Die Berufsausbildung zum Werbekaufmann/zur Werbekauffrau wurde modernisiert und die Berufsbezeichnung in Kaufmann/-frau für Marketingkommunikation geändert. Die neue Verordnung tritt am 1.8.2006 in Kraft.

Was machen Kaufleute für Marketingkommunikation?

Die Ausbildung zum Werbekaufmann/-frau ist modernisiert worden und trägt nun die Berufsbezeichnung Kaufmann/-frau für Marketingkommunikation. Damit sind neben der klassischen Werbung auch die Bereiche Dialogmarketing, Public Relations, Promotion, Event, Sponsoring, Multimedia, Messe und Design einbezogen.

Mit Mitteln der Kommunikation setzen sich Unternehmen ins beste Licht und versuchen ihre Produkte zu verkaufen. Ohne Werbung würde man nicht erfahren, welche neuen CDs, Handys oder Autos es gibt. Auch dass eine neue Disco aufgemacht hat, würden nur wenige mitbekommen. Kommunikationskaufleute planen daher gemeinsam mit Kunden, Graphikern, Textern und Multimediaexperten wie und wo zum Beispiel für ein neues Getränk eine Kampagne durchgeführt werden kann. Welche Form der Ansprache erreicht die Zielgruppe am besten: Werbespots, Plakate, Anzeigen oder z. B. Bannerwerbung im Internet? Dass die Kommunikationsprofis jede Menge Ideen und Phantasie haben müssen ist klar. Bei aller Kreativität dürfen sie aber nicht die Zahlen aus den Augen verlieren. Sie berechnen z. B. genau, wie viel eine Kampagne kostet, wie teuer die einzelnen Medien sind und prüfen, ob Preis und Leistung stimmen. Außerdem kennen sie die Vorschriften des Wettbewerbs- und Werberechts.

Kaufleute für Marketingkommunikation ...

  • beraten Kunden, wie z. B. Unternehmen in Fragen der Marketingkommunikation
  • beobachten und analysieren Märkte und bestimmen Zielgruppen
  • entwickeln integrierte Kommunikationskonzepte für Kampagnen und Einzelmaßnahmen
  • koordinieren den Kommunikationsmix und bewerten dessen Wirksamkeit
  • steuern die kreative Umsetzung
  • organisieren und kontrollieren Herstellungsprozesse von Kommunikationsmitteln
  • planen und kontrollieren den Einsatz von Medien und Maßnahmen
  • sichern die Qualität der arbeitsteilig erbrachten Leistungen
  • entwickeln vertragliche Grundlagen für die Zusammenarbeit und für den Erwerb von Rechten und Lizenzen
  • planen, kalkulieren und kontrollieren Projektbudgets und wenden betriebliche Controllinginstrumente an

Kaufleute für Marketingkommunikation arbeiten für ...

  • Agenturen
  • Beratungsunternehmen und Dienstleistern
  • Marketing- und Kommunikationsagenturen von Unternehmen, Non-Profit-Organisationen und öffentliche Institutionen

Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet.

Für wen ist der Job geeignet?

Bewerber sollten ...

  • kontaktfreudig sein
  • sicher und gepflegt auftreten
  • gerne kreativ arbeiten
  • sich sprachlich gut ausdrücken können

Was ist besonders gut?

  • jede Menge kreative Aufgaben für kühle Rechner

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Zugangsvoraussetzung
Grundsätzlich ist keine bestimmte Vorbildung für den Lehrbeginn vorgeschrieben. Die meisten Betriebe erwarten aber mindestens die Fachoberschulreife (Mittlere Reife). In der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt. Die Ausbildung endet nach drei Jahren mit bestandener Abschlussprüfung.
Ausbildungsvergütung
Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist je nach Wirtschaftsbereich und Region, manchmal sogar je nach Unternehmen sehr unterschiedlich. Die jeweiligen Tarifpartner, also die Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, vereinbaren, wie viel Sie während und nach Ihrer Ausbildung verdienen. Sie können Ihnen genaue Auskünfte geben. Welcher Arbeitgeberverband bzw. welche Gewerkschaft für Ihren Ausbildungsberuf zuständig ist, erfahren Sie zum Beispiel bei Ihrer Industrie- und Handelskammer, beim Berufsverband oder auch bei der Arbeitsagentur vor Ort.

Was kann ich aus dem Beruf später einmal machen?

Eine berufliche Ausbildung ist der erste Schritt ins Berufsleben. Danach geht’s weiter, beispielsweise als Fachkaufmann/-frau für Marketing. Ziel kann natürlich auch die berufliche Selbständigkeit sein.

Klar ist: Keiner muss sein Leben lang immer im gleichen Job dasselbe tun. Im Gegenteil: Wer heutzutage gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt bzw. als selbständiger Unternehmer haben will, muss flexibel sein und sich regelmäßig weiterbilden. Es gibt jede Menge Lehrgänge, Kurse oder Seminare, um sich zu spezialisieren, z. B.

  • Verkaufsförderung
  • Messen und Ausstellungen als Marketinginstrumente
  • Werbeplanung und Werbekontrolle

Unter bestimmten Voraussetzungen, z. B. mehrjähriger Berufserfahrung, sind verschiedene Fort- und Weiterbildungen möglich, u.a.:

  • Ausbilder/-in (verantwortlich für die Ausbildung von Azubis)
  • Fachkaufmann/-frau Marketing
  • Betriebswirt/-in (staatlich geprüft)

Mit der (Fach-)Hochschulreifeist das Studium an einer (Fach-)Hochschule möglich, u.a.:

  • Bachelor of Arts in verschiedenen Fachrichtungen
  • Marketing und Kommunikation oder Marketing und Vertrieb

Kurzinfo

Kaufleute für Marketingkommunikation ...
... beraten Kunden, wie z. B. Unternehmen in Fragen der Marketingkommunikation, planen und kontrollieren den Einsatz von Medien und berechnen z. B., wie viel einzelne Werbemaßnahmen in Fernsehen, Internet oder Zeitung kosten, holen bei anderen Unternehmen Angebote z. B. für Druck- oder Multimediaarbeiten ein oder wickeln den Zahlungsverkehr mit Kunden ab.

Besonders gut ist ...
... jede Menge kreative Aufgaben für kühle Rechner

Bewerber/-innen sollten ...
... kontaktfreudig sein, sicher und gepflegt auftreten, gerne kreativ arbeiten, sich sprachlich gut ausdrücken können, Spaß am Umgang mit Zahlen haben

Wer bildet aus?
Agenturen, Beratungsunternehmen und Dienstleister, Marketing- und Kommunikationsagenturen von Unternehmen, Non-Profit-Organisationen und öffentlichen Institutionen

Dauer der Ausbildung?
3 Jahre

Verdienst während der Ausbildung und im Beruf?
Auskünfte dazu geben Kammer, Arbeitsagentur, Berufsverband, Arbeitgeberverband und Gewerkschaft.

Berufliche Aufstiegschancen?
z.B.: Ausbilder/-in (verantwortlich für die Ausbildung von Azubis), Fachkaufmann/-frau Marketing, Betriebswirt/-in (staatlich geprüft), Bachelor of Arts in verschiedenen Fachrichtungen