Was machen Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste?

Unter "Medien" werden hier nicht Rundfunk und Fernsehen verstanden. Die Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste haben viel mehr mit Print-Medien (Bücher, Zeitschriften), elektronischen Medien (CD-ROMs, Videos usw.) und virtuellen Medien (Internet) zu tun. Sie arbeiten als Informationsspezialisten und beschaffen für ihre Arbeitgeber Nachrichten aus Zeitungen, Bibliotheken, Archiven, Datenbanken und aus dem Internet, z. B. über mögliche neue Kundengruppen, die Aktivitäten der Konkurrenz oder die allgemeine Marktlage. Denn, der Erfolg eines Unternehmen oder einer wissenschaftlichen Arbeit hängt vor allem davon ab, wie viel Wissen einem zur Verfügung steht. Die Suche nach bestimmten Infos ist aber bei der heutigen Informationsflut sehr zeitaufwändig und erfordert ein genaues und systematisches Vorgehen, so dass diese Aufgabe am besten Spezialisten übernehmen. Als Fachangestellter für Medien und Informationsdienste kann man sich in fünf Fachrichtungen spezialisieren:

  • Archiv
  • Bibliothek
  • Information und Dokumentation
  • Bildagenturen
  • medizinische Dokumentation.

Fachangestellte für Medien und Informationsdienste...

  • suchen und kaufen Medien (z.B. Fachzeitungen, Bücher, Videos), Informationen und Daten (aus Statistiken, Datenbanken, Archiven und elektronischen Datenträgern)
  • filtern die für ihre Tätigkeit wichtigen Daten heraus
  • Datenträgern nach benötigten Informationen
  • sichern Informationen auf eigenen Datenträgern (Computer-Datenspeicher), ordnen sie nach wichtigen Stichwörtern und verknüpfen Themenfelder miteinander
  • pflegen den Informationsbestand (z.B. veraltete Infos raus, neue rein)
  • setzen Informations- und Kommunikationssysteme ein, arbeiten also mit Telefon, Fax, Computer und Internet
  • eher die Ausnahme: arbeiten in Marketing und Öffentlichkeitsarbeit
  • kennen den Betrieb, seine Informationssysteme und Organisation

In den fünf Fachrichtungen gibt es folgende Arbeitsschwerpunkte:

Fachrichtung Archiv

Die immer größer werdende Menge von Informationen muss geordnet und den Benutzern zur weiteren Bearbeitung zur Verfügung gestellt werden. Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste - Fachrichtung Archiv arbeiten z.B. in der Statistik-Abteilung im öffentlichen Dienst (Statistiken zu: Arbeitslosenzahlen, Jahresberichte) oder in großen Unternehmen.

Fachrichtung Bibliothek

Diese Fachrichtung ist der Arbeit in der Fachrichtung Archiv sehr ähnlich. Wichtigster Unterschied: Sie arbeiten ausschließlich in einer bestimmten Bibliothek, z.B. Stadtbibliothek, in wissenschaftlichen Bibliotheken oder Werksbibliotheken größerer Unternehmen.

Fachrichtung Information und Dokumentation

In dieser Fachrichtung sammeln Sie nicht nur Informationen, sondern bereiten sie auch auf (z.B. durch Zusammenfassungen). Sie stehen auch Kollegen mit Auskünften zur Verfügung. Sie arbeiten also z.B. eng zusammen mit den Kollegen des Marketings (Werbung- und Öffentlichkeitsarbeit) in einem Unternehmen.

Fachrichtung Bildagentur

In dieser Fachrichtung haben Sie überwiegend mit Informationen in Form von Bildern und Fotos zu tun. Die müssen beschafft, archiviert und ggf. für eine weitere Nutzung (z.B. in einem Werbeprospekt) technisch bearbeitet werden. Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste der Fachrichtung Bildagentur arbeiten im öffentlichen Dienst, in Bildarchiven und -agenturen oder in Dokumentationsstellen.

Fachrichtung medizinische Dokumentation

In dieser Fachrichtung arbeiten Sie nur im medizinischen Bereich, sammeln Daten zu neuen medizinischen Entwicklungen, z.B. zu neue Medikamenten, aber auch Statistiken zu bestimmten Krankheiten. Hier müssen die Informationen nicht selten verschlüsselt werden, da medizinische Daten unter den Datenschutz fallen. Diese Daten stellen Sie Fachabteilungen oder Mitarbeitern zur Verfügung oder ergänzen sie nach deren Wünschen.

