Was machen Kaufleute im Groß- und Außenhandel?

Bevor wir Lebensmittel, Kleidung, Elektrogeräte oder sonstige Waren "um die Ecke" im nächsten Geschäft, dem Einzelhandel, kaufen können, müssen sie dort erst einmal angeliefert werden. Einzelhändler, aber auch Herstellerunternehmen, kaufen ihre Waren oder notwendigen Rohstoffe, die sie zur Herstellung benötigen, im Großhandel. Der Groß- und Außenhandel hat ein riesiges Angebot an in- und ausländischen Waren. Je nach Branche handelt es sich entweder um Rohstoffe, wie z.B. Hölzer, Baumwolle, Baustoffe oder um fertige Konsumgüter, wie Kleidung, Obst und Gemüse, Tee, Elektrogeräte. Für dieses Angebot sorgen die Kaufleute im Großhandel. Sie kaufen die Waren in großer Menge bei den verschiedenen Herstellern, lagern sie in Hallen und verkaufen sie an Einzelhandelsgeschäfte und produzierende Unternehmen. Kaufleute im Außenhandel sind Spezialisten für internationale Märkte. Natürlich sprechen sie mindestens eine Fremdsprache, damit sie mit ihren ausländischen Geschäftspartner verhandeln können. Darüber hinaus sind sie mit den einschlägigen internationalen Zoll- und Transportbestimmungen vertraut. Azubis können zwischen zwei Fachrichtungen wählen:

  • Großhandel
  • Außenhandel

Kaufleute im Groß- und Außenhandel ...

  • verkaufen Waren, Service- und Kundendienstleistungen und kalkulieren Verkaufspreise,
  • sichern Qualitätsstandards,
  • beobachten den Markt und beurteilen die Absatzchancen,
  • ermitteln Bezugsquellen, bewerten Angebote und kaufen Waren ein,
  • setzen Warenkenntnisse ein,
  • planen und führen Einkaufs- und Verkaufsgespräche,
  • informieren und beraten Kunden,
  • bearbeiten Reklamationen,
  • erarbeiten Marketingmaßnahmen und setzen sie um,
  • bearbeiten Kundenaufträge und Zahlungsvorgänge und beurteilen Kreditrisiken,
  • werten Kennziffern und Statistiken für die Erfolgskontrolle aus und leiten Maßnahmen daraus ab.

Kaufleute der Fachrichtung Großhandel ...

  • planen, steuern und kontrollieren logistische Geschäftsprozesse in Wareneingang, Lager und Warenausgang,
  • wählen Logistikdienstleistungen und setzen sie ein,
  • erfassen Wareneingänge, überwachen Lagerbestände und führen Inventuren durch,
  • nutzen fremdsprachige Informationen und erteilen Auskünfte in einer Fremdsprache.

Kaufleute der Fachrichtung Außenhandel ...

  • planen, steuern und kontrollieren logistische Transportprozesse in Zusammenarbeit mit Dienstleistern,
  • führen Devisenkalkulationen durch, auch unter Einbeziehung von Devisentermingeschäften,
  • wenden Außenwirtschafts- und Zollrechtsbestimmungen sowie internationale Handelsklauseln an,
  • schließen internationale Transportverträge ab und wenden außenhandelsspezifische Zahlungsbedingungen an,
  • wickeln Dokumentengeschäfte ab,
  • korrespondieren und kommunizieren in einer Fremdsprache.

Kaufleute im Groß- und Außenhandel arbeiten für ...

  • Großhandelsunternehmen
  • Import- und Exportunternehmen unterschiedlicher Branchen

Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet.

Für wen ist der Job geeignet?

Bewerber sollten ...

  • gern mit Menschen zu tun haben
  • selbstbewusst und freundlich auftreten
  • verantwortungsbewusst sein
  • gut organisieren können
  • gut rechnen können

Vor allem Kaufleute im Außenhandel sollten ...

