Artikel - Netze und Netzausbau

#NetzeJetzt - Die Rundreise des Bundesministers Altmaier zum Netzausbau

Einleitung

Vom 14. bis 16. August 2018 besuchte der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier, im Rahmen einer ersten Rundreise mehrere Städte und Gemeinden, die wichtig für den Ausbau des Stromnetzes sind. Den Netzausbau hatte er bei Amtsantritt zur Chefsache erklärt.

Bundesminister Peter Altmaier über die Energiewende und den Ausbau deutscher Stromnetze

Damit die Energiewende gelingt, muss der Ausbau neuer Stromleitungen deutlich schneller vorankommen als bisher. Um den Ausbau zu beschleunigen, suchte Bundesminister Peter Altmaier im August 2018 das Gespräch mit Akteuren vor Ort und machte sich ein Bild von den Problemen und Hindernissen beim Ausbau neuer Stromtrassen. Sie können die Reise des Ministers auf Facebook und Twitter unter dem Hashtag #NetzeJetzt nachverfolgen.

Das heutige Netz wurde mit Blick auf die alte Stromwelt errichtet. Strom aus konventionellen Kraftwerken (Kohle, Gas, Kernkraft) wurde an die Verbraucherinnen und Verbraucher in der Nähe verteilt.

Strom aus Wind und Sonne wird dagegen kostengünstig an den Standorten mit den besten Bedingungen und häufig dezentral erzeugt. Der Strom aus dezentralen Anlagen muss dann über Stromleitungen eingesammelt werden. Außerdem brauchen wir den Windstrom aus dem Norden und Osten in den Verbrauchszentren im Süden und Westen. Da unser Stromnetz nicht für diese Aufgaben errichtet wurde, kann es zu Netzengpässen kommen, wenn beispielsweise Windstrom nicht vom Norden in den Süden transportiert werden kann. Erzeugungsanlagen müssen dann vor dem Engpass abgeregelt und hinter dem Engpass wieder hochgefahren werden. Dies verursacht Kosten. Müssen Erneuerbare-Energien-Anlagen abgeregelt werden und übernehmen konventionelle Kraftwerke hinter dem Engpass dafür die Erzeugung entstehen außerdem zusätzliche Emissionen.

Zur besseren Synchronisierung des Ausbaus von Erneuerbaren Energien und Netzkapazitäten will die Bundesregierung deshalb die Bestandsnetze optimieren und den Netzausbau beschleunigen. Das Bundeswirtschaftsministerium hat dafür einen Aktionsplan Stromnetz (PDF, 92KB) vorgelegt.

Dieser Netzausbau kann nur gelingen, wenn es eine breite Unterstützung im ganzen Land für dieses Vorhaben gibt. Daher ist es wichtig, sowohl mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort, ihren Abgeordneten, Landrätinnen und Landräten, Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, als auch mit Vertreterinnen und Vertretern der Projektträger und Planungsbehörden zu sprechen.

Auf der Netzausbaureise zu Netzausbauvorhaben möchte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier deshalb vor Ort ins Gespräch kommen: Welche konkreten Diskussionen gibt es in der jeweiligen Region? Was sind die Sorgen der Betroffenen? Welche Lösungsansätze gibt es? Im Anschluss an die Netzausbaureise wird auf Basis der Erfahrungen der Reise der Aktionsplan Stromnetz weiter ausgearbeitet. Dazu gehört auch ein Netzgipfel mit den Länderministern, der nach der Sommerpause stattfinden wird. Denn schlussendlich sind die Länder für die meisten Planungsverfahren zuständig.

Stationen

Im Rahmen seiner Rundreise führte Bundesminister Altmaier zahlreiche Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Bundesnetzagentur, des Bürgerdialogs Stromnetz, der Stromnetzbetreiber Amprion und TenneT sowie mit Landes- und Kommunalpolitikern und lokalen Bürgerinitiativen. Die Stationen im Einzelnen:

Netzausbau mit neuer Technologie: Die von Amprion und Transnet BW geplante Trasse von Ultranet verläuft durch Sechtem (Umspannanlage), wo auch das EnLAG-Vorhaben 15 (Osterrath – Weißenthurm) verläuft. Bei der geplanten Hybridleitung Ultranet handelt es sich um den Einsatz neuer Technologien im Netzausbau (HGÜ-Pilotprojekt): Auf eine bestehende Wechselstromleitung soll ein zusätzliches Gleichstromkabel aufgelegt werden. Ultranet wird dadurch die erste „Hybridleitung“ mit Gleich- und Wechselstrom sein. Gleichstrom lässt sich über große Distanzen verlustfreier als Wechselstrom übertragen.

Ultranet ist wichtig für den Abtransport von Windenergie aus dem Norden und auch für die Versorgungssicherheit in Süddeutschland, wenn die deutschen Kernkraftwerke abgeschaltet werden. Vor Ort gibt es teilweise Diskussionen um elektromagnetische Felder („Strahlung“) und speziell in der Region Osterath um die Suche nach einem Konverter-Standort.

Dort, wo bei Teilerdverkabelung ein Erdkabel wieder an die Oberfläche tritt, müssen sogenannte Kabelübergabestationen (KÜS) gebaut werden, auch Kabelüberführungsstation oder Kabelgarten genannt. Die KÜS ist der Übergang von einem mit Höchstspannung betriebenen (üblichen) Freileitungssystem zu einem als Erdkabel ausgeführten Höchstspannungskabelsystem.

