Kräne auf einer Baustelle

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Mit fast zwei Millionen Beschäftigten und knapp 400 Milliarden Euro an nominalem Bauvolumen ist das Baugewerbe ein bedeutsamer Wirtschaftszweig der deutschen Volkswirtschaft. Er ist mit vielen anderen Branchen und Handwerkszweigen eng verknüpft, die großen wirtschaftspolitischen Themengebiete wie Energie und Klima, Digitalisierung und Fachkräftebedarf betreffen die Bauwirtschaft direkt.

Die Branche setzt sich zusammen aus dem Bauhauptgewerbe mit rund 75.000 Unternehmen und 842.000 Beschäftigten (Jahresdurchschnitt 2018) und einem Bauvolumen (gemäß der umfassenden Definition des DIW) von etwa 125 Milliarden Euro sowie dem Ausbaugewerbe mit 250.000 Betrieben mit etwa 1,13 Millionen Beschäftigten und einem Bauvolumen von 142 Milliarden Euro. (Zahlen von 2019; Quelle: Bericht zur Lage und Perspektive der Bauwirtschaft 2020, BBSR).

Rund zehn Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts werden für Baumaßnahmen verwendet (2019: 373 Milliarden Euro). Gleichzeitig erbringt das Baugewerbe fast sechs Prozent der gesamten Wertschöpfung in Deutschland. Das Bauhauptgewerbe wird in Deutschland von Kleinbetrieben dominiert: Fast 90 Prozent der Betriebe haben weniger als 20 Beschäftigte und erwirtschaften etwa 30 Prozent des Umsatzes. Große Umsätze werden dagegen von den 10 Prozent der Unternehmen in den höchsten Größenklassen erbracht (mit einem Jahresumsatz von über 2 bis 50 Millionen Euro). Im Jahr 2019 erzielte das deutsche Bauhauptgewerbe einen Umsatz in Höhe von geschätzten 135 Milliarden Euro. Auf den Wohnungsbau entfällt ebenso 36 Prozent Umsatzanteil wie auf den Wirtschaftsbau, 27 Prozent dagegen auf den Öffentlichen Bau. (Quelle: Hauptverband der Deutschen Bauindustrie).

Ausblick 2020

Bauinvestitionen, Kapazitätsauslastung und Auftragsbestand standen bis zum Ausbruch der Covid-19-Pandemie auf außergewöhnlich hohem Niveau. Im April 2020 wirkt die Situation in der Wertschöpfungskette Bau noch wie glimpflich davongekommen. Die Bauwirtschaft hat keinen Shutdown auf den Baustellen erlebt, trotz Personaleinschränkungen und einiger unterbrochener Lieferketten bei Baumaterial lief die Arbeit auf den Baustellen weiter. Die Branche hat eher mit Verzögerungen als mit Stornierungen zu kämpfen. Doch erst mit zeitlichem Abstand wird man die Auswirkungen im Ganzen und im Einzelnen beurteilen können.