Der Entwurf zur Änderung des Verdienststatistikgesetzes (VerdStatG) sieht vor, die Verdiensterhebung in weiten Teilen zu digitalisieren und gleichzeitig an die sich ändernden Wünsche der Nutzer anzupassen.

Mit der Reform werden die vierteljährliche Verdiensterhebung und die vierjährige Verdienststrukturerhebung zusammengeführt und auf eine monatliche Erhebung von Einzeldaten umgestellt. Die künftige Erhebung sieht eine umfassende Automatisierung und Digitalisierung inklusive dem Einsatz von künstlicher Intelligenz vor. Durch die weitgehend automatisierte Meldung von Daten, die in den Lohnbuchhaltungen der Unternehmen bereits vorliegen, sowie durch den Verzicht auf bisherige Erhebungsmerkmale wie Angaben zur Leistungsgruppe, deren Bereitstellung für die Unternehmen aufwändig ist, sollen die befragten Unternehmen insgesamt nicht zusätzlich belastet werden.

Die neue amtliche Datengrundlage wird detaillierte Analysen zur Wirkung des Mindestlohns, zur Einkommensverteilung sowie zum sogenannten Gender Pay Gap ermöglichen, dem Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern. Darüber hinaus wird es möglich sein, die Lohnentwicklung von Auszubildenden zeitnah statistisch nachzuweisen.

Am 20. November 2019 wurde die Anhörung der Länder und der Verbände eingeleitet. Stellungnahmen konnten bis zum 18. Dezember 2019 abgegeben werden. Insgesamt sind 7 Stellungnahmen eingegangen; alle Absender haben der Veröffentlichung ihrer Stellungnahmen zugestimmt.

Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf am 12. Februar 2020 verabschiedet. Der Bundesrat wird voraussichtlich in seiner Sitzung am 3. April 2020 darüber entscheiden eine Stellungnahme abzugeben. Dann berät der Bundestag über den Gesetzentwurf.