Artikel - Außenwirtschaftsförderung

Wirtschaftsnetzwerk Afrika

Einleitung

Mit dem Wirtschaftsnetzwerk Afrika und einem starken Netz etablierter Akteure und Programme der Außenwirtschaftsförderung sind deutsche Unternehmen auf ihrem Weg nach Afrika gut beraten. Deutsche Unternehmen, die wirtschaftlich in Afrika aktiv werden wollen, unterstützt das Wirtschaftsnetzwerk Afrika durch ein gebündeltes Beratungs- und Begleitungsangebot.

Afrika

© Emad Aljumah/Getty Images

Afrika ist ein Kontinent mit vielen Herausforderungen, aber vor allem auch großen Chancen. Die afrikanischen Volkswirtschaften sind 2018 um durchschnittlich 3,5 Prozent gewachsen. Entscheidend für nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung in Afrika sind Handel und Investitionen.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) baut auf eine langjährige erfolgreiche Begleitung deutscher Unternehmen in unterschiedlichste ausländische Märkte auf. Diese außenwirtschaftspolitische Expertise wird jetzt gezielt eingesetzt, um zusätzliche Chancen für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Afrikas zu eröffnen. So werden Win-Win-Situationen geschaffen – für afrikanische Partner und für deutsche Unternehmen. Insbesondere trägt das BMWi so zur Beschäftigung in Afrika und damit zur marktwirtschaftlichen Entwicklung und steigendem Wohlstand bei.

Bundesregierung unterstützt deutschen Mittelstand auf dem Weg nach Afrika

Mit dem neuen Wirtschaftsnetzwerk Afrika bietet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ein gebündeltes Beratungs- und Unterstützungsangebot insbesondere für deutsche mittelständische Unternehmen an, die wirtschaftlich in Afrika aktiv werden wollen. Das Wirtschaftsnetzwerk besteht aus den etablierten Akteuren und Programmen der deutschen Außenwirtschaftsförderung – zum Beispiel das Netz der Auslandshandelskammern, Germany Trade & Invest, das Markterschließungsprogramm und die Exportinitiativen des BMWi – sowie auf Afrika fokussierte Verbände, Vereine und Einrichtungen.

Mit der Gründung des Wirtschaftsnetzwerks trägt das BMWi zur Umsetzung des von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel am 30. Oktober 2018 angekündigten Entwicklungsinvestitionsfonds für Afrika bei. Das Wirtschaftsnetzwerk Afrika bildet die dritte Säule dieses Fonds. Die erste Säule ist AfricaConnect, ein durch die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) verwalteter Fonds zur Finanzierung deutscher Investitionen in Afrika. Mit der zweiten Säule, dem Fonds AfricaGrow der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), werden afrikanische Unternehmen unterstützt.

Mit dem Wirtschaftsnetzwerk Afrika vernetzt das BMWi die etablierten Akteure der deutschen Außenwirtschaftsförderung noch enger und bietet Unternehmen dadurch ein maßgeschneidertes Unterstützungs- und Förderangebot für ihren Eintritt in afrikanische Wachstumsmärkte.

Zur optimalen Begleitung von Geschäftsvorhaben stellt das Wirtschaftsnetzwerk Afrika Unternehmen einen Kundenbetreuer aus der Geschäftsstelle des Netzwerks zur Seite. Diese sogenannten Afrika Partner betreuen die Unternehmen von der Projektidee bis zur Umsetzung und darüber hinaus. Unternehmen werden dabei gezielt auf Geschäftschancen in Afrika aufmerksam gemacht, die vom Wirtschaftsnetzwerk vorab identifiziert, geprüft und aufbereitet werden. Zudem können sie sich eigeninitiativ mit Geschäftsideen an die Geschäftsstelle wenden.

Interessierten Unternehmen bietet das Netzwerk eine Erstberatung zu Maßnahmen der Außenwirtschaftsförderung und der Entwicklungszusammenarbeit an. Bei Bedarf werden die Unternehmen an weitere Stellen für eine vertiefte Beratung weitergeleitet, zum Beispiel zur Projektfinanzierung, Business Case-Berechnung sowie Zoll- und Rechtsfragen. Auch Markterkundungs- oder Geschäftsanbahnungsreisen nach Afrika mit Kontaktvermittlung vor Ort sind Teil des Beratungsangebots.

