Passgenaue Besetzung

Schwerpunkt des Programms „Passgenaue Besetzung“

Das Bundesprogramm „Passgenaue Besetzung“ wirkt den Passungsproblemen auf dem Ausbildungsmarkt entgegen. Das Programm fördert Beraterinnen und Berater, die kleine und mittelständische Unternehmen bei der Besetzung ihrer offenen Ausbildungsplätze mit geeigneten in- und ausländischen Jugendlichen ohne Flüchtlingsstatus unterstützen. Gefördert werden Beratungsleistungen und Unterstützungsmaßnahmen der Handwerks-, Industrie- und Handelskammern, der Kammern der Freien Berufe sowie anderer gemeinnützig tätiger Organisationen der Wirtschaft.

Bilanz und Angebot

Im Jahr 2019 haben die Beraterinnen und Berater insgesamt 4.841 Vermittlungen von Jugendlichen in die duale Ausbildung und in die Einstiegsqualifizierung erzielt. 4.371 davon sind in Ausbildung und 470 in Einstiegsqualifizierung als Vorbereitung auf eine Ausbildung. Seit Beginn des Programms im Jahr 2007 konnten so rund 100.000 Ausbildungsplätze und mehr als 10.000 Stellen für die Einstiegsqualifizierung erfolgreich besetzt werden.

Die Beraterinnen und Berater besuchen und beraten die Betriebe, ermitteln den betrieblichen Bedarf an Auszubildenden, erstellen Anforderungsprofile, suchen nach potenziellen Auszubildenden, sichten Bewerbungsunterlagen und führen Auswahlgespräche und Einstellungstests durch. Vor Ort kooperieren sie mit anderen in der Berufsausbildung tätigen Stellen, unter anderem Arbeitsagenturen. Auf dieser Grundlage treffen die Beraterinnen und Berater eine Vorauswahl geeigneter Auszubildender und unterbreiten dem Betrieb einen passgenauen Vorschlag. Sie können Betriebe auch bei Problemen während der Ausbildung unterstützen.

Unterstützung bei der Integration von ausländischen Auszubildenden

Neben der Unterstützung bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen helfen die Beraterinnen und Berater den Betrieben auch bei der Etablierung und Weiterentwicklung einer Willkommenskultur und bei der Integration von ausländischen Auszubildenden und ausländischen Fachkräften, die nicht als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind.

Die Beratung von Unternehmen bei der Besetzung von offenen Stellen mit Geflüchteten erfolgt durch die Beraterinnen und Berater des BMWi-Förderprogramms "Willkommenslotsen".

Finanzierung aus Mitteln des ESF und des BMWi-Haushalts

"Passgenaue Besetzung" ist das Nachfolgeprogramm der "Passgenauen Vermittlung" aus der Förderperiode 2007-2013 des Europäischen Sozialfonds (ESF). Das Programm wird wiederum aus Mitteln des ESF und des BMWi-Haushalts finanziert. Die Wirtschaft beteiligt sich mit 30 Prozent an den Kosten. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) ist Leitstelle der Programmdurchführung und stellt weiterführende Informationen zum Programm zur Verfügung.

Zurzeit sind rund 160 Beraterinnen und Berater im Einsatz. Eine Liste der Kammern und sonstigen Organisationen der Wirtschaft mit Passgenauen Beraterinnen und Beratern erhalten Sie hier (PDF, 799 KB).

Aktuell: Die Richtlinie Passgenaue Besetzung (PDF, 359 KB) wird um weitere drei Jahre bis Ende 2023 verlängert. Kammern und Wirtschaftsorganisationen, die sich als Projektträger für die nächste Projektphase bewerben wollen, können sich bis zum 30. September an den Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) wenden, welcher alle notwendigen Informationen zum Antragsverfahren bereitstellt.

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