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Themenseite - Klimaschutz

Klimaschutz

Einleitung

Erdkugel symbolisiert Klimaschutz Quelle: colourbox.de

© colourbox.de

Der Schutz des Klimas ist eine zentrale Herausforderung unserer Zeit. Denn der Ausstoß von CO2 bei der Stromerzeugung, bei der Heizung von Gebäuden, im Verkehr und von der Industrie trägt entscheidend zur Erderwärmung bei. Deutschland setzt auf den zunehmenden Einsatz von erneuerbaren Energien und eine Steigerung der Energieeffizienz. Das ehrgeizige Ziel der Bundesregierung: Die klimaschädlichen CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent und bis 2050 sogar um 80 bis 95 Prozent zu senken. Bei der 21. UN-Klimakonferenz in Paris hat sich die Bundesregierung erfolgreich dafür eingesetzt, universelle Regelungen für die internationale Staatengemeinschaft zu finden.

Die Herausforderung Klimaschutz wurde von der internationalen Politik in den 1990er Jahren aufgegriffen und führte im Jahre 1997 zum Abschluss des nach dem Verhandlungsort (Kyoto, Japan) benannten "Kyoto-Protokolls" und zum UN-Rahmenübereinkommen über Klimaänderungen. Aufgrund eines langwierigen Ratifizierungsprozesses ist das Protokoll aber erst 2005 in Kraft getreten.

Im Kyoto-Protokoll (PDF: 74,9 KB, englisch) haben sich die Industriestaaten dazu verpflichtet, die Emissionen von sechs Treibhausgasen - die so genannten Kyoto-Treibhausgase - in der ersten Verpflichtungsperiode von 2008 bis 2012 um mindestens 5 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu senken.

Deutschland hat im Rahmen einer Entscheidung über die EU-interne Lastenteilung ("burden sharing") eine Emissionsminderung um 254 Mio. t CO2-Äquivalente übernommen, was 3/4 der Minderungsleistung der EU-15 bedeutete bzw. eine 21-prozentige Minderung der nationalen Emissionen. Einigen Staaten der EU wurde im Rahmen der Entscheidung über die Lastenteilung wirtschaftlicher Nachholbedarf eingeräumt; ihnen wurde die Möglichkeit eröffnet, ihre Treibhausgasemissionen steigern zu können.

Nach der Abrechnung der 1. Kyoto-Verpflichtungsperiode (2008 - 2012) hatte Deutschland seine Emissionen um durchschnittlich 23,6 Prozent gegenüber 1990 reduziert; Deutschland hatte somit deutlich mehr als sein Minderungsziel von 21 Prozent erreicht (siehe auch: Deutsche Klimaschutzpolitik).

Auf der Klimakonferenz in Doha, Katar, haben sich die Vertragsstaaten des Kyoto-Protokolls im Dezember 2012 darauf verständigt, das Kyoto-Protokoll fortzuführen. Damit gehen die EU und einige weitere Industrieländer, unter anderem Australien, Norwegen und die Schweiz weitere Minderungsverpflichtungen ein.

Die sogenannte "zweite Verpflichtungsperiode" soll die Übergangsphase von 2013 bis zum Inkrafttreten eines neuen globalen Klimaabkommens (ab 2020) abdecken. Die EU und ihre Mitgliedstaaten haben zugesagt, ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 20 Prozent gegenüber 1990 zu mindern. Allerdings werden vom Kyoto-Protokoll nur noch knapp 15 Prozent der globalen Emissionen erfasst (vormals 25 Prozent) – auch weil Staaten wie Japan, Kanada, Russland und Neuseeland nicht bereit waren, sich im Rahmen einer zweiten Verpflichtungsperiode mit verbindlichen Minderungszielen zu beteiligen.

Bei der UN-Klimakonferenz in Paris (Frankreich) im Dezember 2015 haben sich 197 Staaten auf ein neues, globales Klimaschutzabkommen geeinigt. Das Abkommen trat am 4. November 2016 in Kraft, nachdem es von 55 Staaten, die mindestens 55 Prozent der globalen Treibhausgase emittieren, ratifiziert wurde. Mittlerweile haben 169 Staaten das Abkommen ratifiziert (Stand November 2017), darunter auch die Europäische Union (EU) und Deutschland (Ratifikation am 5. Oktober 2016).

