Batterie eines Elektroautos

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Leitungsstarke, nachhaltig produzierte und kostengünstige Batterien sind zentral für die Elektrifizierung automobiler Antriebe und damit für den zukünftigen Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit deutscher und europäischer Automobilhersteller. Mehr noch: Batterien können auch zur Integration erneuerbarer Energien in das Stromsystem beitragen und spielen in vielen weiteren Anwendungen (zum Beispiel mobile Elektronik, Werkzeuge und so weiter) eine zunehmend wichtige Rolle. Für einen breiten Einsatz müssen Batterien aber noch leistungsfähiger, langlebiger, sicherer und kostengünstiger werden.

Das Herzstück jeder Batterie ist die Batteriezelle, auf die auch der größte Teil der Wertschöpfung entfällt. Beim Elektroauto ist dies etwa ein Drittel. Für die Zukunft der Elektromobilität hierzulande ist daher die Ansiedlung einer Batteriezellfertigung in Deutschland und Europa ein bedeutendes wirtschafts- und industriepolitisches Thema. So schätzt die Europäische Kommission das Marktpotenzial für in Europa produzierte automobile Batterien bis Mitte des nächsten Jahrzehnts auf bis zu 250 Milliarden Euro.

Investitionen in eine Batteriezellfertigung

Darum hat das Bundesministierum für Wirtschaft und Energie (BMWi) für den Haushalt 2019 die industrielle Fertigung von Batteriezellen für mobile und stationäre Energiespeicher als Schwerpunkt im sogenannten Energie- und Klimafonds (EKF) der Bundesregierung festgelegt und stellt bis zu 1 Milliarde Euro bis 2022 bereit. Damit soll die technologische Kompetenz zur Batteriezelle am Standort Deutschland gebündelt und gestärkt und eine wettbewerbsfähige Produktion erstmalig etabliert werden.

In der sozialen Marktwirtschaft ist es primär die Aufgabe privater Unternehmen, neue Technologien und damit auch eine industriell wettbewerbsfähige Batteriezellproduktion zu entwickeln, aufzubauen und marktfähig zu machen. Aufgabe des Staates ist es, hierfür notwendige Rahmenbedingungen zu schaffen und zeitlich begrenzte Anschubhilfe zu leisten. Das BMWi hat daher einen strategischen Ansatz zum Aufbau einer industriellen Batteriezellproduktion entwickelt, der gemeinsam mit allen Beteiligten in den nächsten Monaten weiter konkretisiert und umgesetzt wird.

Am 22. Februar 2019 hat das BMWi eine Bekanntmachung zur geplanten Förderung einer Batteriezellproduktion in Deutschland und Europa (PDF, 165 KB) veröffentlicht. Damit wird ein Interessensbekundungsverfahren gestartet, das es interessierten Unternehmen und Konsortien ermöglicht, Projektideen zum Aufbau einer wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Batteriezellproduktion zu unterbreiten.

Die Bekanntmachung ist wesentlicher Baustein eines offenen und transparenten Verfahrens zur Förderung einer Batteriezellproduktion am Standort Deutschland und die Grundlage für weitere Gespräche mit der europäischen Kommission zur beihilferechtlichen Genehmigung.

Ziel ist die Schaffung eines Verbundes für die Herstellung von Batteriezellen der neuesten Generationen, gemeinsam mit anderen europäischen Staaten. Gefordert ist die Einreichung von Projektbeschreibungen bis zum 15. März 2019. Die Skizzen sollen die Projektideen umfassend darstellen und die Notwendigkeit öffentlicher Förderung schlüssig begründen.

Forschung und Entwicklung für Batteriezellen „Made in Germany“

Die hier produzierten Batteriezellen sollen die internationalen Benchmarks bilden durch eine hohe Energiedichte und Leistungsfähigkeit zu wettbewerbsfähigen Preisen; eine lange Lebensdauer und eine hohe Zahl von Ladezyklen; nachhaltige und umweltverträgliche Produktions- und Entsorgungsbedingungen, zum Beispiel geringe CO2-Ausstöße bei Produktion und Logistik und eine hohe Recyclingquote sowie faire Arbeitsbedingungen in der gesamten Wertschöpfungskette der Batterieherstellung von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung. Daher sind auch Forschungs- und Entwicklungsmaßnahmen weiterhin von zentraler Bedeutung.

Das BMWi hat daher den Forschungsschwerpunkt zur Batterietechnik im Bereich "Schnittstellen der Energieforschung zu Mobilität und Verkehr" im 7. Energieforschungsprogramm gestärkt. Aktuell stellt das BMWi 16 Millionen Euro pro Jahr für Forschungsvorhaben zu Zelltechnologien, Komponenten, Modulen, Batteriesystemen und zur Integration in Fahrzeuge bereit. Die Integration von Batterien in das elektromobile Gesamtkonzept ist auch Bestandteil der Förderprogramme „Elektropower“ (BMWi) und der „Elektro-Mobil“ (BMWi gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium).

Mit der Forschungsförderung zielt das BMWi darauf, dass die Batterien durch verbesserte Materialien und weiterentwickelte Fertigungsmethoden zuverlässiger, sicherer und leistungsfähiger werden. Da die Batterie ganz wesentlich die für den Fahrzeugnutzer entscheidenden Fahrzeugeigenschaften bestimmt, trägt dies dazu bei, dass in Deutschland gefertigte Elektrofahrzeuge eine hohe Reichweite haben, oft aufgeladen werden können und sicher bleiben. Auch das Recycling von Batterien ist ein wichtiges aktuelles Forschungsthema.

Innovationskräfte bündeln: Europäische Zusammenarbeit bei Batteriezellen

Weil künftig leistungsstarke Batterien für viele Millionen Elektrofahrzeuge benötigt werden, ist es unerlässlich, dass auf europäischer Skala massiv in Produktionsstätten für Batteriezellen investiert wird. Denn allein der europäische Bedarf an Batteriezellen wird 2025 voraussichtlich mehr als das doppelte des heutigen Weltmarktes betragen. Um den Aufbau von hiesigen Produktionskapazitäten anzureizen und zu koordinieren, hat die Europäische Kommission die „EU Battery Alliance“ gegründet und lädt Industrie und Politik regelmäßig zum „High Level Meeting on Battery development and production in Europe“ ein. Zudem wird die Möglichkeit geprüft, eine gemeinsame europäische Initiative zur Batteriezellfertigung in der Form eines „Important project of common European Interest“ (IPCEI) ins Leben zu rufen.

Bundeswirtschaftsminister Altmaier und der französische Minister für ökologischen Wandel Nicolas Hulot haben im Juli 2018 in einer gemeinsamen Erklärung zur Energiezusammenarbeitet (in englischer Sprache) (PDF, 348 KB) den Aufbau einer europäischen Batteriezellfertigung als gemeinsames Ziel bekräftigt. Die diesbezüglichen gemeinsamen Aktivitäten wurden jüngst bei einem Treffen zwischen Bundeswirtschaftsminister Altmaier und dem französischen Minister für Wirtschaft und Finanzen, Bruno le Maire, in einer gemeinsamen Erklärung zur Batteriezellproduktion (in englischer Sprache) (PDF, 118 KB) weiter konkretisiert.