Mehrere Personen mit Laptops, Telefon und Unterlagen an einem Tisch zum Thema Unternehmensgründungen; Quelle: istockphoto.com/Rawpixel

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Für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft und für den zukünftigen Wohlstand unserer Gesellschaft sind junge, innovative Unternehmen von zentraler Bedeutung. Dies gilt insbesondere mit Blick auf die Digitalisierung und die sich daraus ergebenden wirtschaftlichen Chancen. Gute, zukunftsträchtige Ideen sind dafür die Basis. Um diese Ideen umzusetzen, stehen jungen Unternehmen allerdings nicht immer ausreichende Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung. Ein entscheidender Erfolgsfaktor speziell für Start-ups und junge Technologieunternehmen ist ein guter Zugang zu Wagniskapital. Insbesondere in der kapitalintensiven Wachstumsphase ist es für Start-ups hierzulande aber häufig nicht leicht, eine Finanzierung zu erhalten. Deutschland muss als Investitionsstandort auch für Wagniskapitalinvestitionen international wettbewerbsfähiger werden. Daher stellt die Bundesregierung mit einer Vielzahl an passgenauen Instrumenten Wagniskapital aus öffentlichen Mitteln zur Verfügung und mobilisiert damit gleichzeitig private Investitionen für den deutschen Wagniskapitalmarkt.

Die Bundesregierung hat eine Reihe von Finanzierungsinstrumenten aufgelegt, die Beteiligungskapital oder Zuschüsse für innovative Gründungsvorhaben bereitstellen. Damit sollen Unternehmensgründerinnen und -gründer mobilisiert und das Gründungsklima an Hochschulen und Forschungseinrichtungen verbessert werden: Für mehr Dynamik bei technologieorientierten und wissensbasierten Firmengründungen, ein nachhaltiges Wachstum dieser Unternehmen und einen dauerhaft wettbewerbsfähigen Standort Deutschland.

Zu den Programmen sowie Förderinstrumenten des BMWi im Einzelnen:

INVEST - Zuschuss für Wagniskapital

Mit dem "INVEST - Zuschuss für Wagniskapital" unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) Beteiligungen privater Investoren – insbesondere Business Angels – an jungen innovativen Unternehmen mit einem Erwerbszuschuss in Höhe von 20 Prozent der Investitionssumme. Zusätzlich werden bei natürlichen Personen Veräußerungsgewinne pauschal mit einem Exitzuschuss in Höhe von 25 Prozent bezuschusst, um die auf Veräußerungsgewinne fälligen Steuern zu kompensieren. Mit diesen beiden Zuschüssen sollen die Finanzierungsbedingungen von Start-ups verbessert werden.

Weitere Informationen zu "INVEST - Zuschuss für Wagniskapital" finden sie hier.

EXIST- Existenzgründungen aus der Wissenschaft

Die Bundesregierung fördert mit dem Programm "EXIST" zum einen konkrete Start-up-Projekte aus dem High Tech Bereich (Förderlinien EXIST Gründerstipendium und Forschungstransfer) sowie über die Förderlinie EXIST Gründungskultur „EXIST Potentiale“ Maßnahmen zur Verankerung einer Kultur der unternehmerischen Selbständigkeit und zur Stärkung des Unternehmergeistes an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Mit dem Haushaltsjahr 2019 hat das BMWi die Mittel für das Förderprogramm EXIST mehr als verdoppelt, sodass mehr Gründungsvorhaben gefördert werden können. Ab 2021 werden zusätzliche Mittel aus dem Koalitionspaket 43 zur Förderung von dezidierten KI Startup Projekten bereit gestellt und ab 2022 profitiert EXIST weiterhin von Mitteln aus dem Zukunftsfonds Automobilwirtschaft.

Das "EXIST-Gründerstipendium" des BMWi fördert Studierende und Absolventen bei der Vorbereitung innovativer Unternehmensgründungen und bei der Ausarbeitung eines Businessplans. "EXIST-Forschungstransfer" unterstützt technisch besonders anspruchsvolle Gründungsvorhaben, aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die relativ lange Entwicklungszeiten haben. Mit der Förderlinie "EXIST-Potentiale“ werden seit 2020 bundesweit 142 Hochschulen in drei Schwerpunkten (Professionalisierung/Regionalisierung/Internationalisierung) bei der Umsetzung ihrer vierjährigen Projekte unterstützt.

Weitere Informationen zu den verschiedenen Programmsäulen von EXIST finden Sie hier.

German Accelerator (GA)

Der German Accelerator unterstützt deutsche Start-ups bei der Skalierung ihrer Geschäftsmodelle und bei der Nutzung von Wachstumschancen ausländischer Start-up-Hubs. Anfang des Jahres 2021 wurde der German Accelerator finanziell verstärkt, inhaltlich neu aufgestellt und hat nun drei Programmlinien (Startup Academy für die Vorbereitung noch in Deutschland / Market Discovery zur Weiterentwicklung des Geschäftsmodells in Asien / Market Access für die konkrete Markteintrittsunterstützung auch vor Ort in den USA, Südostasien, Japan und Korea). Es bestehen Standorte und Programmangebote in und für die USA (Silicon Valley, New York City und Boston/Cambridge für Life Sciences) und für Süd-Ost-Asien (Singapur) sowie Indien, Japan, Korea und China. Ab 2021 profitiert der GA zusätzlich von den KI Startup Finanzmitteln des Koalitionspaketes Nr. 43 zur KI Startup Förderung.