Das Abkommen von Paris bildet ein anspruchsvolles Klimaregime mit universeller Geltung und völkerrechtlichen Pflichten für alle Staaten. Bis 2018 sollen viele weitere Detailregelungen ausgearbeitet und verabschiedet werden, etwa zur Frage, wie die verschiedenen nationalen Klimaschutzanstrengungen transparent gemacht und überprüft werden können.

Die vormals starre Zweiteilung in Industrieländer einerseits und Schwellen- und Entwicklungsländer andererseits wurde erstmals in einem multilateralen Klimaabkommen aufgebrochen. Das Abkommen betont die gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortlichkeiten.

Das Abkommen von Paris verfolgt drei Ziele:

  • Mit dem Abkommen von Paris setzen sich die Staaten das globale Ziel, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf "deutlich unter" 2°C zu begrenzen (mit Anstrengungen für eine Beschränkung auf 1,5°C).
  • Die Fähigkeit zur Anpassung an den Klimawandel soll gestärkt werden und wird neben der Minderung der Treibhausgasemissionen als geleichberechtigtes Ziel etabliert.
  • Zudem sollen die Finanzmittelflüsse mit den Klimazielen in Einklang gebracht werden.

Der weltweite Scheitelpunkt der Treibhausgasemissionen soll so bald wie möglich erreicht werden. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts soll ein Gleichgewicht zwischen Treibhausgasemissionen und deren Abbau durch Senken erreicht werden (sog. „Treibhausgasneutralität“).

Zur Erreichung der Ziele legen die Staaten ihre nationalen Klimaschutzbeiträge selbst fest (engl. „Nationally Determined Contributions“, kurz NDCs). Um die Erfüllung der Ziele sicherzustellen, findet alle fünf Jahre, beginnend 2018, eine globale Bestandsaufnahme statt . Die nationalen Klimaschutzbeiträge müssen ab 2025 alle fünf Jahre fortgeschrieben und gesteigert werden („Ambitionsmechanismus"). Alle Staaten werden darüber hinaus aufgefordert, bis 2020 Langfriststrategien für eine treibhausgasarme Entwicklung vorzulegen.

Entwicklungsländer werden bei Minderung und Anpassung von den Industrieländern durch Technologieentwicklung und -transfer, durch Kapazitätsaufbau sowie durch finanzielle Hilfe unterstützt. Der bestehende Technologiemechanismus soll internationale Kooperationen zur Minderung von Treibhausgasemissionen und zur Anpassung an den Klimawandel beschleunigen. Mit seinen mehr als 140 nationalen Anlaufstellen (National Designated Entities) sind die Grundlagen dafür gelegt. Der Technologiemechanismus wird in Artikel 10 des Pariser Abkommens bestätigt und soll weiter ausgebaut werden.

Die 2009 im Rahmen der Weltklimakonferenz in Kopenhagen gegebene Zusage, ab 2020 jährlich 100 Mrd. US-Dollar für Klimafinanzierung bereitzustellen, wird bis 2025 fortgeschrieben. Für die Zeit danach sollen ein neues Ziel festgelegt und der Geberkreis erweitert werden.

Klimaschutzziele: Wichtige Orientierung für die Industrie

Das Abkommen von Paris und das anspruchsvolle Langfristziel bieten eine wichtige Orientierung auch für die deutsche Industrie. Eine langfristig verlässliche, transparente und nachvollziehbare Ausgestaltung der Klimapolitik ist Voraussetzung für künftige erfolgreiche wirtschaftliche Betätigung. Die Regeln zur Berichterstattung stärken die Transparenz über nationale Maßnahmen, und schaffen wichtiges Vertrauen. Der Technologiemechanismus verbessert gleichzeitig durch seine umfassenden Analysen und das die meisten Staaten umfassende globale Netzwerk die Chancen für Unternehmen, ihre Produkte zur Treibhausgasminderung und zur Anpassung an den Klimawandel in internationale Kooperationen einzubringen.

