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Themenseite - Maritime Wirtschaft

Innovative Maritime Technologien

Einleitung

Bremerhavener Containerhafen zu Maritime Technologien; Quelle: Fotolia.com/Gabriele Rohde

© Fotolia.com/Gabriele Rohde

Die Maritimen Technologien sind von hoher strategischer Bedeutung bei der Unterstützung der gesamten deutschen Wirtschaft bei der Beschaffung von Rohstoffen und Wirtschaftsgütern. Die hohe Kompetenz der maritimen Wirtschaft zeigt sich insbesondere in den Bereichen Spezialschiffstechnik, Produktion sowie bei Sicherheits- und Umweltschutzsystemen. Auf dem hart umkämpften Markt kann der Vorsprung im Know How nur durch stetige Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen gehalten werden.


Schon in der Antike war das Meer Handelsweg und Nahrungsquelle. Mit der Globalisierung avancieren die Ozeane zunehmend auch zum Rohstofflager - und bieten neue Möglichkeiten für Schiffbau und meerestechnische Industrie gleichermaßen.

Der deutsche Schiffbau ist eine echte Hightech-Industrie: Kreuzfahrt- und Marineschiffe weisen eine technische Komplexität auf, die selbst von Flugzeugen oder Kraftwerken nicht übertroffen wird. Die Investitionen in Forschung und Innovation, die etwa 10 Prozent des Umsatzes betragen, fallen entsprechend hoch aus. Durch systematische Integration neuer Technologien im Schiffbau wurden in den vergangenen Jahren Produktivitätssteigerungen möglich, die die Erfolge des europäischen Flugzeugbaus sogar übertreffen.

In den nächsten Jahrzehnten werden die Öl- und Gasressourcen aus eisbedeckten Gebieten der Arktis, vor allem in der Barentssee, eine zunehmende Rolle für die Energieversorgung in Europa und den USA spielen. Mit Blick auf die hochsensiblen Ökosysteme stellen die Tiefseebedingungen extreme Anforderungen an die Technik. Etwas weiter von einer praktischen Nutzung sind derzeit noch die Gashydrate an den Kontinentalschelfgebieten. Hier sind noch erhebliche Anstrengungen gemeinsam mit den Grundlagenforschern nötig, um eine sichere und wirtschaftliche Nutzung zu ermöglichen.

Einen besonderen Stellenwert erhalten speziell die Meerestechniken bei der Nutzung von erneuerbaren Energien aus dem Meer. Hierzu zählt vor allen die wirtschaftliche Erschließung der Offshore Windkraft. Aber auch die Wellenenergienutzung, die Gezeitennutzung oder Osmose rücken zunehmend näher an die wirtschaftliche Nutzungsschwelle heran. Maritime Technologien können wichtige Beiträge liefern, um die Kosten für Errichtung und Betrieb zu senken, geeignete wirtschaftlich tragfähige Wartungskonzepte zu installieren, die Maritime Sicherheit dieser Gebiete sicherzustellen sowie die ökologischen und ökonomischen Folgewirkungen zu minimieren.

Schiffbau und Meerestechnik sind integrative Branchen, die bei der Fertigung von Hightech-Produkten praktisch alle Querschnittstechnologien unter extrem anspruchsvollen Randbedingungen einsetzen. Maritime Forschung und Entwicklung (FuE) setzt dabei auf neue Materialien (für die Transportsicherheit und den Ressourcen schonenden Leichtbau), auf optische Technologien (etwa für die Präzisionsfertigung von Großstrukturen), auf Informations- und Kommunikationstechnik (für das virtuelle Schiffsdesign und die Simulation der Schiffbauproduktion unter Einbeziehung der gesamten Wertschöpfungskette), auf Mechatronik (bei Fertigung und Bordsystemen), auf Brennstoffzellentechnologie (für Unterwasserfahrzeuge) und auf Satellitennavigationssysteme (für die Verbesserung der Schiffssicherheit). Um der deutschen maritimen Industrie die Entwicklung und den Einsatz von Hightech zu erleichtern, die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt zu verbessern und wettbewerbsfähige Arbeitsplätze  zu sichern, wird die Bundesregierung Forschung, Entwicklung und Innovation mit ihren Förderprogrammen auch künftig mit erheblichen Mitteln fördern. Die Konzentration der maritimen FuE- und Innovationsförderung im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ermöglicht eine durchgängige schiffbauliche Innovationsförderstrategie. Sie schlägt die Brücke von der universitären Grundlagenforschung über die industrielle Forschung bis hin zur Umsetzung in marktfähige Produkte.

