Die weitgehend mittelständisch geprägte deutsche Schiffbau- und Offshore-Zulieferindustrie mit rund 400 Unternehmen und etwa 65.000 Beschäftigten erwirtschaftete 2016 einen Umsatz von 11,1 Milliarden Euro (2015: 11,7 Milliarden Euro). Die Exportquote lag 2016 bei 78 Prozent (2015: 79 Prozent). Die wichtigsten ausländischen Absatzmärkte der deutschen Schiffbauzulieferindustrie sind das europäische Ausland (37 Prozent) und Asien (34 Prozent). Führende Empfängerländer sind China und Korea. In beiden Ländern wächst jedoch der Wettbewerbsdruck auf ausländische Zulieferer, da die Regierungen der beiden Länder den Aufbau ihrer eigenen Schiffbauzulieferindustrie zum strategischen industriepolitischen Ziel erhoben haben. Der Umsatzrückgang von 5,3 Prozent ist vor allem auf eine ausgeprägte Zurückhaltung bei Investitionen der weltweiten Schifffahrt wie auch im Offshore-Öl- und der Gaswirtschaft zurückzuführen.

Die deutsche Schiffbauzulieferindustrie ist nicht nur an der Küste, sondern deutschlandweit vertreten. Bayern und Baden-Württemberg stehen mit 21 Prozent des Branchenumsatzes bei den Bundesländern vorn, gefolgt von Schleswig-Holstein (14 Prozent) und Hamburg (13 Prozent).

Neben der Pflege der traditionellen Absatzmärkte setzt die deutsche Schiffbauzulieferindustrie verstärkt auf die Erschließung neuer Absatzmärkte insbesondere in den aufstrebenden Schwellenländern.

Gleichzeitig konzentriert die Zulieferindustrie ihr Engagement stärker auf wachstumsstarke Marktsegmente wie Personen- und Fährschifffahrt, Militär- und Behördenschiffe sowie weitere Spezialschiffsmärkte.

Ziel der deutschen Zulieferindustrie bleibt es, den technologischen Vorsprung durch Aufwendungen für Forschung, Entwicklung und Innovation weiter zu erhöhen. Besonderes Marktpotenzial besteht in umweltfreundlichen Produkten und Technologien, die auch dazu beitragen können, Energie effizienter einzusetzen und Betriebskosten zu senken. Eine stark zunehmende Bedeutung gewinnen die Digitalisierung sowie die Veränderungen rund um "Industrie 4.0", die sich sowohl in zukünftigen Fertigungsmöglichkeiten auswirken, als auch neue maritime Geschäftsfelder eröffnen, die aber auch große Herausforderungen für die Branche mit sich bringen, zum Beispiel bei den Themen Datenmanagement und Datensicherheit.

Kennziffern der deutschen Schiffbau- und Offshore-Zulieferindustrie 1)

200820092010201120122013201420152016

Umsatz

(Milliarden Euro)

12,911,911,111,511,611,711,911,711,1
Wachstum (Prozent)8,4-7,7-6,73,5112-2,0-5,3
Beschäftigte78.00072.000 70.00070.00068.00068.00067.00067.00065.000

1) Quelle: VDMA AG Marine Equipment and Systems