Was machen Holzblasinstrumentenmacher?

Nicht nur in der klassischen Musik, auch im Jazz oder der Rockmusik kann sie jeder hören. Aber kaum einer weiß, wie viele verschiedene Holzblasinstrumente es gibt: Klarinette, Querflöte Blockflöte, oder auch z. B. das Saxophon, dessen anzublasende Zunge, das so genannte Rohrblatt, aus Holz besteht . Holzblasinstrumentenmacher stellen diese verschiedenen Instrumente aus den besten Hölzern Europas, Afrikas und Mittelamerikas her. Dazu gehören z. B. Ahorn, Birke, Rosenholz. Darüber hinaus arbeiten sie auch mit Metall, Kunststoff und Kautschuk. Die Anfertigung der Einzelteile erfordert beim Bohren, Schleifen oder Lackieren viel Geschicklichkeit. Neben viel Fingerspitzengefühl haben Holzblasinstrumentenmacher auch ein gutes Gehör, um die fertiggestellten Instrumente für ihre Kunden zu stimmen.

Holzblasinstrumentenmacher ...

  • kennen die unterschiedlichen Holzblasinstrumente und die Anforderungen an Material und Bearbeitung
  • nutzen bei ihrer Arbeit technische Unterlagen bzw. Zeichnungen
  • wählen die verschiedenen Werkzeuge und Werkstoffe aus und bereiten sie zur weiteren Bearbeitung vor
  • bearbeiten Werkstoffe, wie Hölzer, Metalle und Kunststoffe per Hand und mit Maschinen
  • fertigen Klappenmechanikteile (Klappen = die von den Fingern des Spielers bewegten Verschlussdeckel der Tonlöcher) an
  • fügen verschiedene mechanische Teile zusammen z. B. durch Nieten, Schrauben oder Löten
  • fertigen Kleinwerkzeuge, wie z. B. Fräser, Spitzbohrer, an
  • stellen Korpusse (z. B. Flöte ohne Mundstück) aus Holz oder Metall her
  • bohren Ton- und Säulchenlöcher (Säulchen = Verbindung zwischen Klappe und Instrumentenkörper)
  • behandeln Oberflächen und imprägnieren z. B. die Hölzer, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen,
  • bringen Säulchen durch Kleben oder Löten an und bearbeiten sie
  • bauen die Klappenmechanik durch Schrauben, Fräsen u.a. zusammen und passen sie ein
  • bereiten sie zum Spielen vor und prüfen sie z. B. auf Luftdichtigkeit
  • eparieren Instrumente

Holzblasinstrumentenmacher arbeiten für ...

  • handwerkliche Zupfinstrumenten-Werkstätten, z. B. Gitarren- oder Harfenbauer
  • industrielle Musikinstrumenten-Betriebe

Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet

Für wen ist der Job geeignet?

Bewerber sollten ...

  • geschickt sein und Fingerspitzengefühl haben
  • musikalisch begabt sein und ein gutes Gehör haben
  • sehr sorgfältig arbeiten
  • mechanisch-technisches Verständnis und räumliches Vorstellungsvermögen haben
  • gute Kenntnisse in Rechnen/Mathematik und Zeichnen haben

Nicht geeignet ist die Ausbildung ...

  • bei Empfindlichkeit oder Allergien gegenüber bestimmten Lösungsmitteln

Was ist besonders gut?

  • man sieht und hört "sein" Produkt
  • der Umgang mit edlen Hölzern und Metallen

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Zugangsvoraussetzung

Grundsätzlich ist keine bestimmte Vorbildung für den Lehrbeginn vorgeschrieben. Die meisten Betriebe erwarten aber einen Hauptschulabschluss, manche auch die Fachoberschulreife (Mittlere Reife).

Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt. Die Ausbildung endet nach drei Jahren mit einer Gesellenprüfung.

Ausbildungsvergütung

Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist je nach Wirtschaftsbereich und Region, manchmal sogar je nach Unternehmen unterschiedlich. Die jeweiligen Tarifpartner, also die Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, vereinbaren, wie viel Sie während und nach Ihrer Ausbildung verdienen. Sie können Ihnen genaue Auskünfte geben. Welcher Arbeitgeberverband bzw. welche Gewerkschaft für Ihren Ausbildungsberuf zuständig ist, erfahren Sie zum Beispiel bei Ihrer Handwerkskammer, Innung, beim Berufsverband oder auch bei der Arbeitsagentur vor Ort.

Was kann ich aus dem Beruf später einmal machen?

Eine berufliche Ausbildung ist der erste Schritt ins Berufsleben. Danach geht's weiter, beispielsweise als Restaurator im Handwerk. Ziel kann natürlich auch die berufliche Selbständigkeit sein.

Klar ist: Keiner muss sein Leben lang immer im gleichen Job dasselbe tun. Im Gegenteil: Wer heutzutage gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt bzw. als selbständiger Unternehmer haben will, muss flexibel sein und sich regelmäßig weiterbilden.

Es gibt jede Menge Lehrgänge, Kurse oder Seminare, um sich zu spezialisieren, z. B.

  • Holzbe- und -verarbeitung
  • CAD-Computer Aided Design
  • Musik

Unter bestimmten Voraussetzungen, z. B. mehrjähriger Berufserfahrung, sind verschiedene Fort- und Weiterbildungen möglich, u.a.:

  • Ausbilder/-in (verantwortlich für die Ausbildung von Azubis)
  • Holzblasinstrumentenmachermeister/-in (Voraussetzung für die Selbständigkeit im Handwerk)
  • Industriemeister/-in der Fachrichtung Holz oder Metall
  • Restaurator/-in im Handwerk

Nach dem Besuch einer Fachoberschule ist das Studium an einer Fachhochschule (FH) möglich:

  • Diplom-Ingenieur/-in Fachrichtung Holztechnik

Kurzinfo

Holzblasinstrumentenmacher ...

... kennen die unterschiedlichen Holzblasinstrumente und die Anforderungen an Material und Bearbeitung, bearbeiten Werkstoffe, wie Hölzer, Metalle und Kunststoffe per Hand und mit Maschinen, fügen verschiedene mechanische Teile z. B. durch Nieten, Schrauben oder Löten, fertigen Kleinwerkzeuge, wie z. B. Fräser, Spitzbohrer, an, stellen Korpusse (z. B. Flötenrohlinge) aus Holz oder Metall her, behandeln Oberflächen und imprägnieren z. B. die Hölzer, bohren Ton- und Säulchenlöcher, bauen die Klappenmechanik durch Schrauben, Fräsen u.a. zusammen und passen sie ein prüfen und reparieren Instrumente.

Bewerber/-innen sollten ...

... geschickt sein und Fingerspitzengefühl haben, musikalisch begabt sein und ein gutes Gehör haben, sehr sorgfältig arbeiten, mechanisch-technisches und räumliches Vorstellungsvermögen haben, gute Kenntnisse in Rechnen/Mathematik und Zeichnen haben.

Wer bildet aus?

Holzblasinstrumenten-Werkstätten und industrielle Betriebe

Berufliche Aufstiegschancen

z. B. Holzblasinstrumentenbaumeister/-in, Restaurator/-in im Handwerk, Dipl.-Ingenieur/-in Fachrichtung Holztechnik

Besonders gut ist ...

... dass man "sein" Produkt sieht und der Umgang mit edlen Hölzern und Metallen.

Dauer der Ausbildung?

3 Jahre

Verdienst während der Ausbildung und im Beruf?

Auskünfte dazu geben Kammer, Arbeitsagentur, Berufsverband, Arbeitgeberverband und Gewerkschaft.