Mann wendet Kleber auf Holz an

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Was machen Bauwerksabdichter?

Dächer, Terrassen, Brücken, Tunnel oder auch Mülldeponien müssen gegen dauernde Feuchtigkeit geschützt werden. Die entsteht zum Beispiel durch Regenwasser, aber auch durch Wasser, das aus dem Boden gedrückt wird. Bauwerksabdichter verrichten die hierzu notwendigen Arbeiten. Sie verwenden Dichtungsmassen und verschweissbare Folien, um Bauwerke und Bauteile von innen und außen gegen Feuchtigkeit zu isolieren. Dabei arbeiten sie mit verschiedenen Geräten, wie zum Beispiel Gasbrennern, Bitumenschmelzkochern sowie Schweißautomaten. Die Arbeiten müssen sehr sorgfältig ausgeführt werden, da viele der abgedichteten Stellen nach Fertigstellung des Bauwerks nicht mehr zugänglich sind und nachträglich keine Fehler mehr behoben werden können.

Bauwerksabdichter ...

  • planen und bereiten Arbeitsabläufe vor, ermitteln den Bedarf an Arbeitsmaterialien und sichern den Arbeitsplatz
  • lesen und fertigen Skizzen und Zeichnungen von abzudichtenden Stellen an und führen Messungen durch
  • stellen Arbeits- und Schutzgerüste auf und prüfen Baugruben und Gräben
  • prüfen Bau- und Bauhilfsstoffe wie z. B. Dämmstoffe
  • führen Mauer, Putz-, Beton- und Stemmarbeiten durch
  • bereiten Abdichtungsarbeiten auf der Baustelle vor und dichten z. B. gegen Bodenfeuchtigkeit und Wasser ab
  • dichten u.a. Dächer gegen Regenwasser ab, und bauen Dachabläufe ein, verbinden alte und neue Dachabdichtungen
  • dichten Verkehrsflächen, vor allem Brücken ab
  • fertigen Bauberichte, wie z. B. Wochenberichte, Stundenlohnnachweise und Aufmaßskizzen (Aufmaß = ausmessen der fertigen Abdichtungsarbeiten als Grundlage für z. B. Abrechnungen) und kontrollieren die Qualität der Abdichtungsarbeiten

Bauwerksabdichter arbeiten für ...

  • Bauunternehmen
  • Bauabdichtungsunternehmen

Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet.

Für wen ist der Job geeignet?

Bewerber sollten ...

  • sorgfältig und zuverlässig arbeiten
  • körperlich belastbar und geschickt sein
  • flexibel sein (Arbeit auf wechselnden Baustellen).

Nicht geeignet ist die Ausbildung ...

  • bei Allergien gegenüber Baustoffen (z.B. Teer und Bitumen)
  • für Jugendliche, die nicht schwindelfrei sind.

Was ist besonders gut?

  • vielfältige Aufgaben, je nach Baustelle
  • Teamarbeit
  • selbständiges eigenverantwortliches Bewältigen von Aufgaben vor Ort.

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Zugangsvoraussetzung

Grundsätzlich ist keine bestimmte Vorbildung für den Lehrbeginn vorgeschrieben. Die meisten Betriebe erwarten aber einen Hauptschulabschluss. Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt. Die Ausbildung endet nach drei Jahren mit einer Abschlussprüfung zum Facharbeiter.

Ausbildungsvergütung

Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist je nach Wirtschaftsbereich und Region, manchmal sogar je nach Unternehmen unterschiedlich. Die jeweiligen Tarifpartner, also die Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, vereinbaren, wie viel Sie während und nach Ihrer Ausbildung verdienen. Sie können Ihnen genaue Auskünfte geben. Welcher Arbeitgeberverband für Ihren Ausbildungsberuf zuständig ist, erfahren Sie zum Beispiel bei Ihrer Industrie- und Handelskammer, beim Berufsverband oder auch bei der Arbeitsagentur vor Ort.

Was kann ich aus dem Beruf später einmal machen?

Eine berufliche Ausbildung ist der erste Schritt ins Berufsleben. Danach geht's weiter, beispielsweise als Industriemeister. Ziel kann natürlich auch die berufliche Selbständigkeit sein. Klar ist: Keiner muss sein Leben lang immer im gleichen Job dasselbe tun. Im Gegenteil: Wer heutzutage gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt bzw. als selbständiger Unternehmer im Wettbewerb haben will, muss flexibel sein und sich regelmäßig weiterbilden. Es gibt jede Menge Lehrgänge, Kurse oder Seminare, um sich zu spezialisieren, z. B. über:

  • Dachabdichtung (z. B. für Dachbegrünungen)
  • Feuchtraumabdichtung
  • Wärme-, Kälteisolierung

Unter bestimmten Voraussetzungen, z. B. mehrjähriger Berufserfahrung, sind verschiedene Fort- und Weiterbildungen möglich, u.a.:

  • Ausbilder/-in (verantwortlich für die Ausbildung von Azubis)
  • Werkpolier/-in
  • Meister/-in für Wärme-, Kälte und Schallschutzisolierung

Nach dem Besuch einer Fachoberschule ist das Studium an einer Fachhochschule (FH) möglich, u.a.:

  • Dipl. Ingenieur/-in Bauingenieurwesen

Kurzinfo

Bauwerksabdichter/-innen ...

... stellen Arbeits- und Schutzgerüste auf, prüfen Bau- und Bauhilfsstoffe, bereiten Abdichtungsarbeiten vor und dichten z. B. gegen Bodenfeuchtigkeit ab

Besonders gut ist ...

... vielfältige Aufgaben, je nach Baustelle.

Bewerber/-innen sollten ...

... sorgfältig und zuverlässig arbeiten, körperlich belastbar und geschickt sein, flexibel sein (Arbeit auf wechselnden Baustellen)

Dauer der Ausbildung?

3 Jahre

Wer bildet aus?

Bauunternehmen, Bauabdichtungsunternehmen

Verdienst während der Ausbildung und im Beruf?

Auskünfte dazu geben Kammer, Arbeitsagentur, Berufsverband, Arbeitgeberverband und Gewerkschaft.

Berufliche Aufstiegschancen?

z. B. Ausbilder/-in (verantwortlich für die Ausbildung von Azubis), Werkpolier/-in, Meister/-in für Wärme-, Kälte und Schallschutzisolierung, Dipl. Ingenieur/-in Bauingenieurwesen