Seit 1998 trifft sich die Gruppe der 20 (G20) auf Ebene der Finanzminister und Notenbankgouverneure mit dem Ziel, nach der Asien-Krise von 1997 die internationale Finanzstabilität zu fördern. Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008 treffen sich auch die G20-Staats- und Regierungschefs jährlich bei den G20-Gipfeln, um die globalen Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen. Seither hat sich die G20 zum führenden informellen Format der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit auf Ebene der Staats- und Regierungschefs entwickelt und widmet sich neben der klassischen Finanz- und Wirtschaftspolitik zunehmend auch anderen Themen, wie zum Beispiel dem internationalen Handel, der Digitalisierung und der Energiepolitik.

Die G20-Staaten repräsentieren etwa zwei Drittel der Weltbevölkerung, sie vereinen knapp über 80 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts sowie drei Viertel des Welthandels auf sich und sie stellen drei Viertel der weltweiten Entwicklungshilfe. Die Mitgliedstaaten der G20 sind Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, Türkei, die USA sowie die EU (als Repräsentant ihrer Mitgliedstaaten, soweit diese nicht Einzelmitglied der G20 sind). Daneben sind Spanien als ständiges Gastland sowie der Vorsitz der 3G-Gruppe, der AU, der NEPAD und der APEC zu der G20 geladen. Auch verschiedene Internationale Organisationen werden themenspezifisch zu den G20-Prozessen eingeladen und leisten mit ihrer Arbeit zudem wertvollen inhaltlichen Input für die G20 (vor allem die Vereinten Nationen, die Welthandelsorganisation, die OECD, der Internationale Währungsfonds, die Weltbank, das Financial Stability Board, die Internationale Arbeitsorganisation und die Weltgesundheitsorganisation. Darüber hinaus entscheidet jede G20-Präsidentschaft, ob sie weitere, ausgewählte Gastländer zu ihrer G20-Präsidentschaft laden möchte.

Vom 1. Dezember 2016 bis zum 30. November 2017 hatte Deutschland die G20-Präsidentschaft inne. Unter dem Motto „Eine vernetzte Welt gestalten“ setzten die Staaten beim G20-Gipfel am 7. und 8. Juli 2017 in Hamburg ein klares Signal für freien Handel, offene Märkte und gegen Abschottung. Zudem vereinbarten die G20 den Aufbau einer G20-Partnerschaft mit Afrika, ein gemeinsames Vorgehen gegen Überkapazitäten in der Stahlindustrie und die fortlaufende vertiefte Zusammenarbeit bei der politischen Gestaltung des digitalen Wandels. Mit Ausnahme der USA bekräftigte die G20 auch das Pariser Klimaschutzabkommen und bekannte sich mit dem G20 Klima- und Energieaktionsplan nachdrücklich zu dessen zügiger Umsetzung. Das offizielle G20-Gipfelkommuniqué 2017 sowie weitere Dokumente und Erklärungen in deutscher und englischer Sprache finden Sie hier und hier.

Das BMWi hat sich in den deutschen G20-Prozess 2017 neben wichtigen Gipfelvorarbeiten zu den Themen Handel und Energie vor allem in den Bereichen Digitalisierung und Abbau von Stahlüberkapazitäten eingebracht: Erstmals hat das BMWi im G20-Kreis ein G20-Digitalministertreffen ausgerichtet, um der wachsenden Bedeutung der Digitalisierung, Industrie 4.0 und internationalen Vernetzung sowie der Notwendigkeit zu mehr internationaler Zusammenarbeit in diesem Bereich Rechnung zu tragen. Nähere Informationen zum G20-Digitaldialog unter der deutschen G20-Präsidentschaft sowie eine Bilanz finden Sie hier. Mit dem Ziel des Abbaus der Überkapazitäten im Stahlsektor fand zudem am 30. November 2017 im BMWi in Berlin das Ministertreffen des G20 Global Forum on Steel Excess Capacities statt.