Was machen Hörakustiker/ -innen?

Ein schlechtes Gehör ist nicht nur ein Problem für viele alte Menschen. Auch junge Erwachsene oder Kinder können unter Hörschwierigkeiten leiden. Ein schlimmes Handicap, denn dadurch verlieren sie nicht selten den Kontakt zu Freunden und Bekannten. Hörakustiker und Hörakustikerinnen (frühere Berufsbezeichnung: Hörgeräteakustiker) helfen Menschen mit einer Hörbehinderung, diese soweit wie möglich auszugleichen und somit wieder mehr Lebensqualität zu erhalten. Neben der Herstellung, Anpassung und Reparatur der Hörhilfen spielt der angemessene Umgang mit Menschen eine herausragende Rolle beim Hörakustiker.

Hörakustiker/ -innen ...

  • stellen Otoplastiken, individuellen Gehörschutz und Sonderotoplastiken her,
  • bestimmen und beurteilen individuelle Hörprofile,
  • betreuen und beraten Patientinnen und Patienten hinsichtlich der Versorgungsmöglichkeiten mit Hörsystemen, Hörassistenzsystemen und Sonderversorgungen sowie Zubehör und beziehen dabei individuelle Hörerwartungen ein,
  • erheben und bewerten berufsspezifische audiologische und otoskopische Befunde,
  • erstellen dreidimensionale Abbilder des äußeren Ohres,
  • passen Hörsysteme und Hörassistenzsysteme entsprechend dem individuellen Hörprofil an,
  • führen Rehabilitationsmaßnahmen durch,
  • führen Service- und Instandhaltungsmaßnahmen an Hörsystemen, Hörassistenzsystemen und Sonderversorgungen sowie Zubehör durch,
  • organisieren Geschäfts- und Abrechnungsprozesse des Hörakustikbetriebes und führen diese aus.

Hörakustiker/ -innen arbeiten in ...

Handwerksbetrieben für Hörakustik

Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet.

Für wen ist der Job geeignet?

Bewerber/ innen sollten ...

  • in der Lage sein, feinmechanische Arbeiten durchzuführen
  • über gute kommunikative Fähigkeiten verfügen
  • einfühlsam und in der Lage sein, sich in die Situation ihrer Patienten hinein zu versetzen und sich gegenüber den Patienten angemessen zu verhalten
  • über bürokommunikative Fähigkeiten verfügen

Was ist besonders gut?

  • Menschen mit einer Behinderung zu mehr Lebensqualität zu verhelfen
  • weitgehend selbständig zu arbeiten

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Zugangsvoraussetzung

Grundsätzlich ist keine bestimmte Vorbildung für den Lehrbeginn vorgeschrieben. Die meisten Betriebe erwarten aber einen Hauptschulabschluss, manche auch die Fachoberschulreife (Mittlere Reife). Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt. Die Ausbildung endet nach drei Jahren mit bestandener Gesellenprüfung.

Ausbildungsvergütung

Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist je nach Wirtschaftsbereich und Region, manchmal sogar je nach Unternehmen sehr unterschiedlich. Die jeweiligen Tarifpartner, also die Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, vereinbaren, wie viel Sie während und nach Ihrer Ausbildung verdienen. Sie können Ihnen genaue Auskünfte geben. Welcher Arbeitgeberverband bzw. welche Gewerkschaft für Ihren Ausbildungsberuf zuständig ist, erfahren Sie zum Beispiel bei Ihrer Handwerkskammer, der Innung, beim Berufsverband oder auch bei der Arbeitsagentur vor Ort.

Was kann ich aus dem Beruf später einmal machen?

Eine berufliche Ausbildung ist der erste Schritt ins Berufsleben. Danach geht's weiter, beispielsweise als Hörgeräteakustikermeister. Ziel kann natürlich auch die berufliche Selbständigkeit sein, die sich in diesem Bereich gut realisieren lässt. Klar ist: Keiner muss sein Leben lang immer im gleichen Job dasselbe tun. Im Gegenteil: Wer heutzutage gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt bzw. als selbständiger Unternehmer haben will, muss flexibel sein und sich regelmäßig weiterbilden. Es gibt jede Menge Lehrgänge, Kurse oder Seminare, um sich zu spezialisieren, z.B.

  • Elektrotechnik/Elektronik
  • Arbeitssicherheit
  • Betriebswirtschaft

Unter bestimmten Voraussetzungen, z. B. mehrjähriger Berufserfahrung, sind verschiedene Fort- und Weiterbildungen möglich, u.a.:

  • Hörgeräteakustikermeister/-in (Voraussetzung für die Selbständigkeit im Handwerk)
  • Techniker/-in der Fachrichtung Elektrotechnik oder Medizintechnik

Nach dem Besuch einer Fachoberschule ist das Studium an einer Fachhochschule (FH) möglich, u.a.:

  • Diplom - Ingenieur/-in

Kurzinfo

Hörakustiker ...
... stellen Hörstörungen fest, passen Hörgeräte und -systeme an, überprüfen, ob das Hörsystem beim Patienten funktioniert, betreuen und informieren die Patienten über die Handhabung des Hörsystems, führen Abrechnungen durch.

Bewerber/-innen sollten ...
... gerne mit Menschen, auch mit Kindern, umgehen können, Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen besitzen sowie technisches Verständnis haben.

Wer bildet aus?
Handwerksbetriebe für Hörgeräteakustik

Besonders gut ist ...
Menschen durch ein passendes Hörsystem zu mehr Lebensqualität zu verhelfen, weitgehend selbständig zu arbeiten.

Dauer der Ausbildung?
3 Jahre
Verdienst während der Ausbildung und im Beruf?
Auskünfte dazu geben Kammer, Innung, Arbeitsagentur, Berufsverband, Arbeitgeberverband und Gewerkschaft.
Berufliche Aufstiegschancen?
z. B. Hörgeräteakustikermeister/-in, Techniker/-in der Fachrichtung Elektrotechnik oder Medizintechnik