Was machen Dachdecker/-innen?

Häuser und andere Bauwerke brauchen Dächer und Abdichtungen gegen Wind und Wetter, damit sie trocken und in gutem Zustand erhalten bleiben. Hierzu tragen Dachdecker/-innen bei, indem sie Dächer und Wandflächen mit unterschiedlichen Materialien, wie z. B. Ziegeln, Schiefer, Platten und Dachsteinen bekleiden. Sie dichten Flächen gegen Feuchtigkeit ab und stellen Isolierungen gegen Kälte und Wärme her. Selbstverständlich erledigen sie auch einen Großteil der notwendigen Vorarbeiten. In Norddeutschland kann der Dachdecker-Azubi auch lernen, Dächer mit Reet (Schilf) einzudecken. Dachdecker/-innen sorgen also im wahrsten Sinne des Wortes dafür, dass "alle unter einem Dach" im Trockenen sitzen. Auf Grund der besonderen Anforderungen spezialisieren sich Dachdecker/-innen entweder auf "Dachdeckungstechnik", "Abdichtungstechnik", "Außenwandbekleidungstechnik", "Energie an Dach und Wand" oder "Reetdachtechnik".

Dachdecker/-innen ...

  • stellen Holzkonstruktionen für Dachstühle her
  • führen Wärmedämmungen im Dachbereich aus
  • decken Dach- und Wandflächen mit Schiefer, Dachplatten, Schindeln (kleine Naturholzplatten), gewellten Platten (aus Kunststoff oder Faserzement), Dachziegeln und Dachsteinen ein
  • dichten Dachflächen, Wand- und Bodenflächen mit Kunststoffen und teerhaltigen Werkstoffen gegen Feuchtigkeit und Wasser ab
  • führen Abdeckungen mit Blech aus
  • stellen den Unterbau für Außenwandbekleidungen her
  • bekleiden Außenwänden mit Platten aus verschiedenen Materialien
  • stellen den Aufbau und die Schichten für begrünte Dächer her
  • bauen Vorrichtungen zur Ableitung von Oberflächenwasser
  • installieren Solarzellen und Dachfenster
  • dichten diese Einbauten mit Blech, Kunststoffen und teerhaltigen Werkstoffen ab
  • errichten Blitzableiter auf dem Dach und entlang der Hauswand
  • errichten und reparieren Dach- und Wandflächen sowie die Holzunterbauten
  • setzen verschiedene Maschinen und Werkzeuge für den Dachbau ein
  • führen die Arbeiten anhand von Plänen und Arbeitsaufträgen allein und im Team durch
  • beachten die Sicherheit, den Gesundheitsschutz und den Umweltschutz auf der Baustelle
  • prüfen fortlaufend die Qualität ihrer Arbeit, dokumentieren die Arbeitsergebnisse, fertigen das Aufmass an (stellen den Umfang ihrer Leistung fest)

Dachdecker/-innen arbeiten für ...

  • Dachdeckerbetriebe im Handwerk
  • Wohnungsbaufirmen
  • Industriebaufirmen
  • Fachhandel

Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet.

Für wen ist der Job geeignet?
Bewerber/-innen sollten ...

  • körperlich belastbar und schwindelfrei sein
  • eine rasche Auffassungsgabe haben
  • handwerkliches Verständnis und Geschick haben
  • gerne im Team arbeiten
  • gute Mathematikkenntnisse haben

Nicht geeignet ist die Ausbildung ...

  • bei Höhenangst und Schwindelanfälligkeitl
  • bei Empfindlichkeit oder Allergien gegenüber Staub oder chemischen Stoffen

Was ist besonders gut?

