Bis zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die zum 1. August 2014 in Kraft getreten ist, konnten Betreiber von Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen, von den Übertragungsnetzbetreibern für einen Zeitraum von in der Regel 20 Jahren eine feste Vergütung für jede eingespeiste Kilowattstunde erhalten. Inzwischen müssen die Betreiber neuer Windkraft-, Solar-, Biomasse- und anderer Anlagen ihren Strom selbst am Markt verkaufen und erhalten dafür von den Netzbetreibern eine so genannte gleitende Marktprämie. Die Marktprämie gleicht die Differenz zwischen der festen Einspeisevergütung und dem durchschnittlichen Börsenstrompreis aus. Für ältere Anlagen und kleine Neuanlagen ist die Marktprämie optional. Sie können stattdessen auch weiterhin eine feste Vergütung beanspruchen.

Seit dem 1. Januar 2017 wird die Förderung der erneuerbaren Energien im Strombereich weitgehend wettbewerblich ermittelt. Mit dem EEG 2017 endet die Phase der Technologieförderung mit politisch festgesetzten Preisen und die Höhe der erforderlichen Vergütung für Strom aus erneuerbaren Energien wird über Auktionen ermittelt. Der weitere Ausbau erfolgt damit zu wettbewerblichen Preisen. Ausgeschrieben wird die Vergütungshöhe für Windenergie an Land und auf See, Photovoltaik und Biomasse. Ausgenommen sind kleine Anlagen.

Die EEG-Umlage finanziert die Förderung von Erneuerbaren-Energien-Anlagen in Deutschland. Der jährliche Gesamtbetrag errechnet sich aus der Differenz zwischen den Ausgaben für Vergütungs- und Prämienzahlungen und den Einnahmen aus Vermarktungserlösen der Netzbetreiber, den sogenannten EEG-Differenzkosten. Dieser Betrag wird dann auf die Stromkunden als Verbrauchsabgabe umgelegt und mit der Stromrechnung automatisch bezahlt.

Im Jahr 2020 beträgt die EEG-Umlage 6,756 Cent/kWh und steigt damit erstmalig, nachdem sie zwei Jahre in Folge gesunken war, wieder an.

In Folge der Reformen der letzten sechs Jahre ist es gelungen, die EEG-Umlage und die Strompreise stabil zu halten. In dieser Zeit lag die EEG-Umlage in einem Intervall von 6,24 Cent/kWh (2014) bis 6,88 Cent/kWh (2018). Der durchschnittliche Strompreis für einen Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch lag 2014 bei 29,14 Cent/kWh. 2019 liegt der durchschnittliche Preis bei 30,43 Cent/kWh. Diese Steigerung liegt unter der allgemeinen jährlichen Inflation.

Gleichzeitig wuchs der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch schneller als je zuvor. Im Jahr 2013 lag er bei rund 25 Prozent. 2018 war er bereits auf etwa 38 Prozent gestiegen und im ersten Halbjahr 2019 wurde die 40-Prozent-Marke überschritten.

Weitere Informationen zur EEG-Umlage 2020 finden Sie in unserem Info-Blatt (PDF, 397 KB).

Durchschnittlicher Strompreis für einen Haushalt in Cent/kWh (Jahresverbrauch: 3.500 kWh) Bild vergrößern

Durchschnittlicher Strompreis für einen Haushalt in Cent/kWh (Jahresverbrauch: 3.500 kWh)

© BDEW, Stand: 07/2019