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Themenseite - Wirtschaftsbranchen

Handel

Einleitung

Quelle: fotolia.com/Kadmy

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Der Austausch von Waren und Dienstleistungen ist ein entscheidender Wirtschafts- und Beschäftigungsfaktor in Deutschland. Der Einzel- und der Großhandel haben eine große Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Die Umsatzentwicklung im Handel – speziell im Einzelhandel – gilt als wichtiger Indikator zur Beurteilung der Konjunktur.

Der Handel ist sehr beschäftigungsintensiv. Rund 14 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland arbeiten im Handelsbereich. Der Handel bietet viele Karrierechancen in bestehenden Betrieben und viele Möglichkeiten für eine Unternehmensgründung. Unterschieden wird zwischen den folgenden Bereichen:

Einzelhandel

Der Einzelhandel gehört in Deutschland mit über 300.000 Unternehmen (ohne Kfz-Handel), mit über 3 Millionen Arbeitnehmern und über 103.000 Auszubildenden zu den beschäftigungsintensiven Wirtschaftsbereichen. Trotz der Konzentrationsentwicklungen im Handel ist dieser Wirtschaftsbereich noch immer stark mittelständisch und durch eine große Vielfalt von Betriebsformen geprägt.

2015 erzielte der Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen) laut Statistischem Bundesamt einen Umsatz von 565 Milliarden Euro. Wie in den vergangenen Jahren hat der Einzelhandel real und nominal Wachstumsraten erzielen können. Im Vergleich zum Jahr 2015 stieg der Umsatz im Einzelhandel 2016 nominal um 2,9 Prozent und real um 2,6 Prozent.

Großhandel

Zum Bereich Großhandel (ohne Kfz-Handel) gehören in Deutschland rund 153.000 Unternehmen. Es sind laut Statistischem Bundesamt 1,86 Millionen Erwerbstätige beschäftigt und es wurde im Jahr 2015 ein Umsatz in Höhe von 1 154 Milliarden Euro erzielt.

Der Großhandel konnte im Jahr 2016 keine Steigerungen verzeichnen. Der Umsatz sank 2016 im Vergleich zum Vorjahr 2015 um nominal 0,9 Prozent und sank real um 0,1 Prozent.

Franchise

Nach Angaben des Deutschen Franchise-Verbandes e.V. (DFV) waren 2016 in Deutschland 950 Franchise-Systeme mit 119.302 Franchise-Partnern und 159.348 Franchise-Betrieben aktiv. Die Franchisebranche beschäftigte nach Verbandsangaben ca. 698.000Mitarbeiter und erzielte 2016 einen Umsatz von 103,9 Milliarden Euro.

Handelsvermittlungen, Kfz-Gewerbe und Tankstellen

In Deutschland sind nach Verbandsangaben rund 48.000 Handelsvermittlerbetriebe aller Branchen tätig. Diese pflegen und entwickeln die Verbindungen zwischen Handelspartnern, um deren Absatz und/oder Beschaffung zu fördern. Sie erwirtschafteten laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2015 einen Umsatz von rund 10,2 Milliarden Euro.

Im Kfz-Handel und im Bereich Instandhaltung und Reparatur von Kfz waren im Jahr 2015 in Deutschland nach Feststellung des Statistischen Bundesamtes rund 110.600 Unternehmen tätig und über 839.000 Personen beschäftigt. Laut Statistischem Bundesamt erzielten diese Unternehmen im Jahr 2015 einen Umsatz von knapp 238 Milliarden Euro

In Tankstellen wurde laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2015 durch rund 7.200 Unternehmen mit 82.000 Beschäftigten im Einzelhandel mit Motorenkraftstoffen ein Umsatz in Höhe von 14,9 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Der Handel bietet eine Vielzahl von Beschäftigungs- und Karrieremöglichkeiten.

Im Einzelhandel gibt es zunächst die klassischen Berufe Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel und Verkäufer/in. In diesen Berufen wurden zuletzt knapp 103.500 junge Menschen ausgebildet. Die Ausbildungspalette im Einzelhandel ist aber sehr viel breiter.

So wird zum Beispiel auch in den folgenden Berufen im Einzelhandel ausgebildet:

  • Buchhändler/-in,
  • Musikfachhändler/-in,
  • Gestalter/-in für visuelles Marketing,
  • Fotomedienfachmann/-in,
  • Drogist/-in,
  • Informatikkaufmann/-frau,
  • Immobilienkaufmann/-frau,
  • Informationselektroniker/-in,
  • Automobilkaufmann/-frau.

Der Einzelhandel bietet häufig die Möglichkeit, schnell in verantwortliche Positionen zu rücken, so beispielsweise durch die Leitung einer Filiale. Die Aufstiegsqualifizierungen Handelsfachwirt/in und Fachwirt/-in für Vertrieb im Einzelhandel befähigen zur Übernahme qualifizierter Fach- und Führungsaufgaben.

