Ein wichtiges Ziel der vorgeschlagenen Novellierung ist - neben einer Anhebung der Auditqualität - rund 2.800 Unternehmen mit geringem Energieverbrauch mittels einer Bagatellschwelle [400.000 kWh/ Jahr Gesamtenergieverbrauch] von der Pflicht zu befreien, ein umfassendes Energieaudit nach §§ 8 ff. EDL-G (Umsetzung von EU-Recht) durchzuführen.

Untersuchungen zur ersten Energieauditrunde im Jahr 2015 haben gezeigt, dass für diese Unternehmen die Durchführung eines Energieaudits meist in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zu den erwarteten Energieeinsparungen steht. Weiterhin strebt der Gesetzentwurf eine Verbesserung der Qualifikation von Energieauditoren durch Einführung einer Pflicht zur Fort- und Weiterbildung an, um - auch im Interesse der Unternehmen - eine möglichst hohe Qualität der Beraterleistung zu gewährleisten.

Der Gesetzentwurf zielt ferner auf eine möglichst unbürokratische Ausgestaltung der von der EU-Kommission geforderten Kontrolle der Umsetzung der Auditpflicht ab. Künftig wird von den betroffenen Unternehmen gefordert, ausgewählte Basisdaten aus dem Bericht des Energieberaters über eine nicht öffentliche Online-Maske zu melden. Dem Interesse von Unternehmen am Schutz von Betriebsgeheimnissen wird hierbei selbstverständlich Rechnung getragen.

Die vorgeschlagene Novellierung des EDL-G wird darüber hinaus für Klarstellungen im Bereich der Definitionen, Inhalte des Auditberichts und des Aufgabenkatalogs des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) genutzt, um Rechtsunsicherheiten zu beseitigen.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat am 31. Januar 2019 die Länder- und Verbändeanhörung eingeleitet. Stellungnahmen zum Referentenentwurf konnten bis zum 7. Februar 2019 eingereicht werden. Der ressortabgestimmte Gesetzentwurf wurde am 13. März 2019 vom Kabinett verabschiedet und befindet sich nach Stellungnahme des Bundesrates im parlamentarischen Verfahren.