Was machen Maßscheider/-innen? 

Kein Zweifel: Ein Maß-Anzug sitzt einfach besser als der Anzug "von der Stange". Hinzu kommt: Wer sich einen Anzug oder ein Kleid beim Schneider anfertigen lässt, kann sicher sein, dass es sich um ein Einzelstück handelt. Das ist bei Hochzeits- oder Ballkleidern natürlich besonders wichtig. Maßschneider sind modisch immer auf dem neuesten Stand und beraten ihre Kundinnen und Kunden zu allen Fragen rund um die aktuelle Mode: Welches Outfit passt zum Typ? Welcher Stoff zu welchem Kleidungsstück? Welcher Schnitt ist gerade in Mode? Welche Farben liegen im Trend? Auch sie müssen sowohl mit Nadel und Faden als auch mit der Nähmaschine umgehen. Jeder Stich muss sitzen, denn wer beim Maßschneider nähen lässt, erwartet beste Qualität.

Maßschneider ...

  • kennen die verschiedenen Stoffe und deren Eigenschaften
  • beraten ihre Kundinnen und wissen, welche Körpermaße sie für den Schnitt nehmen müssen
  • nähen mit Maschinen z. B. gerade und schräge Bahnen in verschiedenen Stoffqualitäten zusammen
  • nähen von Hand Zierstiche oder bringen Applikationen (aufgenähte Verzierungen aus Stoff, Leder usw.) an
  • bügeln einfache und schwierige Stoffe, wie z. B. Samt, oder bügeln Jacken und Mäntel in Form
  • führen Teilarbeiten aus, wie z. B. schwierige Rockbünde verarbeiten, Kragen bei Jacken und Mänteln aufsetzen, Ausschnitte einfassen
  • fertigen Kleinteile, wie z. B. Hosen, Röcke und Westen an
  • fertigen Großstücke in verschiedene Ausführungen wie z.B. Kleider, Gesellschaftskleidung, Kostüme, Jacken und Mäntel, Sakkos und Anzüge.

 Für wen ist der Job geeignet?

Bewerber sollten ...

  • geschickt sein
  • genau und sorgfältig arbeiten können
  • räumliches Vorstellungs- und Farbsehvermögen haben
  • kreativ sein
  • kontaktfreudig sein

Was ist besonders gut?

  • sehr kreative Tätigkeit
  • ein Beruf, der immer "mit der Mode geht"

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Zugangsvoraussetzung

Grundsätzlich ist keine bestimmte Vorbildung für den Lehrbeginn vorgeschrieben. Die meisten Betriebe erwarten aber den Hauptschulabschluss. Manche auch die Fachoberschulreife (Mittlere Reife).

Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt. Im 3. Ausbildungsjahr erfolgt für die Dauer von 40 Wochen eine Differenzierung in den Schwerpunkten

  • Damen
  • Herren

Die Ausbildung endet nach drei Jahren mit bestandener Gesellenprüfung.

Ausbildungsvergütung

Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist je nach Wirtschaftsbereich und Region, manchmal sogar je nach Unternehmen sehr unterschiedlich. Die jeweiligen Tarifpartner, also die Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, vereinbaren, wie viel Sie während und nach Ihrer Ausbildung verdienen. Sie können Ihnen genaue Auskünfte geben. Welcher Arbeitgeberverband bzw. welche Gewerkschaft für Ihren Ausbildungsberuf zuständig ist, erfahren Sie zum Beispiel bei Ihrer Handwerkskammer, der Kreishandwerkerschaft oder Innung, beim Berufsverband oder auch bei der Arbeitsagentur vor Ort.

Was kann ich aus dem Beruf später einmal machen?

Eine berufliche Ausbildung ist der erste Schritt ins Berufsleben. Danach gehts weiter, beispielsweise als Textildesignerin. Ziel kann natürlich auch die berufliche Selbständigkeit sein. Hierzu empfiehlt sich die Ablegung der Meisterprüfung im Handwerk.

Klar ist: Keiner muss sein Leben lang immer im gleichen Job dasselbe tun. Im Gegenteil: Wer heutzutage gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt bzw. als selbständiger Unternehmer haben will, muss flexibel sein und sich regelmäßig weiterbilden.

Es gibt jede Menge Lehrgänge, Kurse oder Seminare, um sich zu spezialisieren, z. B. 

  • Textildesign
  • Schnittzeichnen
  • Computerschnitttechnik

Nach dem Besuch einer Fachoberschule ist das Studium an einer Fachhochschule (FH) möglich, u.a.:

  • Dipl.-Ingenieur/-in Textil
  • Textildesigner/-in

Kurzinfo

Maßschneider ... 

... kennen die verschiedenen Stoffe und deren Eigenschaften, beraten ihre Kundinnen und Kunden und nehmen Maß, nähen mit Maschinen und von Hand, fertigen z. B. Unterkleider, Blusen, Hemden, Kleider, Mäntel, Kostüme, Hosen, Westen, Sakkos und Mäntel an

Besonders gut ist ... 

... die kreative Tätigkeit und dass es ein Beruf ist, der immer "mit der Mode geht" 

Bewerber/-innen sollten ...

... geschickt sein, genau und sorgfältig arbeiten können, räumliches Vorstellungs- und Farbsehvermögen haben, kreativ sein, kontaktfreudig sein

Dauer der Ausbildung?

3 Jahre

Wer bildet aus? 

handwerkliche Maßschneider-Betriebe, Theaterschneidereien, Textil-Einzelhandel, , Produktionsbetriebe von Unterwäsche, Oberbekleidung, Haus-, Bett- und Tischwäsche 

Verdienst während der Ausbildung und im Beruf?

Auskünfte dazu geben Kammer, Innung, Arbeitsagentur, Berufsverband, Arbeitgeberverband und Gewerkschaft.

Beruflicher Aufstieg

z .B.: Ausbilder/-in (verantwortlich für die Ausbildung von Azubis), Herrenschneidermeister/-in, Damenschneidermeister/-in, Wäscheschneidermeister/-in, Textildesigner/-in