  • sprachbegabt sein und gute Fremdsprachenkenntnisse haben
  • flexibel und auch gern im Ausland unterwegs sein

Was ist besonders gut?

  • vielfältige Tätigkeit im Büro, im Warenlager und vor Ort beim Kunden
  • eigenverantwortliches Arbeiten
  • internationale Kontakte

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Zugangsvoraussetzung

Grundsätzlich ist keine bestimmte Vorbildung für den Lehrbeginn vorgeschrieben. Die meisten Betriebe erwarten aber die Fachoberschulreife (Mittlere Reife). Die Ausbildung erfolgt zu rund zwei Dritteln in Form einer gemeinsamen beruflichen Fachbildung und im letzten Drittel in der gewählten Spezialisierung. Lehrbetrieb und Auszubildender entscheiden gemeinsam, in welcher der zwei Fachrichtungen die Spezialisierung erfolgt:

  • Großhandel oder
  • Außenhandel

In der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt. Die Ausbildung endet nach drei Jahren mit bestandener Abschlussprüfung.

Ausbildungsvergütung

Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist je nach Wirtschaftsbereich und Region, manchmal sogar je nach Unternehmen sehr unterschiedlich. Die jeweiligen Tarifpartner, also die Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, vereinbaren, wie viel Sie während und nach Ihrer Ausbildung verdienen. Sie können Ihnen genaue Auskünfte geben. Welcher Arbeitgeberverband bzw. welche Gewerkschaft für Ihren Ausbildungsberuf zuständig ist, erfahren Sie zum Beispiel bei Ihrer Industrie- und Handelskammer, beim Berufsverband oder auch bei der Arbeitsagentur vor Ort.

Was kann ich aus dem Beruf später einmal machen?

Eine berufliche Ausbildung ist der erste Schritt ins Berufsleben. Danach geht es weiter, beispielsweise als Handelsfachwirt. Ziel kann natürlich auch die berufliche Selbständigkeit sein. Klar ist: Keiner muss sein Leben lang immer im gleichen Job dasselbe tun. Im Gegenteil: Wer heutzutage gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt bzw. als selbständiger Unternehmer haben will, muss flexibel sein und sich regelmäßig weiterbilden. Es gibt jede Menge Lehrgänge, Kurse oder Seminare, um sich zu spezialisieren, z. B.

  • Finanz- und Rechnungswesen
  • Internationale Wirtschaftsbeziehungen
  • Wirtschaftsprüfwesen
  • Marktforschung

Unter bestimmten Voraussetzungen, z. B. mehrjähriger Berufserfahrung, sind verschiedene Fort- und Weiterbildungen möglich, u.a.:

  • Ausbilder/-in (verantwortlich für die Ausbildung von Azubis)
  • Handelsfachwirt/-in
  • Betriebswirt/-in

Kurzinfo

Kaufleute im Groß- und Außenhandel ...

... beraten ihre Kunden (Händler, Handwerker, Industrie), planen und steuern logistische Transportprozesse, beauftragen Spediteure, erstellen Rechnungen, prüfen Eingangsrechnungen und Lieferpapiere usw.

Besonders gut ist ...

... die vielfältige Tätigkeit im Büro, im Warenlager und vor Ort beim Kunden, eigenverantwortliches Arbeiten, internationale Kontakte.

Bewerber/-innen sollten ...

... gern mit Menschen zu tun haben, selbstbewusst und freundlich auftreten, verantwortungsbewusst arbeiten, gut organisieren können und rechnen können, sprachbegabt sein.

Dauer der Ausbildung?

3 Jahre

Wer bildet aus?

Großhandelsunternehmen, Import- und Export-Unternehmen

Verdienst während der Ausbildung und im Beruf?

Auskünfte dazu geben Kammer, Arbeitsagentur, Berufsverband, Arbeitgeberverband und Gewerkschaft.

Berufliche Aufstiegschancen?

z. B.: Handelsfachwirt, Betriebswirt