Die Einsatzmöglichkeiten im Groß- und Außenhandel sind ebenfalls vielfältig. Die Branche bildet in rund 50 Berufen aus. Kernberufe der Branche sind der Kaufmann/die Kauffrau im Groß- und Außenhandel sowie die Lagerberufe Fachkraft für Lagerlogistik und Fachlagerist/in. Die weltweite Beschaffung, Logistik, innovative IT-Systeme, Qualitätsprüfung, Werbung und Markterschließung stellen wesentliche Tätigkeits- und Ausbildungsbereiche im heutigen Groß- und Außenhandel dar. Durch den hohen Grad der Internationalisierung sind häufig gute Fremdsprachenkenntnisse gefragt. Weiterbildungs- und Spezialisierungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch ein Studium oder eine Aufstiegsqualifizierung zum Handelsfachwirt/-in, Fachkaufmann/-frau für Außenwirtschaft oder Fachwirt/-in für Vertrieb im Einzelhandel sind möglich.

Über die Berufschancen im Handel informieren u. a.

Der Handel bietet viele Möglichkeiten, sich selbständig zu machen.

Die Ausübung einer Einzelhandelstätigkeit ist in Deutschland grundsätzlich erlaubnisfrei, bedarf also keiner Genehmigung. Die Aufnahme einer Einzelhandelstätigkeit muss nach dem Gewerberecht lediglich angezeigt werden. In aller Regel müssen auch keine bestimmten Voraussetzungen erfüllt oder besondere Qualifikationen nachgewiesen werden. Sonderfälle bilden aber zum Beispiel der Handel mit Waffen und Munition, Pflanzenschutzmitteln oder Wirbeltieren. Hier werden besondere Sachkundenachweise, der Nachweis der persönlichen Zuverlässigkeit bzw. eine Erlaubnis gefordert.

Hier finden Sie Infografiken zum Umsatz im Einzelhandel, zur Anzahl der Beschäftigten, zur Verkaufsfläche im Einzelhandel sowie eine Infografik zur E-Commerce-Umsatzprognose.

Umsatz im Einzelhandel

Umsatz im Einzelhandel; Quelle: Statistisches Bundesamt und HDE Handelsverband Deutschland Bild vergrößern

Abbildung: Einzelhandelsumsatz ohne Handel mit Kraftfahrzeugen

© Statistisches Bundesamt und HDE Handelsverband Deutschland

(PDF: 1 MB)

Beschäftigte im Einzelhandel

Beschäftigte im Einzelhandel; Quelle: HDE Handelsverband Deutschland und Bundesagentur für Arbeit Bild vergrößern

Abbildung: Beschäftigte im Einzelhandel, Einzelhandel ohne Kfz, Brennstoffe und Apotheken

© HDE Handelsverband Deutschland und Bundesagentur für Arbeit

(PDF: 1 MB)

Verkaufsfläche im Einzelhandel

Verkaufsfläche im Einzelhandel; Quelle: HDE Handelsverband Deutschland Bild vergrößern

Abbildung: Verkaufsfläche im Einzelhandel in Millionen Quadratmeter

© HDE Handelsverband Deutschland

(PDF: 1 MB)

E-Commerce-Umsatzprognose für 2017

E-Commerce-Umsatzprognose für 2017 Bild vergrößern

Abbildung: Umsätze im B2C-E-Commerce

© HDE Handelsverband Deutschland, Der Deutsche Einzelhandel (Stand Mai 2017)

(PDF: 1 MB)

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie setzt sich für optimale wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen für den Groß- und Einzelhandel ein - auf nationaler und auf EU-Ebene.

Dazu gehören vor allem Regelungen im Wettbewerbsrecht, zum Verbraucherschutz, zu Standort- und Niederlassungsfragen, zum Datenschutz, zu E-Commerce und zu allen Fragen rund um die Berufsausbildung im Handel. Es wird darauf geachtet, dass zwischen den Interessen der Wirtschaft und der Verbraucher ein angemessener Ausgleich gefunden wird.

Die Strukturen des Einzelhandels verändern sich nachhaltig. Das BMWi hat die Dialogplattform Einzelhandel entwickelt, um in diesem Strukturwandel neue Perspektiven aufzuzeigen, einer Verödung der Innenstädte und einer Unterversorgung im ländlichen Raum entgegenzuwirken. In Workshops wurden hier Lösungsansätze entwickelt und diskutiert.

Frau dekoriert Schaufenster einer Modeboutique, symbolisiert Dialogplattform Einzelhandel; Quelle: Getty Images/Hero Images

© Getty Images/Hero Images

Dialogplattform Einzelhandel

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