Zwei Kolleginnen schauen gemeinsam auf Tablet-PC; Quelle: fotolia.com/contrastwerkstatt

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Digitale Kompetenz und Verantwortung stärken

Die digitalen Medien und insbesondere das Internet gehören zum privaten und beruflichen Alltag vieler Menschen. Heute ist der kompetente Umgang mit digitalen Medien eine essentielle Schlüsselqualifikation. Sie eröffnet berufliche Chancen und wirtschaftliche Potentiale für alle. Digitale Kompetenzen von Arbeitnehmern und Verbrauchern sind für eine wissensbasierte Volkswirtschaft wie die deutsche im internationalen Wettbewerb besonders wichtig. Den "Onliner"-Anteil in der Bevölkerung zu erhöhen bedeutet daher auch, den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken.

Die digitale Integration ist für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) daher ein wichtiges Ziel im Rahmen der Digitalen Agenda 2014-2017. Längst geht es nicht mehr allein darum, Menschen beim Einstieg ins Internet zu unterstützen. Viele Internetnutzer beschränken sich auf nur einige wenige Anwendungen. Sie wissen nicht, wie sie von der Angebotsvielfalt im Internet privat und beruflich profitieren können. "Digitale Integration" wird deshalb künftig immer mehr bedeuten, die digitale Kompetenz und Verantwortung der Bürgerinnen und Bürger zu erweitern.

D21-Digital-Index 2016: Jährliches Lagebild zur Digitalen Gesellschaft

Der "D21-Digital-Index" ist mit über 30.000 Befragten die umfangreichste und aussagekräftigste Studie zum Stand der Digitalisierung in Deutschland und wird jährlich erhoben. Am 14. November 2016 wurde mit dem D21-Digital-Index 2016 die vierte Ausgabe der Studie veröffentlicht. Der diesjährige Index befasst sich vertieft mit dem Thema digitale Kompetenzen.

Wie der D21-Digital-Index 2016 (PDF, 2MB) zeigt, setzt sich bei der Internetnutzung der leichte Aufwärtstrend der Vorjahre fort. Inzwischen sind 79 Prozent der Deutschen online und die Vielfalt der Nutzung der digitalen Medien steigt. Die Altersgruppe der 14- bis 49-Jährigen ist fast ausnahmslos online. Außerdem wird das Internet zunehmend mobil genutzt, Smartphones finden immer größere Verbreitung (66 Prozent im Vergleich zu 60 Prozent im Vorjahr).

Der aktuelle Wert des Gesamtindex, der das Nutzungsverhalten qualitativ untersucht, sinkt im Vergleich zum Vorjahr minimal von 52 auf 51 Punkte (Skala von 0 bis 100). Der Index der Initiative D21 basiert dabei auf insgesamt vier Säulen: (1) digitaler Zugang, (2) digitale Kompetenz, (3) Offenheit für digitale Themen und (4) Nutzungsvielfalt. Der Maßstab wird dabei jährlich an den fortschreitenden digitalen Wandel angepasst.

Danach hält die Mitte der Gesellschaft auch in diesem Jahr mit den steigenden Anforderungen der Digitalisierung mit: 43 Prozent und damit 30 Millionen Menschen halten mit der Entwicklung Schritt und eignen sich die Kompetenzen an, die sie benötigen. Knapp ein Drittel, ca. 21 Millionen Menschen, gehören zu den „Digital Vorreitenden“, die alle Trends verfolgen und ihrer Zeit voraus sind. Allerdings zählen 18 Millionen Menschen (26 Prozent der Bevölkerung) zu den „Digital Abseitsstehenden“, die kaum oder sehr wenige Digitalkompetenzen haben.

Sonderstudie „Schule digital“ zum Thema digitale Bildung

Die Partner des D21-Digital-Index haben in diesem Jahr zudem eine Sonderstudie zum Thema " 'Schule Digital - Lehrwelt, Lernwelt, Lebenswelt: Digitale Bildung im Dreieck SchülerInnen-Eltern-Lehrkräfte" (PDF, 3MB) erstellen lassen. Die D21-Sonderstudie zeigt dabei Handlungsbedarfe für die bessere Vermittlung von Digitalkompetenzen schon in der Schule auf. Für die Studie wurden Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte gemeinsam zu ihren Digitalkompetenzen und der digitalen Infrastruktur in den Schulen befragt.

Positions- und Maßnahmenpapier „Digitale Bildung – Der Schlüssel zu einer Welt im Wandel“

Das zum IT-Gipfel 2016 vorgelegte BMWi-Positionspapier „Digitale Bildung – Der Schlüssel zu einer Welt im Wandel“ zeigt auf, wie digitale Bildung in der gesamten Bildungskette zu verankern ist – von der frühkindlichen Bildung über die allgemeine Schulbildung, die Berufs- und Hochschulausbildung und betriebliche Weiterbildung. Enthalten ist unter anderem die bundesweite Ausstattungsinitiative „1.000 Berufsschulen 4.0“. Durch Investitionen in die Infrastruktur sollen die Berufsschulen in die Lage versetzt werden, digitale Lerninhalte zu vermitteln, die den jeweiligen Ausbildungsberufen und Anforderungen der betrieblichen Praxis entsprechen.

Der D21-Digital-Index erweitert und ersetzt bisherige Studien zur qualitativen und quantitativen Analyse der Internetnutzung - den (N)ONLINER Atlas und Digitale Gesellschaft. Der Index wird gemeinsam von der Initiative D21 und TNS Infratest und unter finanzieller Beteiligung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie als Projektpartner erstellt.