Der Fokus des Wirtschaftsnetzwerks liegt auf den derzeit zwölf Ländern des Compact-with-Africa (CwA). Die zwölf CwA-Länder sind: Äthiopien, Ägypten, Benin, Burkina Faso, Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste), Ghana, Guinea, Marokko, Ruanda, Senegal, Togo und Tunesien. Im Sommer 2019 ist das Wirtschaftsnetzwerk Afrika mit drei Pilotprojekten gestartet:

Äthiopien: Wertschöpfungskette Textil-, Bekleidungs- und Ledersektor

Ghana: Lebensmittelverarbeitungstechnik und -logistik

Marokko: Gesundheitswirtschaft

Für 2020 sind Projekte in weiteren Ländern und Branchen geplant. Unternehmen, die sich über die Pilotprojekte oder das Wirtschaftsnetzwerk Afrika insgesamt informieren möchten, können sich bei der Task Force Wirtschaftsnetzwerk Afrika melden.

Kontakt:
Geschäftsstelle Wirtschaftsnetzwerk Afrika
Potsdamer Straße 199
10783 Berlin
Telefon: 030 - 540 879 311
beratung@wirtschaftsnetzwerk-afrika.de

Im Rahmen des Netzwerkes werden nicht nur die projektbezogenen Beratungsangebote, sondern auch die grundlegende Beratungs- und Unterstützungsstruktur der vom BMWi geförderten Partner des Wirtschaftsnetzwerkes erweitert.

Auslandshandelskammern

In Afrika wird das Netz der Auslandshandelskammern (AHK) ausgebaut. Schon 2019 sollen neue AHK-Standorte in Äthiopien und in Côte d’Ivoire entstehen. Länderübergreifende Branchenkompetenzzentren und Regionalmanager für ausgewählte Länder, in denen es keinen AHK-Standort gibt, vertiefen das Beratungsangebot zusätzlich.

Germany Trade & Invest

Die bundeseigene Außenwirtschaftsförderungsgesellschaft Germany Trade & Invest (GTAI) baut ihre Präsenz in Afrika mit zwei neuen Standorten in Marokko und Côte d’Ivoire sowie drei zusätzlichen Reisekorrespondenten aus. Die GTAI-Beratungskompetenz im Inland wird unter anderem durch einen virtuellen Africa Business Guide als erste digitale Anlaufstelle für Wirtschaftsfragen und Informationen rund um Afrika gestärkt, den die GTAI im Auftrag des BMWi erstellt.

Verwaltungspartnerschaften

Ein weiteres zentrales Förderinstrument des BMWi sind Verwaltungspartnerschaften mit afrikanischen Ländern. Ziel ist es, – ähnlich wie mit den EU-Instrumenten Twinning und TAIEX– durch den Einsatz von Experten und Expertinnen des BMWi oder nachgeordneter Behörden, Reformprozesse in wirtschaftsrelevanten Partnerbehörden in ausgewählten Ländern Afrikas zu unterstützen und Verwaltungsstrukturen zu modernisieren. Hier orientieren wir uns eng am Bedarf der deutschen Unternehmen. Erste Verwaltungspartnerschaften wurden bereits mit der algerischen Agentur für Technologieparks (ANPT), der ägyptischen Wettbewerbsbehörde (ECA) sowie mit der tunesischen obersten Behörde für das öffentliche Auftragswesen (HAICOP) gestartet. Zeitnah sollen weitere Verwaltungspartnerschaften mit wirtschaftsnahen afrikanischen Behörden folgen.

Das BMWi-Markterschließungsprogramm für KMU (MEP)

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt mit dem Markterschließungsprogramm vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Erschließung und Sicherung ausländischer Märkte. Das MEP startete im Jahr 2012 und kann in Form von standardisierten Leistungsangeboten für eine Vielzahl relevanter Themen und Zielmärkte bedarfsorientiert und flexibel eingesetzt werden.

