebt.

Die einzelnen Beteiligungen sollen ein Volumen von maximal 25 Millionen Euro haben und erfolgen an ausgewählten Wagniskapitalfonds mit Sitz in Deutschland oder Europa, die sowohl die Start-up-, als auch die Wachstumsphase junger Unternehmen abdecken können und die maßgeblich in Deutschland investieren. Grundsätzlich sind Beteiligungen an Wagniskapitalfonds mit einem branchenerfahrenen Team vorgesehen. Daneben sind jedoch auch Beteiligungen an neu gegründeten Fondsgesellschaften (sog. "First Time"-Fonds) möglich. Der Fokus der Beteiligungen soll auf Fonds für Start-ups aus technologieorientierten Branchen liegen (zum Beispiel IT und E-Commerce, Biotech, Life Science, MedTech, Cleantech). Auch eine Beteiligung an "Social Venture" - Fonds kommt in Betracht, die sich an kommerziell agierenden Sozialunternehmen beteiligen. Daneben sind auch Beteiligungen an so genannten „Venture Debt”-Fonds möglich (auch „Venture Loan Fonds” oder „Growth Debt Fonds” genannt), für welche die gleichen Grundlagen und Konditionen wie für Wagniskapitalfonds gelten.

Antragsteller/Manager von VC-Fonds können sich zur Kontaktaufnahme an die KfW wenden.

Kontakt:
KfW Capital
Bockenheimer Landstraße 98
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 69 7431 8880
E-Mail: info-kfw-capital@kfw.de
kfw-capital.de

Kapitalsuchende Unternehmen können die Finanzierungsmöglichkeit indirekt wahrnehmen. Erste Informationen finden Sie hier.