Zukunftsfonds

Der Bund stellt seit Anfang 2021 zehn Milliarden Euro für einen Beteiligungsfonds für Zukunftstechnologien („Zukunftsfonds“) bei der KfW zur Förderung des Wagniskapitalmarkts in Deutschland bereit. Der Zukunftsfonds ist eine Kombination aus quantitativem Ausbau und qualitativer Erweiterung bestehender Finanzierungsangebote und umfasst auch die Entwicklung neuer Instrumente. Damit sollen zum einen alle Entwicklungsphasen von Start-ups mit einem Schwerpunkt auf den Ausbau der Wachstumsfinanzierung angesprochen werden und zum anderen bislang unzureichend einbezogene Marktsegmente stärker berücksichtigt werden. Der Zukunftsfonds besteht aus mehreren Modulen, die ineinandergreifen und sich im Sinne eines Baukastens ergänzen sollen. Mehr erfahren.

High-Tech Gründerfonds

Der High-Tech Gründerfonds investiert Risikokapital in junge Technologieunternehmen und sorgt für die notwendige Betreuung und Unterstützung des Managements von jungen Start-ups. Voraussetzungen für eine Finanzierung sind vielversprechende Forschungsergebnisse, eine innovative technologische Basis sowie eine chancenreiche Marktsituation.

Weitere Informationen zum High-Tech Gründerfonds finden Sie hier.

DeepTech Future Fonds

Der DeepTech Future Fonds (DTFF) ist ein neuer Investitionsfonds im Bereich Hoch-Technologie (Deep-Tech), der mit Mitteln des Zukunftsfonds und des ERP-Sondervermögens finanziert wird. Seine Aufgabe: Deep-Tech-Unternehmen mit validiertem Geschäftsmodell nachhaltiges Wachstum bei gleichzeitigem Erhalt der Eigenständigkeit zu ermöglichen. Der Fonds soll den Innovationsstandort Deutschland durch diese Langfrist-Perspektive weiter stärken und für Hochtechnologie-Unternehmen nachhaltig attraktiver machen. Dem DTFF steht über die kommenden zehn Jahre perspektivisch ein Gesamtinvestitionsvolumen von bis zu 1 Mrd. Euro zur Verfügung.

Weitere Informationen zum DeepTech Future Fonds finden Sie hier.

coparion

Der Venture Capital-Fonds coparion investiert Risikokapital in innovative Technologieunternehmen in der Start-up- und frühen Wachstumsphase in Deutschland. Finanziert wird coparion durch das ERP-Sondervermögen, die KfW Capital und die Europäische Investitionsbank (EIB).

Weitere Informationen zu coparion finden Sie hier.

ERP/EIF-Dachfonds

Der gemeinsam vom Europäischen Investitionsfonds (EIF) und dem ERP-Sondervermögen finanzierte und vom EIF verwaltete ERP/EIF-Dachfonds beteiligt sich mit einem Volumen von 3,7 Mrd. Euro an Wagniskapitalfonds, die maßgeblich in technologieorientierte Start-ups in Deutschland investieren. Der ERP/EIF-Dachfonds ist branchenoffen ausgerichtet.

Weitere Informationen zum ERP/EIF-Dachfonds finden Sie hier.

European Angels Fund Germany

Aus dem Volumen des ERP/EIF-Dachfonds werden 400 Mio. Euro für den European Angels Fund Germany (EAF) eingesetzt. Der EAF kofinanziert die Investitionen ausgewählter und erfahrener Business Angels sowie anderer nicht-institutioneller Investoren, die sich an innovativen Unternehmen beteiligen. Durch die bereitgestellten Kofinanzierungsmittel erhöht der EAF die Finanzkraft der Investoren und unterstützt damit die Finanzierung innovativer Start-ups. Der Investitionsschwerpunkt ist branchenoffen auf technologieorientierte Unternehmen aus Deutschland in ihrer Gründungs-, Früh- und Wachstumsphase ausgerichtet.

Weitere Informationen zum European Angels Fund Germany finden Sie hier.

GFF EIF Wachstumsfazilität

Unter dem Dach des Zukunftsfonds wurde im Juni 2021 die vom EIF verwaltete GFF EIF Wachstumsfazilität aufgelegt, die über einen Zeitraum von zehn Jahren bis zu 3,5 Mrd. Euro in Wachstumsfonds und in großvolumigere Wachstumsfinanzierungsrunden von Start-ups investiert.

Weitere Informationen zur GFF EIF Wachstumsfazilität finden Sie hier.