Fachangestellte für Medien- und Informationsdienst arbeiten für ...

  • den öffentlichen Dienst, z.B. Bibliotheken
  • Unternehmen mit eigenen Archiven
  • Krankenhäuser und Kliniken

Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet.

Für wen ist der Job geeignet?

Bewerber sollten...

  • selbständig arbeiten können
  • mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen haben
  • Englischkenntnisse besitzen
  • neugierig sein und Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden
  • gerne im Team arbeiten und anderen als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen
  • Spaß an Werbung- und Pressearbeit haben

Nicht geeignet ist die Ausbildung...

  • bei sprachlicher und grammatischer Unsicherheit

Was ist besonders gut?

  • die Bearbeitung aktueller Informationen
  • die abwechslungsreiche und selbständige Arbeit
  • der Umgang mit neuen Medien, wie zum Beispiel dem Internet

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Zugangsvoraussetzung

Grundsätzlich ist keine bestimmte Vorbildung für den Lehrbeginn vorgeschrieben. Die meisten Betriebe erwarten aber einen Hauptschulabschluss oder auch die Fachoberschulreife (Mittlere Reife). Die Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre, im letzten Drittel spezialisieren Sie sich auf einen der fünf Bereiche Archiv, Bibliothek, Bildagentur, Information und Dokumentation oder medizinische Dokumentation.

Ausbildungsvergütung

Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist je nach Wirtschaftsbereich und Region, manchmal sogar je nach Unternehmen sehr unterschiedlich. Die jeweiligen Tarifpartner, also die Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, vereinbaren, wie viel Sie während und nach Ihrer Ausbildung verdienen. Sie können Ihnen genaue Auskünfte geben. Welcher Arbeitgeberverband bzw. welche Gewerkschaft für Ihren Ausbildungsberuf zuständig ist, erfahren Sie zum Beispiel bei Ihrer Industrie- und Handelskammer, beim Berufsverband oder auch bei der Arbeitsagentur vor Ort.

Was kann ich aus dem Beruf später einmal machen?

Eine berufliche Ausbildung ist der erste Schritt ins Berufsleben. Danach geht's weiter. Nach einigen Jahren Berufspraxis können Sie beispielsweise die Leitungsfunktion in einer Abteilung mit mehreren Fachangestellten übernehmen. Ziel kann natürlich auch die berufliche Selbständigkeit sein. Klar ist: Keiner muss sein Leben lang immer im gleichen Job dasselbe tun. Im Gegenteil: Wer heutzutage gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt bzw. als selbständiger Unternehmer haben will, muss flexibel sein und sich regelmäßig weiterbilden. Der Umfang an Weiterbildungsprogrammen wächst ständig. Es gibt bundesweit eine Vielzahl verschiedener Qualifizierungsmöglichkeiten, Anbieter sind die Industrie- und Handelskammern, private Schulungszentren, Berufsbildungszentren und -akademien, zum Beispiel die DAA (Deutsche Angestellten Akademie). Darüber hinaus gibt es auch innerbetriebliche Weiterbildungen. Diese Angebote sind im Aufbau sehr unterschiedlich, von Vollzeitangeboten über ein- bis zweimonatige Intensivkurse bis zum berufsbegleitenden Abendkursus.

Kurzinfo

Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste...

... arbeiten als Informationsspezialisten, beschaffen und bearbeiten Informationen aus Bibliotheken und Archiven u.a. Es gibt 5 verschiedene Fachrichtungen.

Besonders gut ist ...

... verschiedenste Informationsquellen zu nutzen, der Umgang mit neuen Medien

Bewerber/-innen sollten ...

... sich gut ausdrücken können, gut recherchieren können

Bewerber/-innen sollten Spaß haben ...

... an Teamarbeit, für andere da zu sein, verschiedene Informationsquellen zu nutzen, an eigenverantwortlicher Arbeit, an Werbung und Pressearbeit.

Wer bildet aus?

Öffentlicher Dienst, z.B. Stadtbibliotheken, Großunternehmen mit eigenen Archiven

Dauer der Ausbildung?

3 Jahre

Verdienst während der Ausbildung und im Beruf?

Auskünfte dazu geben Kammer, Arbeitsagentur, Berufsverband, Arbeitgeberverband und Gewerkschaft.

Berufliche Aufstiegschancen?

Bundesweit gibt es eine Vielzahl verschiedener Weiterbildungsmöglichkeiten (siehe z. B. KURS und DAA)