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Themenseite - Erneuerbare Energien

Förderung für den Ausbau der Erneuerbaren: Ausschreibungen national und europaweit

Einleitung

Photovoltaik-Freiflächenanlage zu Ausschreibungen mit anderen EU-Staaten; Quelle: BMWi/Holger Vonderlind

© BMWi/Holger Vonderlind

Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2017) wird die Höhe der finanziellen Förderung für Strom aus erneuerbaren Energien seit dem 1. Januar 2017 durch Ausschreibungen ermittelt, statt über gesetzlich festgelegte Fördersätze. Denn die erneuerbaren Energien sind erwachsen geworden – und fit genug, sich dem Wettbewerb zu stellen. Mit den Ausschreibungen wird sichergestellt, dass die erneuerbaren Energien kontinuierlich, kontrolliert und kosteneffizient ausgebaut werden. Bei der Umstellung auf Wettbewerb soll die Akteursvielfalt – ein Markenzeichen der deutschen Energiewende – erhalten bleiben. Deshalb werden Bürgerenergiegesellschaften erstmals im Gesetz definiert und können unter erleichterten Bedingungen an den Ausschreibungen teilnehmen. Kleine und mittlere Anlagen sind von den Ausschreibungen ausgenommen.

Solaranlagen

In Deutschland tragen netzgekoppelte Photovoltaikanlagen maßgeblich zur Stromversorgung bei und werden mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz gefördert. Am 12. Dezember 2016 hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) die erste Ausschreibung für Solaranlagen nach den neuen Regelungen des EEG 2017 gestartet. Danach wird die Vergütung für Photovoltaik-Anlagen auf Freiflächen und großen Dächern ab einer Leistung von 750 Kilowatt (kW) durch wettbewerbliche Ausschreibungen ermittelt. Investoren können ihre Gebote zu den jeweils angekündigten Gebotsterminen bei der BNetzA abgeben. Solaranlagen unterhalb einer Leistung von 750 kW werden weiterhin über gesetzlich festgelegte Vergütungen gefördert. Weitere Informationen zu den Ausschreibungen finden Sie hier.

Die Ausschreibungen orientieren sich an den Erfahrungen, die von 2015 bis 2016 im Rahmen der Pilotausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen gesammelt wurden. Fast 100 Prozent der Gebote, die Anfang 2015 einen Zuschlag für eine staatliche Förderung erhalten haben, sind innerhalb der zweijährigen Realisierungsfrist bis Anfang Mai 2017 umgesetzt und die entsprechenden PV-Freiflächenprojekte in Betrieb genommen worden.

Weitere Informationen zum Thema „Solarenergie“ finden Sie auf dem Informationsportal "Erneuerbare Energien".

Windenergieanlagen auf See

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die installierte Leistung von Windenergieanlagen auf See ab dem Jahr 2021 bis zum Jahr 2030 auf insgesamt 15 Gigawatt zu steigern. Um dieses Ziel kostengünstig zu erreichen, wird auch die Höhe der Vergütung für Offshore-Windenergieanlagen durch Ausschreibungen ermittelt. Grundlage hierfür ist das Windenergie-auf-See-Gesetz (WindSeeG) (Quelle: S. 53, Bundesgesetzblatt), das ebenfalls zum 1. Januar 2017 in Kraft getreten ist. Es verzahnt zudem für Wind auf See Flächenplanung und Raumordnung, Anlagengenehmigung, EEG-Förderung und Netzanbindung besser und kosteneffizienter miteinander.

Am 14. November 2016 hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) die Bundesländer- und Verbändeanhörung zum Referentenentwurf einer Gebührenverordnung für Ausschreibungen Wind auf See (Besondere Gebührenverordnung Strom - StromBGebV, PDF: 50 KB) abgeschlossen. Die Stellungnahmen sind bei Einverständnis des Absenders veröffentlicht (Stellungnahme vom 9. November 2016, PDF: 142 KB). Die Verordnung ist am 4. Januar 2017 in Kraft getreten. Sie dient dazu, Gebühren von den Bietern zu erheben, die an den Ausschreibungen der BNetzA für Windenergieanlagen auf See in der Übergangsphase des WindSeeG teilnehmen.

