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Branchenskizze

Die Bahnindustrie in Deutschland deckt mit einem Umsatz von 11- Milliarden Euro und 51.100 direkten Beschäftigen das gesamte Spektrum an bahntechnischem Zubehör bis hin zu vollständigen Bahnsystemen ab. Große Systemhäuser arbeiten dabei Hand in Hand mit einer breit aufgestellten, mittelständisch strukturierten Zuliefer- und Systemindustrie. Die Branche leistet einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Mobilität, sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr.

Die Bahnindustrie ist tief in der deutschen Industrielandschaft verwurzelt. Durch Fusionen von Unternehmen der Elektronikbranche mit Firmen des Waggon- und Lokomotivbaus haben sich Anbieter kompletter Bahnsysteme, sogenannte Systemhersteller, am Markt etabliert. Dieser Strukturwandel wurde von einem weltweiten Konzentrationsprozess begleitet.

Neben den Systemanbietern sind weit mehr als 150 überwiegend mittelständische Zulieferunternehmen tätig, die sich in Infrastrukturunternehmen (beispielsweise Leit- und Sicherungstechnik, Gleisbau), Komponenten- und Subsystemhersteller (unter anderem Motoren und Getriebe) Ingenieurdienstleister (beispielsweise Planung, Produktentwicklung) und Servicedienstleister (Wartung, Ersatzteile und ähnliches) unterteilen lassen.

Die Bahntechnikhersteller in Deutschland bieten schlüsselfertige Bahnsysteme auf einem sehr hohen technischem Niveau an, das weltweit nachgefragt wird. Etwa 450 Prozent der Aufträge kamen im Jahr 2017 von ausländischen Schienenverkehrsunternehmen. Die Auftragseingänge beliefen sich im gleichen Jahr auf ein Gesamtvolumen von rund 13,1 Milliarden Euro. Dabei entfielen rund 76 Prozent auf Fahrzeug- und gut 24 Prozent auf Infrastrukturprojekte.

Eckdaten der deutschen Bahnindustrie (gerundet)

201520162017Differenz in v.H.
Umsatz (in Mrd. Euro)12,311,811,0- 6,8 %
davon Inlandsumsatz (in Mrd. Euro)6,55,76,3+ 10,5 %
davon Auslandsumsatz (in Mrd. Euro)5,86,14,7- 23 %
Auftragseingang (in Mrd. Euro)15,011,513,1+ 13,9 %
davon Inlandsaufträge (in Mrd. Euro)7,87,07,6+ 8,5 %
davon Auslandsaufträge (in Mrd. Euro)7,24,55,5+ 18,2 %
Beschäftigte in Tsd.52,050,551,1+ 1,2 %

Quelle: Verband der Bahnindustrie in Deutschland e.V.

Branchenkonjunktur

Die Auftragseingänge bei den Herstellern der Bahnindustrie verzeichneten im Jahr 2017 einen deutlichen Anstieg um 13,9 Prozent. Ein Grund hierfür ist eine steigende Nachfrage, besonders im Fahrzeugsegment. Lösungen der Bahnindustrie „Made in Germany“ sind weltweit gefragt. Insgesamt kann man von einer sehr stabilen wirtschaftlichen Lage mit steigender Tendenz sprechen. Auch die Beschäftigtenzahlen stiegen im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr leicht an. Die Bahnindustrie bleibt damit einer der größten industriellen Arbeitgeber des Landes.

Für die deutschen Bahntechnikhersteller gilt es, sich trotz der steigenden Wettbewerbsdynamik am Markt zu behaupten. Für einige Unternehmen liegt die Zukunft in neuen Technologien. Sowohl die Digitalisierung in der Produktion und Fertigung als auch die Entwicklung neuer Antriebstechniken können der Schlüssel für eine steigende Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Bahnindustrie sein. Derzeit stehen Antriebsysteme mit Brennstoffzellen im Fokus. Ziel ist es, dass wasserstoffbetriebene Züge auf nicht elektrifizierten Strecken im Regionalverkehr zum Einsatz kommen. Dafür müssen diese innovativen Technologien noch energieeffizienter und kostengünstiger werden. Derzeit verkehren zwei Testzüge mit Brennstoffzellenantrieb (Wasserstoff) auf einer Referenzstrecke in Niedersachsen im Probebetrieb. Die Beschaffung weiterer Züge mit dieser Antriebstechnik ist ab 2020 geplant.

Unterstützung der Bahnindustrie durch das BMWi

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ist Ansprechpartner bei:

  • Unterstützung bei der weiteren Liberalisierung des Personen- und Schienengüterverkehrs in Europa
  • Erhalt und Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit der Bahnindustrie am Standort Deutschland
  • Durchführung von Branchendialogen mit Verbänden und Unternehmen
  • Begleitung branchenspezifischer Technologiefragen
  • Begleitung von Forschungsprojekten