  • die abwechslungsreiche Arbeit
  • der besondere Arbeitsplatz auf dem Dach
  • die Aufgaben anderer Gewerke kennen zu lernen und mit Anderen am Bau zusammenzuarbeiten
  • das sichtbare Erfolgserlebnis nach getaner Arbeit
  • der je nach Leistung schnell steigende Arbeitslohn
  • gute Chancen, sich selbstständig zu machen (nach Ausbildung und Meisterprüfung)

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Zugangsvoraussetzung

Grundsätzlich ist keine bestimmte Vorbildung für den Lehrbeginn vorgeschrieben. Die meisten Betriebe erwarten aber einen Hauptschulabschluss, manche auch Fachoberschulreife (Mittlere Reife). Die Gesellenausbildung als "Dachdecker/-in" dauert drei Jahre. Im zweiten Teil der Ausbildung wird die Ausbildung in einem der nachfolgenden Bereich schwerpunktmäßig vertieft:

  • Dachdeckungstechnik
  • Abdichtungstechnik
  • Außenwandbekleidungstechnik
  • Energietechnik an Dach und Wand
  • Reetdachtechnik

Ausbildungsvergütung

Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist je nach Wirtschaftsbereich und Region, manchmal sogar je nach Unternehmen sehr unterschiedlich. Die jeweiligen Tarifpartner, also die Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, vereinbaren, wie viel Sie während und nach Ihrer Ausbildung verdienen. Sie können Ihnen genaue Auskünfte geben. Welcher Arbeitgeberverband bzw. welche Gewerkschaft für Ihren Ausbildungsberuf zuständig ist, erfahren Sie zum Beispiel bei Ihrer Handwerkskammer, der Innung, beim Berufsverband oder auch bei der Arbeitsagentur vor Ort.

Was kann ich aus dem Beruf später einmal machen?

Eine berufliche Ausbildung als Dachdecker/-in ist der erste Schritt ins Berufsleben. Danach geht's weiter, beispielsweise als Dachdeckermeister/-in, Techniker/-in oder Diplom-Ingenieur/-in. Ziel kann natürlich auch die berufliche Selbständigkeit sein (beim "Dachdecker" bestehen hierzu gute Chancen). Klar ist: Wer heutzutage gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt bzw. als selbständige/-r Unternehmer/-in haben will, muss flexibel sein und sich regelmäßig weiterbilden. Unter bestimmten Voraussetzungen, z.B. einer mehrjähriger Berufserfahrung, sind verschiedene Fort- und Weiterbildungen möglich.

  • Meister/-in (dies ist z.B. Voraussetzung für die Selbständigkeit im Handwerk!)
  • Geprüfte/-r Polier/-in (verantwortlich z.B. für ganze Projekte)
  • Werkpolier/-in (verantwortlich z.B. für Arbeitsgruppen in Firmen)
  • Techniker/-in (z.B. für Planung und Entwurf)

Durch den Besuch einer Fachschule können auch weiterführende Berufe erlernt werden:

  • Gestalter/-in im Handwerk
  • Techniker/-in für Betriebswissenschaft
  • Techniker/-in im Denkmalschutz

Nach dem Besuch einer Fachoberschule ist das Studium an einer Fachhochschule (FH) möglich:

  • Fachrichtung Diplom-Ingenieur/-in Bauingenieurwesen, Architektur oder Denkmalpflege

Kurzinfo

Dachdecker/-innen ...

... decken Dach- und Wandflächen mit Schiefer, Dachplatten, Schindeln, gewellten Platten, Dachziegeln, Dachsteinen und Blech ein.

Besonders gut ist ...

... die abwechslungsreiche Arbeit, die körperliche Betätigung, die Arbeit im Team, der je nach Leistung schnell steigende Arbeitslohn, gute Chancen, sich selbstständig zu machen.

Bewerber/-innen sollten ...

... körperlich belastbar und vor allem schwindelfrei sein und keine Höhenangst haben, gerne mit Anderen zusammenarbeiten

Wer bildet aus?

Dachdeckerbetriebe im Handwerk, Wohnungsbaufirmen, Industriebaufirmen, Fachhandel

Dauer der Ausbildung?

3 Jahre

Verdienst während der Ausbildung und im Beruf?

Auskünfte dazu geben Kammer, Innung, Arbeitsagentur, Berufsverband, Arbeitgeberverband und Gewerkschaft.

Berufliche Aufstiegschancen?

Meister/-in, Polier/ -in, Techniker/ -in Dipl.-Ingenieur/ -in