Was machen Polsterer?

Sitzen Sie bequem? Wenn ja, dann hat der Polsterer gut gearbeitet. Sessel, Matratzen und die Sitze im Auto werden von Polsterern mit speziellen Materialien gefüllt und anschließend mit Kunststoff, Leder oder Stoff bezogen. Dabei achten sie nicht nur auf Bequemlichkeit, denn vor allem Matratzen und Bürostühle müssen so verarbeitet sein, dass auch nach langem Liegen und Sitzen der Rücken geschont wird. Polsterer kennen die aktuellen Trends bei Materialien, Mustern und Farben, damit sie den Kundengeschmack zielsicher treffen. Sie stellen Polster her und restaurieren sie. Dabei achten sie auf den Stil der unterschiedlichen historischen Epochen.

Polsterer ...

  • wählen Leder, Kunstleder, Holz- und Holzwerkstoffe, Kunststoffe und Metalle je nach Verwendungszweck aus
  • fertigen Zuschnittschablonen an und schneiden das Material zu
  • beizen, färben und beschichten Oberflächen
  • richten Maschinen und Anlagen ein, bedienen und überwachen sie
  • bereiten den Polstergrund vor, indem sie tragende und elastische Teile, wie z. B. Kunststoffriemen herstellen und einsetzen
  • stellen Unterfederungen her, wie z. B. Federkerne und decken die Federungen ab
  • stellen Polster und Matratzen nach verschiedenen Polstertechniken her
  • beziehen Polsterkissen oder -möbel und wenden dabei je nach Gestaltung der Polsterfläche unterschiedliche Arbeitstechniken an
  • verzieren die Oberflächen
  • achten auf die Qualität ihrer Arbeit

Polsterer arbeiten für ...

  • die Polstermöbelindustrie
  • Matratzen und Bettenhersteller
  • Zulieferindustrie für Kfz-, Waggon- und Flugzeugbau

Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet. 

Für wen ist der Job geeignet?

Bewerber sollten ...

  • gutes Sehvermögen haben
  • gerne im Team arbeiten

Was ist besonders gut?

  • man sieht sein fertiges Produkt
  • der Umgang mit modischen Stoffen

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Zugangsvoraussetzung

Grundsätzlich ist keine bestimmte Vorbildung für den Lehrbeginn vorgeschrieben. Die meisten Betriebe erwarten aber mindestens den Hauptschulabschluss.

Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt. Die Ausbildung endet nach drei Jahren mit bestandener Abschlussprüfung.

Ausbildungsvergütung

Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist je nach Wirtschaftsbereich und Region, manchmal sogar je nach Unternehmen sehr unterschiedlich. Die jeweiligen Tarifpartner, also die Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, vereinbaren, wie viel Sie während und nach Ihrer Ausbildung verdienen. Sie können Ihnen genaue Auskünfte geben. Welcher Arbeitgeberverband bzw. welche Gewerkschaft für Ihren Ausbildungsberuf zuständig ist, erfahren Sie zum Beispiel bei Ihrer Industrie- und Handelskammer, beim Berufsverband oder auch bei der Arbeitsagentur vor Ort.

Was kann ich aus dem Beruf später einmal machen?

Eine berufliche Ausbildung ist der erste Schritt ins Berufsleben. Danach gehts weiter, beispielsweise als Techniker der Fachrichtung Raumgestaltung. Ziel kann natürlich auch die berufliche Selbständigkeit sein.

Klar ist: Keiner muss sein Leben lang immer im gleichen Job dasselbe tun. Im Gegenteil: Wer heutzutage gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt bzw. als selbständiger Unternehmer haben will, muss flexibel sein und sich regelmäßig weiterbilden. Es gibt jede Menge Lehrgänge, Kurse oder Seminare, um sich zu spezialisieren, z. B.

  • Textilveredlung
  • Möbel- und Polsterwesen
  • Kunststoffanwendungen

Unter bestimmten Voraussetzungen, z. B. mehrjähriger Berufserfahrung, sind verschiedene Fort- und Weiterbildungen möglich, u.a.:

  • Ausbilder/-in (verantwortlich für die Ausbildung von Azubis)
  • Industriemeister/-in Polstermöbel oder Fahrzeugpolsterei
  • Techniker/-in Raumgestaltung
  • Techniker/-in Betriebswissenschaft

Nach dem Besuch einer Fachoberschule ist das Studium an einer Fachhochschule (FH) möglich, u.a.:

  • Dipl.-Ingenieur/-in

Kurzinfo

Polsterer ...

... beizen, färben und beschichten Oberflächen, stellen Polster und Matratzen nach verschiedenen Polstertechniken her und beziehen sie z. B. mit Leder, Kunststoff oder anderen Textilien.

Besonders gut ist ...

... dass man sein fertiges Produkt sieht und - je nach Unternehmen - der Umgang mit modischen Stoffen

Bewerber/-innen sollten ...

... geschickt arbeiten, gutes Sehvermögen haben, gerne im Team arbeiten

Dauer der Ausbildung?

3 Jahre

Wer bildet aus?

Polstermöbelindustrie, Matratzen und Bettenhersteller, Automobilindustrie

Verdienst während der Ausbildung und im Beruf?

Auskünfte dazu geben Kammer, Arbeitsagentur, Berufsverband, Arbeitgeberverband und Gewerkschaft.

Berufliche Aufstiegschancen?

z.B.: Ausbilder/-in (verantwortlich für die Ausbildung von Azubis), Industriemeister/-in Polstermöbel oder Fahrzeugpolsterei, Techniker/-in Raumgestaltung, Techniker/-in Betriebswissenschaft, Dipl.-Ingenieur/-in