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Solarzelle

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Das Energiesystem der Zukunft wird sich von dem heutigen grundsätzlich unterscheiden: Ein hohes Maß an Versorgungssicherheit, wirksame Klimaschutzmaßnahmen und eine wirtschaftlich tragfähige Energieversorgung geben dabei den Rahmen vor. Voraussetzung für einen nachhaltigen Erfolg der Energiewende ist, dass Deutschland ein wettbewerbsfähiger Industriestandort bleibt.

Die Bundesregierung fördert die Forschung und Entwicklung im Bereich zukunftsweisender Energietechnologien. So unterstützt sie mit dem 7. Energieforschungsprogramm Unternehmen und Forschungseinrichtungen dabei, neue Technologien für die Energieversorgung von morgen zu erforschen und zu entwickeln. Die Unterstützung dieses kontinuierlichen Forschungs- und Innovationsprozesses durch das Energieforschungsprogramm ist ein strategisches Element der Energiepolitik der Bundesregierung.

Das 7. Energieforschungsprogramm legt die aktuellen Grundlinien und Schwerpunkte der Förderpolitik der Bundesregierung im Bereich innovativer Energietechnologien fest. Die Förderpolitik setzt dabei gezielt auf Technologien, die den Anforderungen der Energiewende genügen. In den Schwerpunktthemen Energieeffizienz und erneuerbare Energien stehen Fördermaßnahmen zu Technologien in den Bereichen Stromerzeugung durch Wind und Sonne, Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien im Wärmesektor durch Biomasse und Geothermie (Erdwärme), energieoptimierte Gebäude und Quartiere sowie Energieeffizienz in der Industrie im Vordergrund. Ein besonderer Fokus liegt auf Fragestellungen unter anderem zur Integration neuer Technologien ins Energiesystem, auf der Weiterentwicklung der Netze, Energiespeicher sowie auf der Sektorkopplung. Informationen zu den Förderschwerpunkten finden Sie hier.

Das neue Energieforschungsprogramm

Im September 2018 hat das Bundeskabinett das 7. Energieforschungsprogramm „Innovationen für die Energiewende“ verabschiedet. Es enthält die Leitlinien für die Energieforschungsförderung der kommenden Jahre. Mit dem 7. Energieforschungsprogramm stellt die Bundesregierung rund sieben Milliarden Euro für Projekte bereit. Thematische Schwerpunkte und neue Akzente erfolgen entlang folgender Strategielinien:

  • Die Förderung ist zunehmend gesamtgesellschaftlich und systemisch ausgerichtet. Die Forschung zur Transformation des Energiesystems steht dementsprechend im Mittelpunkt. Erstmals adressiert das Energieforschungsprogramm außerdem das sogenannte „Technology Readiness Level“, den angestrebten Reifegrad einer Technologie, und deckt damit ressortübergreifend den gesamten Innovationszyklus ab.
  • Über spezifische Technologien hinaus werden übergeordnete Querschnittsthemen gefördert wie Energieeffizienz, Verbrauchsreduktion, Sektorkopplung und Digitalisierung. Das trägt dazu bei, den ganzheitlichen Förderansatz sicherzustellen.
  • Das innovative Förderformat „Reallabor“ ermöglicht, das Energiesystem von morgen schon heute zu proben. Die Ergebnisse und Erfahrungen dienen dabei als Blaupause für die tatsächliche Umsetzung in der Praxis. Gleichzeitig sollen Startups als wichtige Impulsgeber für die Energiewende künftig stärker unterstützt werden.
  • Ein enges Vernetzen der Forschung auf europäischer und internationaler Ebene ist essentiell. Deshalb wird die Kooperation mit internationalen Organisationen ausgebaut und der wissenschaftliche Austausch gefördert. Zudem spielt eine stärkere Export- und Wettbewerbsfähigkeit eine wichtige Rolle.

Seit dem Start des 1. Energieforschungsprogramms im Jahr 1977 hat die Bundesregierung in den vergangenen Jahrzehnten mehr als 17.300 Projekte der nichtnuklearen Energieforschung mit in etwa 12 Milliarden Euro gefördert.

Für das 7. Energieforschungsprogramm wurde im Dezember 2016 ein breiter Beteiligungsprozess mit Akteuren aus Industrie, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und den Bundesländern gestartet. Die Ergebnisse wurden im Februar 2018 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Konsultationsprozess wurde durch das strategische Leitprojekt „Trends und Perspektiven der Energieforschung“ wissenschaftlich begleitet. Am 25. Juli 2018 wurde der Ergebnisbericht „Technologien für die Energiewende“ (4,9MB) an Thomas Bareiß, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, übergeben. Die Studienergebnisse dienten als wissenschaftliche Grundlage für das 7. Energieforschungsprogramm.

Die Bundesregierung fördert auch außerhalb ihres Energieforschungsprogramms Forschung und Entwicklung von zukunftsweisenden Energietechnologien. Dabei geht es um Vorhaben in anderen Programmen, in denen die energiepolitischen Aspekte nicht im Vordergrund stehen. Dazu gehören unter anderem die Luftfahrtforschung sowie die Technologieförderung für den Mittelstand.

Energieforschung transparent und offen gestalten

Mit der Förderberatung „Forschung und Innovation“ hat der Bund eine Erstanlaufstelle für alle Fragen zur Forschungs- und Innovationsförderung geschaffen. Sie informiert potenzielle Antragsteller über Förderprogramme und zuständige Ansprechpartner sowie über aktuelle Förderinitiativen. Zu ihrem Serviceangebot gehört auch ein Lotsendienst für Unternehmen, der sich insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen richtet.

Bundesbericht Energieforschung 2018: Transparenz über die Förderpolitik der Bundesregierung

Der jährlich erscheinende Bundesbericht Energieforschung gibt einen ausführlichen Überblick über die Förderpolitik der Bundesregierung in der Energieforschung. Fortschritte und aktuelle Entwicklungen in der Forschungsförderung werden damit transparent dargestellt. Der Bundesbericht Energieforschung schreibt dazu auch die Zahlen zum europäischen Forschungsrahmenprogramm und zur Energieforschung der Bundesländer fort. Die Zahlen zur Projektförderung aus dem Bundesbericht Energieforschung lassen sich über EnArgus, dem zentralen Informationssystem des BMWi zur Energieforschung, transparent nachvollziehen.

2017 hat die Bundesregierung rund 1,01 Milliarden Euro für die Forschung, Entwicklung und Demonstration moderner Energietechnologien aufgewendet. Damit ist das Fördervolumen im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegen (2016: 876 Millionen Euro). Der größte Anteil der Mittel, rund 80 Prozent, wurde in Forschung zu erneuerbaren Energien und zur Energieeffizienz investiert. Die Fortsetzung dieses positiven Trends untermauert die zentrale Rolle der Energieforschung als Wegbereiter der Energiewende.

Den Bundesbericht Energieforschung 2018 finden Sie hier.