Was machen Handzuginstrumentenmacher?

Handzuginstrumente wie zum Beispiel das Akkordeon oder Bandoneon sind weit verbreitet. Es gibt z. B. Akkordeonorchester, die Tanzmusik oder auch französische Schlager spielen. Das Bandoneon ist vor allem durch den argentinischen Tango bekannt geworden, obwohl es ursprünglich aus Deutschland kommt. Mit jedem dieser Instrumente sind also viele interessante Geschichten verbunden. Handzuginstrumentenmacher stellen ihre Instrumente aus Holz, Leder, Kunststoff, Textilien und Metall her. Ihre Tätigkeit hat viel mit der eines Metallhandwerkers, eines Buchbinders und Tischlers zu tun. Außerdem reparieren sie sehr alte und wertvolle Akkordeons und Bandoneons und sind ein zuverlässiger Partner für viele Musiker.

Handzuginstrumentenmacher ...

  • kennen die unterschiedlichen Handzuginstrumente, wie z. B. Akkordeon, Conzertinas, Bandoneon und nicht handgezogenen Instrumente wie Mundharmonika oder Melodicas und deren Anforderungen an Material und Bearbeitung
  • wenden bei ihrer Arbeit technische Unterlagen bzw. Zeichnungen an
  • wählen die verschiedenen Werkzeuge und Werkstoffe aus und bereiten sie zur weiteren Bearbeitung vor
  • bearbeiten Metalle per Hand und maschinell
  • fügen Bauteile z. B. durch Schrauben oder Löten
  • wählen die Hölzer und sonstigen Materialien z. B. nach Eigenschaften und Verwendungszweck aus und lagern sie
  • be- und verarbeiten Holz per Hand z. B. durch Sägen, Hobeln oder Feilen
  • verarbeiten Zelluloid (Kunststoff) und überziehen z. B. das Gehäuse der Instrumente damit
  • behandeln die Oberflächen z. B. durch Schleifen, Beizen, Lackieren
  • stellen Bälge (Verbindungsteil, das sich auseinanderziehen und zusammendrücken lässt) aus Leder, Pappe, Stoff und Kunstleder her
  • montieren die Bassmechanik
  • montieren und bauen die Klaviatur ein
  • bauen die Stimmplatten ein
  • stimmen die Instrumente
  • montieren z. B. Diskant (höchste Tonlage bei Instrumenten, rechte Seite der Klaviatur) Balg und Bassteil
  • reparieren Instrumente

Handzuginstrumentenmacher arbeiten für ...

  • handwerkliche Handzuginstrumenten-Werkstätten, z. B. Akkordeonbauer
  • industrielle Musikinstrumenten-Betriebe

Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet

Für wen ist der Job geeignet?

Bewerber sollten ...

  • geschickt sein und Fingerspitzengefühl haben
  • musikalisch begabt sein und ein gutes Gehör haben
  • sehr sorgfältig arbeiten
  • mechanisch-technisches Verständnis und räumliches Vorstellungsvermögen haben
  • gute Kenntnisse in Rechnen/Mathematik und Zeichnen haben

Nicht geeignet ist die Ausbildung ...

  • bei Empfindlichkeit oder Allergien gegenüber bestimmten Lösungsmitteln

Was ist besonders gut?

  • man sieht und hört "sein" Produkt
  • der vielfältige Umgang mit Holz, Leder, Kunststoff u.a

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Zugangsvoraussetzung

Grundsätzlich ist keine bestimmte Vorbildung für den Lehrbeginn vorgeschrieben. Die meisten Betriebe erwarten aber einen Hauptschulabschluss, manche auch die Fachoberschulreife (Mittlere Reife). Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt. Die Ausbildung endet nach drei Jahren mit einer Gesellenprüfung.