In den kommenden Jahren müssen noch viele konkrete Beschlüsse zur Umsetzung getroffen werden. Bei allen Maßnahmen, die sich aus der Umsetzung des Abkommens von Paris ergeben, sollen der Wirtschaft möglichst keine zusätzlichen bürokratischen oder finanziellen Belastungen entstehen und weiterhin ein "level playing field" im internationalen Kontext gewahrt bleiben.

Treibhausgasminderungen Deutschlands im Gegensatz zum weltweiten Anstieg der Treibhausgasemissionen

Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die Entwicklung der globalen Emissionen bringen nationale Alleingänge oder isolierte Vorreiterrollen einiger weniger Staaten im Klimaschutzbereich sehr wenig; die globale Emissionsentwicklung in den letzten zwei Jahrzehnten belegt dies deutlich. So konnte Deutschland seine energiebedingten CO2-Emissionen von 1990 bis 2012 um mehr als 181 Mio. t/a reduzieren, während im gleichen Zeitraum die globalen energiebedingten CO2-Emissionen um mehr als 11,5 Mrd. t/a anstiegen (Infografik PDF: 286 KB).

Veränderung der energiebedingten CO2-Emissionen in Deutschland und weltweit in 2013 im Vergleich zu 1990; Quelle: "CO2 Emissions from Fuel Combustion 2015 - Highlights" der IEA, Paris 2015

Veränderung der energiebedingten CO2-Emissionen in Deutschland und weltweit in 2013 im Vergleich zu 1990

© "CO2 Emissions from Fuel Combustion 2015 - Highlights" der IEA, Paris 2015

Bei klimapolitischen Alleingängen kann es zu einem Export von Treibhausgasemissionen und einer Verlagerung von Arbeitsplätzen aus den Vorreiterstaaten in Länder mit weniger ambitionierten Klimaschutzbemühungen kommen (sog. Carbon Leakage). Die derzeit eingesetzten klimapolitischen Instrumente müssen daher mit entsprechenden Vorkehrungen versehen werden, dass es dazu nicht kommt.

Das Risiko der Verlagerung der Produktion [1] ist keineswegs als gering einzuschätzen. Wir können heute weniger denn je Interesse daran haben, dass Unternehmen in Länder mit weniger strikten Umweltauflagen abwandern. Den Blick nur auf nationale oder regionale Klimaschutzziele zu richten - ohne internationale Rückwirkungen zu berücksichtigen - dient nicht dem globalen Klimaschutz.

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[1] Carbon-Leakage: Wörtlich: "Kohlenstoff-Leckage". Das Schlagwort umschreibt das Risiko, dass aufgrund zu strenger EU-Vorgaben im Emissionshandel Unternehmen ihre Standorte aus der EU herausverlagern in Staaten ohne vergleichbare Klimaschutzstandards. Es droht allerdings nicht nur Verlagerung von CO2-Quellen - mit der Industrie werden zugleich auch Arbeitsplätze verlagert.

Weiterführende Informationen

  • 01.06.2017 - Gemeinsame Pressemitteilung - Klimaschutz

    Pressemitteilung: Gemeinsame Presseerklärung zum Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen

    Öffnet Einzelsicht
  • 16.11.2016 - Pressemitteilung - Energiewende

    Pressemitteilung: Staatssekretär Rainer Baake wirbt auf UN-Klimakonferenz in Marrakesch für globale Energiewende

    Öffnet Einzelsicht

EU-Emissionshandel

Der Emissionshandel ist seit 2005 das zentrale EU-weite Instrument zur Reduktion der CO2-Emissionen und damit das Hauptinstrument zur Umsetzung der Klimaziele der Europäischen Union. Mit Beginn der sogenannten dritten Handelsperiode (2013 bis 2020) wurde die Umsetzung des Emissionshandels europaweit harmonisiert: er basiert seitdem auf einer europäischen Emissionsobergrenze (Cap), europaweiten Allokationsregeln für Gratiszuteilungen und der zunehmenden Versteigerung der Zertifikate.