Die BNetzA hat am 30. Januar 2017 die erste Ausschreibungsrunde für Offshore-Windenergieanlagen bekannt gemacht. Gebote konnten bis zum 3. April 2017 bei der BNetzA abgegeben werden. Im Ergebnis wurden vier Offshore-Windparks mit 1.490 MW bezuschlagt. Der durchschnittliche Mittelwert der Zuschläge lag bei 0,44 Ct/kWh. Drei Zuschläge wurden mit 0 Ct/kWh bezuschlagt, ein Windpark mit Ct/kWh. Weitere Informationen zu den Ergebnissen finden Sie hier.

Der nächste Gebotstermin ist der 1. April 2018. Weitere Informationen zu den Ausschreibungen finden Sie hier.

Weitere Informationen zum Thema „Windenergie auf See“ finden Sie auf dem Informationsportal "Erneuerbare Energien".

Windenergieanlagen an Land

Die Windenergienutzung an Land wird als eine der kostengünstigsten Sparten immer wichtiger für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Dabei wird der weitere Ausbau der Windenergie an Land nicht nur durch die Änderung der EEG-Vergütung bestimmt, sondern vor allem auch durch die begrenzten Flächen, die für den Ausbau der Windenergie an Land zur Verfügung stehen. Eine Strategie zur Entwicklung der Onshore-Windenergie ist das Repowering, bei dem gerade an guten Standorten viele alte, kleinere Windenergieanlagen durch moderne, leistungsstärkere Anlagen ersetzt werden können. Grundsätzlich sind Ausschreibungen für Anlagen ab einer installierten Leistung von 750 kW vorgesehen. Ausgenommen sind Pilotanlagen, mit denen innovative Technik erprobt wird.

Die BNetzA hat am 8. März 2017 die erste Ausschreibung für Windenergieanlagen an Land nach den neuen Regelungen des EEG 2017 gestartet. Gebote für Onshore-Windenergieanlagen können bis zum 2. Mai 2017 abgegeben werden. Auf insgesamt ein Ausschreibungsvolumen in Höhe von 800 MW an installierter Windkraftleistung gingen 256 Gebote mit einem Gesamtvolumen von 2.137 Megawatt ein. Der niedrigste Zuschlagspreis der ersten Ausschreibung lag bei 5,25 Ct/kWh, der höchste bei 5,78 Ct/kWh. Der durchschnittliche Zuschlagspreis lag bei 5,71 Ct/kWh. 27 Prozent der Gebote bzw. 38 Prozent der gebotenen Menge erhielten einen Zuschlag. 93 Prozent aller Zuschläge gingen an Bürgerenergiegesellschaften. Weitere Ausschreibungen in diesem Jahr erfolgen zum 1. August und zum 1. November 2017 mit jeweils 1.000 Megawatt. Informationen dazu finden Sie hier.

Weitere Informationen zum Thema „Windenergie an Land“ finden Sie auf dem Informationsportal "Erneuerbare Energien".

Ergebnis der Ersten Ausschreibungsrunde zu Windenergie an Land Bild vergrößern

Ergebnis der Ersten Ausschreibungsrunde zu Windenergie an Land

© BMWi auf Basis einer veränderten Karte des Bundesamt für Kartographie und Geodäsie

Biomasseanlagen

Der erste Gebotstermin für Biomasseanlagen ist der 1. September 2017. Zu diesem Termin werden 150 Megawatt ausgeschrieben. Teilnehmen können Neuanlagen mit einer installierten Leistung größer 150 kW. Eine Besonderheit für Biomasseanlagen: Auch Bestandsanlagen (auch kleiner als 150 kW), deren bisheriger Förderanspruch nur noch maximal acht Jahre beträgt, können an der Ausschreibung teilnehmen. Auf diese Weise können Bestandsanlagen den Zuschlag für eine 10-jährige Anschlussförderung erhalten. Sie müssen dann aber die gleichen Flexibilitätsanforderungen erfüllen wie Neuanlagen. Weitere Ausschreibungen finden zukünftig einmal jährlich zum Gebotstermin 1. September statt.

