Icon Smart Living Security

Praxisbeispiel und aktuelle Herausforderungen

  • In der Zukunft werden unsere Lebensmittel direkt in den Kühlschrank geliefert. Der Reinigungsservice bringt die Hemden. Dabei ist eine Frage entscheidend: Wer darf wann zu welchem Zweck in meine Wohnung?
  • „Smart Living“, das heißt die Vernetzung aller internetfähigen Geräte im Wohnumfeld, wird nur erfolgreich sein, wenn alle Entitäten und Assets durch ein sicheres und intelligentes Identity- und Access-Management geschützt sind. Zu den Entitäten zählen zum Beispiel Bewohner, Eigentümer, Dienstleister und Hersteller. Deren Assets umfassen neben dem Gebäude und der Wohnung – sowie den zugehörigen Daten – auch weitere Assets wie E-Ladestationen und Gebäudezugangssysteme.
  • Diese stark ausgeprägte Heterogenität von Entitäten und Assets spiegelt sich auch im Zugangsmanagement wider. Insbesondere am Beispiel des Gebäude- oder Wohnungszugangs muss mit unterschiedlichen Berechtigungsarten den Bedürfnissen der einzelnen Akteure – wie Bewohner, Vermieter, Pflegedienste oder Lieferanten und Techniker – Rechnung getragen werden. Ein umfassendes Identity- und Access-Management sowie Autorisierungsverfahren sind für die Weitergabe von Berechtigungen daher unabdingbar.
  • Ein solches Zugangsmanagement muss über eine gewisse Form von Intelligenz verfügen und situativ entscheiden können, ob eine bestimmte Zugangsanfrage berechtigt ist. Hierzu ist eine KI-basierte Auswertung diverser verteilter Datenquellen aus verschiedenen (Cloud-) Systemen wie Bestellhistorien, und Lieferverfolgungen notwendig.
  • Damit ein solches intelligentes Zugangsmanagement den hohen Anforderungen an Sicherheit, Privatsphäre und Komfort gerecht wird, ist die Entwicklung intelligenter, kontextsensitiver, KI-basierter Services notwendig. Diese Services müssen in der Lage sein, performant auf die verschiedenen Datenquellen und Cloud-Systeme zuzugreifen, aus den ermittelten Daten intelligente Entscheidungen abzuleiten und diese an die entsprechenden Schnittstellen weiterzuleiten. Dabei ist sowohl eine horizontale als auch vertikale Systemintegration notwendig.
  • Da „Smart Living“ für alle Entitäten Zugriff auf reale Gebäude und Assets sowie auch alle damit verbunden Services und Systeme bietet, ist der Schutz der Privatsphäre und die Gewährleistung von Datensouveränität und Sicherheit in dieser Domäne oberstes Gebot.
Infografik: Smart Living Security

Welchen Mehrwert bietet das „Projekt GAIA-X“?

  • Das Vorhandensein eines übergreifendes Identity- und Access-Managements ermöglicht die Realisierung vieler Security Use Cases der „Smart Living“-Domäne.
  • GAIA-X als domänenübergreifendes Datenökosystem ermöglicht system- und Use Case-übergreifende Berechtigungskonzepte (zum Beispiel für die Realisierung von zeitlich befristeten Wohnungszugängen bestimmter Entitäten während Abwesenheit des Bewohners).
  • Im Bereich der Gebäudesicherheit sind Datenökosysteme gerade erst im Entstehen. Durch die GAIA-X-Governance-Regeln kann der Spagat zwischen Datenschutz einerseits und Datennutzung zur Realisierung von Sicherheitslösungen andererseits überwunden werden.
  • Die Bereitstellung einer vertrauenswürdigen Dateninfrastruktur ist Voraussetzung für die Entwicklung zentraler Komponenten der Security-&-Privacy-Services, die schutzbedürftige Daten nutzen - wie zum Beispiel eine KI-basierte Gesichtserkennung für ein intelligentes Zugangsmanagement.
  • Perspektivisch bietet GAIA-X die Möglichkeit auf Datenkataloge zuzugreifen, die es Entwicklern solcher Services ermöglichen wird, zertifizierte Datenquellen zu nutzen, um so bessere KI-Modelle zu entwickeln.
  • GAIA-X hat das Potenzial, den zuvor als notwendig beschriebenen Austausch verteilter Daten in sicherer Weise zu ermöglichen und so die Entstehung eines KI-basierten Zugangsmanagement in der „Smart Living“-Domäne zu beschleunigen.

Patinnen und Paten

  • Kerstin Hausmann – Aareon
  • Prof. Oliver Thomas – DFKI
  • Dr. Gero Fiege – dormakaba
  • Dr. Jochen Bauer – FAU Friedrich-Alexander-Universität
  • Dr. Claus Wedemeier – GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen
  • Birgid Eberhardt – GSW Gesellschaft für Siedlungs- und Wohnungsbau Baden-Württemberg
  • Thomas Feld – Strategion
  • Henrik Kortum – Strategion