Für die Zeit ab 2020 hat die Europäische Kommission am 22. Januar 2014 ein Vorschlagspaket zur EU-Energie- und Klimapolitik 2030 (PDF: 174 KB) vorgelegt, in dem sie unter anderem ein europäisches Treibhausgas-Minderungsziel für 2030 in Höhe von minus 40 Prozent gegenüber 1990 vorschlägt.

Marktstabilitätsreserve baut Überschüsse ab

Die Reform des EU-Emissionshandels ist wichtig, um das Überangebot von rund zwei Milliarden Zertifikaten zu reduzieren und Anreize für Investitionen in emissionsarme Technologien zu setzen. Der Emissionshandel soll gestärkt und Überschüsse abgebaut werden. Die sogenannte Marktstabilitätsreserve, die zum 1. Januar 2019 wirksam werden soll, ist ein wichtiger Schritt zur Reform. Die Marktstabilitätsreserve soll dazu beitragen, die Überschüsse zu senken.

Die Regelungen für die Marktstabilitätsreserve sehen vor, dass das Angebot an Zertifikaten jährlich an die Überschusssituation im Emissionshandelsmarkt angepasst wird: Wenn die Überschussmenge 833 Millionen Zertifikate übersteigt, wird die Versteigerungsmenge des jeweiligen Jahres um 12 Prozent des Überschusses verringert. Umgekehrt wird die jährliche Versteigerungsmenge um 100 Millionen Zertifikate erhöht, wenn der rechnerische Überschuss 400 Millionen Zertifikate unterschreitet oder es zu starken Preissprüngen kommt.

Die Verringerung und Erhöhung der Versteigerungsmenge erfolgt über die Einstellung in beziehungsweise die Ausgabe aus der Marktstabilitätsreserve. Diese enthält rund 900 Millionen Zertifikate, die 2014-2016 zurückgehalten wurden (Backloading) sowie Zertifikate, die in der 3. Handelsperiode (2013-2020) nicht versteigert wurden (vorbehaltlich einer Prüfung zur weiteren Verwendung für die kostenlose Zuteilung an die Industrie nach 2020).

Weiterentwicklung des Emissionshandelssystems nach 2020

Zur weiteren Ausgestaltung des Rechtsrahmens des Emissionshandels nach 2020 hatte die Europäische Kommission am 15. Juli 2015 einen Vorschlag (PDF: 1,05 MB) für die sogenannte vierte Handelsperiode 2021 bis 2030 vorgelegt. Inhaltlich geht es dabei um die Umsetzung der Vorgaben des Europäischen Rats vom Oktober 2014 zum Beitrag des Emissionshandels zur Erreichung der Klimaziele 2030 von 40 Prozent und der Maßnahmen zur Vermeidung der Abwanderung von Unternehmen (Carbon Leakage).

Die EU-Kommission schlägt vor, ein CO2-Minderungsziel im Emissionshandelssystem (engl. Emission Trading System – ETS) von 43 Prozent im Vergleich zu 2005 festzulegen, das durch die schrittweise Absenkung der Obergrenze für die Emissionen umgesetzt wird. Hierzu wird der sogenannte Lineare Reduktionsfaktor von 1,74 Prozent auf 2,2 Prozent pro Jahr erhöht. Darüber hinaus sind zudem folgende Maßnahmen vorgesehen:

  • die Festschreibung des Auktionsanteils auf 57 Prozent,
  • die Fokussierung der Carbon Leakage-Liste,
  • die Anpassung der Benchmarks aus dem Jahr 2008 für die kostenlose Zuteilung,
  • die Beibehaltung eines Korrekturfaktors, wenn die Gesamtmenge für die kostenlose Zuteilung überschritten wird,
  • die Schaffung einer neuen Industriereserve für Neuanlagen und Produktionswachstum,
  • einen Fonds zur Modernisierung der Energiesysteme und Verbesserung der Energieeffizienz in den süd- und osteuropäischen Ländern und
  • die weiterhin kostenlose Zuteilung an osteuropäische Stromerzeuger zum Umbau ihrer Energieversorgung.