Die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation in den maritimen Technologien ist Teil der Hightech-Strategie der Bundesregierung.

Weiterführende Informationen

  • Themenseite - Wirtschaftsbranchen

    Maritime Wirtschaft

    Öffnet Einzelsicht
  • Themenseite - Maritime Wirtschaft

    Raumfahrttechnologie für sicheren und sauberen Schiffsverkehr

    Öffnet Einzelsicht

Ziel des BMWi-Programms "Innovativer Schiffbau sichert wettbewerbsfähige Arbeitsplätze" ist es, für den deutschen Schiffbau Anreize für verstärkte Investitionen in innovative Produkte und Verfahren zu schaffen. Im Jahr 2016 stellte der Bund 25 Mio. Euro für die schiffbauliche Innovationsförderung bereit. Das Programm wird von den Küstenbundesländern kofinanziert. Am 25. März 2016 ist die dazugehörige neue Richtlinie in Kraft getreten. Für das Jahr 2017 wurden vom Haushaltsausschuss zusätzliche Mittel in Höhe von 10 Mio. Euro und für die Folgejahre Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von 30 Mio. Euro bewilligt.

Die Förderung mindert die hohen technischen und wirtschaftlichen Risiken beim Bau von Prototypen, die im Schiffbau immer zugleich auch kommerziell verwertet werden müssen. Förderfähig sind Innovationsmaßnahmen für den Schiffbau, für Schiffsreparaturen oder Schiffsumbauten bei Handelsschiffen mit Eigenantrieb sowie bei Offshore-Strukturen, also:

  • neue Typschiffe bzw. Offshore-Strukturen: Entwicklung, Entwurf und Konstruktion von Prototypen;
  • neue Komponenten und Systeme eines Schiffes bzw. einer Offshore-Struktur: innovative Schiffsteile, die als separate Komponenten vom Schiff bzw. der Offshore-Struktur getrennt werden können;
  • die Entwicklung neuer Verfahren im Schiffbau: Planung und Entwicklung der erforderlichen Anlagen und Ausrüstungen als Voraussetzung für die Anwendung innovativer Prozesse in Planung, Entwurf und Entwicklung, Fertigung und Logistik des Schiffbaus;
  • die Anwendung neuer Verfahren im Schiffbau: Anwendung eines innovativen Verfahrens in der Liefer-, Waren- oder Materialkette. Bei großen Unternehmen ist für die Förderfähigkeit der Anwendung neuer Verfahren im Schiffbau Voraussetzung, dass diese Unternehmen bei der geförderten Tätigkeit mit KMU zusammenarbeiten und die beteiligten KMU mindestens 30 Prozent der gesamten förderfähigen Kosten tragen.

Detaillierte Informationen zur Antragstellung finden Sie unter: www.bafa.de.

Weiterführende Informationen

  • Themenseite - Innovationspolitik

    Neue Hightech-Strategie - Innovationen für Deutschland

    Öffnet Einzelsicht

Pressemitteilungen und Meldungen

  • 11.01.2017 - Pressemitteilung - Maritime Wirtschaft

    Pressemitteilung: Bundeskabinett beschließt "Maritime Agenda 2025"

    Öffnet Einzelsicht
  • 24.03.2016 - Pressemitteilung - Maritime Wirtschaft

    Pressemitteilung: Neue Förderrichtlinie für Innovationen im Schiffbau in Kraft getreten

    Öffnet Einzelsicht
  • 22.03.2016 - Pressemitteilung - Maritime Wirtschaft

    Pressemitteilung: Maritimes Forschungsprogramm wird verlängert

    Öffnet Einzelsicht