Was machen Pharmakanten?

Grippe, Entzündungen, Kinderlähmung - gegen die meisten Krankheiten von Mensch und Tier gibt es spezielle Tabletten, Salben oder Impfstoffe. Diese Arzneimittel werden in der pharmazeutischen Industrie hergestellt. Hier produzieren Pharmakanten mit Hilfe spezieller Anlagen und Geräte Medikamente aus chemischen und pflanzlichen Wirkstoffen. Jedes Milligramm zu viel oder zu wenig, beeinflusst die Wirkung eines Medikaments. Pharmakanten achten daher sehr genau darauf, dass die Produktion genau nach Vorschrift abläuft. Dazu müssen sie wissen, auf was es bei der Herstellung der festen, halbfesten und flüssigen Arzneimittel ankommt. Sie kennen also "ihre" Produktionsanlage ganz genau und prüfen regelmäßig z. B. Mess-, Dosier- und Zähleinrichtungen, beherrschen Computer- und Prozessleittechnik. Pharmakanten produzieren nicht nur - sie wissen auch, wie die verschiedenen Tabletten, Salben und flüssigen Wirkstoffe verpackt und gelagert werden müssen. Klar ist: Hygiene, Sicherheit und Umweltschutz stehen bei ihrer Arbeit an erster Stelle.

Pharmakanten...

  • stellen Arzneimittel in fester (z. B. Tabletten), halbfester (z. B. Gele, Salben) und flüssiger (z. B. Impfstoffe) Form her und kennen die verschiedenen Wirkstoffe
  • sterilisieren und desinfizieren z. B. Produktionsanlagen und -räume
  • bedienen und warten Arbeitsgeräte
  • überwachen den Produktionsprozess und halten die Systeme Instand
  • messen und regeln z. B. Temperatur, Druck, Flüssigkeit und stellen Störungen fest
  • kontrollieren das Verpacken von Arzneimitteln und die sachgerechte Lagerung
  • führen regelmäßige Qualitätskontrollen durch
  • stellen die umweltgerechte Verwertung und Beseitigung der Abfälle sicher

Pharmakanten arbeiten für ...

  • Unternehmen der pharmazeutischen Industrie

Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet

Für wen ist der Job geeignet?

Bewerber sollten ...

  • sich für Naturwissenschaften und Technik interessieren
  • gute Noten in Biologie und Chemie haben
  • sehr genau und verantwortungsbewusst arbeiten

Was ist besonders gut?

  • eine verantwortungsvolle Tätigkeit
  • die Verbindung von moderner Technik und Naturwissenschaften

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Zugangsvoraussetzung

Grundsätzlich ist keine bestimmte Vorbildung für den Lehrbeginn vorgeschrieben. Die meisten Betriebe erwarten aber die Fachoberschulreife (Mittlere Reife). Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Prüfung statt, deren Ergebnis in das Gesamtergebnis der Abschlussprüfung einfließt. Die Ausbildung endet nach dreieinhalb Jahren mit bestandener Abschlussprüfung.

Ausbildungsvergütung

Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist je nach Wirtschaftsbereich und Region, manchmal sogar je nach Unternehmen sehr unterschiedlich. Die jeweiligen Tarifpartner, also die Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, vereinbaren, wie viel Sie während und nach Ihrer Ausbildung verdienen. Sie können Ihnen genaue Auskünfte geben. Welcher Arbeitgeberverband bzw. welche Gewerkschaft für Ihren Ausbildungsberuf zuständig ist, erfahren Sie zum Beispiel bei Ihrer Industrie- und Handelskammer, beim Berufsverband und bei der Arbeitsagentur vor Ort.

Was kann ich aus dem Beruf später einmal machen?

Eine berufliche Ausbildung ist der erste Schritt ins Berufsleben. Danach geht's weiter, beispielsweise als Techniker der Fachrichtung Chemie. Ziel kann natürlich auch die berufliche Selbständigkeit sein. Klar ist: Keiner muss sein Leben lang immer im gleichen Job dasselbe tun. Im Gegenteil: Wer heutzutage gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt bzw. als selbständiger Unternehmer haben will, muss flexibel sein und sich regelmäßig weiterbilden. Es gibt jede Menge Lehrgänge, Kurse oder Seminare, um sich zu spezialisieren, z.B.

  • Elektrotechnik
  • Industrieelektronik

Unter bestimmten Voraussetzungen, z. B. mehrjähriger Berufserfahrung, sind verschiedene Fort- und Weiterbildungen möglich, u.a.:

  • Ausbilder/-in (verantwortlich für die Ausbildung von Azubis)
  • Industriemeister/-in Pharmazie
  • Techniker/-in der Fachrichtung Chemie
  • Techniker/-in für Betriebswissenschaft

Nach dem Besuch einer Fachoberschule ist das Studium an einer Fachhochschule (FH) möglich, u.a.:

  • Dipl.-Ingenieur/-in pharmazeutische Chemie

Kurzinfo

Pharmakanten ...

... stellen Arzneimittel her und kennen die verschiedenen Wirkstoffe, bedienen Anlagen und Arbeitsgeräte und halten sie Instand,messen und regeln z. B. Temperatur, Druck, Flüssigkeit

Besonders gut ist ...

... die verantwortungsvolle Tätigkeit und die Verbindung von Naturwissenschaft und moderner Technik

Bewerber/-innen sollten ...

... Interesse an Naturwissenschaften und Technik haben, gute Noten in Biologie und Chemie haben, sehr genau und verantwortungsbewusst arbeiten

Wer bildet aus?

Hersteller und Verpackungsbetriebe pharmazeutischer Produkte

Dauer der Ausbildung?

3,5 Jahre

Verdienst während der Ausbildung und im Beruf?

Auskünfte dazu geben Kammer, Arbeitsagentur, Berufsverband, Arbeitgeberverband und Gewerkschaft.

Berufliche Aufstiegschancen?

z.B.: Ausbilder/-in (verantwortlich für die Ausbildung von Azubis), Industriemeister/-in Pharmazie, Techniker/-in der Fachrichtung Chemie, Techniker/-in für Betriebswissenschaft, Dipl.-Ingenieur/-in Elektrotechnik