Internationale Forschungskooperationen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Deutschland ist eng in die internationale Energieforschung eingebunden. Die Forschungskooperationen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) basieren auf drei Säulen:

  • Energieforschung in der Europäischen Union (EU),
  • Energieforschung in der Internationalen Energieagentur sowie
  • multilaterale Initiativen zur Energieforschung.

Energieforschung in der EU

Der SET-Plan (Strategic Energy Technology Plan) setzt als europäische Strategie seit 2008 die Leitplanken für die Energieforschungsförderung der EU. Er wird immer wieder angepasst an bedeutende Entwicklungen und Herausforderungen sowie an die Energie- und Klimaziele der EU.
Mittels eines gesamtheitlichen Ansatzes unter Einbindung aller relevanten Interessenvertreter wird eine so genannte integrierte Roadmap erstellt, die die Prioritäten für Forschung, Entwicklung und Innovation festlegt.

Die EU fördert Forschung, Entwicklung und Innovation auf Basis mehrjähriger Rahmenprogramme auf der Grundlage der Artikel 179 bis 190 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV, Lissabon 2009). Ziel ist es, die wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen der Industrie zu stärken, die Entwicklung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit zu fördern und den europäischen Forschungsraum (ERA) auszubauen.

Im Jahr 2021 löst Horizont Europa mit einer Laufzeit von 2021 bis 2027 das Vorgängerprogramm Horizont 2020 ab. Für Horizont Europa stehen 95,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Förderung von Forschungs- und Innovationsarbeiten im Bereich nicht-nuklearer Energien ist im sogenannten Pfeiler 2 – „Globale Herausforderungen und industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas“ – verankert. Dabei werden die Energiethemen gebündelt mit den Themen Klima und Mobilität. Für dieses Cluster sind rund 15 Milliarden Euro vorgesehen.

Förderanträge können auf der Basis von in der Regel alle zwei Jahre veröffentlichten Arbeitsprogrammen bei der Europäischen Kommission gestellt werden. Der entsprechende Programmausschuss, in dem das BMWi die Bundesregierung für den Bereich Energie vertritt, unterstützt die Europäische Kommission bei der Erstellung und Umsetzung der Ausschreibungen. Das BMBF vertritt im Programmausschuss den Bereich Klima, und das BMVI vertritt den Bereich Mobilität. An einer Antragstellung Interessierte können sich an die Nationale Kontaktstelle (NKS) KEM – Klima, Energie, Mobilität wenden. Für das Thema Energie ist unter dem Dach der NKS KEM fachlich die Nationale Kontaktstelle Energie zuständig. Sie berät im Auftrag des BMWi als Serviceeinrichtung kostenlos deutsche Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

Um Synergien zwischen nationaler und europäischer Förderpolitik zu realisieren, begleitet das BMWi im Rahmen von Horizont Europa so genannte Europäische Partnerschaften, die wiederum eigene Förderaufrufe veröffentlichen. Im Energiebereich sind fünf Partnerschaften vorgesehen: Clean Hydrogen, Clean Energy Transition Partnership (CETP), Driving urban transitions to a sustainable future (DUT), Built4People sowie eine Partnerschaft im Bereich Batterien.

Energieforschung in der Internationalen Energieagentur

Die Internationale Energieagentur (IEA) bietet ihren 30 Mitgliedstaaten ein breites Forum zur gemeinsamen Abstimmung wichtiger Energiefragen. Darüber hinaus stellt sie eine Plattform für internationale Forschungskooperationen, die so genannten "Technology Collaboration Programmes (TCP)", bereit. Schwerpunkte sind erneuerbare Energien, fossile Energieträger, Energieeffizienz sowie Kernfusion. Deutschland engagiert sich derzeit in 22 von insgesamt 38 laufenden TCPs. Alle Projekte und Aktivitäten im Bereich der Energieforschung werden durch das so genannte "CERT" (Committee on Energy Research and Technology) koordiniert, in dem das BMWi die Bundesregierung vertritt.

Multilaterale Initiativen der Energieforschung

Das BMWi engagiert sich auch in multilateralen Initiativen zur Energieforschung, wie zum Beispiel im Carbon Sequestration Leadership Forum (CSLF) im Bereich von Kraftwerkstechnologien zur Abscheidung und Speicherung von CO2 und in der International Partnership for the Hydrogen Economy (IPHE) im Bereich der Wasserstofftechnologien. Zudem ist Deutschland Mitglied der Mission Innovation, die am Rande der Klimakonferenz in Paris 2015 gegründet worden war und an der 22 Staaten und die EU beteiligt sind. Anfang Juni 2021 startete die zweite Phase, bei der ein beschleunigter Innovationstransfer, Demonstrationsprojekte und eine großskalige Umsetzung im Mittelpunkt stehen. So wurden Initiativen zu Wasserstoff (Clean Hydrogen Mission), zu regenerativen Stromversorgungssystemen (Green Powered Future Mission) und zu klimafreundlichen Schiffen (Zero-Emission Shipping Mission) ins Leben gerufen, die sukzessive durch weitere Aktivitäten ergänzt werden sollen.