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Branchenskizze

Die Bahnindustrie in Deutschland deckt mit einem Umsatz von 12- Milliarden Euro und 52.100 Direkt beschäftigen das gesamte Spektrum an bahntechnischem Zubehör bis hin zu vollständigen Bahnsystemen ab. Große Systemhäuser arbeiten dabei Hand in Hand mit einer breit aufgestellten, mittelständisch strukturierten Zuliefer- und Systemindustrie. Die Branche leistet einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Mobilität, sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr.

Die Bahnindustrie ist tief in der deutschen Industrielandschaft verwurzelt. Durch Fusionen von Unternehmen der Elektronikbranche mit Firmen des Waggon- und Lokomotivenbaus haben sich Anbieter kompletter Bahnsysteme, sogenannte Systemhersteller, am Markt etabliert. Dieser Strukturwandel wird von einem weltweiten Konzentrationsprozess begleitet.

Neben den großen Systemanbietern sind mehr als 150 überwiegend mittelständische Zulieferunternehmen in der Bahnindustrie in Deutschland tätig. Diese lassen sich unterteilen in Infrastrukturunternehmen (beispielsweise Leit- und Sicherungstechnik, Gleisbau), Komponenten- und Subsystemhersteller (unter anderem Motoren und Getriebe), Ingenieurdienstleister (beispielsweise Planung, Produktentwicklung) und Servicedienstleister (Wartung, Ersatzteile und ähnliches).

Die Bahntechnik- und Systemhersteller in Deutschland bieten ausgereifte Produkte auf einem sehr hohen technischen Niveau an, die weltweit nachgefragt werden. Etwa 42 Prozent der Aufträge kamen im Jahr 2018 aus dem Ausland (2017: 45 Prozent). Der Umsatz belief sich im selben Jahr auf ein Gesamtvolumen von rund 12,0 Milliarden Euro (2017: 11,0 Mrd. Euro, +9,1 Prozent). Dabei entfielen knapp 77 Prozent auf Fahrzeug- und gut 23 Prozent auf Infrastrukturprojekte (2017: 76 Prozent bzw. 24 Prozent).

Eckdaten der deutschen Bahnindustrie (gerundet)

2015201620172018Differenz in v.H.
Umsatz (in Mrd. Euro)12,311,811,012,0+ 9,1 %
davon Inlandsumsatz (in Mrd. Euro)6,55,76,37,6+ 20,6 %
davon Auslandsumsatz (in Mrd. Euro)5,86,14,74,4- 6,4 %
Auftragseingang (in Mrd. Euro)15,011,513,114,3+ 9,2 %
davon Inlandsaufträge (in Mrd. Euro)7,87,07,68,3+ 9,2 %
davon Auslandsaufträge (in Mrd. Euro)7,24,55,56,0+ 9,1 %
Beschäftigte in Tsd.52,050,551,152,1+ 2 %

Quelle: Verband der Bahnindustrie in Deutschland e.V.

Branchenkonjunktur

Die Hersteller der Bahnindustrie verzeichneten im Jahr 2018 bei den Auftragseingängen mit 9,2 Prozent zwar einen beachtlichen Zuwachs, doch gegenüber 2016/17, als die Auftragseingänge um 13,9 Prozent stiegen, bedeutete es doch einen Rückgang um 4,7 Prozentpunkte. Dies ist nicht besorgniserregend, da das Bahnindustriegeschäft von mehrjährigen Großprojekten geprägt ist. Lösungen der Bahnindustrie „Made in Germany“ sind weltweit gefragt. Insgesamt kann man von einer wirtschaftlichen Lage mit einer sehr guten Perspektive für die Zukunft sprechen. Auch die Beschäftigtenzahlen stiegen im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr leicht an. Die Bahnindustrie bleibt damit einer der größeren industriellen Arbeitgeber in Deutschland.

Die deutschen Bahntechnikhersteller müssen sich in einem internationalen und sehr dynamischen Wettbewerb am Markt behaupten. Entsprechend hoch sind ihre Investitionen in Zukunftstechnologien. Sowohl die Digitalisierung in Produktion und Fertigung als auch die Entwicklung neuer Antriebstechniken sind Schlüsselfaktoren für eine steigende Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Bahnindustrie. So stehen derzeit unter anderem Antriebsysteme mit Brennstoffzellen und Batterien im Fokus, die während der Fahrt unter Oberleitungen aufgeladen werden und nicht elektrifizierte Teilstrecken im elektrischen Betrieb überbrücken können. Hier ist das Ziel, wasserstoffbetriebene beziehungsweise batterieelektrische Züge auch auf nicht elektrifizierten Strecken im Regionalverkehr einzusetzen. Dafür müssen diese innovativen Technologien noch energieeffizienter und kostengünstiger werden. Derzeit verkehren zwei Testzüge mit Brennstoffzellenantrieb (Wasserstoff) im Probebetrieb auf einer Referenzstrecke in Niedersachsen. Die Beschaffung weiterer Züge mit dieser Antriebstechnik ist ab 2020 geplant. Die Erprobung von batterieelektrischen Zügen ist noch in der Erprobungsphase.

Unterstützung der Bahnindustrie durch das BMWi

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ist Ansprechpartner bei:

  • Erhalt und Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit der Bahnindustrie am Standort Deutschland
  • Schaffung von Investitions- und innovationsfreundlichen Rahmenbedingungen
  • Flankieren von Auslandsaktivitäten
  • Unterstützung für mittelständische Unternehmen und Existenzgründer
  • Unterstützung bei der Digitalisierung
  • Zusammenarbeit mit anderen Ministerien und der EU-Kommission zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Bahnindustrie.