Am 15. und 28. Februar 2017 haben das Europäische Parlament und der Umweltrat ihre Positionen zum Legislativvorschlag der Europäischen Kommission vorgelegt. Nun stehen die Trilog-Beratungen zwischen Kommission, Rat und Parlament an.

Weiterführende Informationen

  • Themenseite - Europäische und internationale Energiepolitik

    Emissionshandel

    Öffnet Einzelsicht

Zentrales Ziel der deutschen Klimaschutzpolitik ist die Minderung von Treibhausgasemissionen. Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, seine nationalen Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent und bis 2050 um 80 bis 95 Prozent unter das Niveau von 1990 zu reduzieren. Diese Ziele wurden mit dem Integrierten Energie- und Klimaprogramm (IEKP) der Bundesregierung 2007 beschlossen und mit dem Koalitionsvertrag 2013 bestätigt.

Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes (Nationaler Inventarreport 2016) sind die Emissionen der Kyoto-Treibhausgase in Deutschland im Jahr 2014 gegenüber dem Basisjahr 1990 um 27,7 Prozent gesunken. Das entspricht einer absoluten Minderung von 346 Mio. t CO2-Äquivalente.

Für das Jahr 2014 wurden somit Gesamtemissionen in Höhe von 902 Mio. t berichtet. Mit über 43 Mio. t beziehungsweise 4,6 Prozent konnten 2014 die größten Minderungserfolge gegenüber dem Vorjahr seit dem Wirtschaftskrisenjahr 2009 verzeichnet werden. Diese großen Minderungserfolge sind zu einem ganz erheblichen Anteil von der deutschen Industrie erbracht worden.

Klimaschutzplan 2050

Der Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung ist ein Gesamtkonzept für die Energie- und Klimapolitik bis zum Jahr 2050. Er legt die Maßnahmen fest, die erforderlich sind, um die gesetzten, langfristigen Klimaziele Deutschlands zu erreichen.

Der Klimaschutzplan legt eine klare Ausrichtung für die Energie- und Klima-, aber auch für die Industriepolitik fest und verbindet damit Klimaschutz mit dem Erhalt der industriellen Arbeitsplätze auch in den energieintensiven Industrien.

Im November 2016 wurde der Klimaschutzplan vom Kabinett beschlossen, der eine strategische Ausrichtung für die Energie- und Klimapolitik, aber auch für die Industriepolitik definiert. Es wurde unter anderem ein Regionalfonds beschlossen, um neue Wertschöpfung und Arbeitsplätze in den Regionen des Strukturwandels zu schaffen, und bei den Sektorzielen Korridore der CO2-Reduzierung für Energie und Industrie festgelegt.

Weitere Informationen zum Klimaschutzplan 2050 finden Sie hier.

Aktionsprogramm Klimaschutz 2020

Um sicherzustellen, dass Deutschland sein Treibhausgasminderungsziel 2020 erreichen wird, hat die Bundesregierung am 3. Dezember 2014 das Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 beschlossen, da nach den im 2014 bekannten Projektionen mit den bis dahin angestoßenen Maßnahmen bis 2020 eine Minderung der Treibhausgase um etwa 33 bis 34 Prozent erreicht werden kann, mit einer Unsicherheit von +/- 1 Prozent. Somit sind zusätzliche Anstrengungen erforderlich, um diese Minderungslücke zu schließen.

Das Aktionsprogramm setzt sich aus folgenden Bausteinen zusammen:

Insgesamt ergeben sich damit Minderungsbeiträge von 62-78 Mio t. CO2-Äquivalente.

Die deutsche Klimaschutzpolitik setzt zur Erreichung der vorgegebenen Ziele einen breiten Instrumentenmix ein. Hierzu gehören neben dem EU-Emissionshandel zum Beispiel das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz, das Energieeinsparungsgesetz, die Energieeinsparverordnung und das Energiewirtschaftsgesetz sowie das Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz und das Energie- und Klimafondsgesetz. Außerdem engagiert sich das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aktiv für eine Intensivierung der Zusammenarbeit zur Verbreitung klimafreundlicher Technologien und zur Anpassung an den Klimawandel im Rahmen des Technologiemechanismus der Klimarahmenkonvention.

