Was machen Veranstaltungskaufleute?

Ob Konzerte, Messen, internationale Kongresse, Stadt- oder Betriebsfeste: jede dieser Veranstaltungen muss genau geplant, vorbereitet und durchgeführt werden, damit alle Beteiligten zufrieden sind. Was erwarten zum Beispiel Wissenschaftler auf einem Fachkongress? Mit wie viel Leuten ist zu rechnen? Wie müssen die Räumlichkeiten sein? Welche Dolmetscher werden benötigt? Muss die Veranstaltung genehmigt werden? Welche Kulturveranstaltungen sind für den Abend geeignet? Beim Sommerfest der Stadt planen Veranstaltungskaufleute zum Beispiel gemeinsam mit dem Kulturbeauftragten und den Bürgervertretern, welche Musik- und Theatergruppen und welche Verkaufsstände am besten bei der Bevölkerung "ankommen", und wie die stationären Geschäfte einbezogen werden können. Dabei haben sie die Kosten immer fest im Griff. Denn jede Veranstaltung darf maximal so viel kosten, wie auch 'rein kommt'. Oft geht es auch ganz schön hektisch zu: Da sagt ein Sänger im letzten Augenblick ab. Die Beleuchtung funktioniert nicht, die Kühlanlage für Getränke fällt aus. Oder aus der Nachbarschaft fühlt sich jemand in seiner Ruhe gestört. Veranstaltungskaufleute sind richtige Improvisationstalente, die in jeder Situation einen kühlen Kopf behalten und für jedes Problem fast immer eine Lösung finden.

Veranstaltungskaufleute ...

  • entwickeln Veranstaltungskonzepte für bestimmte Zielgruppen, wie z. B. Jugendliche, Geschäftsleute, Familien usw.
  • beobachten das Marktgeschehen und erarbeiten Marketingkonzepte
  • informieren, beraten und betreuen Kunden
  • stellen Veranstaltungskonzepte vor
  • erstellen Ablauf- und Regiepläne und setzen sie um
  • kalkulieren und bewerten Veranstaltungsrisiken (z.B. schlechtes Wetter, mangelnde Nachfrage)
  • arbeiten mit Künstlern, Architekten, Designern und Technikern zusammen
  • berücksichtigen veranstaltungstechnische Anforderungen und Gegebenheiten
  • beachten veranstaltungsrechtliche Vorschriften und holen erforderliche Genehmigungen ein
  • können sich in mindestens einer Fremdsprache verständigen und arbeiten im internationalen Umfeld
  • gestalten Organisationsabläufe und Verwaltungsprozesse
  • bearbeiten kaufmännische Geschäftsvorgänge und führen Kalkulationen durch

Veranstaltungskaufleute arbeiten für ...

  • Veranstaltungsbetriebe bzw. Dienstleistungsunternehmen, z. B.
  • Betreiber von Veranstaltungsstätten
  • Unternehmen aller Wirtschaftszweige, die regelmäßig auf Messen präsent sind
  • Kommunale Verwaltung, z. B.

Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet.

Für wen ist der Job geeignet?

Bewerber sollten...

  • Spaß an kaufmännischen Aufgaben haben
  • kontaktfreudig sein und sich sprachlich gut ausdrücken können
  • an kundenorientierter Arbeit interessiert sein
  • gerne im Team arbeiten
  • flexibel sein und Improvisationstalent haben
  • gute Englischkenntnisse haben

Was ist besonders gut?

  • die vielseitige Tätigkeit
  • genau das Richtige für alle, die sich für Kunst und Kultur interessieren

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Zugangsvoraussetzung

Grundsätzlich ist keine bestimmte Vorbildung für den Lehrbeginn vorgeschrieben. Die Betriebe erwarten aber mindestens den Hauptschulabschluss, viele auch die Fachoberschulreife (Mittlere Reife). Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt. Die Ausbildung endet nach drei Jahren mit bestandener Abschlussprüfung.

Ausbildungsvergütung

Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist je nach Wirtschaftsbereich und Region, manchmal sogar je nach Unternehmen sehr unterschiedlich. Die jeweiligen Tarifpartner, also die Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, vereinbaren, wie viel Sie während und nach Ihrer Ausbildung verdienen. Sie können Ihnen genaue Auskünfte geben. Welcher Arbeitgeberverband bzw. welche Gewerkschaft für Ihren Ausbildungsberuf zuständig ist, erfahren Sie zum Beispiel bei Ihrer Industrie- und Handelskammer, beim Berufsverband oder auch bei der Arbeitsagentur vor Ort.

Was kann ich aus dem Beruf später einmal machen?

Eine berufliche Ausbildung ist der erste Schritt ins Berufsleben. Danach gehts weiter, beispielsweise als Elektroinstallateurmeister. Ziel kann natürlich auch die berufliche Selbständigkeit sein. Klar ist: Keiner muss sein Leben lang immer im gleichen Job dasselbe tun. Im Gegenteil: Wer heutzutage gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt bzw. als selbständiger Unternehmer haben will, muss flexibel sein und sich regelmäßig weiterbilden. Es gibt jede Menge Lehrgänge, Kurse oder Seminare, um sich zu spezialisieren, z. B.

  • Finanz- und Rechnungswesen
  • Eventoperating
  • Verhandlungs- und Konferenztechnik
  • Büroorganisation
  • Steuerwesen

Unter bestimmten Voraussetzungen, z. B. mehrjähriger Berufserfahrung, sind verschiedene Fort- und Weiterbildungen möglich, u.a.:

  • Ausbilder/-in (verantwortlich für die Ausbildung von Lehrlingen)
  • Betriebswirt/-in (staatlich geprüft)
  • Fachkaufmann/-frau für Marketing, Geschäfts- und Finanzbuchführung

Nach dem Besuch einer Fachoberschule ist das Studium an einer Fachhochschule möglich, u.a.:

  • Dipl.-Betriebswirt/-in

Kurzinfo

Veranstaltungskaufleute ...

... entwickeln Veranstaltungskonzepte für bestimmte Zielgruppen, kalkulieren die Kosten von Veranstaltungen, achten auf die reibungslose Durchführung von Veranstaltungen

Besonders gut ist ...

... die vielseitige Tätigkeit und dass es genau das Richtige für alle ist, die sich für Kunst und Kultur interessieren

Bewerber/-innen sollten ...

... Spaß an kaufmännischen Aufgaben haben, kontaktfreudig sein und sich sprachlich gut ausdrücken können, an kundenorientierter Arbeit interessiert sein, gerne im Team arbeiten, flexibel sein und Improvisationstalent haben, gute Englischkenntnisse haben

Dauer der Ausbildung?

3 Jahre

Verdienst während der Ausbildung und im Beruf?

Auskünfte dazu geben Kammer, Arbeitsagentur, Berufsverband, Arbeitgeberverband und Gewerkschaft.

Wer bildet aus?

Veranstaltungsbetriebe bzw. Dienstleistungsunternehmen, Unternehmen aller Wirtschaftszweige, die regelmäßig auf Messen präsent sind, kommunale Verwaltung

Berufliche Aufstiegschancen?

z. B. Ausbilder/-in (verantwortlich für die Ausbildung von Azubis), Betriebswirt/-in (staatlich geprüft), Fachkaufmann/-frau für Marketing, Geschäfts- und Finanzbuchführung, Dipl.-Betriebswirt/-in