Bergmann hält ein Stück Mineral in der Hand, symbolisiert das Thema Rohstoffe und Ressourcen

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Rohstoffversorgung nachhaltig gestalten – Wertschöpfung erhalten

Ohne eine sichere Rohstoffversorgung droht Deutschland bei wichtigen Zukunftstechnologien wie der Elektromobilität, der Digitalisierung und der Energiewende an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Denn Rohstoffe stehen am Anfang der industriellen Wertschöpfung und haben damit einen großen Einfluss auf nachgelagerte Wirtschaftsbereiche.

Die Rohstoffpolitik der Bundesregierung muss dazu beitragen, die Versorgung der Wirtschaft mit Rohstoffen langfristig sicherzustellen, um die industrielle Wertschöpfung zu stärken. Mit der Fortschreibung der Rohstoffstrategie soll sowohl der sichere und wettbewerbsfähige als auch der verantwortungsvolle Rohstoffbezug in den Fokus des industriepolitischen Handelns rücken.

Die Fortschreibung der Rohstoffstrategie wird den aktuellen internationalen Entwicklungen Rechnung tragen. Beherrschende Rohstoffthemen sind heute beispielsweise

  • erhebliche Nachfrageveränderungen auf Grund von Technologieentwicklungen mit teils disruptiver Wirkung,
  • die Zunahme von Handelsstreitigkeiten und -beschränkungen,
  • Marktverzerrungen durch staatliche Eingriffe in die Rohstoffbeschaffung,
  • die hohe Marktmacht einzelner Unternehmen und Länder,
  • Verantwortung für soziale und umweltgerechte Lieferketten

Die Rohstoffstrategie blickt jedoch auch auf die heimische Rohstoffwirtschaft. So kommt es heute beispielsweise schon in einigen Teilen Deutschlands zu Versorgungengpässen bei Sand und Kies. Dies verteuert nicht nur das Bauen, sondern führt auch zu höheren Umwelt- und Klimaeinträgen, da die notwendigen Rohstoffe oft über größere Entfernungen transportiert werden müssen.

Die Schwerpunkte der Fortschreibung der Rohstoffstrategie:

  • Bilanz der Rohstoffstrategie 2010
    Welche Maßnahmen waren erfolgreich? Bei welchen Maßnahmen besteht Verbesserungspotential? Welche Maßnahmen sind aus heutiger Sicht nicht mehr zielführend?
  • Neue Herausforderungen an die Rohstoffpolitik
    Was bedeutet zum Beispiel die zunehmende Elektrifizierung der Mobilität für den weltweiten Rohstoffbedarf? Welche Rohstoffe werden in Zukunft verstärkt benötigt? Welche Bedarfe gehen zurück?
  • Die drei Säulen des Rohstoffbezugs: Heimische Rohstoffe, Importe, Recycling
    Wie kann die Versorgung der Bauwirtschaft mit heimischen Rohstoffen verbessert werden? Wie können wir die Rohstoffversorgung der Industrie langfristig sichern? Wie können wir die Rückgewinnung von Rohstoffen durch Recycling weiter stärken?
  • Nachhaltigkeit und Transparenz in der Lieferkette
    Wie können wir sicherstellen, dass die Rohstoffe die wir hier verarbeiten, unter Einhaltung von internationalen sozialen und ökologischen Standards gewonnen werden?

Wie soll die künftige Rohstoffstrategie der Bundesregierung ausgestaltet werden und welche Maßnahmen sind dazu geeignet? Bundesweit tätige Verbände, Unternehmen, Organisationen, Institutionen sowie Expertinnen und Experten haben die Gelegenheit, sich einzubringen und die Strategie mitzugestalten. Bitte schicken Sie uns dazu Ihre Stellungnahmen bis 23. Mai 2019 an rohstoffstrategie@bmwi.bund.de oder vereinbaren Sie einen Termin mit unseren Fachexperten. Die Stellungnahmen werden vertraulich behandelt und fließen in die Erarbeitung der Rohstoffstrategie der Bundesregierung ein.