Was machen Figurenkeramformer?

Nicht nur in Porzellangeschäften, auch in Museen und Schlössern stehen die bunten und zierlichen Porzellanfiguren. Nach jahrhundertealten Vorlagen werden der "Harlekin", die "Schäferin" oder die verschiedenen Tierfiguren immer noch hergestellt. Sie sind begehrte Sammlerstücke. Aber auch neu entworfene Figuren finden ihre Liebhaber. Figurenkeramformer formen und gießen die einzelnen Figurenteile und setzen sie zusammen. Dabei müssen sie sehr geschickt vorgehen, damit die manchmal nur wenige Zentimeter großen Einzelteile genau zusammenpassen und die Teile beim Formen, Fügen und Brennen nicht zerbersten.

Figurenkeramformer ...

  • formen Figuren und Figurenteile
  • bereiten die Rohlinge für Trocknung und Brand vor
  • beherrschen die verschiedenen Gusstechniken und gießen Figuren
  • nehmen Rohlinge aus der Form und lagern sie
  • setzen Einzelteile zusammen
  • retuschieren (beseitigen fehlerhafte Stellen) Figurenteile

Figurenkeramformer arbeiten für ...

  • Porzellanmanufakturen
  • keramische Industrie

Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet.

Für wen ist der Job geeignet?

Bewerber sollten ...

  • eine gute Figur machen
  • sehr genau und sorgfältig arbeiten
  • geduldig sein, auch wenn mal etwas nicht gleich klappt

Was ist besonders gut?

  • ein Beruf mit Tradition
  • der Umgang mit schönen Dingen

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Zugangsvoraussetzung

Grundsätzlich ist keine bestimmte Vorbildung für den Lehrbeginn vorgeschrieben. Die meisten Betriebe erwarten aber mindestens den Hauptschulabschluss. Manche sogar die Fachoberschulreife (Mittlere Reife).

Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt. Die Ausbildung endet nach drei Jahren mit bestandener Abschlussprüfung.

Ausbildungsvergütung

Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist je nach Wirtschaftsbereich und Region, manchmal sogar je nach Unternehmen sehr unterschiedlich. Die jeweiligen Tarifpartner, also die Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, vereinbaren, wie viel Sie während und nach Ihrer Ausbildung verdienen. Sie können Ihnen genaue Auskünfte geben. Welcher Arbeitgeberverband bzw. welche Gewerkschaft für Ihren Ausbildungsberuf zuständig ist, erfahren Sie zum Beispiel bei Ihrer Industrie- und Handelskammer, beim Berufsverband oder auch bei der Arbeitsagentur vor Ort.

Was kann ich aus dem Beruf später einmal machen?

Eine berufliche Ausbildung ist der erste Schritt ins Berufsleben. Danach gehts weiter, beispielsweise als Industriemeister der Fachrichtung Keramik. Ziel kann natürlich auch die berufliche Selbständigkeit sein.

Klar ist: Keiner muss sein Leben lang immer im gleichen Job dasselbe tun.

Im Gegenteil: Wer heutzutage gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt bzw. als selbständiger Unternehmer haben will, muss flexibel sein und sich regelmäßig weiterbilden.

Es gibt jede Menge Lehrgänge, Kurse oder Seminare, um sich zu spezialisieren, z. B.

  • plastisches Gestalten
  • keramische Brenntechnik
  • Verfahrenstechnik in der Keramikindustrie

Unter bestimmten Voraussetzungen, z. B. mehrjähriger Berufserfahrung, sind verschiedene Fort- und Weiterbildungen möglich, u.a.:

  • Ausbilder/-in (verantwortlich für die Ausbildung von Azubis)
  • Industriemeister/-in Keramik
  • Techniker/-in Keramik
  • Gestalter/-in Keramik

Nach dem Besuch einer Fachoberschule ist das Studium an einer Fachhochschule (FH) möglich, u. a. :

  • Dipl.-Ingenieur/-in

Kurzinfo

Figurenkeramformer ...

formen und gießen Figurenteile, bereiten die Rohlinge für Trocknung und Brand vor, nehmen Formlinge aus der Form und lagern sie, setzen die Einzelteile zusammen, retuschieren Figurenteile

Besonders gut ist ...

... dass es ein Beruf mit viel Tradition ist und der Umgang mit schönen Dingen

Bewerber/-innen sollten ...

... Spaß an Feinarbeit haben, sehr genau und sorgfältig arbeiten, geduldig sein, auch wenn mal etwas nicht gleich klappt

Dauer der Ausbildung?

3 Jahre

Wer bildet aus?

Porzellanmanufakturen, keramische Industrie

Verdienst während der Ausbildung und im Beruf?

Auskünfte dazu geben Kammer, Arbeitsagentur, Berufsverband, Arbeitgeberverband und Gewerkschaft.

Beruflicher Aufstieg

z. B.: Ausbilder/-in (verantwortlich für die Ausbildung von Azubis), Industriemeister/-in Keramik, Techniker/-in Keramik, Gestalter/-in Keramik, Dipl.-Ingenieur/-in Hüttentechnik