2019 sind mit einem Fördervolumen von 3 Mio. Euro 32 MEP-Projekte zu 20 verschiedenen Zielmärkten in Afrika beauftragt worden. Eine ähnliche Zielgröße ist für 2020 angestrebt. Hierbei dient das MEP auch als Plattform für das „Wirtschaftsnetzwerk Afrika“.

Exportinitiative Energie

Mit der Exportinitiative Energie (EIE) unterstützt das BMWi deutsche Anbieter klimafreundlicher Energielösungen beim Markteintritt im Ausland. Das Unterstützungsangebot richtet sich vornehmlich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und umfasst alle Phasen der Markterschließung eines Unternehmens von der Sondierung bis zum Markteintritt.

Die EIE ist weltweit angelegt. Neben umfangreichen Marktinformationen, einschließlich der Finanzierungsmöglichkeiten, liegen die Schwerpunkte der Aktivitäten auf Kontakt- und Geschäftsanbahnung, der Umsetzung und der Präsentation von Referenzprojekten sowie der Beteiligung an branchenspezifischen Auslandsmessen. Besonders wichtig für Afrika ist das Projektentwicklungsprogramm (PEP): Zur Erleichterung der Geschäftsanbahnung in den schwer zu durchdringenden afrikanischen Märkten unterstützt das PEP die Unternehmen durch marktvorbereitende und -begleitende Maßnahmen. Dazu gehören Politikberatung, Capacity Building und Know-how Transfer. Außerdem werden konkrete Projektchancen identifiziert, verifiziert und selektiert und anschließend deutschen Unternehmen zur Realisierung gemeinsam mit einem lokalen Geschäftspartner bereitgestellt. In 2019 führt die EIE insgesamt 45 Maßnahmen in 25 Ländern Afrikas durch.

Exportinitiative Gesundheitswirtschaft

Die Exportinitiative Gesundheitswirtschaft unterstützt deutsche Unternehmen der Branche dabei, Auslandsmärkte zu erschließen. Sie bündelt und generiert Informationen zu Exportmärkten für die deutsche Gesundheitswirtschaft. Durch weltweite Marketingaktivitäten für deutsche Gesundheitsprodukte und -dienstleistungen sowie Formate zur Vernetzung erhalten die Unternehmen mehr Sichtbarkeit und Kontakt zu potenziellen Geschäftspartnern im Ausland. Die Exportinitiative sucht zudem aktiv den Dialog mit Entscheidungsträgern in wichtigen Exportmärkten, um positiv auf die Handelsbedingungen in den Ländern einzuwirken.

Speziell für die afrikanischen Märkte wurden die wichtigsten Marktentwicklungen und Geschäftschancen im Bereich Medizintechnik in einer Studie zusammengefasst. Im Fokus stehen die Länder Südafrika, Ägypten, Nigeria, Ghana und Kenia. Neben Marktinformationen werden dort auch wichtige Themen für den Markteintritt wie Einfuhr, Zulassung und Vertrieb vergleichend dargestellt. Außerdem ist die Exportinitiative seit 2017 in Südafrika aktiv und unterstützt Aussteller am Bundesgemeinschaftsstand der Africa Health mit zusätzlichen Angeboten.

Auslandsmesseprogramm

Auch das Auslandsmesseprogramm (AMP) des Bundes wird in Afrika erweitert. Aufgrund zusätzlicher Mittel aus der Afrika-Initiative konnten 34 Messebeteiligungen für 2019 in das AMP aufgenommen werden (2018: Beteiligungen an 14 Messen). Das BMWi engagiert sich damit in 16 Staaten auf dem afrikanischen Kontinent. Für das Jahr 2020 sind insgesamt 30 Messebeteiligungen in Afrika geplant.

Managerfortbildungsprogramm

Unter dem Motto „Fit for Partnership with Germany“ bereitet das BMWi-Managerfortbildungsprogramm ausländische Führungskräfte gezielt auf die Geschäftsanbahnung und Wirtschaftskooperation mit deutschen Unternehmen vor. Während der Fortbildung erhalten Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer sowie leitende Managerinnen und Manager aus 19 Partnerländern und zwei Pilotländern Zugang zu deutschem Management-Know-how sowie zu deutschen Firmen, Branchenverbänden, Netzwerken und Clustern. Im Jahr 2019 legt das Programm seinen Fokus auf eine Ausweitung des Länderportfolios in Afrika: Ägypten und Tunesien sind bereits Partnerländer, Äthiopien und Südafrika wurden im Jahr 2019 als Pilotländer in das Programm aufgenommen.