Weitere Informationen zum Thema „Biomasse“ finden Sie auf dem Informationsportal "Erneuerbare Energien".

Ausführliche Informationen zu den nationalen Ausschreibungen und Ergebnissen sind ebenfalls auf dem Informationsportal "Erneuerbare Energien" abrufbar.

Gemeinsame Ausschreibungen für Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen

In einem Pilotvorhaben werden in den Jahren 2018 bis 2020 Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen gemeinsam ausgeschrieben. Als Grundlage hierfür, hat das Bundeskabinett am 17. Mai 2017 den Entwurf der Mantelverordnung zur Einführung von Ausschreibungen für KWK-Anlagen sowie zur Einführung von gemeinsamen Ausschreibungen von Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen verabschiedet.

Ziel der gemeinsamen Ausschreibungen ist es, Funktionsweise und Wirkungen von technologieübergreifenden Ausschreibungen zu erproben und die Ergebnisse, auch im Vergleich zur technologiespezifischen Ausschreibung, zu evaluieren. Das Pilotvorhaben bedeutet nicht, dass die technologieübergreifenden Ausschreibungen auch nach dem Jahr 2020 fortgeführt werden.Das Ausschreibungsvolumen der gemeinsamen Ausschreibungen beträgt insgesamt 400 Megawatt installierte Leistung pro Jahr. Es wird gleichmäßig auf zwei Gebotstermine jeweils am 1. April und 1. November verteilt.

Das BMWi hatte am 11. April 2017 die Länder- und Verbändeanhörung zum Referentenentwurf zur Verordnung zu den gemeinsamen Ausschreibungen für Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen (PDF: 359 KB) eingeleitet. Stellungnahmen konnten bis zum 24. April 2017 übermittelt werden und sind bei Einverständnis des Absenders hier veröffentlicht.

Detaillierte Informationen zu den gemeinsamen Ausschreibungen finden Sie im Eckpunktepapier (PDF: 67 KB).

Um die Energiewende grenzüberschreitend zu verankern, wird ein Teil der Ausschreibungen nach dem EEG 2017 auch für Anlagen mit Standort in anderen Mitgliedstaaten geöffnet. Konkret werden ab 2017 fünf Prozent der jährlich zu installierenden Leistung für die Teilnahme von Anlagen in anderen Mitgliedstaaten geöffnet (rund 300 Megawatt pro Jahr). Diese grenzüberschreitenden Ausschreibungen treten ergänzend neben die nationalen Ausschreibungen.

Rechtsgrundlage für die Pilotöffnung war die Grenzüberschreitende-Erneuerbare-Energien-Verordnung (GEEV), die bislang nur für Solaranlagen galt und die nun auch auf grenzüberschreitende Ausschreibungen für Windenergieanlagen an Land erweitert werden soll. Zum anderen wird ein zusätzliches Modell zur Ausgestaltung der gleitenden Marktprämie bei grenzüberschreitenden Ausschreibungen ergänzt. Das BMWi hat daher die Länder- und Verbändeanhörung zur Novelle der GEEV eingeleitet. Stellungnahmen konnten bis Montag, 22. Mai 2017, 15 Uhr übermittelt werden. Die Stellungnahmen werden bei Einverständnis des Absenders hier veröffentlicht. Weitere Informationen zur Novelle können dem Begleitdokument entnommen werden. Das Bundeskabinett hat die Novelle am 14. Juni 2017 beschlossen.

Durch die Novelle der GEEV werden die Vorgaben der Europäischen Kommission im beihilferechtlichen Genehmigungsverfahren für das EEG 2017 umgesetzt. Ziel der grenzüberschreitenden Ausschreibungen ist eine stärkere regionale Zusammenarbeit insbesondere mit den sogenannten „Stromnachbarn“. Die Kooperation soll eine positive Signalwirkung entwickeln, um die deutsche Energiewende auch europäisch zu verankern.

