Was machen Chirurgiemechaniker?

Schere, Skalpell, Klammer bei einer Operation muss alles schnell, genau und zuverlässig ablaufen. Chirurgen müssen sich daher auf ihre Instrumente hundertprozentig verlassen können. Sie müssen exakt funktionieren und gut in der Hand liegen. Chirurgiemechaniker wissen daher genau, auf was es bei einer Operation ankommt. Fast jeder Handgriff benötigt ein speziell angefertigtes Werkzeug. Nicht selten handelt es sich dabei um Einzelaufträge von Fachärzten. Auch bei Geräten und Implantaten, wie zum Beispiel beim künstlichen Hüftgelenk wird Maßarbeit geleistet. Chirurgiemechaniker haben aber nicht nur viel Sinn fürs Detail. Sie sprechen auch die "Sprache" der Chirurgen und die besteht bekanntlich aus vielen lateinischen Fachausdrücken.

Chirurgiemechaniker ...

  • bearbeiten Formen und Oberflächen von Instrumenten, Geräten oder Implantaten z. B. mit Maschinen und Poliermitteln
  • programmieren computergesteuerte Maschinen
  • spanen (z. B. schleifen, fräsen, bohren) Werkstücke
  • montieren und demontieren Instrumente, Geräte und Implantate
  • prüfen die Funktion von Instrumenten, Geräten und Implantaten, wie z. B. die Beweglichkeit
  • setzen Instrumente, Geräte oder Implantate Instand

Chirurgiemechaniker arbeiten für ...

  • Hersteller von Chirurgieinstrumenten, -geräten und -implantaten

Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet.

Für wen ist der Job geeignet?

Bewerber sollten ...

  • Spaß an Feinarbeit haben und sehr sorgfältig arbeiten
  • räumliches Vorstellungsvermögen haben
  • bereit sein, sich regelmäßig fachlich weiterzubilden

Was ist besonders gut?

  • ein anspruchsvoller Beruf, der zur Verbesserung der medizinischen Behandlung beiträgt

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Zugangsvoraussetzung

Grundsätzlich ist keine bestimmte Vorbildung für den Lehrbeginn vorgeschrieben. Die meisten Betriebe erwarten aber einen Hauptschulabschluss, manche auch die Fachoberschulreife (Mittlere Reife). Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt. Die Ausbildung endet nach dreieinhalb Jahren mit bestandener Gesellenprüfung.

Ausbildungsvergütung

Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist je nach Wirtschaftsbereich und Region, manchmal sogar je nach Unternehmen sehr unterschiedlich. Die jeweiligen Tarifpartner, also die Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, vereinbaren, wie viel Sie während und nach Ihrer Ausbildung verdienen. Sie können Ihnen genaue Auskünfte geben. Welcher Arbeitgeberverband bzw. welche Gewerkschaft für Ihren Ausbildungsberuf zuständig ist, erfahren Sie zum Beispiel bei Ihrer Handwerkskammer, der Innung, beim Berufsverband oder auch bei der Arbeitsagentur vor Ort.

Was kann ich aus dem Beruf später einmal machen?

Eine berufliche Ausbildung ist der erste Schritt ins Berufsleben. Danach gehts weiter, beispielsweise als Chirurgiemechanikermeister. Ziel kann natürlich auch die berufliche Selbständigkeit sein. Klar ist: Keiner muss sein Leben lang immer im gleichen Job dasselbe tun. Im Gegenteil: Wer heutzutage gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt bzw. als selbständiger Unternehmer haben will, muss flexibel sein und sich regelmäßig weiterbilden. Es gibt jede Menge Lehrgänge, Kurse oder Seminare, um sich zu spezialisieren, z. B.:

  • Werkstofftechnik
  • EDV-Anwendung in der Metalltechnik
  • Elektrotechnik/Elektronik im Metallbereich

Unter bestimmten Voraussetzungen, z. B. mehrjähriger Berufserfahrung, sind verschiedene Fort- und Weiterbildungen möglich, u.a.:

  • Ausbilder/-in (verantwortlich für die Ausbildung von Azubis)
  • Chirurgiemechanikermeister/-in
  • Industriemeister/-in der Fachrichtung Metall

Nach dem Besuch einer Fachoberschule ist das Studium an einer Fachhochschule möglich, u.a.:

  • Dipl.-Ingenieur/-in

Kurzinfo

Chirurgiemechaniker ...

... stellen chirurgische Instrumente, Geräte und Implantate her

Besonders gut ist ...

... einen anspruchsvollen Beruf auszuüben, der zur Verbesserung der medizinischen Behandlung beiträgt

Bewerber/-innen sollten ...

... Spaß an Feinarbeit haben und sehr sorgfältig arbeiten, räumliches Vorstellungsvermögen haben, bereit sein, sich ständig fachlich weiterzubilden

Dauer der Ausbildung?

3,5 Jahre

Wer bildet aus?

Hersteller von Chirurgieinstrumenten, -geräten und -implantaten

Verdienst während der Ausbildung und im Beruf?

Auskünfte dazu geben Kammer, Innung, Arbeitsagentur, Berufsverband, Arbeitgeberverband und Gewerkschaft

Berufliche Aufstiegschancen?

z. B.: Ausbilder/-in (verantwortlich für die Ausbildung von Azubis), Chirurgiemechanikermeister/-in, Industriemeister/-in der Fachrichtung Metall, Dipl.-Ingenieur/-in