Skills Experts: Fachkräftesicherung deutscher Unternehmen im Ausland

Unternehmen brauchen gut ausgebildetes Personal – nicht nur in Deutschland, sondern auch an ihren Auslandsstandorten. Das BMWi unterstützt daher insbesondere kleine und mittlere Unternehmen bei ihren Ausbildungsstrategien mit dem „Skills Experts“– Programm. Im März 2019 ist das Programm nun auch offiziell in Afrika gestartet.

Das Skills Experts Programm hat das Ziel, deutsche Unternehmen und ihre lokalen Partner in Ghana, Kenia, Nigeria und Südafrika dahingehend zu unterstützen, dass sie die von ihnen benötigten Fachkräfte im mittleren Qualifikationssegment nach dem Modell der dualen Ausbildung vor Ort selbst bedarfsgerecht ausbilden können. An den Auslandshandelskammern, Delegationen und Repräsentanzen der Deutschen Wirtschaft (AHKs) angesiedelte sogenannte „Skills Experts“ bieten dazu qualitätsgesicherte Dienstleistungen rund um Beratung, Organisation und Qualitätsmanagement auf der Basis eines weltweit vergleichbaren AHK-Berufsbildungsportfolios an. Die Delegation der deutschen Wirtschaft in Kenia (AHK) hat bereits erfolgreich einen ersten dualen Ausbildungsgang für Köche und Hotelfachkräfte gestartet.

Export- und Investitionsgarantien

Die Bundesregierung hat darüber hinaus die Konditionen bei den staatlichen Exportkredit- und Investitionsgarantien verbessert. Bei den Exportkreditgarantien wurden für Geschäfte mit öffentlichen Bestellern die Schadens-Selbstbehalte unter anderem in Côte d’Ivoire, Senegal und Benin von zehn auf fünf Prozent gesenkt. Bei ausreichenden Reformfortschritten sollen weitere afrikanische Länder einbezogen werden.

Bereits im Jahr 2018 wirkten sich unter anderem auch die verbesserten Konditionen auf das Deckungsvolumen in Afrika aus. In 2018 wurden für Lieferungen und Leistungen Exportkreditgarantien in Höhe von 1,8 Mrd. Euro (2017: 1,1 Mrd. Euro) übernommen. Damit stieg das Deckungsvolumen um 66,3 Prozent. Der Anteil am gesamten Deckungsvolumen erhöhte sich auf 9 Prozent (2017: 6,3 Prozent).

Bei den Investitionsgarantien kann der Selbstbehalt bei geeigneten Projekten in den Ländern des Compact-with-Africa (CwA) künftig von 5 auf 2,5 Prozent gesenkt werden. Zudem entfällt bei Export- und Investitionsgarantien für CwA-Länder künftig die Antragsgebühr für bestimmte Geschäfte.

Kompetenzzentren für Bergbau und Rohstoffe

An dem Delegiertenbüro der deutschen Wirtschaft in Ghana wird ein vom BMWi gefördertes neues Kompetenzzentrum für Bergbau und Rohstoffe eingerichtet, das auch weitere Länder Westafrikas mit abdecken soll. Darüber hinaus soll die Zuständigkeit des vom BMWi geförderten bestehenden Kompetenzzentrums für Bergbau und Rohstoffe an der AHK Südliches Afrika auf weitere rohstoffwirtschaftlich interessante Länder ausgeweitet werden.

Pressemitteilungen und Meldungen

Pressemitteilungen

  • 26.08.2019 - Pressemitteilung - Außenwirtschaftsförderung

    Partner. Projekte. Potenziale – Das Wirtschaftsnetzwerk Afrika stellt sich vor

    Video

    Öffnet Einzelsicht

Weiterführende Informationen

Schlaglichter der Wirtschaftspolitik