Die KÜS Borken ist Teil des Abschnitts 3 Borken–Nordvelen des EnLAG-Vorhabens Nr. 5 Dörpen West (Niedersachen) – Wesel (Nordrhein-Westphalen). Das Gesamtvorhaben ist eine 181 Kilometer lange 380-Kilovolt-Leitung, die von Amprion in Kooperation mit TenneT geplant und gebaut wird. Amprion ist für den 150 Kilometer langen Teil zwischen Wesel nach Meppen, also auch für Borken verantwortlich.

Erdkabel sind im Höchstspannungswechselstromnetz noch lange nicht Stand der Technik. Als eines von über zehn Pilotprojekten dient das EnLAG-Vorhaben Nr. 5 von Dörpen West (Niedersachsen) nach Wesel (Nordrhein-Westfalen) dazu, den Einsatz von Erdkabeln beim Betrieb von Höchstspannungsleitungen mit Wechselstrom zu erproben. Der Leitungsneubau wird teilweise in Trassenräumen bestehender Freileitungen und teilweise in neuer Trasse errichtet.

Das Vorhaben von Amprion und TenneT (in Dankern: TenneT) soll bestehende Leitungstrassen verstärken, die die steigenden Windenergiemengen aus Norddeutschland in den Süden Deutschlands transportieren. Mit Besichtigung einer Erdkabelbaustelle lässt sich besser verstehen, welche konkreten Fragen die Beteiligten und Betroffenen vor Ort beschäftigen, inwiefern Erdkabel eine Befriedungswirkung haben können und welche Herausforderungen damit verbunden sind.

Ein Konverter wandelt Wechselstrom (Drehstrom) in Gleichstrom um und umgekehrt. Dadurch kann der Strom möglichst verlustfrei über weite Distanzen transportiert werden.

Emden/Ost ist ein wesentliches Element nicht nur bei HGÜ-Leitungen an Land (zum Beispiel Ultranet), sondern auch für die Netzanbindung von Offshore-Windparks: Der vor der Küste in der Nordsee produzierte Windstrom wird dort auf einer Konverterplattform (BorWin gamma) auf See in Gleichstrom umgewandelt und insgesamt 160 Kilometer per Kabel bis zur Konverterstation Emden/Ost transportiert. Hier wird der Strom wieder in Wechselstrom umgewandelt und dann über das benachbarte Umspannwerk ins Höchstspannungsnetz eingespeist.

Ein Konverter erzeugt Geräusche, etwa durch seine Transformatoren, Spulen, Konvertermodule und Kühlaggregate. Der Konverter muss wie jede gewerbliche Anlage die Geräuschimmissions-Grenzwerte der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm einhalten. Auch beim Bau müssen die Geräuschimmissionen die gesetzlich vorgegebenen Grenzen einhalten.

Zwischen Emden Ost und Conneforde besteht derzeit eine 220-kV-Verbindung, die durch das Fehntjer Tief führt. Im Rahmen des BBPlG-Vorhabens Nr. 34 soll eine neue 380-kV-Leitung in der bestehenden 220-kV-Trasse errichtet werden. Mit Erhöhung der Leitungsspannung kann unter anderem auch mehr Offshore-Windstrom aus der Nordsee abtransportiert werden.

Da es sich beim Fehntjer Tief um ein faktisches Vogelschutzgebiet handelt, gibt es bei der Verstärkung der Leitung planungsrechtlich viel zu bedenken. Bei der Durchführung des Projektes als Erdkabel im Moorboden würden größere technische Schwierigkeiten aufgrund des ungünstigen Baugrunds bestehen und es würde einen Eingriff in den Naturraum Moor bedeuten.

Zwischen Conneforde, Cloppenburg und Merzen ist ein 380-kV-Leitungsneubau in neuer und bestehender Trasse mit einer Gesamtlänge von 107 km geplant. Das Vorhaben dient der Erhöhung der Übertragungskapazität im nordwestlichen Niedersachsen und ist zum Abtransport stark steigender Onshore- und Offshore-Windenergie erforderlich. Von Conneforde bis Cloppenburg ist ein Neubau in der Trasse einer bestehenden 220-kV-Leitung geplant. Im daran anschließenden Streckenabschnitt zwischen Cloppenburg und Merzen gibt es bisher keine Verbindung.

Häufig gestellte Fragen zum Netzausbau

Warum brauchen wir den Netzausbau?

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Was sind die fünf Schritte des Netzausbaus?

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Was ist das NOVA-Prinzip?

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Fotoreihe

Hintergrundmaterial zur Netzausbaureise

Pressemitteilung

  • 14.08.2018 - Pressemitteilung - Netze und Netzausbau

    Altmaier: „Mit dem ‚Aktionsplan Stromnetz‘ für eine sichere und bezahlbare Energiewende“

    Öffnet Einzelsicht
Arbeiter auf Strommast symbolisiert Netze und Netzausbau; Quelle: mauritius images / imageBROKER / Rolf Schulten

© mauritius images / imageBROKER / Rolf Schulten

Ein Stromnetz für die Energiewende

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