Voraussetzungen

Die Förderung von Erneuerbaren-Strom aus dem Ausland ist nach § 5 Abs. 3 EEG 2017 an drei Voraussetzungen geknüpft:

  • Zwischen Deutschland und dem Partnerland wird eine völkerrechtliche Vereinbarung im Sinne der Kooperationsmechanismen der Erneuerbare-Energien-Richtlinie abgeschlossen.
  • Die Kooperation basiert auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit. Das bedeutet, dass Deutschland seine Ausschreibungen für Anlagen im Ausland öffnet, wenn der Kooperationsstaat umgekehrt seine Ausschreibungen in einem vergleichbaren Umfang für Anlagen in Deutschland öffnet.
  • Der Strom muss einen tatsächlichen Effekt auf den deutschen Strommarkt haben ("physischer Import").

Pilot-Kooperation mit Dänemark

Dänemark und Deutschland haben im 4. Quartal 2016 geöffnete Pilotausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen (PV-Freiflächenanlagen) durchgeführt. An diesen europaweit ersten grenzüberschreitenden Ausschreibungen konnten sich sowohl PV-Anlagen in Deutschland als auch in Dänemark beteiligen. In Deutschland wurde die geöffnete Ausschreibung mit einem Volumen von 50 Megawatt von der Bundesnetzagentur durchgeführt. Sie stieß auf großes Interesse in beiden Ländern. In einem intensiven Wettbewerb konnten sich schlussendlich fünf Projekte mit Standort in Dänemark erfolgreich durchsetzen.

Das Ergebnis der dänischen geöffneten Ausschreibung wurde im Dezember 2016 von der dänischen Energieagentur bekanntgeben. Insgesamt wurden 20 Megawatt ausgeschrieben; Anlagen mit Standort in Deutschland konnten im Umfang von anteilig 2,4 Megawatt bezuschlagt werden. Da jedoch für Anlagen in Deutschland keine Gebote abgegeben wurden, entfielen alle Zuschläge auf Anlagen in Dänemark.

Weitere Informationen zur Pilot-Kooperation mit Dänemark finden Sie hier.

Weitere grenzüberschreitende Ausschreibungen sind geplant. Dies gilt vorbehaltlich des erfolgreichen Abschlusses von Verhandlungen mit Partnerländern.

Weiterführende Informationen

Pressemitteilungen

  • 13.07.2017 - Pressemitteilung - Europäische Wirtschaftspolitik

    Pressemitteilung: Zypries vereinbart im Rahmen des Deutsch-Französischen Ministerrats konkrete Fortschritte in der Zusammenarbeit

    Öffnet Einzelsicht
  • 14.06.2017 - Pressemitteilung - EEG-Reform

    Pressemitteilung: Kabinett verabschiedet Novelle der Grenzüberschreitenden Erneuerbare-Energien-Verordnung

    Öffnet Einzelsicht
  • 19.05.2017 - Pressemitteilung - Strommarkt der Zukunft

    Pressemitteilung: Staatssekretär Baake: Bürgerenergie großer Gewinner der ersten Ausschreibungsrunde Wind an Land

    Öffnet Einzelsicht
  • 17.05.2017 - Pressemitteilung - Strommarkt der Zukunft

    Pressemitteilung: Bundesregierung schafft die Grundlage für Ausschreibungen für KWK-Anlagen und innovative KWK-Systeme sowie zur gemeinsamen Ausschreibungen für Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen

    Öffnet Einzelsicht
  • 15.05.2017 - Pressemitteilung - Erneuerbare Energien

    Pressemitteilung: Staatssekretär Baake: „Hervorragendes Ergebnis bei der Realisierung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen – Ausschreibungen für erneuerbare Energien sind voller Erfolg – “

    Öffnet Einzelsicht

Weiterführende Informationen

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