ERP-VC-Fondsinvestments

Die 2018 neu gegründete KfW-Beteiligungsgesellschaft KfW Capital beteiligt sich im Auftrag und im Risiko des ERP-Sondervermögens an Wagniskapitalfonds in Deutschland und Europa. Ziel ist es, das Wagniskapitalangebot für technologieorientierte Start-ups und junge Unternehmen in der Wachstumsphase in Deutschland zu verbessern und dazu beizutragen, die Kapitalangebotslücke in der Start-up- und Wachstumsphase zu schließen. Ab 2020 wird ein Investitionsvolumen von insgesamt 180 Millionen Euro pro Jahr angestrebt.

Die einzelnen Beteiligungen sollen ein Volumen von maximal 25 Millionen Euro haben und erfolgen an ausgewählten Wagniskapitalfonds mit Sitz in Deutschland oder Europa, die sowohl die Start-up-, als auch die Wachstumsphase junger Unternehmen abdecken können und die maßgeblich in Deutschland investieren. Grundsätzlich sind Beteiligungen an Wagniskapitalfonds mit einem branchenerfahrenen Team vorgesehen. Daneben sind jedoch auch Beteiligungen an neu gegründeten Fondsgesellschaften (sog. "First Time"-Fonds) möglich. Der Fokus der Beteiligungen soll auf Fonds für Start-ups aus technologieorientierten Branchen liegen (zum Beispiel IT und E-Commerce, Biotech, Life Science, MedTech, Cleantech). Auch eine Beteiligung an "Social Venture" - Fonds kommt in Betracht, die sich an kommerziell agierenden Sozialunternehmen beteiligen. Daneben sind auch Beteiligungen an so genannten „Venture Debt”-Fonds möglich (auch „Venture Loan Fonds” oder „Growth Debt Fonds” genannt), für welche die gleichen Grundlagen und Konditionen wie für Wagniskapitalfonds gelten.

Antragsteller/Manager von VC-Fonds können sich zur Kontaktaufnahme an die KfW wenden.

Kontakt:
KfW Capital
Bockenheimer Landstraße 98
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 69 7431 8880
E-Mail: info-kfw-capital@kfw.de
kfw-capital.de

Kapitalsuchende Unternehmen können die Finanzierungsmöglichkeit indirekt wahrnehmen. Erste Informationen finden Sie hier.

European Innovation Council (EIC)

Der EIC Accelerator unterstützt mit 1 Mrd. Euro allein im Jahr 2021 hochrisikoreiche innovative Start-ups und KMU mit disruptiven Technologien und Geschäftsmodellen mit einem neuartigen Beteiligungsfonds auf dem Weg zur Kommerzialisierung. Im Wege einer Mischfinanzierung, bestehend aus Finanzhilfen und Beteiligungskapital, können verhältnismäßig marktnahe bahnbrechende, aber sehr risikoreiche Ideen mit bis zu 17,5 Mio. Euro gefördert werden.


Weitere Informationen zum EIC und der Nationalen Kontaktstelle finden Sie hier: https://www.nks-eic-accelerator.de/ und hier: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/Innovationspolitik/forschung-und-innovation-in-kmu-foerdern.html.

Weitere Informationen:

https://www.eif.org/index.htm

https://www.eif.org/what_we_do/resources/erp/index.htm?lang=-en

www.coparion.vc

https://deeptech-future-fonds.de

Finanzierungs- und Förderberatung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi)

Die Finanzierungsexperten des BMWi informieren über Fördermöglichkeiten für Existenzgründerinnen und Existenzgründer, für Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und für Angehörige der freien Berufe. Sie

  • geben Hinweise und Tipps, welche Förderprogramme für Ihr Vorhaben zur Verfügung stehen,
  • beraten und unterstützen zu Fragen der Vorbereitung auf das Bankgespräch,
  • helfen bei Finanzierungsproblemen und
  • vermitteln Hintergrundwissen zu Fragen der Finanzierungsmöglichkeiten (wie beispielsweise zu Eigen- und Fremdkapitalbeschaffung, Bonitätsaspekten und Sicherheitenstellung, Liquiditätsunterstützung, Haftungsfreistellungen).

So erreichen Sie die Experten der BMWi-Förderberatung:

montags - donnerstags von 09:00 bis 16:00 Uhr und
freitags von 09:00 bis 12:00 Uhr
telefonisch unter 030 - 18 615 8000
oder per eMail: foerderberatung@bmwi.bund.de.

Die Förderberatung Innovation und Forschung des Bundes informiert potentielle Antragsteller über die Forschungsstruktur des Bundes, die Förderprogramme und deren Ansprechpartner sowie über aktuelle Förderschwerpunkte und -initiativen. Forschende Unternehmen können sich insbesondere an den Lotsendienst für Unternehmen bei der Förderberatung des Bundes wenden.

Kostenfreie Hotline: 0800 2623-008
E-Mail: beratung@foerderinfo.bund.de
Internet: www.foerderinfo.bund.de