Der globale Klimawandel wird sich nach Erkenntnissen der Wissenschaft auch in Deutschland in vielfältiger Weise auswirken: Neben dem Anstieg der durchschnittlichen Temperaturen werden vor allem die Häufigkeit und die Intensität extremer Wetterereignisse wie Starkniederschläge, Stürme und Hitzewellen zunehmen. Viele Unternehmen werden in Zukunft noch stärker von klimatisch bedingten Beeinträchtigungen betroffen sein und müssen ihre Geschäftsmodelle weiterentwickeln, um Wettbewerbsvorteile zu erhalten. Aufgrund zunehmend enger vernetzter globaler Liefer- und Wertschöpfungsketten ist die Industrie dabei in besonderem Maße von potenziellen Risiken und Schäden betroffen.

Der im Auftrag des BMWi entwickelte Klimacheck unterstützt Unternehmen bei der Identifikation klimabedingter Risiken und der Entwicklung erster Ansätze zum Umgang mit diesen Risiken. Der Klimacheck richtet sich dabei explizit an mittelständische Unternehmen des produzierenden Gewerbes, kann aber auch in anderen Geschäftsbereichen, etwa der Logistik, angewandt werden.

Der Klimacheck umfasst zwei Elemente:

  • Der Klimacheck-Leitfaden bietet eine inhaltliche Einführung in klimabezogene Risiken für Unternehmen in Deutschland. Er liefert Hintergrundinformationen zu einer schrittweisen Adressierung von Klimarisiken in vier Modulen. Der Leitfaden dient außerdem als praktische Arbeitshilfe zur Nutzung des Klimacheck-Tools.
  • Das Klimacheck-Tool (XLSX: 1,7 MB) auf Basis von MS Excel führt Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe mit vier aufeinander aufbauenden Modulen schrittweise an den Umgang mit Klimarisiken heran. Aufbauend auf einer Typisierung Ihres Unternehmens hilft der Klimacheck, für Ihr Unternehmen relevante Risiken zu identifizieren und zu bewerten, und gibt Ihnen Anregungen zur Steuerung dieser Risiken. Die Ergebnisse des Klimacheck-Tools lassen sich mit Standardsoftware weiterverarbeiten oder in bereits vorhandene Risikomanagementsysteme integrieren.

Der Klimacheck ist ein Beitrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zur Ausgestaltung des von der Bundesregierung beschlossenen "Aktionsplans Anpassung". Dieser unterlegt die "Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel" (DAS) mit konkreten Maßnahmen. Die Deutsche Anpassungsstrategie hat zum Ziel, die Verwundbarkeit gegenüber den Folgen des globalen Klimawandels zu mindern. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Ermittlung und Bereitstellung von Wissen über die künftigen Auswirkungen des Klimawandels. Damit sollen die Eigenvorsorge und die Anpassungsfähigkeit der betroffenen Akteure befördert und unterstützt werden.

Der Klimacheck spiegelt aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse wider und wurde in Abstimmung mit Unternehmen des produzierenden Gewerbes entwickelt. Um Ihre Erfahrungen mit dem Klimacheck in die Weiterentwicklung des Leitfadens und des Tools einbeziehen zu können, freut sich das BMWi über Ihre Rückmeldung zum Klimacheck unter buero-ivc2@bmwi.bund.de.

Weiterführende Informationen

Die Vertragsparteien der UN-Klimarahmenkonvention haben sich bei den Klimaverhandlungen Ende 2010 in Cancún (Mexiko) auf eine Stärkung der Zusammenarbeit im Bereich klimarelevanter Technologien (Minderung der Treibhausgasemissionen und Anpassung an den Klimawandel) verständigt und beschlossen, den sogenannten Technologiemechanismus einzurichten. Dieser besteht aus einem politischen Teil, dem Technologie-Exekutivausschuss (Technology Executive Committee), und einem Implementierungsteil, dem Klimatechnologiezentrum und -netzwerk (Climate Technology Centre and Network).

Das Technology Executive Committee (TEC) hat im September 2011 seine Arbeit aufgenommen; seine Empfehlungen sollen Eingang in die Beschlüsse der Klimarahmenkonvention finden. Weitere Informationen finden Sie hier.

