Was machen Geomatiker?

Wer schon einmal in einer fremden Stadt oder auf einer Fahrradtour war, weiß, dass man sich schnell verlaufen oder verfahren kann. Mit Stadtplan oder Straßenkarte klappt es besser. Geomatiker stellen mit Hilfe von spezieller Software Karten für jeden Zweck her: Von Land-, Straßen-, Wander- oder auch Fahrradkarten bis hin zu Atlanten oder multimedial aufbereiteten Karten für CDs. Auch für Umwelt-, Verkehrs- oder Baubehörden erstellen sie spezielle Karten. Informationen über Straßen- oder Flussverläufe, bebaute Flächen, Berghöhen oder Waldgebiete erhalten sie von Geodaten, wie z.B. Luftaufnahmen, Vermessungsergebnisse oder Satellitenbilder. Diese Informationen setzen Geomatiker durch Linien, Flächen, Farben und Schrift um, so dass sich jeder überall auf der Welt zurecht findet.

Geomatiker ...

  • beraten Kunden zu kartographischen Produkten (z. B. Karten, Atlanten, CDs)
  • werten Geodaten (z. B. Satellitenbilder, Vermessungsergebnisse, Luftaufnahmen) aus und planen die Gestaltung von Karten und Grafiken
  • legen z. B. Kartenbild, Maßstab, Farben und Schriftgröße fest und erstellen Skizzen
  • setzen Geodaten in Karten, in Grafiken oder multimediale Produkte mit Hilfe spezieller Software um
  • kontrollieren die ausgeführten Arbeiten und bessern Fehler aus
  • korrigieren und aktualisieren Kartenmaterial
  • sorgen dafür, dass die aufbereiteten Daten zur weiteren Verwendung zur Verfügung stehen

Geomatiker arbeiten für ...

  • Behörden des Bundes, der Länder und der Kommunen
  • kartographische oder Schulbuch-Verlage
  • kartographische oder geographische Institute

Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet.

Für wen ist der Job geeignet?

Bewerber sollten ...

  • sehr genau und mit Geduld arbeiten
  • gerne am Computer arbeiten
  • zeichnerisch begabt sein
  • Spaß an Geographie haben
  • räumliches Vorstellungsvermögen haben
  • gutes Farbsehvermögen haben

Was ist besonders gut?

  • eine kreative Tätigkeit kombiniert mit High-Tech

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Zugangsvoraussetzung

Grundsätzlich ist keine bestimmte Vorbildung für den Lehrbeginn vorgeschrieben. Die meisten Betriebe erwarten aber mindestens den Hauptschulabschluss. Manche auch die Fachoberschulreife (Mittlere Reife).Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt. Die Ausbildung endet nach drei Jahren mit bestandener Abschlussprüfung.

Ausbildungsvergütung

Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist je nach Wirtschaftsbereich und Region, manchmal sogar je nach Unternehmen sehr unterschiedlich. Die jeweiligen Tarifpartner, also die Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, vereinbaren, wie viel Sie während und nach Ihrer Ausbildung verdienen. Sie können Ihnen genaue Auskünfte geben. Welcher Arbeitgeberverband bzw. welche Gewerkschaft für Ihren Ausbildungsberuf zuständig ist, erfahren Sie zum Beispiel bei Ihrer Industrie- und Handelskammer, beim Berufsverband, bei Ihrer Arbeitsagentur vor Ort und bei der jeweiligen Verwaltung, die den Ausbildungsgang anbietet.

Was kann ich aus dem Beruf später einmal machen?

Eine berufliche Ausbildung ist der erste Schritt ins Berufsleben. Danach gehts weiter, beispielsweise als Diplom-Ingenieur für Kartographie. Ziel kann natürlich auch die berufliche Selbständigkeit sein. Klar ist: Keiner muss sein Leben lang immer im gleichen Job dasselbe tun. Im Gegenteil: Wer heutzutage gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt bzw. als selbständiger Unternehmer haben will, muss flexibel sein und sich regelmäßig weiterbilden. Es gibt jede Menge Lehrgänge, Kurse oder Seminare, um sich zu spezialisieren, z. B.

  • Farbreproduktionen
  • Desktop Publishing
  • Elektronische Retusche

Unter bestimmten Voraussetzungen, z. B. mehrjähriger Berufserfahrung, sind verschiedene Fort- und Weiterbildungen möglich, u.a.:

  • Ausbilder/-in (verantwortlich für die Ausbildung von Azubis)
  • Industriemeister/-in Druck
  • Layouter/-in
  • Techniker/-in für Betriebswissenschaft

Nach dem Besuch einer Fachoberschule ist das Studium an einer Fachhochschule (FH) möglich, u.a.:

  • Dipl.-Ingenieur/-in Kartographie

Kurzinfo

Geomatiker ...

... werten Geodaten (z. B. Satellitenbilder, Vermessungsergebnisse, Luftaufnahmen) aus und planen die Gestaltung von Karten. Sie legen z. B. Kartenbild, Maßstab, Farben und Schriftgröße fest und setzen Geodaten in Karten, Grafiken oder multimediale Produkte mit Hilfe spezieller Software um.

Besonders gut ist ...

... die Verbindung von kreativer Tätigkeit mit High-Tech.

Bewerber/-innen sollten ...

... sehr genau und mit Geduld arbeiten, gerne am Computer arbeiten, zeichnerisch begabt sein, Spaß an Geographie haben, räumliches Vorstellungsvermögen haben, gutes Farbsehvermögen haben

Wer bildet aus?

Behörden des Bundes, der Länder und der Kommunen, kartographische oder Schulbuch-Verlage, kartographische oder geographische Institute

Dauer der Ausbildung?

3 Jahre

Verdienst während der Ausbildung und im Beruf?

Auskünfte dazu geben Kammer, Arbeitsagentur, Berufsverband, Arbeitgeberverband und Gewerkschaft

Berufliche Aufstiegschancen?

z.B.: Ausbilder/-in (verantwortlich für die Ausbildung von Azubis), Industriemeister/-in Druck, Layouter/-in, Techniker/-in für Betriebswissenschaft, Dipl.-Ingenieur/-in Kartographie