Ausbildungsvergütung

Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist je nach Wirtschaftsbereich und Region, manchmal sogar je nach Unternehmen unterschiedlich. Die jeweiligen Tarifpartner, also die Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, vereinbaren, wie viel Sie während und nach Ihrer Ausbildung verdienen. Sie können Ihnen genaue Auskünfte geben. Welcher Arbeitgeberverband bzw. welche Gewerkschaft für Ihren Ausbildungsberuf zuständig ist, erfahren Sie zum Beispiel bei Ihrer Handwerkskammer, Innung, beim Berufsverband oder auch bei der Arbeitsagentur vor Ort.

Was kann ich aus dem Beruf später einmal machen?

Eine berufliche Ausbildung ist der erste Schritt ins Berufsleben. Danach geht's weiter, beispielsweise als Handzuginstrumentenmachermeister. Ziel kann natürlich auch die berufliche Selbständigkeit sein.

Klar ist: Keiner muss sein Leben lang immer im gleichen Job dasselbe tun. Im Gegenteil: Wer heutzutage gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt bzw. als selbständiger Unternehmer haben will, muss flexibel sein und sich regelmäßig weiterbilden.

Es gibt jede Menge Lehrgänge, Kurse oder Seminare, um sich zu spezialisieren, z. B.

  • Holzbearbeitungs- und -verarbeitungsmaschinen (Bedienung und Wartung)
  • Schweißtechniken
  • Konstruktion

Unter bestimmten Voraussetzungen, z. B. mehrjähriger Berufserfahrung, sind verschiedene Fort- und Weiterbildungen möglich, u.a.:

  • Ausbilder/-in (verantwortliche für die Ausbildung von Azubis)
  • Handzuginstrumentenmachermeister/-in (Voraussetzung für die Selbständigkeit im Handwerk) Industriemeister/in der Fachrichtungen Holz und Metall

Nach dem Besuch einer Fachoberschule ist das Studium an einer Fachhochschule (FH) möglich, u.a.:

  • Diplom-Ingenieur Fachrichtung Holztechnik

Kurzinfo

Handzuginstrumentenmacher ...

... kennen die unterschiedlichen Handzuginstrumente, wie z. B. Akkordeon, Conzertinas, Bandoneon, aber auch nicht handgezogenen Instrumente wie Mundharmonika oder Melodicas und deren Anforderungen an Material und Bearbeitung. Sie bearbeiten Metalle per Hand und maschinell, fügen Bauteile z. B. durch Schrauben oder Löten, wählen die Materialien aus und lagern sie, be- und verarbeiten Holz per Hand, verarbeiten Zelluloid (Kunststoff), behandeln die Oberflächen, stellen Bälge (Verbindungsteil, das sich auseinanderziehen und zusammendrücken lässt) aus Leder, Pappe, Stoff und Kunstleder her, montieren die Mechanik, stimmen und reparieren Instrumente.

Bewerber/-innen sollten ...

.... geschickt sein und Fingerspitzengefühl haben, musikalisch begabt sein und ein gutes Gehör haben, sehr sorgfältig arbeiten, mechanisch-technisches Verständnis und räumliches Vorstellungsvermögen haben, gute Kenntnisse in Rechnen/Mathematik und Zeichnen haben.

Wer bildet aus?

Handzuginstrumenten-Werkstätten, z. B. Akkordeon- oder Bandoneonbauer und industrielle Musikinstrumenten-Betriebe

Berufliche Aufstiegschancen

z. B. Handzuginstrumentenbaumeister/-in, Restaurator/-in im Handwerk, Dipl.-Ingenieur/-in Fachrichtung Holztechnik

Besonders gut ist ...

... dass man "sein" Produkt sieht und hört, der vielfältige Umgang mit Holz, Leder und Kunststoff u.a.

Dauer der Ausbildung?

3 Jahre

Verdienst während der Ausbildung und im Beruf?

Auskünfte dazu geben Kammer, Arbeitsagentur, Berufsverband, Arbeitgeberverband und Gewerkschaft.