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Branchenskizze

Die Lebensmittelindustrie zählt zu den wichtigsten Industriezweigen in Deutschland. Sie ist bei einem überwiegenden Anteil von kleinen und mittleren Unternehmen mittelständisch strukturiert: In ca. 6.100 Betrieben werden etwa 618.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Die Fleisch- und Fleisch verarbeitende Industrie, die Milchindustrie, die Süß- und Backwarenindustrie sowie die Herstellung alkoholischer Getränke sind die wichtigsten Branchen.

Deutschland ist der drittgrößte Lebensmittelexporteur am Weltmarkt; mit einer Exportquote von 33,6 Prozent sichert das Auslandsgeschäft das Branchenwachstum. Deutsche Lebensmittelqualität ist international gefragt, insbesondere Fleischerzeugnisse, Süßwaren, Milchprodukte sowie Getränke werden exportiert. Mehr als drei Viertel der Exporte gehen in die EU; wichtigste Absatzmärkte sind Niederlande, Frankreich und Italien, daneben nach China, in die USA, in die Schweiz und nach Russland.

Aktuelle Entwicklungen

Der schwachen gesamtwirtschaftlichen Konjunkturentwicklung trotzend stellte die Ernährungsindustrie ihre Leistungsfähigkeit 2019 erneut unter Beweis und konnte ihre Umsätze um 3,2 Prozent auf 185,3 Milliarden Euro steigern.

Das Umsatzplus resultierte aus einer höheren Absatzmenge – plus 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – und steigenden Verkaufspreisen im In- und Ausland. Mit einem Umsatzvolumen von 123,1 Milliarden Euro blieb auch 2019 der deutsche Markt der wichtigste Absatzkanal der Branche.

Die Exporte konnten nach leichten Umsatzeinbußen im Jahr 2018 wieder leicht gesteigert werden, sie beliefen sich 2019 auf 62,2 Milliarden Euro, das ist ein Plus von 4,5 Prozent. Die Exportquote stieg ebenfalls leicht an, sie belief sich auf 33,6 Prozent. Damit wurde jeder dritte Euro im Ausland verdient (Quelle: BVE).

Aufgrund ihrer Qualität und Vielfalt sind deutsche Lebensmittel weltweit beliebt. Wachstumschancen ergeben sich damit aus Sicht der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, dem Dachverband der Lebensmittelindustrie, zunehmend auch außerhalb der EU. Allerdings lassen sich die vormals guten Prognosen durch die Auswirkungen der Corona-Krise vermutlich nicht aufrechterhalten.

Gleiches gilt auch für das Konsumklima im Inland, das bisher optimistisch war, durch die Corona-Krise aber merklich eingetrübt wird.

Die Lebensmittelindustrie sorgt für eine flächendeckende Versorgung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln, wobei auch die Nachhaltigkeit eine zunehmend wichtige Rolle im Konsumbewusstsein der Verbraucherinnen und Verbraucher spielt.