Das Climate Technology Centre and Network (CTCN) bildet die Basis für eine intensivierte Zusammenarbeit in klimarelevanten Technologien, um die Vernetzungsmöglichkeiten zu verbessern. Als Trägerorganisation für das Netzwerk wurde das United Nations Environment Programme (UNEP) ausgewählt. CTCN hat seinen Sitz in Kopenhagen und hat seine Tätigkeit im Mai 2013 aufgenommen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Die Nationale Kontaktstelle - NDE

Die Nationale Kontaktstelle (National Designated Entity - NDE) ist Teil des Technologiemechanismus der Klimarahmenkonvention und soll die Arbeit des CTCN auf nationaler Ebene unterstützen.

Mittlerweile sind weltweit 154 NDEs eingerichtet (Stand: November 2017), die mehr als 90 Prozent der Weltbevölkerung repräsentieren. NDEs in Schwellen- und Entwicklungsländern haben die Funktion, Kooperationsanfragen zu formulieren, zu bündeln und an das internationale Netzwerk zu leiten.

Die deutsche NDE dient als zentrale Anlaufstelle für alle Anfragen aus dem CTCN bzw. anderer nationaler Kontaktstellen nach klimarelevanten Technologien, Programmen der Bundesregierung, Dienstleistungen oder möglichen Forschungskooperationen im Zusammenhang mit dem Technologiemechanismus sowie für alle Anfragen nach Technologiekooperationen mit deutschen Unternehmen, Forschungsstellen und öffentlichen Stellen sowie für Anfragen deutscher Unternehmen und Investoren.

Zu den klimarelevanten Technologien zählen Technologien zur Minderung von Treibhausgasemissionen, zur Beobachtung der Auswirkungen des Klimawandels sowie zur Anpassung an den Klimawandel.

Je nach Bedarf werden Angebote aus Deutschland (Forschungsvorhaben, Technologieangebote und so weiter) koordiniert und an das CTCN weitergegeben beziehungsweise Anfragen des CTCN und aus Entwicklungs- und Schwellenländern gebündelt und weitergeleitet.

Die Aufgaben der Geschäftsstelle der deutschen NDE nimmt seit dem 20. Juni 2016 die HEAT GmbH, in enger Abstimmung mit dem BMWi, wahr. Der Sitz der Geschäftsstelle ist in Königsstein.

E-Mail-Kontaktadresse: NDE-Germany@bmwi.bund.de

Der Arbeitskreis Klimatechnologietransfer - AKT

Ein vom BMWi im Jahr 2012 gegründeter "Arbeitskreis Klimatechnologietransfer (AKT)" unterstützt die Arbeit der NDE und von TEC aus deutscher Perspektive. Ziel ist es, die praktische Zusammenarbeit bei klimarelevanten Technologien mit Schwellen- und Entwicklungsländern zu stärken und damit die Entwicklung neuer Geschäftsfelder für deutsche Unternehmen zu fördern. Der AKT dient dabei als Informationsquelle über die Arbeit von TEC und CTCN und soll auch das deutsche Angebot im Bereich der Technologiezusammenarbeit besser zugänglich machen. Im AKT ver­treten sind die betroffenen Ressorts des Bundes, GIZ, KfW sowie Wirtschaft und Wissenschaft.

Publikationen

Weiterführende Informationen und Kontakte zu Partnern in Deutschland

Pressemitteilungen

  • 27.11.2017 - Gemeinsame Pressemitteilung - Rohstoffe und Ressourcen

    Pressemitteilung: Erstes G20-Treffen zum Ressourcendialog

    Öffnet Einzelsicht
  • 01.06.2017 - Gemeinsame Pressemitteilung - Klimaschutz

    Pressemitteilung: Gemeinsame Presseerklärung zum Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen

    Öffnet Einzelsicht
  • 20.03.2017 - Gemeinsame Pressemitteilung - Europäische und internationale Energiepolitik

    Pressemitteilung: Internationale Energiewende-Konferenz: Gabriel und Zypries eröffnen dritten „Berlin Energy Transition Dialogue“

    Bilderstrecke

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Weiterführende Informationen

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