Allgemeines

Die deutschen Seehäfen haben große regional- und gesamtwirtschaftliche Bedeutung. Sie sind für die außenhandelsorientierte deutsche Volkswirtschaft sowie für Beschäftigung und Wertschöpfung am maritimen Standort Deutschland unverzichtbar. Leistungsfähige Häfen und bedarfsgerechte Hinterlandanbindungen sind wesentliche Voraussetzungen für die maritime Logistik. Nach Erhebungen des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe sind hierzulande ungefähr 300.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt seehafenabhängig.

Insgesamt werden die Umschlagvolumina der 19 größten deutschen Seehäfen nach Schätzungen von 269 Millionen Tonnen in 2010 auf ca. 468 Millionen Tonnen in 2030 steigen. Umschlagprognosen zeigen für die deutschen Seehäfen einen anhaltenden Wachstumstrend von durchschnittlich 2,8 Prozent jährlich. Der Hamburger Hafen verbuchte mit einem Seegüterumschlag von 135,1 Millionen Tonnen in 2018 ein sich fast auf Vorjahresniveau befindliches Ergebnis (136,5 Millionen Tonnen). Auch der Containerumschlag verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 1,0 Prozent auf 8,7 Millionen TEU (20-Fuß-Standardcontainer). Damit bleibt der Hamburger Hafen beim Containerumschlag im Ranking hinter Rotterdam und Antwerpen. Der Massengutumschlag musste ebenfalls einen leichten Rückgang um 1,2 Prozent hinnehmen und erreichte einen Wert von rund 44,2 Millionen Tonnen. Der Rückgang im seeseitigen Containerumschlag ist auf die rückläufigen Umschlagsmengen mit China, dem mit Abstand wichtigsten Handelspartner zurückzuführen.

Mit Abstand wichtigster Partner des Hamburger Hafens im Containerumschlag bleibt trotz leichten Rückgangs um 0,7 Prozent China. Sehr stark zurück ging der Containerumschlag mit Russland (-13,8 Prozent) und Finnland (-11,7 Prozent).Entgegen diesem Trend konnte der Handel mit Brasilien (+31 Prozent),Taiwan (+10,1 Prozent) und Südkorea (+6,3 Prozent) starke Zuwächse verzeichnen. In den bremischen Häfen stieg der Seegüterumschlag im Jahr 2018 um 1,3 Prozent auf 74 Millionen Tonnen, wobei Bremerhaven ein Plus von 3,3 Prozent verzeichnen konnte, der Umschlag in Bremen-Stadt jedoch um 8,1Prozent zurückging. Der Containerumschlag ging um 0,6 Prozent auf knapp 5,5 Millionen TEU zurück, und auch der Fahrzeugumschlag reduzierte sich um 4,1 Prozent auf 2,2 Millionen Fahrzeuge.

Als Ergänzung zu den Häfen in Hamburg und Bremen wurde im Jahr 2012 der Container Tiefwasserhafen JadeWeserPort in Wilhelmshaven eröffnet. Der JadeWeserPort ist der einzige deutsche Tiefwasserhafen. Der Hafen bietet mit einer 1.750 Meter langen Kaje und acht der weltweit größten Containerbrücken ideale Vorrausetzungen tideunabhängig Großcontainerschiffe der neuesten Generation mit einem Tiefgang von bis zu 16,5 Metern abzufertigen. Während im Jahr 2018 der Gesamtumschlag des JadeWeserPorts um 10 Prozent zurückging auf 27,34 Millionen Tonnen, konnte der Containerumschlag um 18,3 Prozent gesteigert werden auf 0,66 Millionen TEU.

Seeverkehrsprognose 2030

2014 veröffentlichte das Bundesverkehrsministerium die Ergebnisse der übergreifenden Verkehrsverflechtungsprognose 2030 einschließlich Seeverkehrsprognose. Danach wird für die 19 untersuchten deutschen Seehäfen von einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 2,8 Prozent bis 2030 ausgegangen. Dies entspricht einer Zunahme des Umschlagsvolumens von 74 Prozent im untersuchten Zeitraum 2010 bis 2030. Im Seehafenhinterlandverkehr rechnet man in diesem Zeitraum mit einem Anstieg von rund 53 Prozent.

Ein wichtiges Ziel der Bundesregierung ist daher der Ausbau der hafenbezogenen Infrastruktur, damit die deutschen Seehäfen auch weiterhin ihre herausragende Funktion für die deutsche Volkswirtschaft erfüllen können. Gemäß der Seeverkehrsprognose nimmt der Seehafenhinterlandverkehr um etwa 25 Prozent stärker zu als das sonstige Güterverkehrsaufkommen. Folglich spielen die Hinterlandanbindungen von Seehäfen im Bundesverkehrswegeplan 2030 eine wichtige Rolle. Mit dem Soforthilfeprogramm „Seehafenhinterlandverkehr II“ sollen zudem vorranging kleine und schnell realisierbare Maßnahmen mit kapazitiver Wirkung zeitnah umgesetzt werden, wofür 270 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Die Bundesregierung unterstützt die Bemühungen der Länder, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Seehäfen zu steigern. Dafür wurde das Nationale Hafenkonzept durch das Bundesverkehrsministerium weiterentwickelt und 2016 vom Bundeskabinett beschlossen.

Bei der Weiterentwicklung des Nationalen Hafenkonzepts geht es darum, die Häfen auch zukünftig in die Lage versetzen, die wirtschaftlichen und logistischen Herausforderungen zu meistern. Es soll die Wettbewerbsfähigkeit der See- und Binnenhäfen als Drehscheiben des nationalen und internationalen Warenaustauschs verbessert werden. Außerdem besteht die Absicht, mehr Güter auf Schienenwege und Wasserstraßen zu verlagern und dazu beizutragen, die Klima- und Umweltziele der Bundesregierung zu erreichen.

Weiterentwicklung des Nationalen Hafenkonzeptes

Die Bundesregierung unterstützt die Bemühungen der Länder, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Seehäfen zu steigern. Dafür wurde das Nationale Hafenkonzept durch das Bundesverkehrsministerium weiterentwickelt und 2016 vom Bundeskabinett beschlossen.

Bei der Weiterentwicklung des Nationalen Hafenkonzepts geht es darum, die Häfen auch zukünftig in die Lage versetzen, die wirtschaftlichen und logistischen Herausforderungen zu meistern. Es soll die Wettbewerbsfähigkeit der See- und Binnenhäfen als Drehscheiben des nationalen und internationalen Warenaustauschs verbessert werden. Außerdem besteht die Absicht, mehr Güter auf Schienenwege und Wasserstraßen zu verlagern und dazu beizutragen, die Klima- und Umweltziele der Bundesregierung zu erreichen.

Bedeutung der Häfen für den Ausbau der Offshore-Windenergie

In der Wertschöpfungskette der Offshore-Windenergie nehmen Häfen eine zentrale Stellung ein. Für den Bau von Offshore-Windparks sind Häfen der Knotenpunkt, den alle Anlagenteile passieren müssen. Dabei geschieht in den Häfen weit mehr als die Verladung der Einzelteile von LKW, Binnenschiffen oder Zügen auf hochseetaugliche Spezialschlepper. Im Hafen werden viele Anlagenteile produziert, zwischengelagert oder teilmontiert. Zudem sind Offshore-Häfen die Basis für Spezialschiffe, die für den Transport und die Montage der Anlagen auf See benötigt werden. Sie sind Ausgangspunkt für Wartungs- und Reparaturarbeiten.